KW 43: Polizeigewalt in Nigeria, Debatte um Bundeswehrtruppen in Mali, Präsidentschaftswahl in Guinea

– NEWS –

Massendemonstrationen nach Polizeigewalt in Nigeria: Unter dem Hashtag #EndSARS protestieren seit mehr als einer Woche tausende Menschen in Nigeria gegen Polizeigewalt. Dabei wurde am Sonnabend der Gouverneur des Teilstaates Osun, Adegboyega Oyetola, angegriffen. Hintergrund der Proteste ist die Erschießung eines jungen Nigerianers durch die mittlerweile aufgelöste Eliteeinheit Special Anti-Robbery Squad (Sars). EIn Handyvideo der Tat landete im Netz und sorgt seitdem für landesweite Demonstrationen sowie Solidaritätsbekundungen im Ausland. Der Spezialeinheit werden von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International Folterungen, Erpressung und sogar Hinrichtungen vorgeworfen.
tagesspiegel.de derstandard.de

Debatte um Bundeswehrtruppen in Mali: Nach dem Umsturz in Mali im August, bei dem das Militär den Präsidenten Ibrahim Bouboucar Keïta festnahm und sich zum neuen Machthaber erklärte, rückt die Frage nach der Positionierung der Bundeswehr in den Vordergrund. Seit 2013 sind im Rahmen der EU-Ausbildungsmission „European Training Mission Mali“ (EUTM Mali) rund 1000 deutsche Soldaten im Land stationiert. Sie sollen für Stabilität sorgen. Die Bundesregierung hat den Putsch zwar formal verurteilt, sendet aber derzeit widersprüchliche Signale nach Mali. Im Kampf gegen Terror, Korruption und Kriminalität bedürfe es weiterhin der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, ließ das Auswärtige Amt in einer Stellungnahme verlauten.
tagesspiegel.de

Präsidentschaftswahl in Guinea bislang friedlich: Am Sonntag waren rund 5,4 Millionen Menschen in Guinea aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Bis zum Abend blieb es weitgehend friedlich, doch die Stimmung ist angeheizt. Grund dafür ist die erneute Kandidatur des Präsidenten Alpha Condé, der sich trotz Überschreitung der Maximaldauer erneut um das Amt bewirbt und sich dabei auf ein Verfassungsreferendum vom März dieses Jahres beruft. Im Vorfeld der Wahlen kam es laut Angaben von Amnesty International bereits zu 50 Todesopfern. Zudem ist das Klima zwischen Condè und seinem Rivalen, dem Oppositionsführer Cellou Dalein, vergiftet.
dw.com

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Erneuter Anschlag von Al-Shabab in Somalia: Im zerfallenen Bürgerkriegsland Somalia haben Kämpfer der islamistischen Al-Shabab-Miliz bei einem Angriff mindestens 13 somalische Soldaten getötet. Der Sprecher der Milizen, Abdiasis Abu Musab, sprach von 24 getöteten Soldaten. Immer wieder kommt es zu Angschlägen und Attentaten der Islamisten im Land. Die Gruppe kontrolliert weite Teile des Südens und des Landeszentrums und erkennt die Regierung in Mogadischu nicht an.
aljazeera.com

Libyen-Krieg: Verhandlungen in Genf: Im libyschen Bürgerkrieg sind führende Militärs der rivalisierenden Konfliktparteien zu Verhandlungen in Genf zusammengekommen. Diese fanden unter Vermittlung der Vereinten Nationen statt. Seit dem Sturz des ehemaligen Nachthabers Muammar al-Gaddafi 2011 ist das Land Schauplatz von blutigen Machtkämpfen. Die international anerkannte Regierung in Tripolis wird seit diesem Jahr von der Türkei militärisch unterstützt. Ihr Widersacher, der abtrünnige General Khalifa Haftar hat Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, aber auch Russland und Frankreich zum Verbündeten.
handelsblatt.com

Feuer auf Kilimandscharo unter Kontrolle: Tagelang hatte Afrikas höchster Berg, der Kilimandscharo gebrannt. Nun vermeldete der Leiter von Tansanias Nationalpark-Behörde Tanapa, Allan Kijazi, gegenüber der Deutschen Presseagentur DPA, man habe das Feuer zu 99 Prozent unter Kontrolle. Am Sonntag vor einer Woche war der Großbrand an der Südflanke des Berges ausgebrochen. Auch die ökologischen Schäden seien nicht so schlimm wie befürchtet, teilte der Bayreuther Biologe Andreas Hemp mit. Er erforscht seit mehr als drei Jahrzehnten die Veränderungen im Kilimandscharo-Biotop.
fr.de

Flüchtlingscamps in Afrika: Dem Leid ins Gesicht sehen taz.de
Liberale Fassade nzz.ch
Weißer Wasserstoff aus Afrika energate-messenger.de
Südafrika stuft Deutschland als Hochrisikoland ein stern.de

– BACKGROUND –

Impfstoff gegen Polio ruft Kinderlähmung hervor: Der zum Kampf gegen die Kinderlähmung hervorrufende Infektionskrankheit Polio hat einen herben Rückschlag erlitten. Zur Bekämpfung von Polio hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO ein Impfprogramm ins Leben gerufen. Nun mehren sich jedoch im Sudan Fälle von Kindern mit Lähmungserscheinungen, die vorher mit dem Impfstoff behandelt wurden. Nun melden 15 afrikanische Länder den Ausbruch des sogenannten Impf-Polio. Grund für den Ausbruch ist dass die Schluckimpfung ein Lebendimpfstoff ist. Sie enthält abgeschwächte Viren, die scheinbar mutiert sind.
deutschlandfunk.de

Missbrauchsvorwürfe: Untersuchung gegen WHO-Mitarbeiter: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eine Ermittlungskommission einberufen. Grund dafür sind Missbrauchsvorwürfe gegenüber eigenen Mitarbeitern, die während der Ebla-Krise in Afrika im Einsatz waren. Mittlerweile haben 50 Frauen angegeben, von diesen sexuell missbraucht worden zu sein. Die frühere Außenministerin von Niger, Aichatou Mindaoudou, und die Menschenrechtsaktivistin Julienne Lusenge aus dem Kongo wurden als Leiterinnen einer Untersuchungskommission eingesetzt.
n-tv.de

Investitionen in afrikanischen Technologiesektor steigen trotz Corona: Trotz der ökonomischen Talfahrt durch die Corona-Pandemie sind die ausländischen Direktinvestitionen in den afrikanischen Technologiesektor 2020 gewachsen. So flossen in den afrikanischen Software- und IT-Sektor 50 Prozent mehr Direktinvestitionen als 2019 – insgesamt 831 Milliarden US-Dollar. Am beliebtesten bei den Investoren waren Kenia und Nigeria und dort vor allem die Bereiche Fintech, E-Health, E-Commerce und Agrartechnologie.
internationalinvestment.net

Jugendarbeitslosigkeit in Südafrika alarmierend: Nach Angaben der SOS Kinderdörfer haben 7 von 10 südafrikanischen Jugendlichen keinen Job. Damit besitzt das Land eine der höchsten Arbeitslosenraten weltweit. Vor allem schwarze Bürger seien überdurchschnittlich betroffen. Dies habe ernsthafte Auswirkungen auf das Vertrauen in den Staat. Auch Gewalt und Drogenkonsum nehmen zu, teilte die Hilfsorganisation mit.
fr.de

– ANGEZÄHLT –

Pro Woche werden derzeit afrikaweit um die 60.000 Neuinfektionen gemeldet, ein Drittel weniger als auf dem europäischen Kontinent an einem einzigen Tag. Angesichts der unterschiedlichen Testpraktiken ist die Aussagefähigkeit der Statistik jedoch gering.
aerzteblatt.de

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– ZITAT –

“Dass ich Geld bezahlen musste, um etwas zu sehen, das mir gewaltsam weggenommen wurde, um dieses kulturelle Erbe zu sehen, das dorthin gehört, wo ich herkomme – das hat zu der Entscheidung geführt, zu handeln.”
Der aus dem Kongo stammende Emery Mwazulu Diyabanza, der ein westafrikanisches Kultobjekt im Pariser Musée du Quai Branly abschraubte und dafür vor Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt wurde.
sueddeutsche.de

– ZULETZT –

Verstorbener auf US-Sanktionsliste: Die Sanktionspolitik der Vereinigten Staaten gegenüber afrikanischen Ländern ist oft kritisiert worden. Zu uneinheitlich, zu intransparent, zu unwirksam. Hilary Mossberg von der Aktivistengruppe The Sentry, die Geldströme im Zusammenhang mit Korruption und Konflikten in Afrika austrocknen will, hat nun die aktuelle Sanktionsliste gegen Einzelpersonen aus Simbabwe unter die Lupe genommen und Robert Mugabe entdeckt. Eben jener Ex-Staatschef, der 2019 verstorben ist. Zumindest den Vorwurf der Inkonsequenz müssen sich die Sanktionen also nicht gefallen lassen.
dw.com

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