KW 27: Haftstrafe für ehemaligen Präsidenten Südafrikas, BND vermutet Al-Kaida Ableger hinter Angriff auf Bundeswehr, Proteste gegen den König in eSwatini

– NEWS –

Haftstrafe für ehemaligen Präsidenten Südafrikas: Seit zwei Jahren weigert sich Jacob Zuma, vor einer Untersuchungskommission zu Korruptionsaffären während seiner Amtszeit auszusagen. Jetzt ist der frühere südafrikanische Staatspräsident vom Verfassungsgericht zu 15 Monaten Haft wegen Missachtung der Gerichtsbarkeit und wiederholter Angriffe auf die Würde der Justiz verurteilt worden. Schließlich hatte sich die Kommission an das Verfassungsgericht gewandt, um den früheren Regierungschef dazu zu zwingen.
faz.net

BND vermutet Al-Kaida Ableger hinter Angriff auf Bundeswehr: Der Bundesnachrichtendienst (BND) vermutet einen Ableger der Terrororganisation Al-Kaida hinter dem Angriff auf Bundeswehrsoldaten in Mali vergangene Woche, so BND-Präsident Bruno Kahl. Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums bestätigte nach Angaben des Bundeswehrverbandes die Einschätzung des BND. Bei dem Anschlag eines Selbstmordattentäters am vergangenen Freitag nordöstlich von Gao waren zwölf deutsche Soldaten und ein belgischer Blauhelmsoldat verletzt worden. Es gebe in der Region in Mali einen „kräftigen Akteur, der ursprünglich von Al-Kaida abstammt“, diese Gruppe sei „in der letzten Zeit des öfteren mit Aktionen genau diesen Typus aufgefallen“, erläuterte Kahl.
dw.com

Proteste gegen den König in eSwatini: In eSwatini, dem früheren Swaziland, schlägt der Staat nach Massenprotesten gegen König Mswati III brutal zurück, die Opposition meldet viele Tote. Angeführt von Jugendlichen gehen die Menschen seit Tagen gegen die Herrschaft von König Mswati III auf die Straße. Sie richteten ihre Wut der Zerstörung gegen Privateigentum mit Verbindungen zum König. So wurde die größte Brauerei des Landes, Swaziland Breweries, teilweise in Brand gesteckt. Die Sicherheitskräfte antworten mit tödlicher Gewalt, seit Mittwoch schwärmt die Armee auf den Straßen aus und eröffnet das Feuer. Auch das Internet wurde gesperrt. Die Kritiker verlangen, dass der König seinen Platz zugunsten einer demokratisch gewählten Regierung räumt. Eswatini ist die letzte absolute Monarchie Afrikas. Makhosetive Dlamini, wie König Mswati III mit bürgerlichem Namen heißt, regiert eSwatini seit seiner Thronbesteigung im Jahr 1986 als sein Privateigentum.
taz.de

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

UN-Mitglieder werfen russischem Militär Menschenrechtsverletzungen vor: Mehrere Länder beschuldigen während einer hitzigen Diskussion im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen russische Militärs, in der Zentralafrikanischen Republik Zivilisten getötet und Häuser geplündert zu haben. Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow wies die Behauptung kategorisch zurück. Die anklagenden Nationen brachten die russischen Militärausbilder mit der berüchtigten Wagner-Gruppe in Verbindung. Die private Sicherheitsfirma ist angeblich mit dem russischen Unternehmer Jewgeni Prigoschin verbunden–dieser wurde in den Vereinigten Staaten wegen Einmischung in die Präsidentschaftswahlen 2016 angeklagt. Russland unterstützt den Präsidenten der zentralafrikanischen Republik, Faustin Archange Touadéra, der sich dem Widerstand von Rebellen ausgesetzt sieht, die mit dem ehemaligen Präsidenten François Bozizé paktieren. Russland hat auf Einladung der Regierung Militärberater entsandt, um das lokale Militär auszubilden.
spiegel.de

Aufständische nehmen weitere Gebiete in Tigray ein: Nach der von der äthiopischen Regierung verkündeten einseitigen Waffenruhe haben die Aufständischen in der Konfliktregion Tigray weitere Gebiete eingenommen. Am Dienstag übernahmen die Kämpfer der Tigray-Verteidigungstruppen (TDF) die Kontrolle über die Stadt Shire etwa 140 Kilometer nordwestlich der Regionalhauptstadt Mekelle, wie es aus Sicherheitskreisen der UN hieß. Am Montag waren die Kämpfer bereits in Mekelle einmarschiert. Die von der Zentralregierung in Addis Abeba eingesetzte Übergangsverwaltung und die Regierungstruppen waren zuvor geflohen. Stunden später hatte die Zentralregierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed eine sofortige Feuerpause ausgerufen. Das Aussetzen der Kämpfe soll demnach dazu beitragen, den Zugang für humanitäre Hilfe zu verbessern und den Wiederaufbau zu ermöglichen. Die Rebellengruppen stimmen der Waffenruhe nicht zu, denn die äthiopische Regierung habe den Menschen in Tigray lange humanitäre Hilfe verweigert und behaupte nun, sich dafür einsetzen zu wollen, so Getachew Reda, Sprecher der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF).
dw.com

UN-Mission in Mali verlängert: Der UN-Sicherheitsrat hat das Mandat der MINUSMA, das Ende Juni ausläuft, am Dienstag einstimmig bis zum 30. Juni 2022 verlängert. Deutschland ist an der gut 15.000 Soldaten und Polizisten starken MINUSMA mit aktuell rund 900 Soldaten beteiligt. Die einstimmig verabschiedete UN-Resolution 2584 erweitert nicht die Truppenstärke, sondern das politische Mandat der MINUSMA, im Einklang mit vorherigen UN-Erklärungen. Es geht nun nicht mehr hauptsächlich nur um die Überwachung des geltenden Friedensabkommens mit den Tuareg-Rebellen im Norden, sondern erstmals beinhaltet diese „erste strategische Priorität“ auch „gleichwertig“ die Begleitung des Übergangsprozesses zur Rückkehr zur Demokratie – also die geplanten freien Wahlen im Februar 2022 und die Rückübertragung der Macht an eine zivile Regierung. Zweite strategische Priorität ist der Schutz der Zivilbevölkerung.
taz.de

Mindestens 43 Menschen bei Bootsunglück vor Libyen gestorben n-tv.de
Amnesty International warnt vor zunehmender Repression in Sambia deutschlandfunk.de
Burkina Faso: Tausende demonstrieren gegen Gewalt und Blutvergießen video.tagesspiegel.de
Libysche Küstenwache bestätigt Schüsse auf Migrantenboot africanews.com

– BACKGROUND –

Dritte Corona-Welle erreicht Afrika: Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt angesichts der sich ausbreitenden Delta-Variante in Afrika und des langsamen Impffortschritts vor einem „gefährlichen Moment“ für den afrikanischen Kontinent. Einem Blog-Eintrag des IWF zufolge erlebe Subsahara-Afrika den stärksten Anstieg an Neuinfektionen weltweit. Demnach sei zu befürchten, dass die „explosive Entwicklung“ einer sich bereits anbahnenden dritten Corona-Welle noch schlimmer ausfallen könnte als die erste und zweite, in einigen Ländern seien deutlich höhere Neuinfektionen gemeldet worden. Die Delta-Variante, heißt es in dem Beitrag, sei schon in 14 afrikanischen Ländern nachgewiesen worden. Afrika benötige dringend Covid-19-Impfstoffe, von den für dieses Jahr geplanten 700 Millionen Dosen seien erst 65 Millionen auf dem Kontinent, so der Corona-Sonderbeauftragte der Afrikanischen Union, Strive Masiyiwa. Von August an wird ein Pharmakonzern in Südafrika ein Jahr lang insgesamt 400 Millionen Dosen des Impfstoffs Johnson & Johnson herstellen und auf dem Kontinent sowie an Karibik-Staaten ausliefern. „Wir haben unsere Lektion gelernt, zur Gewährleistung der Impfstoffsicherheit auf dem Kontinent können wir uns nicht auf andere verlassen“, sagte John Nkengasong von der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC.
faz.net

Whatsapp-Alternativen in Afrika auf dem Vormarsch: Trotz „hauseigener“ afrikanischer Messaging-Dienste bleibt Whatsapp in den meisten englischsprachigen afrikanischen Ländern die Nummer 1. In Nigeria verlassen sich die Menschen auf Whatsapp als primäre Quelle für Nachrichten, Südafrikaner können über die App ihren Autoführerschein erneuern. In der Privatwirtschaft nutzen Firmen Whatsapp, um Marketing und Kundenservice zu steuern. Doch von der Übermacht des Messenger-Dienstes, die sich durch spezielle Angebote lokaler Mobilfunkanbieter nur vergrößert, lassen sich viele junge Entwickler auf dem Kontinent nicht abhalten. Ayoba, die Messaging-App des afrikanischen Telekommunikationsgiganten MTN, hat mittlerweile 5,5 Millionen monatliche Nutzer und auch andere Alternativen wie Ondjoss aus Nigeria oder der Moya messenger in Südafrika überzeugen immer mehr Nutzer mit ihrem Fokus auf Lokalität und Datenschutz. Auch sind diese Apps in vielen verschiedenen afrikanischen Sprachen verfübar, sodass nicht auf Englisch zurückgegriffen werden muss. Für einen noch größeren Erfolg müssen die von den Mobilfunkanbietern angebotenen Pakete sich auch auf einheimische Messenger-Apps beziehen und so einen Anreiz für den Nutzen der App schaffen.
dw.com

– ANGEZÄHLT –

Erst knapp 50 Millionen Impfungen wurden in Afrika durchgeführt.
n-tv.de

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Keine einzige Dosis hat die Produktionsstätten in der EU verlassen, die nach Afrika ging – wir wurden an Indien verwiesen.“
Strive Masiyiwa, Corona-Sonderbeauftragter der Afrikanischen Union, über die Impfsituation in Afrika.
n-tv.de

– ZULETZT –

Zirkus in der Krisenregion: Lange Zeit wurde die Zirkuskunst in Äthiopien missachtet. Der Fotograf der nachrichtenagentur AFP, Eduardo Soteras, rückt die Kunst des Tigray Zirkus in neues Licht. Wie in so vielen Bereichen der Künste, fielen auch die Auftritte des Tigray Zirkus der Corona-Pandemie zum Opfer. Die Verantwortlichen des Zirkus‘ haben die Pandemie jedoch genutzt, um ihr Trainingskonzept zu überarbeiten. Seit 2020 bieten sie Trainings für benachteiligte Kinder an, um nicht nur deren Willen sondern auch ihre Körperspannung zu stärken. Eduardo Soteras hat sich mehrere Trainingsstunden angeschaut und die artistischen Kunststücke mit seiner Kamera festgehalten.
faz.net

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