KW 44: Klimawandel trifft Afrika besonders hart, Skepsis gegenüber OECD-Mindeststeuer, Erste digitale Währung

– NEWS –

Biontech baut in Afrika Produktionsstätte für mRNA-Impfstoffe: Das Pharmaunternehmen Biontech will Mitte kommenden Jahres mit dem Bau einer Produktionsstätte für mRNA-Impfstoffe in Afrika beginnen. Zunächst sei eine Fertigungsstraße mit einer Kapazität für etwa 50 Millionen Covid-19-Impfstoffdosen pro Jahr geplant, gab das Unternehmen am Dienstag in Mainz bekannt. Es wurde eine Absichtserklärung mit der ruandischen Regierung und dem Institut Pasteur de Dakar im Senegal unterzeichnet. Einen genauen Standort für die Produktionsstätte nannte Biontech noch nicht.
spiegel.de

Afrika skeptisch gegenüber OECD-Mindeststeuer: Kenia und Nigeria sind in letzter Minute abgesprungen: Die beiden wirtschaftlichen Schwergewichte haben lange abgewogen, ob sie mitmachen wollen bei den globalen OECD-Steuerreformen, die zum Ziel haben, dass multinationale Konzerne ihre Gewinne nicht mehr ohne Weiteres in Niedrigsteuerländer verschieben können. Gut die Hälfte der afrikanischen Länder ist nicht dabei – und kurz bevor das Projekt finalisiert wird, mehren sich die Rufe nach einer für Afrika günstigeren Alternative. Es herrscht weitgehende Einigkeit, dass für Entwicklungsländer kaum Geld aus dem Deal herausspringt, sagt Tove Ryding vom Europäischen Netzwerk Schulden und Entwicklung, die die Steuerreformen der OECD seit Jahren begleitet.
dw.com

Drogba unterstützt Kampagne zu Verkehrssicherheit in Afrika: Das ivorische Fußball-Idol Didier Drogba setzt sich für mehr Sicherheit im afrikanischen Straßenverkehr ein. In einer Zeremonie in seiner Geburtsstadt Abidjan erklärte der 43-Jährige am Mittwoch seine Unterstützung für die Aufklärungskampagne des Automobil-Weltverbands FIA auf dem Kontinent, der mit mehr als 250.000-Verkehrstoten im Jahr die weltweit höchste Rate aufweist.
spox.com

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Steuern sind und bleiben ein heikles Thema: Gibt es künftig mehr oder weniger Einkommenssteuer? Und was passiert mit der Unternehmenssteuer, der sogenannten „Reichensteuer“ und der Erbschaftssteuer? Der Steuerpolitische-Check gibt einen Einblick in die Steuerpolitik der Parteien und einen Aufschluss für Selbstständige sowie Unternehmen. Die Journalistin Jessica Schwarzer spricht mit dem Geschäftsführer der ETL SteuerRecht GmbH, Dietrich Loll über Einkommenssteuern, Steuern im Bereich Klima und auch soziale Themen wie die Grunderwerbssteuer. Das Experten-Interview von Deutschlands führender Steuerberatungsgruppe nimmt das Thema Steuerpolitik unter die Lupe und gewährt einen interessanten Einblick und Überblick über Steuern in Bezug auf mögliche Koalitionen. youtube.com

eNaira ist erste digitale Währung: Die Bewohner Nigerias konnten sich am Dienstag erstmalig für Zahlungen mit eNaira anmelden, der ersten digitalen Währung in Afrika. Benannt nach der Landeswährung Naira soll die digitale Version grenzüberschreitenden Handel von Afrikas größter Volkswirtschaft erleichtern, den eCommerce ankurbeln und den großen Prozentsatz der 200 Millionen Nigerianer, die kein Bankkonto besitzen, finanziell eingliedern.
rnd.de

Kirchen und Zivilgesellschaft fordern Stopp von Landraub: Multinationale Konzerne, die in Afrika für Landraub und verantwortungslosen Abbau von Bodenschätzen und anderer Güter verantwortlich sind, haben harsche Kritik von Afrikas Bischöfen und Vertretern der Zivilgesellschaft erfahren. In einer gemeinsamen Plattform mit dem Namen „Unser Land ist unser Leben“ rufen sie die Großkonzerne auf, die Rechte und Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung zu achten.
vaticannews.va

Raubkunst aus der Kolonialzeit geht zurück nach Afrika: Es ist ein kleiner Schritt für Frankreich, aber ein großer für die Rückgabe von geraubten Kulturgütern aus der Kolonialzeit. Insgesamt 26 Kunstobjekte gibt Frankreich offiziell an die westafrikanische Republik Benin zurück. Dabei handelt es sich um Artefakte aus den Schätzen des Königreichs Abomey. Darunter sind meterhohe Schutz-Statuen aus dem 19. Jahrhundert – halb Mensch, halb Tier -, zwei kunstvoll geschnitzte Throne sowie Holzpforten und kleine Altare. Sie wurden 1892, mitten im blutigen Kolonialkrieg, von französischen Soldaten nach Frankreich gebracht.
tagesschau.de

Afrika bekommt bis zu 110 Millionen Moderna-Dosen geliefert nau.ch
Tote und Verletzte am Tag des Widerstands im Sudan tagesschau.de
Russisches Kriegsschiff stoppt Piratenangriff vor Westküste Afrikas spiegel.de
Äthiopien-Konflikt: Viele Menschen in Tigray festgenommen rnd.de

– BACKGROUND –

Bildungskrise in Ruanda: Mehr als 60.000 Schüler müssen in Ruanda eine Klasse wiederholen. Bisher klappte die Versetzung automatisch, auch ohne gute Noten. Doch das ließ das Bildungsniveau sinken. Deshalb steuerte die Regierung gegen: Erstmals seit 20 Jahren konnten Schüler wieder eine Klasse nicht bestehen. Und die Leistungen von mehr als 60.000 Schülern waren einfach zu schlecht – sie müssen eine Klassenstufe wiederholen. Wie aus den Zahlen des Bildungsministeriums hervorgeht, betrifft das rund 16 Prozent der Schüler, die in diesem Jahr am Ende der 6. oder 9. Klasse die nationale Prüfung abgelegt haben. Oder anders gesagt: Nur fünf von sechs dieser Schüler werden versetzt. Nun möchte die Regierung gegen die Bildungsdefizite gegensteuern.
dw.com

Vom Klimawandel stark betroffen: Subsahara-Afrika gehört zu den Regionen mit der weltweit schnellsten Urbanisierungsrate. In vielen afrikanischen Städten beschleunigt der Klimawandel nicht nur das Bevölkerungswachstum, er verschärft auch die täglichen Probleme der ärmsten Stadtbewohner. Sie sind auch hier überproportional stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, ob durch sich schleichend entwickelnde Umweltveränderungen wie einen steigenden Meeresspiegel oder durch verstärkt jäh auftretende Naturkatastrophen. Die Verantwortlichen vor Ort mobilisieren ihre häufig begrenzten Ressourcen, um den am stärksten Marginalisierten zu helfen. Es ist Zeit, dass die Welt sie dabei unterstützt.
nzz.ch

Karate erobert die Frauenwelt in Nigeria: Seit acht Jahren treffen sich jedes Jahr im Oktober junge Frauen in Lagos zur „Zainab Saleh International Female Open Karate Championship“. Es ist das einzige reine Karate-Frauenturnier in Nigeria. Die Teilnehmerinnen kommen aus allen 36 Bundesstaaten sowie aus den Nachbarländern Benin, Togo und Ghana. Für dieses Jahr hatten sich 207 Sportlerinnen angemeldet. Nachdem die Covid-19-Pandemie im letzten Jahr zur Absage des Turniers geführt hatte, wollten sie jetzt ihre Fortschritte zeigen. Die Karate-Meisterschaft bietet Frauen die Möglichkeit, sich in einem Land zu messen, in dem es eher verpönt ist, dass Mädchen Sport treiben.
dw.com

Sexuelle Gewalt durch WHO-Mitarbeiter: Es sind erschütternde Fakten, die der Bericht einer unabhängigen Untersuchungskommission im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation WHO zusammengetragen hat: Mindestens 63 Frauen und zwölf Männer wurden in der Demokratischen Republik Kongo Opfer sexueller Gewalt. Die Täter: 83 Männer – darunter nachweislich 21 Mitarbeiter der WHO, allesamt waren sie in den Jahren 2018 bis 2020 offiziell im Einsatz bei der Bekämpfung einer Ebola-Epidemie im Kongo. Die tatsächliche Zahl von Tätern und Opfern sei wahrscheinlich noch deutlich höher, so der Bericht, der das Personalmanagement der WHO scharf kritisiert.
tagesschau.de

– ANGEZÄHLT –

2,2 Milliarden Spritzen fehlen für Impfungen gegen Covid-19 und andere Krankheiten im nächsten Jahr. Diese globale Fehlmenge an Spritzen beziffert das Kinderhilfswerk Unicef. Besonders in Afrika droht ein großer Mangel an medizinischen Spritzen die Impfkampagnen gegen Covid-19 zu lähmen. Afrika brauche dringend mehr Spritzen zur Rettung etlicher Menschenleben, erklärte die WHO-Regionaldirektorin, Matshidiso Moeti.
evangelisch.de

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Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Es gehört auch zum klassischen Wahrnehmungsmodus Afrikas, dass man diesen Kontinent romantisiert oder auch überschätzt oder irgendwie jüngst als Zukunftskontinent bezeichnet, als Kontinent der unendlichen Möglichkeiten. Das ist im Grunde nur das Gegenbild zu diesem düsteren Afrikabild, das man zeichnet.“
Der Journalist und Buchautor Bartholomäus Grill versucht seit den Achtzigerjahren immer wieder, mit seinen Reportagen gegen die klischeehaften Bilder anzuschreiben, unter anderem mit seinem neuen Buch „Afrika! Rückblicke in die Zukunft eines Kontinents“.
deutschlandfunk.de

– ZULETZT –

Afrikanische Nilpferde haben US-Rechtsstatus: Eine US-Bundesrichterin hat Abkömmlingen von afrikanischen Nilpferden des kolumbianischen Drogenbosses Pablo Escobar das Recht gewährt, in den USA als Personen anerkannt zu werden. Die Richterin Karen Litkovitz in Cincinnati urteilte am 15. Oktober zu einer Klage einer Tierschutzorganisation gegen die kolumbianische Regierung. Dabei ging es darum, ob die Nilpferde in Kolumbien getötet oder sterilisiert werden sollten. Mit dem Urteil haben die Tiere legale Rechte in den USA.
rnd.de

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