KW 7: Afrika beim Impfen berücksichtigen, Heimatliebe und Mut hat Somaliland aufleben lassen, Neue Ebola-Ausbrüche in Westafrika

– NEWS –

Afrika beim Impfen berücksichtigen: Gesundheitsaktivist Dan Owalla fordert Afrika stärker beim Impfen zu berücksichtigen. Owalla arbeitet seit elf Jahren für die Nicht-Regierungsorganisation People’s Health Movement in Kenia. Zwar schätzt die Weltgesundheitsorganisation, dass bis Ende 2021 rund 30 Prozent der Menschen in Afrika gegen Covid-19 immunisiert sein werden – damit würden aber weiterhin 70 Prozent nicht geimpft sein. Owalle kritisiert auch den von Europa betriebenen Impfnationalismus. Dieser untergrabe das Verständnis von Gesundheit als globales Gut – und zwar für alle. Wenn nur ein Teil der Weltbevölkerung geschützt werde, der anderen hingegen nicht, dann sei am Ende niemand auf lange Frist geschützt.
zdf.de

Heimatliebe und Mut hat Somaliland aufleben lassen: In Somaliland ist der Staatshaushalt mittlerweile verhältnismäßig definiert und transparent. Somaliland ist eine völkerrechtlich zu Somalia gehörende autonome Region. Regelmäßig finden demokratische Wahlen statt und Amtswechsel bei einer Machtübernahme durch die Opposition verliefen bislang problemlos. Verglichen zu seinem Nachbarn Somalia, in dem Bürgerkriege weiterhin auf der Tagesordnung stehen und Piraten und Terrormilizen um die Macht kämpfen, herrscht in Somaliland Frieden. Die ehemalige Außenministerin Edna Adan Ismail und Ahmed Dalal Farah, Unternehmensberater und Wirtschaftsexperte an der Universität in Hargeisa erklären, dass viele während der Achtziger wegen des Krieges flüchten mussten. Viele jedoch sind zurückgekehrt – mit Geld, Erfahrung und einer Vision: Das Land wieder aufzubauen. Die Menschen glaubten an dieses Land. Deshalb kämen sie zurück, deshalb investierten sie hier, erklärt Farah.
spiegel.de

Neue Ebola-Ausbrüche in Westafrika: Wegen neuer Ebola Ansteckungen in den westafrikanischen Ländern Guinea und der Demokratischen Republik Kongo wächst die Sorge vor Ausbrüchen. Im südöstlichen Teil von Guinea seien acht Ansteckungen aufgetreten. Dies seien die ersten Fälle seit rund fünf Jahren, teilte die Gesundheitsbehörden mit. Die Furcht vor einer Epidemie wächst. Von 2013 bis 2016 starben in der Region mindestens 11.300 Menschen, die meisten davon in Guinea, Liberia und Sierra Leone. Es war der weltweit schwerste Ausbruch. Afrika-Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Matshidiso Moeti, äußerte sich über Twitter besorgt über die neuen Ansteckungen. Ebola ist eine Infektionskrankheit, die häufig tödlich verläuft und zudem eine deutlich höhere Sterberate als Covid-19 hat. Guinea versucht nun die WHO und andere internationale Einrichtungen um Hilfe bei der Beschaffung von Impfstoffen zu bitten. Mitte Januar hatte die WHO angekündigt, einen globalen Vorratsspeicher mit bis zu einer halben Million Impfdosen zur Verfügung zu stellen.
dw.com

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Simbabwe erhält erste Covid-Impfstoff-Lieferung: Simbabwe hat die ersten 200.000 Dosen des Sinopharm Covid-Impfstoffs erhalten. Die Lieferung kam am Montagmorgen an und wurde vom chinesischen Botschafter im Land an die Regierung übergeben. China hat die 200.000 Dosen gespendet. Weitere 600.000 Dosen, die von der simbabwischen Regierung bestellt wurden, werden voraussichtlich im März eintreffen.
bbc.com

Senegalesische Armee nimmt drei Rebellen-“ Stützpunkte“ in der südlichen Region Casamance ein: Die senegalesische Armee gab am vergangenen Dienstag bekannt, drei Rebellen-“ Stützpunkte“ in der südlichen Region Casamance eingenommen und auch Waffen sichergestellt zu haben. Die „Stützpunkte“ gehörten der Bewegung der Demokratischen Kräfte der Casamance (MFDC), die seit 1982 eine bewaffnete Unabhängigkeitsrebellion anführt, erklärte Oberst Souleymane Kandé, der lokale Chef der senegalesischen Armee.
africanews.com

Wird Afrika bei den Corona-Impfstoffen abgehängt? heise.de
Drei NGO die Kindersoldaten wieder integrieren wollen spiegel.de
Popstar Bobi Wine will Uganda modernisieren spiegel.de
Anwälte, die in Tunesien gegen die Polizei protestieren, werden von Beamten angegriffen theguardian.com

– BACKGROUND –

Diskussionen über Digitalsteuern wachsen: Tech-Giganten wie Facebook, Google, Amazon oder Microsoft zahlen im Ausland keine Steuern. Wie ein Bericht der britischen Nicht-Regierungsorganisation ActionAid International zur Steuervermeidung von US-Firmen errechnete, entgehen Staaten der Subsahara bis zu 2,8 Milliarden US-Dollar an Steuereinnahmen. Diese Einnahmen wollen sich afrikanische Staaten nicht länger entgehen lassen. In Nigeria werden Steuervermeidung der Tech-Firmen an zwei Fronten bereits bekämpft: Seit 2019 gibt es im Finanzgesetz eine indirekte Mehrwertsteuer auf digitale Dienste. So geht die Mehrwertsteuer eines bei Amazon bestellten Produkts in die Taschen der Regierung. Zudem müssen ausländische Firmen ohne Sitz in Nigeria Steuern auf ihre Profite zahlen, die sie durch digitale Dienstleistungen im Land erzielt haben. Diskussionen über Digitalsteuern wachsen auf dem ganzen Kontinent. Afrikanische Staaten wollen sich die Einnahmen nicht länger entgehen lassen und diskutieren über Digitalsteuern. Das in Südafrika ansässige African Tax Administration Forum (ATAF) hilft bei der Einführung einer Digitalsteuer und hat bereits 38 Mitglieder aus allen afrikanischen Regionen. Allerdings hätten viele der Mitglieder Bedenken hinsichtlich möglicher Vergeltungsmaßnahmen der USA gegen sie, erklärt ATAF-Geschäftsführer Logan Wort. „Das könnte zur Verhängung von Zöllen auf die Exporte aus den Ländern in die USA führen.“
dw.com

Senegals Präsident Sall fordert bessere Kommunikation mit der Industrie: Senegals Präsident S.E. Macky Sall, will den Informationsaustausch im Öl- und Gassektor verbessern. In einem von ihm geleiteten Treffen am 9. Februar 2021, bei dem Gespräche über den Stand der Ausführung von Öl- und Gasprojekten im Senegal geführt wurden, wolle er die Überwachungsfunktion des Staates erhöhen. Jeder Mitarbeiter im öffentlichen Bereich, der mit der Ausführung und Überwachung von Ölverträgen beschäftigt ist, verkörpere ein wichtiges Glied in der Kette und spiele damit eine wichtige Rolle in Öl- und Gasprojekten.
africaoilandpower.com

Tausende Fachkräfte verlassen Südafrika: Jedes Jahr würden Tausende von Fachkräften Südafrika verlassen, erklärt James Formby, Chef der Rand Merchant Bank. Dies hinterlasse große Lücken in der zukünftigen Wirtschaft. Südafrika verliere dadurch qualifizierte und erfahrene Leute an Positionen im Ausland. Dies gelte insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und Entwicklung, die von Präsident Cyril Ramaphosa als Schlüsselfaktor für die Erholung des Landes betrachtet wird. Die South African Medical Association habe eine Studie über Fachärzte durchgeführt, bei der 38 Prozent angaben, das Land zu verlassen, wenn die Nationale Krankenversicherung (NHI) vollständig umgesetzt würde. Etwa 1,7 % der Bauingenieure hätten in den letzten Jahren Südafrika verlassen, so Formby.
businesstech.co.za

Wie afrikanische Startups im Jahr 2020 Investitionen aufbrachten: Der Kapitalzufluss von lokalen und internationalen Investoren hat in der afrikanischen Venture Capital Szene in den letzten Jahren nie dagewesene Höhen erreicht. Während im Jahr 2015 sammelten afrikanische Startups gerade einmal 400 Millionen Dollar einsammelten, konnten 2019 bereits zwei Milliarden Dollar erzielt werden. Auch haben afrikanische Startups im vergangenen Jahr 2020 insgesamt mehr Deals abgeschlossen als in den Vorjahren: 347 Startups schlossen im Jahr 2020 359 Deals ab, verglichen mit 250 Deals im Jahr 2019. Dabei machten Fintech-Start-Ups 25 Prozent der gesamten afrikanischen Finanzierungen im letzten Jahr aus, gefolgt von Agritech, Logistik & Mobilität, netzunabhängige Technologien und Gesundheitstechnologie.
techcrunch.com

– ANGEZÄHLT –

Es könnte 30 Jahre dauern, um die durch die Shell-Ölbohrungen verursachte Verschmutzung in Nigeria zu beseitigen.
theguardian.com

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Der Druck auf die Libyer muss aufrechterhalten werden.“
Die frühere UN-Sonderbeauftragte, Stephanie Williams, fordert von der internationalen Gemeinschaft Druck auf mögliche Saboteure im Inneren und im Ausland aufrechtzuerhalten. Die neue Regierungsmannschaft müsse zudem schnell aufgestellt werden.
faz.net

– ZULETZT –

Ngozi Okonjo-Iweala – die neue WTO-Chefin: Ngozi Okonjo-Iweala, nigerianische Ökonomin und ehemalige Finanzministerin im Kabinett von Goodluck Jonathan, wird heute zur künftigen Chefin der Welthandelsorganisation gewählt. Ngozi sei eine der qualifiziertesten Personen für diesen speziellen Posten, erklärt Shamsudeen Usman, nigerianischer Ökonom, Bankier und Beamter. „Ich wünsche ihr also Erfolg mit Blick auf die letzte Entscheidung. Ich bin mir sicher, dass sie ihre Aufgaben ausgezeichnet erfüllen wird, so wie bei den vielen Jobs, die sie bisher innehatte,“ sagt Usman unterstützend.
dw.com

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