KW 48: Mehr als zwei Millionen Menschen in Afrika mit Coronavirus infiziert, Äthiopiens Militär nähert sich Mekelle, Klimawandel bedroht Kaffeeanbau in Afrika

– NEWS –

Mehr als zwei Millionen Menschen in Afrika mit Coronavirus infiziert: Die Zahl der Menschen, die sich in Afrika mit dem Coronavirus infiziert haben, hat die Marke von zwei Millionen überschritten. Mehr als 48.000 Menschen seien inzwischen an der Infektion gestorben, teilten die Africa Centres for Disease Control and Prevention mit. John Nkengasong, Direktor der CDC in Afrika, warnte davor, den Kampf gegen das Virus einzustellen: “Wenn wir nachgeben, dann werden alle Opfer, die wir in den letzten 10 Monaten in unsere Bemühungen gesteckt haben, weggewischt”. Auch wenn die Aussichten auf einen Impfstoff in naher Zukunft nicht allzu schlecht aussehen, könnte dessen Lagerung und Distribution ein Problem für strukturschwächere Gegenden in Afrika darstellen.
apnews.com

Mehrere Menschen bei Demonstrationen in Uganda getötet: In Uganda kam es zu Demonstrationen gegen die Festnahme des Oppositionspolitikers und Musikers Bobi Wine. Mindestens drei Menschen wurden dabei getötet, weitere 38 verletzt. Bobi Wine, Abgeordneter des Parlaments in Uganda, gilt als Kritiker des ugandischen Präsidenten Museveni. Im nächsten Jahr wollte Wine bei den Präsidentschaftswahlen antreten. Er wurde festgenommen, da ihm vorgeworfen wird, gegen die Corona-Regeln verstoßen zu haben.
deutschlandfunk.de

Äthiopiens Militär nähert sich Mekelle: Äthiopiens Armee nähert sich der umkämpften nördlichen Region Tigray. Äthiopiens Militärsprecher Dejene Tsegaye rief die Bevölkerung der regionalen Hauptstadt Mekelle dazu auf, sich von der Regierung in Tigray loszusagen. Danach werde es “keine Gnade geben”. Äthiopiens Regierung bereitet den Höhepunkt des Krieges gegen die in Tigray regierende TPLF (Tigray-Volksbefreiungsfront) schon seit Tagen vor.  2019 hatte sich die TPLF aus der Koalition mit der Regierungspartei des äthiopischen Ministerpräsidenten Addis Abeba losgesagt und hielt 2020 eigene Regionalwahlen ab. Inzwischen hat die Armee Äthiopiens weite Teile der Region eingenommen, darunter die antike Kaiserstadt Axum.
taz.de

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Terror und Naturkatastrophen in Mosambik: Mosambik leidet schon seit einiger Zeit einerseits unter bewaffneten Banden und andererseits unter Naturkatastrophen. Rund 350.000 Menschen befinden sich laut Care-Länderdirektor Marc Nosbach wegen der Sicherheitslage im Norden des Landes derzeit auf der Flucht, wobei ein Großteil der Menschen bei anderen Familien Zuflucht sucht. Rund 2.200 Menschen seien bereits durch islamistische Rebellen in der Provinz Cabo Delgado ums Leben gekommen. Nicht nur die Rebellen, auch den staatlichen Sicherheitskräften wird vorgeworfen, brutal vorzugehen. Neben der Gewalteskalation droht nun die bevorstehende Regenzeit für zusätzliches Leid zu sorgen.
zeit.de

Immer mehr Geflüchtete kommen auf den Kanaren an: Die Kanarischen Inseln entwickeln sich zusehends zum Hotspot für die Ankunft von Geflüchteten. Zwischen Oktober und November kamen mehr als 12.000 Menschen auf den Inseln an. Unterkünfte gibt es nur für die wenigsten, da das Rote Kreuz und die spanischen Behörden durch die große Zahl von Menschen überlastet sind. Auf Druck der ansässigen Bevölkerung will Spaniens Regierung nun bis Ende des Jahres 7000 provisorische Notunterkünfte auf den Kanaren schaffen, darunter eine große Einrichtung auf Teneriffa. Auf das Festland überführen will die Regierung die Geflüchteten hingegen nicht. Damit will das Innenministerium nach eigener Aussage verhindern, “dass sich Wege der illegalen Einreise nach Europa etablieren”. Viele der Geflüchteten stammen derzeit aus Marokko. Sie werden zumeist nicht als politische Flüchtlinge anerkannt und müssen deshalb mit der Abschiebung rechnen.
tagesspiegel.de

Kongo erklärt Ebola-Ausbruch für beendet dw.com
Al-Kaida im Islamischen Maghreb hat neuen Anführer derstandard.de
Akon City – ein futuristisches Projekt in Afrika nzz.ch
Afrikas Verbandschef Ahmad für fünf Jahre gesperrt sportschau.de

– BACKGROUND –

Klimawandel bedroht Kaffeeanbau in Afrika: Kaffee könnte bald zum teuren und gefragten Gut werden. Rund 60 Prozent der Kaffeesorten sind laut einer Studie der US-Fachzeitschrift Science Advances vom Aussterben bedroht. Der Pflanze setzt insbesondere der Klimawandel und die Naturkatastrophen und Dürreperioden, die mit ihm einhergehen, zu. In Kenia spüren die Kaffeebauern diese Entwicklung schon seit Jahren. “Was wir heute ernten ist nichts im Vergleich zu vor 10, 20 Jahren”, stellt ein kenianischer Kaffeebauer fest. In ganz Afrika wird Kaffee von etwa zehn Millionen Menschen auf einer Gesamtfläche von zwei Millionen Quadratmetern angebaut. Allein Äthiopien und Uganda sind für 70 Prozent des afrikanischen Kaffeeanbaus zuständig. Experten des World Resources Institute (WRI) gehen davon aus, dass die für den Kaffeeanbau geeigneten Flächen im Zuge des Klimawandels bis 2050 weltweit um 50 Prozent zurückgehen werden. Damit der Kaffee überlebt, benötigt es klimaresistente Sorten sowie Investitionen durch Regierungen und Unternehmen.
dw.com

Europäische Firmen beteiligen sich an umstrittenen Projekten in der Westsahara: Die Westsahara wird seit Jahrzehnten völkerrechtswidrig von Marokko besetzt. Teile der Bevölkerung wehren sich mit Straßenblockaden und anderen Formen des Widerstands gegen die Besatzung. Die Region spielt für Marokko eine wichtige wirtschaftliche Rolle. So entsteht dort gerade ein Windparkprojekt, an dem auch das spanische Unternehmen Siemens Gamesa Renewable Energy beteiligt ist. Die Tochterfirma des deutschen Unternehmens Siemens Energy soll 87 Turbinen für Windkraftanlagen liefern und diese fünf Jahre lang warten, um damit 300 Megawatt Strom zu erzeugen. An dem riesigen Ökostrom-Projekt sind neben Siemens auch die italienische Firma ENEL Green Power sowie die marokkanische NAREVA beteiligt, die ein Tochterunternehmen der königlichen Holding SNI ist. Der sahrauische Journalist Lahcen Dalil kritisiert die Beteiligung ausländischer Firmen an den Projekten: “Jede ausländische Firma legitimiert und perpetuiert die marokkanische Besetzung”. Auch die Organisation “Western Sahara Resource Watch” kritisiert europäische Firmen, die mit Marokko in dem besetzten Gebiet zusammenarbeiten und wirft ihnen vor, eine “Mitverantwortung für die jetzt eskalierende Situation” zu tragen.
tagesschau.de

Forschungsprojekt untersucht afrikanische Figuren in Lübeck: In der Völkerkundesammlung in Lübeck befinden sich 150 Objekte der Pangwe, einer Bevölkerungsgruppe aus dem heutigen Kamerun, Gabun und Äquatorialguinea. Nach Lübeck kamen die Objekte, darunter bis zu 30 Zentimeter große Figuren, durch den Forschungsreisenden Günter Tessmann. Im Rahmen eines Projekts wollen Forschende, darunter Drossilia Igouwe, die selbst aus Gabun kommt, den genauen Weg der Objekte nachverfolgen. 1907 schickte das Völkerkundemuseum Lübeck Tessmann auf die Reise zu den Pangwe. Kamerun, Gabun und Äquatorialguinea standen damals zum Teil unter deutscher Kolonialherrschaft. Neben rund 11.000 Insekten brachte der Forscher auch 1.200 ethnologische Objekte nach Deutschland. Vieles spricht dafür, dass Tessmann die Pangwe getäuscht hatte, um an die Objekte zu gelangen. Drossilia Igouwe schrieb ihre Masterarbeit an der Universität in Libreville in Gabun über den deutschen Forscher. Ihre Arbeit ist für sie auch eine Vermittlung zwischen den Kulturen: “Meine Aufgabe ist die afrikanische Stimme. Ich will als Ethnologin aus Afrika dem urbanen Zentralafrika und den Dörfern ein Wort geben”. Auch der Sammlungsleiter der Völkerkundesammlung Lübeck, Lars Frühsorge, spricht sich für einen neuen Umgang mit dem Kulturerbe aus. Dies könne durch Rückgabe passieren oder durch den Austausch mit der internationalen Forschungsgemeinschaft.
ndr.de

– ANGEZÄHLT –

Weltweit wurden in den letzten drei Jahren 14 Millionen Gebrauchtwagen exportiert. Ein Großteil davon landet in Afrika.
tagesschau.de

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Ihre Botschaft gut hörbar: Podcasts führen Ihren Siegeszug fort und bieten für Unternehmen, Medienhäuser und Privatpersonen eine neue Bandbreite an Möglichkeiten Menschen zu erreichen. In unserem Podcast-Studio in Berlin-Mitte können Sie Ihre eigenen Audio-Formate aufzeichnen. Gerne unterstützen wir Sie von der Konzeption bis zur Postproduktion und dem Vertrieb. Kommen wir in Kontakt: podcastproduktion.berlin

– ZITAT –

“Was sofort getan werden muss, damit wieder Frieden einkehrt und Schüler in die Schulen gehen können, hängt vom Präsidenten ab.”
Der kamerunische Kardinal Christian Wiyghan Tumi spricht über seine Geiselnahme und die Bedingungen für Frieden in Kamerun.
dw.com

– ZULETZT –

Prophet auf der Flucht: Der malawische selbsternannte Prophet Shepherd Bushiri musste vor den südafrikanischen Behörden in sein Heimatland fliehen. Die Strafverfolgung wirft ihm und seiner Frau Betrug, Diebstahl und Geldwäsche in Millionen-Euro-Höhe vor. Die südafrikanische Regierung sieht sich angesichts der Flucht Bushiris nun in Erklärungsnot geraten. Das Paar musste zuvor seine Pässe abgeben. Weshalb den beiden dennoch die Flucht gelang, stellt die Behörden derzeit noch v0r Rätsel.
faz.net

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