KW 43: Zehntausende protestieren im Sudan für Einsetzung ziviler Regierung, Tsitsi Dangarembga gewinnt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, Konflikt in Tigray eskaliert zunehmend

– NEWS –

Zehntausende protestieren im Sudan für Einsetzung ziviler Regierung: Bei Protesten rivalisierender politischer Lager im Sudan sind dutzende Menschen verletzt worden. Zehntausende Menschen gingen in der Hauptstadt Khartum und anderen Städten auf die Straße, um die Einsetzung einer zivilen Regierung zu fordern. Dabei trafen sie auf Demonstranten, die seit Tagen vor dem Parlament die Absetzung der Übergangsregierung durch das Militär verlangen. Im Osten des Landes gibt es seit Wochen Proteste. Seit September blockieren Demonstranten den Warenhandel im Seehafen Port Sudan.
tagesschau.de

Tsitsi Dangarembga gewinnt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels: Tsitsi Dangarembga, Autorin und Filmemacherin aus Simbabwe, hat den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. Die 62-Jährige habe es geschafft, „uns eine Gesellschaft so nahezubringen, dass sie uns zwar nicht restlos verständlich wird, wir sie aber auf uns beziehen können, auf uns und unsere eigenen Unzulänglichkeiten“, sagte die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs. Dangarembga warb in ihrer Dankesrede für eine grundlegende Änderung des Denkens und eine „neue Aufklärung“ zur Lösung der Klimakrise und von gesellschaftlichen Problemen.
zeit.de

Konflikt in Tigray eskaliert zunehmend, UN schlagen Alarm: Luftangriffe der äthiopischen Armee auf eine Stadt in der Krisenregion Tigray haben ein Flugzeug mit humanitären Hilfslieferungen an Bord zur Umkehr gezwungen. Die Vereinten Nationen warnten daraufhin vor einer weiteren Eskalation des Konflikts. Das UN-Flugzeug sollte am Freitag in der von Rebellen gehaltenen Stadt Mekelle landen und hatte den Angaben zufolge alle erforderlichen Genehmigungen. In einem Telefonat zwischen UN-Generalsekretär António Guterres und US-Chefdiplomat Antony Blinken betonten beide dem Außenministerium in Washington zufolge ihre Sorge über den sich verschlimmernden Konflikt.
sueddeutsche.de

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Steuern sind und bleiben ein heikles Thema: Gibt es künftig mehr oder weniger Einkommenssteuer? Und was passiert mit der Unternehmenssteuer, der sogenannten „Reichensteuer“ und der Erbschaftssteuer? Der Steuerpolitische-Check gibt einen Einblick in die Steuerpolitik der Parteien und einen Aufschluss für Selbstständige sowie Unternehmen. Die Journalistin Jessica Schwarzer spricht mit dem Geschäftsführer der ETL SteuerRecht GmbH, Dietrich Loll über Einkommenssteuern, Steuern im Bereich Klima und auch soziale Themen wie die Grunderwerbssteuer. Das Experten-Interview von Deutschlands führender Steuerberatungsgruppe nimmt das Thema Steuerpolitik unter die Lupe und gewährt einen interessanten Einblick und Überblick über Steuern in Bezug auf mögliche Koalitionen. youtube.com

Klimakrise für Afrika immer bedrohlicher: Für viele Millionen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent stellt die Klimakrise eine akute, existenzielle Bedrohung dar. Dazu hat die Weltwetterorganisation (WMO) zusammen mit der Afrikanischen Union und anderen Partnern in Genf einen Bericht vorgelegt. Die Erderwärmung und ihre Folgen seien in Afrika stärker zu spüren als im weltweiten Durchschnitt, heißt es in dem Bericht. Die WMO schätzt, dass die afrikanischen Länder südlich der Sahara jedes Jahr 30 bis 50 Milliarden Dollar für Anpassungsmaßnahmen aufwenden müssten, um noch schlimmere Folgen abzuwenden. Zu den größten Verursachern der Klimakrise zählen sie aber nicht: Die Menschen auf dem afrikanischen Kontinent sind für weniger als vier Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich.
spiegel.de

Konferenz in Tripolis berät Zukunft Libyens: Am Donnerstag fand in Tripolis die internationale Konferenz für die Stabilisierung Libyens statt. Mehre ranghohe arabische und westliche Vertreter reisten aus dem Ausland an, unter ihnen der ägyptische, algerische, tunesische, französische und italienische Außenminister. „Die Botschaft der internationalen Gemeinschaft war deutlich: Der Fahrplan muss eingehalten werden–sowohl was die Wahlen betrifft, als auch der Abzug ausländischer Kämpfer. Da ist der Druck noch einmal erhöht worden, und der darf auch nicht nachlassen“, sagte Niels Annen, Staatsminister im Auswärtigen Amt, der für die Bundesregierung nach Tripolis gereist war.
faz.net

Schmutzige Kampagne gegen Angolas Opposition : Ein Jahr vor den Wahlen zwingt Angolas Verfassungsgericht den Chef der größten Oppositionspartei mit der Begründung, bei seiner Wahl im November 2019 habe er zwei Staatsangehörigkeiten besessen–die angolanische und die portugiesische, zum Rücktritt. Beobachter wittern dahinter einen Angriff der Regierungspartei. Kurz vor seiner Absetzung hatten Adalberto Costa Júnior und die UNITA mit zwei anderen Oppositionsparteien ein neues Bündnis geschmiedet, das es sich zum Ziel gestezt hat, die seit 50 Jahren regieren´de MPLA von der Macht zu verdrängen. Die angolanische Bevölkerung beobachtet die Vorgänge mit zunehmender Sorge. Viele fürchten eine Aushöhlung der Demokratie und gehen deshalb regelmäßig auf die Straße.
dw.com

Fast 600 Häftlinge nach Gefangenenbefreiung in Nigeria auf der Flucht spiegel.de
Immer mehr Menschen fliehen aus Burkina Faso dw.com
Prodemokratische Proteste in Eswatini eskalieren tagesspiegel.de
Corona-Fälle in Afrika steigen rasant spiegel.de

– BACKGROUND –

Kampf um den Regenwald im Kongo: Der Regenwald im Kongobecken ist der zweitgrößte der Welt. Firmen wittern ein Riesengeschäft, viel Holz wird illegal gerodet. Einige Dorfbewohner wollen sich nun die Kontrolle über ihren Wald zurückholen. Die sogenannten Waldbeobachter gehen mit Smartphone und Satellitenverbindung bewaffnet mehrmals im Monat auf Patrouillen im Wald rund um ihre Dörfer. Entdecken sie einen Verstoß, setzen die Waldbeobachter mit dem Smartphone einen Alarm ab. ForestLink nennt sich dieses System, das unterstützt von der britischen Organisation Rainforest UK auch in Kamerun und Ghana zum Einsatz kommt. Um den Wald zu schützen, gilt eigentlich ein Moratorium. Seit dem Jahr 2002 dürfen keine neuen Gebiete mehr zur Rodung freigegeben werden, nur auf den alten Konzessionen darf noch Holz geschlagen werden. Doch schon jetzt schafft das Land es nicht, die Firmen ausreichend zu kontrollieren-es wird massiv illegal abgeholzt. Experten schätzen, dass ein Großteil der Holzexporte aus dem Kongo aus illegalen Quellen stammt.
tagesschau.de

Erdogan auf Afrika-Reise: Die Türkei wolle „Afrikas führender Handelspartner in der Welt werden“, erklärte Erdogan mitreisenden Reportern auf dem Flug von Istanbul nach Angola, der ersten Station seiner Afrika-Reise. Bis 2025, so Erdogans Ziel, soll sich das Handelsvolumen des Landes mit Afrika auf 50 Milliarden Dollar verdoppeln. Seit seinem Amtsantritt als Premierminister hat Erdogan bereits 30 afrikanische Staaten besucht, mehr als jeder andere nicht afrikanische Staats-und Regierungschef. Die türkische Afrika-Strategie ist breit angelegt. Sie reicht von Soft-Power wie Bildungseinrichtungen, Medienprojekten und sozialen Einrichtungen über humanitäre Hilfe in Hungergebieten Somalias bis zu Infrastrukturprojekten. Bei ihrem Machtpoker auf dem afrikanischen Kontinent rivalisiert die Türkei mit China und Russland. Sie profiliert sich dabei als „ehrlicher dritter Partner“ zwischen den Großmächten und den Europäern, deren schwerste Hypothek ihre koloniale Vergangenheit ist. Unter Erdogan hat die Afrika-Strategie der Türkei in den vergangenen Jahren eine immer stärkere militärische Dimension bekommen. In Somalia unterhält die Türkei nun ihre größte Militärbasis außerhalb des eigenen Landes.
rnd.de

– ANGEZÄHLT –

Zwei Biologen fotografieren in Ghana zum ersten Mal seit 150 Jahren einen Bindenuhu.
deutschlandfunk.de

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Der globale Norden hat einen wesentlichen Bestandteil seines Wohlstands durch die Ausbeutung von Ressourcen im globalen Süden erreicht. Diese Ausbeutung findet immer noch statt.“
Rwothomio Gabriel von der Bildungskampagne No White Saviors aus Uganda über Entwicklungshilfe.
zeit.de

– ZULETZT –

Afrikas Kinohauptstadt Ouagadougou lädt zum Filmfestival ein: Trotz Corona lädt das Panafrikanische Film- und Fernsehfestival von Ouagadougou FESPACO auch 2021 nach Burkina Faso ein. Zum 27. Mal findet Afrikas größtes Filmfestival in diesem Jahr in Burkina Fasos Hauptstadt statt. Eigentlich sollte es wie gewohnt im Frühjahr starten, Corona-bedingt ist man auf den Herbst ausgewichen. Auf dem Programm: Filme, die die aktuellen Krisen des Kontinents widerspiegeln.
dw.com

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