KW23: Mindestens 138 Menschen bei Anschlag in Burkina Faso getötet, Nigeria blockiert Twitter, Zahlreiche Tote bei Angriffen im Ost-Kongo

– NEWS –

Mindestens 138 Menschen bei Anschlag in Burkina Faso getötet: Bei einem Angriff mutmaßlicher Jihadisten in der Nacht zum Samstag im westafrikanischen Staat Burkina Faso sind mindestens 138 Menschen getötet worden. Präsident Roch Marc Christian Kabore verurteilte den nächtlichen Überfall auf das Dorf Solhan am Samstag als eine „barbarische“ Tat. Bewaffnete hätten das Dorf Solhan in der nördlich gelegenen Sahel-Region angegriffen, ließ der Präsident weiter über Facebook verlauten. Die Angreifer sollen auch Gebäude und den Markt in Brand gesetzt haben, die Zahl der Opfer könne weiter steigen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur AIB. Wenige Stunden zuvor waren bei einem weiteren Angriff in der Region 14 Menschen getötet worden. Die beiden Attacken wurden im Dreiländereck verübt, das von Burkina Faso, Mali und dem Niger gebildet wird.
derstandard.at

Nigeria blockiert Twitter: Nachdem Twitter Vor zwei Tagen einen Beitrag des nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari wegen Regelverstößen entfernt hat, kündigte das Informationsministerium eine unbefristete Blockade des Social-Media-Dienstes an. Informationsminister Lai Mohammed warf dem Dienst vor, Beiträge mit Aufrufen zu Gewalt eines Separatistenführers aus dem Südosten des Landes zu ignorieren. Auch hielt er Twitter-Chef Jack Dorsey vor, Proteste gegen Polizeigewalt in Nigeria im vergangenen Jahr unterstützt zu haben. Menschenrechtsaktivisten prangerten die Blockade als Angriff auf die Meinungsfreiheit an. Human-Rights-Watch-Vertreterin Anietie Ewang sprach von einem „repressiven Schritt“ und einem „klaren Versuch, Dissens zu zensieren“ und bürgerschaftliches Engagement zu unterdrücken. Twitter selbst bezeichnete die Maßnahme der nigerianischen Regierung als „zutiefst besorgniserregend“.
dw.com

Zahlreiche Tote bei Angriffen im Ost-Kongo: Im Osten der zentralafrikanischen Demokratischen Republik Kongo sind bei Angriffen zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Die Nachrichtenagentur dpa berichtete unter Berufung auf den zuständigen Militärsprecher Jules Ngongo von mindestens 70 Toten, andere Quellen hatten zuvor von mindestens 50 Opfern berichtet. Bewaffnete Kämpfer hätten in der Ituri-Region die Dörfer Boga und Tchabi überfallen und dort ein Blutbad angerichtet, so Ngongo. Bei den Angreifern soll es sich den Angaben zufolge um Extremisten der islamistischen ADF-Gruppierung handeln. Die Miliz war gegründet worden, um die ugandische Regierung zu stürzen, ist inzwischen jedoch auch im Kongo aktiv und versucht einen islamisch-fundamentalistischen Gottesstaat zu errichten. Sie ist vor allem in den östlichen Provinzen Nord-Kivu und Ituri aktiv und soll laut den Vereinten Nationen unter der Führung von Seka Musa Baluku im Vorjahr bei Angriffen 850 Zivilpersonen getötet haben. Im Ost-Kongo sind mehrere Milizen aktiv, denen es meist um die Kontrolle wertvoller Rohstoffvorkommen geht.
tagesschau.de

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Handfeste Konflikte im Parlament der Afrikanischen Union: Während einer laufenden Sitzung im Panafrikanischen Parlament kam es zu Prügelszenen. Grund sind die Differenzen zwischen Afrikas Regionalblöcken. Das Panafrikanische Parlament hatte sich zuvor massiv darüber zerstritten, ob seine Führung direkt gewählt oder zwischen Afrikas Regionen rotieren soll. Die Rechtsabteilung der Afrikanischen Union hatte bereits für ein Rotationssystem entschieden, doch Staaten aus West-und Ostafrika sind weiterhin dagegen.
taz.de

Afrikanische Union setzt nach ECOWAS Ausschluss Mitgliedschaft Malis aus: Die Afrikanische Union hat die Mitgliedschaft Malis nach der neuen Machtübernahme durch das Militär ausgesetzt. Mali sei „von der Teilnahme an allen Aktivitäten der AU, ihrer Organe und Institutionen suspendiert, bis die normale verfassungsmäßige Ordnung wiederhergestellt ist“, teilte der Friedens- und Sicherheitsrat der Staatengemeinschaft mit. Am Sonntag hatte bereits die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Mali vorläufig ausgeschlossen und unter anderem die sofortige Ernennung eines zivilen Regierungschefs verlangt. Das Militär hatte in der vergangenen Woche Übergangspräsident Bah N Daw und Interims-Regierungschef Moctar Ouane abgesetzt. Die beiden Zivilisten waren nach dem Umsturz vom August ernannt worden und hätten bis zu den Wahlen das Interimskabinett führen sollen. Am Freitag entschied das Verfassungsgericht, dass Armee-Oberst Assimi Goïta künftig die Aufgaben des Staatschefs wahrnehmen solle. Auslöser der jüngsten politischen Krise war eine Kabinettsumbildung, bei der mehrere Übergangsminister des Militärs ihre Ämter verloren hatten.
dw.com

Tunesiens Tourismusbranche hofft auf Touristen aus Osteuropa: Das beliebte Urlaubsland Tunesien heißt trotz eines Höchststandes an Corona-Toten wieder Touristen willkommen. Vor allem „furchtlose“ Reisende aus Russland und Osteuropa lassen viele in der tunesischen Tourismusbranche hoffen. Als Tunesien Ende April seine Grenzen für Reiseveranstalter öffnete, hatte die Zahl der Corona-Toten mit mehr als 12.000 Todesfällen gerade einen Höchstwert erreicht.Trotzdem kommen seitdem weiterhin gut zehn Flüge pro Woche mit mutigen Urlaubsreisenden ins Land. Stellten sonst Westeuropäer die Mehrheit, kommen jetzt die Touristen vor allem aus dem Osten Europas und aus Russland-und zwar ungeimpft. Lediglich einen negativen PCR-Test müssen die Touristen dieser Gruppenreisen vorweisen, die einwöchige Quarantäne für alle, die nicht mit einem Reiseveranstalter ins Land kommen, bleibt ihnen erspart.
tagesschau.de

Ghana will mit Afrikas erster Zentralbank-Digitalwährung in Testphase übergehen de.cointelegraph.com
Vulkanasubruch im Kongo: Geflüchtete kehren langsam in die Stadt zurück taz.de
Westsahara Konflikt: Rekonvaleszenter Polisario-Chef nach Algerien ausgeflogen derstandard.at
Sudan: Tausende demonstrieren in Khartoum für Gerechtigkeit für Opfer von Saatsgewalt africanews.com

– BACKGROUND –

Unruhen in Uganda gehen weiter: Nach den Wahlen im Januar wurden zahlreiche Oppositionelle verhaftet oder sind spurlos verschwunden, das Regime setzt auf Einschüchterung. Seit dem schlechtesten Wahlergebnis für die Regierungspartei nach 26 Jahren an der Machte bemüht sich Ugandas Sicherheitsapparat, die Oppositionsbewegung des berühmten Musikers Bobi Wine zu zerschlagen. Über 450 seiner Anhänger und Anhängerinnen seien „entführt“ worden, klagt Wine. Bei seinen Wahlkampfveranstaltungen seien zudem 54 seiner Leute erschossen worden, darunter Jugendliche. Wine bezeichnet Ugandas Regime daher als „Diktatur“, die willkürlich Menschen „entführt und foltert“. Präsident Museveni hingegen beschimpfte in seiner jüngsten TV-Ansprache die jungen Oppositionellen als „Terroristen“. Er gibt offen zu, dass seine Spezialeinheiten die Menschen in Gewahrsam genommen hätten – um die Bevölkerung vor ihnen zu schützen. Wines Popularität haben die repressiven Methoden nicht geschadet, im Gegenteil. Je rigoroser das Regime mit ihm umgeht, desto mehr Menschen in Uganda solidarisieren sich mit ihm–nicht nur musikalisch, sondern auch politisch. Die gebildete Mittelklasse sowie Ugandas junge Frauen lassen sich weniger von Wine mobilisieren, sondern eher von Stella Nyanzi. Die 46-jährige ehemalige Universitätsdozentin ist in dem eher konservativen Uganda bekannt für ihre unzüchtigen Gedichte auf Social Media, bis vor kurzem saß sie noch im Gefängnis. Die Pandemie verschaffte Präsident Museveni während des Wahlkampfs Vorteile, es gelang ihm, seine Gegner gekonnt auszuschalten. Rechtzeitig wurden in der Nacht vor dem Wahltag Twitter, Facebook und Whatsapp abgeschaltet, um jegliche Aufstände zu verhindern. Die derzeitige Krise in Anbetracht einer rebellierenden Jugend ist demnach nicht nur als ein Generationenkonflikt zu verstehen, sondern lässt sich auch als Streit innerhalb der jungen Generation begreifen: zwischen den Gewinnern des Systems von Präsident Museveni und den Verlierern.
derstandard.at

Demonstrationen gegen US-Sanktionen in Äthiopien: Tausende Äthiopier haben in den vergangen Tagen gegen die Sanktionspolitik der USA demonstriert. Die Vereinigten Staaten haben unter anderem Visa-Beschränkungen wegen des Tigray-Konflikts angekündigt. Worku Yakub, Professor für Sozialanthropologie an der Wachemo-Universität im Südwesten Äthiopiens, kritisiert die auf den Protesten häufig sichtbaren Lobesbekundungen für Russlands Staatschef Wladimir Putin, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan oder Chinas Staats-und Parteichef Xi Jinping. Sie seien ein naiver Versuch einzelner Demonstranten, die unterschiedlichen Mächte gegeneinander auszuspielen. „Die Plakate, die diese Autokraten verherrlichten, waren Einzelaktionen, die nicht für die Mehrheit der äthiopischen Bevölkerung sprechen“. Zu den Kundgebungen hatte offiziell die Jugendorganisation der regierenden Wohlstandspartei von Ministerpräsident Abiy Ahmed aufgerufen. Die Botschafterin Äthiopiens in Berlin kritisierte die US-Sanktionen scharf, „die äthiopische Regierung wird sich nicht dem Druck von außen unterwerfen, mit der TPLF in Verhandlungen zu treten. Der Tigray-Konflikt ist und bleibt eine interne Angelegenheit Äthiopiens und davon wird sich unsere Regierung niemals abbringen lassen“, sagte sie in einem Interview mit DW. Die äthiopische Regierung solle die Probleme des Landes, vor allem den Tigray-Konflikt lösen, anstatt sich über die Einmischung des Auslands zu beschweren, sagte dagegen Yelekal Getnet, Vorstandsmitglied der oppositionellen Demokratischen Partei Äthiopiens.
dw.com

– ANGEZÄHLT –

Geschätzte 415.000 Elefanten gibt es noch in Afrika. Die Population der Savannenelefanten in Afrika ist in den letzten 50 Jahren um 60 Prozent gesunken, die Zahl der Waldelefanten hat sich in den letzten drei Jahrzehnten um 86 Prozent verringert.
de.euronews.com

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Das ist ein Deal zwischen zwei Regierungen-ein Entwicklungshilfedeal. Das hat nichts mit unseren Forderungen nach Reparationen zu tun. Sie verkaufen uns für dumm.“
Vekuii Rukoro, selbsternanntes Oberhaupt aller Herero, der nach eigenen Angaben 95 Prozent der Volksgruppe vertritt, über das Abkommen zwischen Namibia und Deutschland.
dw.com

– ZULETZT –

Ugandas erste Boxerin bereit für die Olympischen Spiele : Catherine Nanziri wird diesen Sommer bei den Olympischen Spielen in Tokio die erste Frau sein, die Uganda beim Boxen bei den Olympischen Spielen vertreten wird. Historisch gesehen waren ugandische Athleten im Boxsport sehr erfolgreich und die 21 Jährige sagte nach ihrer Qualifikation, dass sie hofft, junge Frauen zu inspirieren, an sich zu glauben. Nachdem sie ihr Leben lang unterschätzt wurde, will sie nun beweisen, was in ihr steckt.
africanews.com

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