KW 8: Italienischer Botschafter bei Angriff auf UN-Konvoi in Demokratischer Republik Kongo getötet, Explosion am Rande von Stichwahl im Niger, WHO appelliert an Tansania, Covid-19 endlich ernst zu nehmen

– NEWS –

Demokratische Republik Kongo: Italienischer Botschafter bei Angriff auf UN-Konvoi getötet: Bei einem Angriff auf einen Konvoi des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (UN World Food Programme) wurden am Sonntag sowohl Luca Attanasio, der italienische Botschafter in der Demokratischen Republik Kongo und zwei weitere Personen getötet. Wie ein Sprecher des Virunga Nationalparks erklärte, wurde der Konvoi gegen 10:15 Uhr Ortszeit (08:15 GMT) in der Nähe der Stadt Kanyamahoro, etwa zehn Meilen nördlich der Großstadt Goma, attackiert. Es soll sich um eine versuchte Entführung gehandelt haben. Neben dem Botschafter starben ein Polizist sowie ein Fahrer. Attanasio war seit 2019 Botschafter in Kinshasa. Noch ist nicht bekannt, wer hinter dem Angriff steckt, doch die Straße, auf der der UN-Konvoi unterwegs war, gilt aufgrund häufiger Angriffe durch bewaffnete Milizen als sehr gefährlich.
theguardian.com

Stichwahl bei Präsidentschaftswahl im Niger von Explosion überschattet: Sieben Wahlhelfer der Stichwahl im Niger wurden nahe der malischen Grenze von einer Landmine getötet, die ihr Wagen überquerte. Drei weitere Menschen wurden verletzt. Bei der Stichwahl in dem westafrikanischen Land traten Ex-Außenminister Mohamed Bazoum gegen den früheren Präsidenten Mahamane Ousmane an, nachdem im ersten Wahlgang im Dezember keine absolute Mehrzeit erzielt werden konnte. Der scheidende Präsident Mahamadou Issoufou wird verfassungsmäßig nach zwei Amtszeiten abtreten – ein historischer Tag für den Niger: Zum ersten Mal in der Landesgeschichte erlebt das Land einen demokratischen Machtwechsel. Egal, wie die Wahl auch ausgehen mag: Auf den neuen Präsidenten warten große Herausforderungen: Der Niger steht auf Platz 189 des UN-Index der menschlichen Entwicklung – dem letzten Platz. Die Armut im Land ist groß und der Zugang zu Bildung erschwert. Zudem sind verschiedene Terrororganisationen im Land aktiv.
dw.com

Libyens Innenminister Fathi Bashagha überlebt Attentat: Libyens Innenminister sei Opfer eines Attentats geworden, als mehrere Personen seinen Autokonvoi in Tripolis angriffen. Mindestens ein Leibwächter Bashaghas sowie ein Angreifer kamen dabei ums Leben, der Innenminister selbst bliebt unverletzt. Über die Hintergründe des Attentats ist noch nichts bekannt. Richard Normand, US-Botschafter in Libyen, verurteilte den Angriff scharf. Seit dem Sturz des ehemaligen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 herrscht in dem nordafrikanischen Staat Chaos. Seit inzwischen fast sechs Jahren gibt es zwei Regierungsgruppen in Libyen: Eine in Tripolis und eine in Bengasi. Beide Regierungen werden von Milizen und verschiedenen Staaten unterstützt.
deutschlandfunk.de

– Anzeige –
European Circle – Europa im Überblick – Erhalten Sie täglich den kompakten Digest zu den wichtigsten europäischen Themen. european-circle.de

Daviz Simango im Alter von 57 Jahren gestorben: Der mosambikanischen Politiker und Vorsitzender der Partei Movimento Democrático de Moçambique (MDM), Daviz Simango, ist tot. Das teilte seine Familie am Montag mit. Simango war seit 2003 Bürgermeister von Mosambiks zweitgrößter Stadt, Beira. In dieser Funktion galt er als einer der Vorkämpfer gegen die globale Erwärmung in Mosambik, da die unterhalb des Meeresspiegels liegende Hafenstadt direkt mit von den Folgen des Klimawandels betroffen ist. Bevor Simango 2009 die MDM gründete, war er Mitglied der größten Oppositionspartei, Renamo, bis dessen Vorsitzender, Afonso Dhlakama, Simango 2009 eine erneute Kandidatur um das Bürgermeisteramt untersagen wollte. Simango wurde schließlich 2009, 2014 und zuletzt 2019 in seinem Amt bestätigt. In der vergangenen Woche wurde er in ein südafrikanisches Krankenhaus verlegt. Unter welcher Krankheit er litt bzw. woran er letztendlich verstorben ist, ist derzeit noch nicht bekannt.
africanews.com

Sieben Tote bei Flugzeugabsturz in Nigeria: Beim Absturz einer Militärmaschine in der Nähe von Nigerias Hauptstadt Abuja sind am Sonntag sieben Personen gestorben. Sieben Menschen an Bord eines Militärflugzeugs starben am Sonntag bei einem Absturz in der Nähe der nigerianischen Hauptstadt Abuja, sagte der Sprecher der Luftwaffe des Landes. Das Flugzeug sollte eine Überwachungsmission in Verbindung mit einer Operation zur Rettung von 42 Menschen durchführen, die am Mittwoch aus einer Schule im nahe gelegenen Bundesstaat Niger entführt worden waren. Die Ursache des Unfalls ist noch unbekannt, Beamte sagten, der Pilot habe einen Motorschaden gemeldet. Die Luftwaffe untersucht den Absturz. Nigerias Luftfahrtministerin Sirika Hadi erklärte über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Wir sollten ruhig bleiben und auf das das Ergebnis der Untersuchung durch das Militär warten.“
africanews.com

WHO appelliert an Tansania, Covid-19 endlich ernst zu nehmen: Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat Tansania am Sonntag aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um die eigenen Bürger, aber auch die Menschen in Ländern, die von Tansaniern besucht werden, vor der Pandemie Covid-19 zu schützen. „Viele Tansanier, die in Nachbarländer und darüber hinaus reisen, wurden positiv auf Covid-19 getestet. Dies zeigt die Notwendigkeit für Tansania, robuste Maßnahmen zu ergreifen, um sowohl die eigene Bevölkerung als auch die Menschen in diesen Ländern und anderswo zu schützen“, so Ghebreyesus in einer Erklärung. Seit dem Beginn der Pandemie hat der tansanische Präsident John Magufuli die Gefahr des Coronavirus immer wieder heruntergespielt. Zuletzt veröffentlichte das Land im April 2020 offizielle Zahlen zu Coronavirus-Infektionen, in den vergangenen Wochen steigen die Todesfälle in Tansania jedoch enorm. Offiziell werden sie auf eine Lungenentzündung zurückgeführt. Der WHO-Chef sagt, er habe bereits im Januar die tansanischen Behörden aufgefordert, öffentliche Gesundheitsmaßnahmen gegen Covid-19 zu ergreifen, sich auf Impfungen vorzubereiten und Daten über die Pandemie auszutauschen. Bislang weigert sich Magufuli und sieht auch keine Notwendigkeit für Schutzmaßnahmen. Am Rande der Beerdigung des Head of Civil Service erklärte der Präsident: „Als diese Atemwegserkrankung letztes Jahr auftrat, haben wir gewonnen, weil wir Gott an die erste Stelle gesetzt und andere Maßnahmen ergriffen haben. Ich bin sicher, dass wir wieder gewinnen werden, wenn wir das Gleiche tun. […] Lasst uns weiterhin Gott an die erste Stelle setzen und Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.“
africanews.com, fr.de

Afrika liefert, Peking bezahlt faz.net
Menschen verstecken sich zwischen Glasscherben und giftiger Asche bei dem Versuch, nach Europa zu gelangen theguardian.com
Australien: Sehnsucht nach Afrika dw.com
Krisenregion Horn von Afrika spiegel.de

Gastronomie nach Corona: Ob Restaurant oder Hotel, das Gastgewerbe leidet stark unter der Coronakrise. Umso wichtiger ist es, sich heute schon Gedanken über den Neustart nach dem Lockdown zu machen: Wie müssen sich Betriebe neu aufstellen? Wann gilt es, das eigene Portfolio zu überarbeiten – und wie? Wir treffen Erich Nagl, den Leiter der ETL ADHOGA, der Expertin in Sachen Steuern, Recht und Unternehmensführung für Hoteliers und Gastronomie zum Gespräch. youtube.com

– BACKGROUND –

Südafrika setzt sich für fairere Impfstoffverteilung ein: Die südafrikanische Regierung plädiert für einen gerechteren Zugang zu Impfstoffen, sodass auch ärmere Länder schnell an genügend Impfstoff gelangen können. Die Vormachtstellung großer Pharmakonzerne auf dem internationalen Medizinmarkt müsse eingedämmt werden. Mustaqeem De Gama, Südafrikas Delegierter bei der Welthandelsorganisation (WTO) für geistige Eigentumsrechte, plädiert für Patentverzichtserklärungen der Pharmakonzerne. Würden die Pharmakonzerne die Impfstoffpatente ruhen lassen, könnten ärmere Länder ihre eigenen Produktionsanlagen hochfahren und schnell die dringend benötigten Impfdosen selbst produzieren. Der Vorschlag, der von Südafrika und Indien eingebracht wurde, wird von vielen Entwicklungsländern unterstützt.
theguardian.com

Schießereien zwischen Soldaten und der Opposition in Mogadischu: Nur wenige Stunden vor einer Kundgebung der Opposition ist es in Somalias Hauptstadt zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen Regierung und Opposition gekommen. Bei Schießereien wurden mindestens zwei Milizionäre getötet. Viele weitere wurden verletzt. Als Konsequenz riegelten Militärfahrzeuge später den Platz vor dem Präsidentenpalast ab. Hintergrund der Auseinandersetzung sind die kommenden Wahlen. Die Opposition möchte in Mogadischu gegen Präsident Mohamed Abdullahi Farmajo protestieren, dem die Verzögerung von geplanten Parlaments- und Präsidentenwahlen vorwerfen.
dw.com

Student möchte mit Künstlicher Intelligenz gegen Sprachensterben in Afrika vorgehen: Der Bremer Student Bonaventure Dossou hat eine Übersetzungs-App erfunden, die das Aussterben von Regionalsprachen verhindern könnte. Es gibt über 2.000 afrikanische Sprachen, Branchenriese Google bietet für lediglich 15 von ihnen Übersetzungen an. Websites in indigenen Sprachen sucht man vergebens. Ausschlaggebend für das Programmieren der App war für den Dateningenieurswesens-Studenten auch seine Familiengeschichte: Er selbst versteht seine Muttersprache Fon, eine der 50 Sprachen und Dialekte Benins, kaum mehr, wenn er beispielsweise mit seiner Mutter telefoniert. Da es keine Sprachkurse oder Übersetzungstools für indigene Sprachen gab, entwickelte er sie kurzerhand selbst. Damit möchte er auch das beitragen, dass nicht noch mehr Sprachen aussterben. Laut Deutscher Unesco-Kommission gehet derzeit ungefähr alle zwei Wochen eine Sprache verloren.
zdf.de

– ANGEZÄHLT –

36 Immobilien möchte die nigerianische Regierung veräußern, um den Haushalt für 2021 sicherzustellen.
africanews.com

– Anzeige –
Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Die internationale Gemeinschaft muss aufhören, die Regime von Despoten in Afrika zu legitimieren.“
Nelson Chamisa, Führer von Simbabwes größter Oppositionspartei, der MDC-Allianz.
theguardian.com

– ZULETZT –

Mit Zumba gegen Adipositas: In vielen afrikanischen Ländern entwickelt sich Fettleibigkeit zu einem ernsthaften Problem und droht, zur Volkskrankheit zu werden. SPIEGEL-Reporter Heiner Hoffmann zeigt in seinem Videobeitrag, wie Zumba – zumindest den Reichen – dabei helfen soll, den Pfunden den Kampf anzusagen.
spiegel.de

Newsletter abonnieren
Melden Sie sich hier für unseren kostenlosen Newsletter an. Sie erhalten wöchetlich den kompakten Digest mit dem wichtigsten Themen aus Afrika:
Vorherige Ausgaben

Weitere Politbriefings

Unsere Digibriefings