KW 50: Trump will US-Truppen aus Somalia abziehen, Präsidentschaftswahlen in Ghana, Äthiopien gestattet humanitäre Hilfe in Tigray

– NEWS –

Trump will US-Truppen aus Somalia abziehen: Der scheidende US-Präsident Donald Trump hat das Militär angewiesen, einen Großteil der momentan zur Abwehr der sunnitischen Al-Shabaab-Miliz in Somalia stationierten 700 Soldaten, bis Mitte Januar abzuziehen. Während einige Soldatinnen und Soldaten in Länder außerhalb Ostafrikas verlegt werden können, soll der Großteil der Soldaten in Somalias Anrainerstaaten stationiert werden, um Druck auf „gewalttätige extremistische Organisationen aufrechtzuerhalten“, so das Pentagon. In Somalia kann man die Entscheidung zum Abzug nicht nachvollziehen. Laut Angaben der Deutschen Welle erklärte Senator Ayub Ismail Yusuf gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass der Abzug „zu diesem kritischen Zeitpunkt im Kampf gegen die radikal-islamische Al-Shabaab-Miliz“ extrem bedauerlich sei. Yusuf hofft, dass Trumps Nachfolger Joe Biden die Entscheidung rückgängig machen wird.
dw.com

Präsidentschaftswahlen in Ghana: In Ghana haben die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen begonnen. Experten erwarten ein knappes Rennen zwischen dem amtierenden Präsidenten Nana Akufo-Addo und seinem Herausforderer John Mahama, der von 2012 bis 2016 Präsident des westafrikanischen Landes war. Insgesamt treten zwölf Bewerber für das Amt des Präsidenten an. Eines der wichtigsten Wahlkampfthemen auch in Ghana: Die Pandemie bzw. die von der Coronakrise hart getroffene Wirtschaft des Landes. Ghana gilt als eine der stabilsten Demokratien Afrikas. Insbesondere Exporte von Gütern wie Gold, Erdöl und Kakao haben zu Ghanas Prosperität beigetragen, jedoch sind diese in den vergangenen Monaten bedingt durch die Krise stark eingebrochen. 60.000 Sicherheitskräfte die Wahlen begleiten, damit alles friedlich bleibt. Stimmberechtigt sind rund 17 Millionen Bürgerinnen und Bürger.
deutschlandfunk.de, dw.com

Äthiopien gestattet humanitäre Hilfe in Tigray: Rund einen Monat nach Beginn der Konflikte in der Tigray-Region erlaubt die äthiopische Regierung laut Angaben der Vereinten Nationen nun doch humanitäre Hilfe vor Ort. Mehr als fünf Millionen Menschen warten dort auf Unterstützung. Es ist rund einen Monat her, dass die Regierung Äthiopiens mit einer Offensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begann. Hintergrund sind Auseinandersetzungen zwischen der TPLF und der Zentralregierung Äthiopiens. Nachdem die TPLF viele Jahre das Land viele Jahre lang kontrollierte, schwand ihre Macht nach dem Wahlsieg von Ministerpräsident Abiy Ahmed 2018. Dieser erklärte die militäroffensive am Wochenende offiziell für beendet. Doch ob das wirklich einem Ende der Kämpfe in Tigray gleichkommt, ist noch unklar.
zeit.de

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Referendum in Liberia: Am heutigen Dienstag steht der liberianische Staatschef George Weah auf dem Prüfstand. Im nun stattfindenden Referendum geht es um die Frage, ob die Amtszeit von Präsidenten und Abgeordneten des Unterhauses von sechs auf fünf Jahre und die der Senatoren von neun auf sieben Jahre verkürzt werden soll und ob das Verbot der doppelten Staatsbürgerschaft aufgehoben werden soll. Kritiker und Oppositionsmitglieder denken, dass der 2018 gewählte Weah mit dem Referendum eine Verlängerung seiner Präsidentschaft anstrebt, da die ersten sechs Jahre seiner Amtszeit dann unter andere verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen fallen würden. Die Frage nach einer Aufhebung des Verbots der doppelten Staatsbürgerschaft spaltet die liberianische Bevölkerung. Während die einen hoffen, dass die doppelte Staatsbürgerschaft zu einem Wirtschaftsaufschwung führen könnte, haben andere Angst vor zu großer Einflussnahme der Doppelpass-Inhaber.
africanews.com

Vergleichsweise geringe Zahl der Corona-Toten in Afrika gibt Forschern Rätsel auf: Natürlich ist die Pandemie auch an Afrika nicht spurlos vorbeigezogen. Doch blickt man auf die Zahl der Corona-Toten und Neuinfektionen, so kommt Afrika verhältnismäßig gut durch. Laut African Center for Disease Control and Prevention (CDC) starben auf dem afrikanischen Kontinent bisher knapp 52.000 Personen am Coronavirus, 2,2 Millionen Menschen haben sich bisher infiziert. Ganz Afrika zusammen hat ungefähr so viele Corona-Tote und -Infizierte wie beispielsweise Frankreich. Ein ganzer Kontinent mit 54 Ländern im Vergleich zu nur einem Land Europas. Mitunter heißt es, der Kontinent würde unter den Corona-Maßnahmen mehr leiden als unter der Pandemie selbst. Das CDC verweist auf die womöglich hohe Dunkelziffer aufgrund niedriger Testzahlen und möchte nun die Testungen vorantreiben. Experten machen unter anderem das in Afrika vergleichsweise geringere Durchschnittsalter der Bevölkerung für die niedrigeren Zahlen verantwortlich. Bill Gates Prophezeiung aus dem März 2020, dass in Afrika bis zu zehn Millionen Menschen an dem Virus sterben könnten, bewahrheitete sich zum Glück nicht. Das mag an der Tatsache liegen, dass der Kontinent transnational vergleichsweise schwach vernetzt ist und dass große Teile der Bevölkerung notgedrungen viel im Freien ist. Es liegt aber auch daran, dass viele Länder Afrikas frühzeitig Lockdowns beschlossen haben. Jedoch haben viele Regionen mit Hungersnöten, Malaria und Tuberkulose zu kämpfen.
faz.net

Ein Übergangsparlament für Mali dw.com
Krieg in Tigray – von der Öffentlichkeit ausgeschlossen sueddeutsche.de
Allererste Regionalwahlen in Kamerun africanews.com
Ein Mann, ein Koffer, eine Million Dollar und ein Rätsel: Wieso stellt die kleine Schweizer Bank in Kinshasa keine Fragen? nzz.ch

– BACKGROUND –

Wie ein Mönch aus Uganda den Buddhismus nach Afrika brachte: Bhante Buddharakkhita ist der erste buddhistische Mönch Afrikas. Buddharakkhita, der als Steven Jemba Kabogozza in Uganda geboren wurde, konvertierte 1990, während er in Indien studierte, zum Buddhismus. Seit 2005 bietet er in Afrika Achtsamkeitstrainings und Meditationen an. Zudem ist er Gründer und Abt des „Uganda Buddhist Centre and temple“. Er sieht im Buddhismus und insbesondere in der Meditation eine Lösung für viele Probleme Afrikas „Mediation kann Generationen übergreifende Traumata heilen. Die meisten Leute hier sind traumatisiert. Der Kolonialismus überschattet uns und auch sonst ist sehr viel los.“ Der 53-Jährige ist der Auffassung, dass weder die Gesellschaft noch die Politiker Afrikas die religiösen und philosophischen Ansätze des Buddhismus vollständig angenommen und sich zu eigen gemacht haben. Wenn dem so wäre, würde der Buddhismus in Afrika schnell wachsen, davon ist Buddharakkhita überzeugt. Deshalb möchte er buddhistische Mönche ausbilden. In den kommenden fünf Jahren sollen es 54 Stück sein, mindestens je einen pro Land Afrikas. „Uns fehlen afrikanische Mönche, die gut ausgebildet sind, um zu lehren und Fackelträger zu sein. In Uganda sind wir nur zwei Mönche in einem Land mit über 40 Millionen Menschen.“
theguardian.com

Israel fliegt äthiopische „Falash Mura“ aus: Anfang Dezember sind die ersten gut 300 von 2.000 sogenannten „Falash Mura“ in Tel-Aviv angekommen. Bei den Falash Mira handelt es sich um die Nachkommen äthiopischer Juden, die im 19. und 20. Jahrhundert zum Christentum konvertierten. Lange wurde in Israel beraten, ob und wie man sie einreisen lassen soll. Mitte Oktober entschied die israelische Regierung dann, 2.000 der insgesamt mehr als 16.000 Falash Mura aufzunehmen.
heise.de

36 Jahre nach dem Unango-Attentat: Mosambik galt in der ehemaligen DDR als „sozialistisches Bruderland“ und war dementsprechend Hauptempfänger der ostdeutschen Entwicklungshilfe. Eines der größten Agrarprojekte Afrikas war dort zu Beginn der 1980er-Jahre begonnen worden, doch ein Anschlag am 6. Dezember 1984 stoppte die Entwicklungshilfe der DDR in Mosambik. Insgesamt starben 14 Menschen bei dem Attentat. Über die Hintergründe herrscht auch 36 Jahre später noch Unklarheit. Die Deutsche Welle sprach mit Manfred Grunewald über die Hintergründe des Attentats. Grunewald war von der DDR als landwirtschaftlicher Experte nach Mosambik entsandt worden. Zum Zeitpunkt des Anschlags befand er sich nicht in Unango.
dw.com

– ANGEZÄHLT –

71 Prozent der Jugendlichen Afrikas haben Angst vor Terrorismus. Zehn Prozent der befragten Jugendlichen geben an, schon einmal von Rekrutieren der Miliz oder Vertretern angesprochen worden zu sein. Das geht aus der am 4. Dezember veröffentlichten African Youth Survey 2020 der Südafrikanischen Ichikowitz Family Foundation hervor. Für die Studie wurden 4.200 Personen zwischen 18 und 24 Jahren befragt.
allafrica.com

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Facebook Live on Thursday, 10 December 2020, 09:45 UTC +01: IJP-AfricaTalk #7 – Agriculture and Food Security: Has COVID-19 an impact on access to food? COVID-19 pandemic movement restrictions has implications on food security. The measures are likely to exacerbate food security challenges. Meanwhile, certain agricultural regions were already in trouble, facing floods, conflicts and decreasing prices. What needs to be done for achieving adequate food supply in periods of crisis? Facebook Live-Discussion with Renate Künast (MdB, Die Grünen) facebook.com

– ZITAT –

„Anders als in Europa und Amerika richtet sich der Feminismus in Afrika jedoch nicht gegen problematisches Männerverhalten, sondern er engagiert sich für die Anerkennung der Vielfalt weiblicher Lebensweisen. Für mich ist Feminismus eine Selbstverständlichkeit, die ich im Grunde nicht mehr diskutieren möchte, sondern frei auslebe, wie ich es bei den Frauen in meiner Kindheit beobachtet und bewundert habe.“
Kuratorin und Meret-Oppenheim-Preisträgerin 2020 Koyo Kouoh.
annabelle.ch

– ZULETZT –

Der Name eines neugewählten Landrats in Namibia irritiert die Welt: Adolf Hitler Uunona wurde vergangene Woche in Namibia zum Landrat von Ompundja gewählt. Uunona erklärte interessierten Journalisten, dass sein Vater nicht gewusst hat, nach wem er seinen Sohn benannte.
welt.de

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