KW 47: Äthiopischer Bürgerkrieg droht auf Eritrea überzugreifen, Befreiungsfront Polisario meldet Ende der Waffenruhe mit Marokko, Libyen-Konfliktparteien einigen sich auf Wahlen

– NEWS –

Äthiopischer Bürgerkrieg droht auf Eritrea überzugreifen: Im blutigen äthiopischen Bürgerkrieg droht eine neue Stufe der Eskalation. Am Wochenende gab die Volksbefreiungsfront TPLF, die die aufständische Region Tigray kontrolliert, die Bombardierung des Flughafens in Eritreas Hauptstadt Asmara bekannt. Die TPLF wirft dem autoritär regierten Nachbarland vor, die Truppen der Zentralregierung Äthiopiens in Addis Abeba zu unterstützen. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen flohen bislang 21.000 Äthiopier vor den Kämpfen in den benachbarten Sudan. Bereits in der vergangenen Woche meldete die Nichtregierungsorganisation Amnesty International ein Massaker in der Stadt Mai-Kadra im Südwesten von Tigray, dem womöglich hunderte Zivilisten zum Opfer gefallen seien.
spiegel.de, n-tv.de

Befreiungsfront Polisario meldet Ende der Waffenruhe mit Marokko: Nach 29 Jahren hat die westsaharische Befreiungsfront Polisario das Waffenstillstandsabkommen mit Marokko aufgekündigt und mit dem Angriff auf marokkanische Stellungen in der Region begonnen. Die Westsahara ist eine ehemalige spanische Kolonie, die nach deren Abzug von Marokko beansprucht und größtenteils annektiert worden ist. Ein von der UN versprochenes Referendum über die Zukunft der Region steht seit Jahrzehnten aus. Dagegen wollte die Befreiungsbewegung Polisario demonstrieren und unterbrach Ende Oktober Marokkos wichtigste Landverbindung in die Westsahara. Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Polisario wird von mehreren afrikanischen und asiatischen Staaten unterstützt.
faz.net

Libyen-Konfliktparteien einigen sich auf Wahlen: Bei den Friedensverhandlungen im tunesischen Tunis haben sich die Konfliktparteien im seit Jahren schwelenden libyschen Bürgerkrieg auf landesweite Wahlen in den kommenden 18 Monaten geeinigt. An den von den Vereinten Nationen geführten Gesprächen nehmen sowohl Vertreter der international anerkannten, in Libyen jedoch schwach verankerten Zentralregierung in Tripolis als auch des abtrünnigen Generals Khalifa Haftar, der weite Teile des Südens und Ostens kontrolliert, teil.
de.euronews.com

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Sambia kann Schulden nicht mehr bezahlen: Das südostafrikanische Land Sambia kann seine Staatsschulden nicht mehr bezahlen. Nachdem private Gläubiger am Freitag eine Verlängerung der Frist für die Schuldenrückzahlung verweigert hatten, bleibe dem Land keine andere Möglichkeit, als Zahlungen für den Schuldendienst auszusetzen, teilte Finanzminister Bwalya Ng andu am Wochenende mit. Sambia hätte den Gläubigern in diesem Monat Verbindlichkeiten in Höhe von 42,5 Millionen US-Dollar zurückzahlen müssen. Das Land gehört zwar zu den weltgrößten Kupferproduzenten, ist aber dennoch eines der ärmsten des Kontinents. Durch den Nachfrageeinbruch nach Rohstoffen im Zuge der Corona-Pandemie verschärft sich die ohnehin prekäre ökonomische Lage immer weiter.
faz.net

Immer mehr Menschen suchen Weg über “tödlichste Fluchtroute” Kanaren: Angesichts der rasant steigenden Zahl an Menschen, die über die gefährliche Fluchtroute der Kanarischen Inseln nach Europa kommen wollen, hat sich EU-Innenkommissarin Ylva Johansson besorgt gezeigt. Das massenhafte Ausweichen auf die “tödlichste Fluchtroute” zeige die Notwendigkeit einer Reform der europäischen Asyl- und Migrationspolitik, so die Schwedin gegenüber der Deutschen Presseagentur (DPA). Seit Jahresbeginn verzeichnen die Inseln knapp 14.000 Migranten, die in offenen Booten von Afrika aus über den Atlantik geflohen sind. Das sind rund siebenmal so viele wie im Vorjahreszeitraum.
rnd.de

Sensationeller Sarkophag-Fund in Ägypten: In der ägyptischen Begräbnisstätte Sakkara haben Forscher in dieser Woche 100 Holzsärge, 40 Statuen und mindestens eine Mumie gefunden. Die mehr als 2000 Jahre alten Holzsärge markieren den in diesem Jahr größten Fund des Landes. Man vermutet, dass die Sarkophage hochrangigen Beamten gehörten, die zwischen 700 bis 30 vor Christus lebten. Auf weitere solcher Ausgrabungen darf gehofft werden. “Sakkara hat erst rund ein Prozent von dem freigegeben, was dort verborgen ist”, sagte Ägyptens Antikenminister Al-Anani.
tagesschau.de

Menschenrechtlerin “Mutter Libyens” ermordet spiegel.de
7 Tote bei Absturz eines Hubschraubers auf Halbinsel Sinai zeit.de
Südafrika wird Produk­tionsstandort für neues Corona-Impfserum aerzteblatt.de
Ausweg aus Machtkampf in der Elfenbeinküste? dw.com

– BACKGROUND –

900 Tote bei Flucht über Mittelmeer in diesem Jahr: Allein in den bisherigen Monaten des Jahres 2020 sind über 900 Menschen auf der Flucht nach Europa über das Mittelmeer ertrunken. Das ergeben Schätzungen der UN-Organisation für Migration. Allein am vergangenen Donnerstag kamen 94 Menschen bei der Flucht aus Libyen ums Leben. Ein in Seenot befindliches Boot konnte die Nichtregierungsorganisation Open Arms gerade noch rechtzeitig retten. Es hatte im Vorfeld eine Havariebenachrichtigung der EU-Grenzschutzagentur Frontex bekommen. Dies habe es seit 2016 nicht mehr gegeben, teilte Open Arms mit. Das Schiff der Open Arms ist derzeit das einzige, welches vor der libyschen Küste aktiv ist. Vier Schiffe von verschiedenen NGO sitzen im Moment unter fadenscheinigen Begründungen in europäischen Häfen fest.
sueddeutsche.de

China intensiviert Kontakte auf afrikanischem Kontinent: Die Volksrepublik China gilt als einflussreicher Investor in afrikanischen Ländern. Einem Bericht der kenianischen Zeitung “Nation” über eine Konferenz chinesischer und afrikanischer Denkfabriken zufolge, den deutsche Medien aufgriffen, plant die Volksrepublik nun eine stärkere Verankerung in Afrika durch Thinktanks und private Forschungseinrichtungen. Dabei solle das gegenseitige Vertrauen gefördert und negative Narrative westlicher Staaten über Chinas Rolle auf dem Kontinent eingedämmt werden. Über die Afrika-Politik Chinas gibt es seit Jahren geteilte Meinungen und diplomatische Konflikte.
deutschlandfunk.de

Masern fordern 2019 200.000 Todesopfer: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO und der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC sind im vergangenen Jahr rund Menschen an Masern gestorben. Damit stieg die Zahl der Todesopfer im Vergleich zu 2016 um 50 Prozent an. Besonders in Afrika, wo sich fast 870.000 Menschen mit dem hochansteckenden Virus infiziert hatten, so viele wie seit 1996 nicht mehr. Ein Grund dafür ist die weltweit sinkende Zahl an Masern-Schutzimpfungen. Um große Ausbrüche zu verhindern bedürfe es nach WHO-Angaben einer Impfrate von 95 Prozent der Bevölkerung. Weltweit erhielten aber nur etwa 85 Prozent die erste Impfung und nur rund 71 Prozent die zweite Impfung im richtigen Zeitfenster. Große Ausbrüche gab es 2019 in der Zentralafrikanischen Republik, in der Demokratischen Republik Kongo, Georgien, Kasachstan und auch der Ukraine.
faz.net

– ANGEZÄHLT –

Laut dem Internationalen Währungsfonds brauchen Afrikas Staaten knapp 410 Milliarden Euro, um alle bis 2023 fälligen Auslandsschulden zu begleichen.
dw.com

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– ZITAT –

Ich denke, Frieden ist heute zum Greifen nahe.
Die somalische Menschenrechtsaktivistin Ilwad Elman im Interview mit dem Spiegel über die Situation im Bürgerkriegsland Somalia.
spiegel.de

– ZULETZT –

Tunesische Fußballfans starten symbolische Flucht über das Mittelmeer: Aus Protest gegen den Ausschluss des tunesischen Fußballclubs CS Chebba aus der ersten Liga des Landes haben sich 300 Anhänger des Vereins auf die symbolische Überfahrt nach Italien begeben. Begleitet wurden die in Vereinsfarben gehüllten Fans von der Küstenwache. Ihr Club war im vergangenen Monat vom Tunesischen Fußballverband FTF aus der Ersten Liga ausgeschlossen worden, was die Anhänger zunächst mit einem Generalstreik und Straßendemonstrationen quittierten. Als alles nichts half beschlossen die Fans, nach Italien überzufahren. Ihre Boote entfernten sich jedoch nie mehr als zwölf Kilometer von der tunesischen Küste.
unternehmen-heute.de

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