KW 48: Parlamentswahlen in Ägypten fortgesetzt, Mali zurück in den Schlagzeilen, Terror und Korruption in Nigeria

– NEWS –

Parlamentswahlen in Ägypten fortgesetzt: In Ägypten ist die zweite Runde der Parlamentswahl schleppend angelaufen. Wie schon bei dem ersten Wahlgang im Oktober waren am Sonntag auch in der Hauptstadt Kairo und zwölf weiteren Provinzen nur wenige Menschen an den Wahllokalen zu sehen. Wegen des Verbots der islamistischen Muslimbrüder gebe es kein wirkliches Votum, bemängelten viele. Seit der Auflösung des Parlamentes durch Gerichtsbeschluss im Juni 2012 wird in Ägypten ohne Parlament regiert. Insgesamt werden 568 Abgeordnete bestimmt – 448 davon direkt und 120 über Listen.
derstandard.at, de.euronews.com

Mali zurück in den Schlagzeilen: Nach dem Überfall auf ein Luxushotel in Mali hat der Präsident der ehemaligen französischen Kolonie den landesweiten Ausnahmezustand verhängt. Dieser werde zehn Tage lang gelten. Die malische Regierung fahndet nach den Komplizen der Täter. Die Rede ist von drei Verdächtigen. Hinter der Geiselnahme in der malischen Hauptstadt Bamako steht offenbar die jihadistische Miliz al-Murabitun. Deren Anführer Belmokhtar kämpft seit mehr als zwanzig Jahren gegen die “Ungläubigen”. Zur Entlastung Frankreichs in Mali bietet Deutschland militärische Unterstützung an.
derstandard.at (Ausnahmezustand), faz.net (Bundeswehr), de.euronews.com, taz.de, nzz.ch (Hintermänner)

Russland und Ägypten: Ägypten hat offiziell sein erstes Kernkraftwerk bei Russland in Auftrag gegeben. Der Vertrag über den Bau von vier 1.200-Megawatt-Reaktoren wurde am Donnerstag in Kairo unterzeichnet. Die Extremistenmiliz “Islamischer Staat” will mit einem Foto einer selbstgebastelten Bombe untermauern, dass sie das russische Passagierflugzeug über dem Sinai zum Absturz gebracht hat. Auf dem Bild des Onlinemagazins “Dabiq” war am Mittwoch eine Dose des Erfrischungsgetränks Schweppes Gold zu sehen sowie Bauteile, die ein Zünder und ein Schalter sein könnten.
derstandard.at (Atomkraftwerk), derstandard.at (Bombe)

– Anzeige –
Sie lesen diesen Newsletter. Gute Entscheidung! Erreichen Sie Ihre Kunden, Wähler und Stakeholder auch mit einem Newsletter. Trotz der neuen Kommunikationsmöglichkeiten über soziale Netzwerke bleibt der Newsletter das effektivste digitale Marketingtool. Es gibt keinen direkteren Zugang für eine Botschaft zu einem Leser. Wir unterstützen Sie dabei, auch gelesen zu werden. Kontaktieren Sie uns: newsletter@attentionmedia.de

Terror und Korruption in Nigeria: Bei einer Bombenexplosion in der Stadt Yola im Nordosten Nigerias sind am Dienstagabend mehr als 30 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Die Bombe sei am Abend inmitten einer Menschenmenge hochgegangen, sagte ein örtlicher Vertreter des Roten Kreuzes. Nigerias Präsident Muhammadu Buhari hat die Verhaftung eines ehemaligen nationalen Sicherheitsberaters wegen Veruntreuung von Milliardenbeträgen angeordnet. Sambo Dasuki habe während seiner Amtszeit (2007-2015) “fiktive Aufträge” für Waffen und Munition im Wert von fast zwei Milliarden Euro vergeben.
faz.net, taz.de, derstandard.at, nzz.ch

Weitere Amtszeit für Kagame: Das ruandische Oberhaus will Präsident Paul Kagame weitere Amtszeiten ermöglichen: Erst nach drei Jahrzehnten als Staatschef soll er abtreten müssen. Ein entsprechender Beschluss des Senats vom Dienstag muss allerdings erst noch mit einem Referendum von der Mehrheit der Wähler bestätigt werden. Die Volksabstimmung wird der beliebte Kagame wohl gewinnen. Opposition und freie Presse werden in Ruanda unterdrückt.
derstandard.at

Ebola kehrt nach Liberia zurück: Im westafrikanischen Guinea hat die letzte offiziell registrierte Ebola-Patientin die Krankheit überstanden. Ein drei Wochen altes Mädchen wurde für geheilt erklärt, wie die Organisation Ärzte ohne Grenzen mitteilte. In Liberia sind jedoch wieder drei neue Fälle der Ebolaseuche entdeckt worden. Gesundheitsministerin Bernice Dahn sagte, die Erkrankung sei bei einem zehnjährigen Jungen bestätigt worden. Die beiden anderen Fälle seien Familienmitglieder, die sich bei ihm angesteckt hätten. An sich war das westafrikanische Land vor über zwei Monaten für ebolafrei erklärt worden.
n-tv.de, de.euronews.com

Sieben Mitglieder der islamischen Miliz Al-Shabaab starben bei Drohnenangriff in Somalia derstandard.at
Mindestens zehn Tote bei Selbstmordanschlag im Norden Kameruns derstandard.at
Tunesische Polizei vereitelt islamistischen Terroranschlag de.euronews.com
Eines der Opfer von Paris in Ägypten beerdigt de.euronews.com

– BACKGROUND –

Neuer Nahverkehr in Addis Abeba: Nichts symbolisiert den Wirtschaftsaufschwung in Äthiopien, das lange Jahre mit Hunger und Not verbunden wurde, besser als die in nur drei Jahren für 475 Millionen Dollar aus dem Boden gestampfte Metro von Addis Abeba. Sie ist zu 85 Prozent mit chinesischem Geld finanziert und wird für die kommenden fünf Jahre von der Shenzhen Metro Group und der China Railway Engineering Corporation gemanagt. Chinesisches Geld ist auch in die Bahnstrecke geflossen, die von Addis Abeba zum Seehafen Dschibuti am Horn von Afrika führt und kommendes Jahr in Betrieb gehen soll. Auf dem Rücken gewaltiger Infrastrukturprojekte wie Bahnlinien und Straßen, Kraftwerken und Staudämmen ist Äthiopien fast unbemerkt zum neuen Wachstumsstar des Kontinents avanciert.
handelsblatt.com

Afrikanische Armeen unterfinanziert: Bis auf wenige Ausnahmen – Südafrika, Angola, Äthiopien – sind nahezu alle afrikanischen Armeen unterfinanziert und deshalb zu größeren Einsätzen schlicht nicht in der Lage. Es fehlt an allem: an Ausrüstung, Fahrzeugen, Transportflugzeugen und nicht zuletzt an Sold. Das hat unter anderem mit Korruption und schlampiger Verwaltung zu tun. Doch ist Afrika neben dem Nahen Osten zum wichtigsten Aufmarschgebiet von radikalen Islamisten geworden. Ändern die Geberländer nicht ihre Strategie und erlauben die Wehretats zu erhöhen, kann man auf Unterstützung der afrikanischen Länder im Kampf gegen den Terror kaum setzen.
faz.net

Fußball und Politik: TP Mazembe, ein Provinzklub in Kongo-Kinshasa, hat sich als bester Fussballklub Afrikas erwiesen. Der Erfolg ist Moïse Katumbi zu verdanken. Der 50-jährige Multimillionär beweist, dass in afrikanischen Gesellschaften, in denen persönliche Beziehungen wichtiger sind als politische Institutionen, Führungsqualitäten Berge versetzen können. Der ehemalige Gouverneur in Katanga scheint eine Rückkehr in die Politik zu planen.Die Ambitionen des Klubpräsidenten machen ihn zum schärfsten politischen Gegner Präsident Kabilas.
nzz.ch

– ANGEZÄHLT –

Für 3,5 Milliarden Euro baut Äthiopien seit drei Jahren am wasserreichen Blauen Nil nahe der Grenze zum Sudan den Renaissance-Staudamm. Er soll nach seiner Fertigstellung 2018 Äthiopien zum größten Energieproduzenten in Afrika machen.
handelsblatt.com

– ZITATE –

“Der ghanaische Philosoph Kwasi Wirédou vertritt die Ansicht, dass es für Afrikaner an der Zeit sei, in ihren eigenen Sprachen zu philosophieren. Das sehe ich ähnlich.”
Im vergangenen Jahr wurde der senegalesische Philosoph Souleymane Bachir Diagne von der Zeitung Jeune Afrique unter die 50 bedeutendsten Personen Afrikas gewählt. Der 58-jährige Senegalese wird als „Botschafter der afrikanischen Denkweise“ bezeichnet.
journafrica.de

Das Cricket-Team der Massai: “Warriors” ist ein Dokumentarfilm über eine Gruppe von Massai-Kriegern. In einer abgelegenen Gegend Kenias haben sie ein ungewöhnliches Cricket Team auf die Beine gestellt. Sie nutzen den Sport, um auf soziale Probleme aufmerksam zu machen – eine Story, die Filmemacher Barney Douglas begeisterte. In seinem Dokumentarfilm folgt er den jungen Massai Cricket Spielern, als sie auf den Wiederstand der einflussreichen Gemeindeältesten stoßen.
de.euronews.com

Newsletter abonnieren
Melden Sie sich hier für unseren kostenlosen Newsletter an. Sie erhalten täglich den kompakten Digest mit dem wichtigsten europäischen Themen:
Vorherige Ausgaben

Weitere Politbriefings

Unsere Digibriefings