KW50: Migrationspakt geschlossen, Friedensverhandlungen im Sudan, Royal Air Maroc One World-Mitglied, Staaten wollen Internet besteuern, Test von bedingungslosem Grundeinkommen

– NEWS –

Migrationspakt Marokko: Am Montag wurde der umstrittene UN-Migrationspakt im marokkanischen Marrakesch von Vertretern von 164 Staaten ratifiziert. Der Pakt umfasst eine Reihe von Leitlinien und Maßnahmen, deren Umsetzung völkerrechtlich nicht bindend ist; im Kern geht es um eine bessere Zusammenarbeit in der Migrationspolitik weltweit und um Standards im Umgang mit Flüchtlingen. Es gab eine große Mehrheit für den Pakt, einige Regierungen lehnten den Pakt jedoch ab, unter anderem Ungarn, Österreich, Polen und Israel. Die USA hatten gar nicht erst teilgenommen. Kanzlerin Merkel war nach den Verhandlungen in der Altstadt von Marrakesch unterwegs. Der marokkanische König sagte ein Treffen mit der Kanzlerin kurzfristig ab.

sueddeutsche.de maghreb-post.de

Friedensverhandlungen im Sudan: Am 06.12.2018 wurde im Auswärtigen Amt zwischen Darfur-Rebellen und der sudanesischen Regierung die Einigung erzielt, in formelle Friedensverhandlungen einzutreten und einen Waffenstillstand schließen zu wollen.Das von Deutschland vermittelte Abkommen legt die Grundlagen für die Wiederaufnahme der formellen Friedensverhandlungen unter Mediation Katars. Dies ist das Ergebnis eines seit zwei Jahren laufenden informellen Schlichtungsprozesses zwischen der Regierung Sudans und zwei bewaffneten Darfur-Gruppen. Außenminister Maas zeigte sich erfreut über die Einigung.

africa-live.de

Royal Air Maroc wird One World-Mitglied: Die marrokanische Fluggesellschaft Royal Air Maroc wurde als erste afrikanische Fluggesellschaft von der One World-Allianz als Mitglied aufgenommen. Dies teilte die Allianz am vergangenen Mittwoch nach ihrer 20. Jahressitzung in New York mit, der Mitgliedsantrag von Royal Air Maroc sei bestätigt worden. Die Fluggesellschaft bemühte sich darum, den Anforderungen des internationalen Luftverkehrs durch die Erweiterung ihres Streckennetzes sowie der Modernisierung ihrer Flotte gerecht zu werden. Die One World-Allianz ist der größte Zusammenschluss von Airlines weltweit. Seit 2012 ist keine neue Fluggesellschaft mehr aufgenommen worden.

maghreb-post.de

Staaten wollen Internet besteuern: Im März diesen Jahres trat in Tansania eine neue Steuer in Kraft, laut welcher Blogger Blogger eine Registrierungsgebühr zahlen müssen, um Beiträge online veröffentlichen zu dürfen. Die tansanische Regierung erklärt, damit Hassreden und Unmoralität unterbinden zu wollen, die Kosten entsprechen jedoch dem durchschnittlichen Jahreseinkommen eines Tansaniers. Auch Uganda erhebt seit Mai eine tägliche Gebühr von 200 Schilling (ca. 5 Cent) auf jede SIM-Karte, mit der Soziale Netzwerke wie WhatsApp, Facebook oder Twitter genutzt werden. Die Länder haben erkannt, dass man aus der Internetnutzung Geld für den Staat ziehen kann. Gegner der Steuern kritisieren sie als eine Maßnahme, kritische Stimmen im Land kontrollieren und unterdrücken zu wollen.

dw.com

Test von bedingungslosem Grundeinkommen dw.com
Museum für afrikanische Kunst in Belgien wiederöffnet deutschlandfunkkultur.de
Macron: Frankreich bereit, Raubkunst zurückzugeben dw.com
Weitwinkel: Neues Magazin zu Entwicklungspolitischen Themen africa-live.de

– BACKGROUND –

Afrikas Blick auf den Migrationspakt: Nach der formellen Annahme des UN-Migrationspaktes durch die internationale Staatengemeinschaft stellt sich die Frage, wie die afrikanischen Länder diesen Pakt sehen. Seit Wochen machen Europas Rechtspopulisten Stimmung gegen den Uno-Migrationspakt. In Afrika regt sich dagegen kaum jemand über das Dokument auf.  In der Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas, die Nigeria, Ghana, den Senegal und zwölf weitere Staaten umfasst, gilt eigentlich Reisefreiheit für Güter und Menschen. Doch davon kann jetzt keine Rede mehr sein. Niger steht unter gewaltigem Druck der Europäer, Reisende in Richtung Mittelmeer möglichst aufzuhalten. Anders als in Europa behauptet, verbinden afrikanische Vertreter demnach keine falschen Hoffnungen mit dem Abkommen. Man glaube nicht, dass es fortan einfacher werde, nach Europa zu gelangen.

spiegel.de

Chinas vermeintliche Geschenke an Afrika:Seit 15 Jahren investiert China im großen Stil in Afrika, immer mehr Länder landen in Pekings Schuldenfalle – in Kenia und Djibouti wächst der Ärger. In Djibouti hat die chinesische Regierung den ersten militärischen Stützpunkt außerhalb ihres Landes errichtet, strategisch bestens platziert. Er wurde im August 2017 eröffnet. Ebenfalls auf Chinas Konto gehen der Bau einer 700 Kilometer langen Eisenbahnlinie nach Addis Abeba, zahlreiche neue Straßen, Krankenhäuser und Flughäfen. Auch das Hafenmanagement soll China demnächst übernehmen. Nur ein Teil der chinesischen Zuwendungen sind Geschenke, die man Entwicklungshilfe nennen könnte: Beim Großteil handelt es sich um Kredite, die zurückzuzahlen sind. Dschibuti ist bereits mit über 1,5 Milliarden US-Dollar bei China verschuldet. Der Missmut wächst. Ähnliche Situationen gibt es in anderen afrikanischen Ländern: Auch in Kenia, Sierra Leone und Uganda regt sich der Widerstand gegen den chinesischen Einfluss.

derstandard.de

– ANGEZÄHLT –

102 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betrug der Schuldenberg Mosambiks im Jahr 2017. Viele Lehrer bekommen kein Geld mehr, Schüler müssen auf dem Boden sitzen. Staatliche Firmen haben – mit Billigung der Regierung – fast zwei Milliarden Euro bei internationalen Großbanken geliehen, doch ein Großteil davon ist verschwunden. Im letzten Jahr lag die Schuldenlast ganz Afrikas bei fast 46 Prozent der Wirtschaftsleistung.
dw.com

– ZITAT –

“Von afrikanischen Flughäfen fliegen jeden Tag alle fünf Minuten Maschinen mit Tausenden von Passagieren in europäische Großstädte. Wenn Europa so verführerisch wäre, dann lebten dort längst weit mehr Afrikaner.”

Aly Tandian, Professor an der Gaston-Berger-Universität im Senegal und einer der bekanntesten Migrationsforscher Afrikas.
welt.de

– ZULETZT –

Erste Netflix Serie in Afrika: Der Streamdienst Netflix plant, mehr in den afrikanischen Kontinent zu investieren. Aus diesen Plänen wurden nun konkrete Taten – mit der Serie “Queen Sono”, welche 2019 global ausgestrahlt werden soll, produziert Netflix nun seine erste Serie in Afrika, mit afrikanischen Schauspielern. Pearl Thusi wird die Hauptrolle spielen. Die Freude, aber auch die Erwartungen sind groß. Schauspieler erhoffen sich einen Wandel der afrikanischen Filmbranche. Afrikanische Geschichten auf die Bildschirme zu bringen hat großes Potential: Laut Netflix ist dies erst der Anfang.

independent.co.uk

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