KW 43: Filipe Nyusi im Amt bestätigt, Kein Machtwechsel in Botswana, Erster russischer Afrika-Gipfel

– NEWS –

Filipe Nyusi im Amt bestätigt: Bei den Wahlen in Mosambik wurde Filipe Nyusi in seinem Amt bestätigt. Die Wahlen gelten als Gradmesser für die Stabilität des Friedens in dem Land. Es waren die ersten Wahlen, seit die Regierungspartei FRELIMO und die Oppositionspartei RENAMO im August ein Friedensabkommen unterschrieben hatten. Zuvor litt das Land unter Jahrzehnten voller Bürgerkrieg. Komplett friedlich lief die Wahl jedoch nicht. Der Chef der EU-Wahlbeobachtermission in Maputo, Nacho Sánchez Amor, sprach von einem “unfairem Wettbewerb” und einem Klima der Gewalt und Einschüchterung. Die FRELIMO wies Vorwürfe von Manipulationen zurück.
dw.com

Kein Machtwechsel in Botswana: Die Demokratische Partei Botsuanas (BDP) ist nicht von der Macht zu vertreiben. Seit 1966 regiert sie mittlerweile die sogenannte Vorzeigedemokratie Afrikas. Die Partei von Staatschef Mokgweetsi Masisi erhielt 38 von 57 Sitzen, teilte die Wahlkommission mit. Die Wahlen waren mit Spannung erwartet worden. Interne Streitigkeiten hatten der Partei zugesetzt, wovon die Opposition profitierte.
dw.com

Erster russischer Afrika-Gipfel: Der russische Präsident lud zum Afrika-Gipfel nach Sotschi und 40 Regierungschefs kamen. Im Zentrum des Gipfels standen fast ausschließlich Wirtschaftspolitische Themen. Fragen der Entwicklungszusammenarbeit oder der humanitären Hilfe wurden nur am Rande behandelt. Putin hatte einige militärische und wirtschaftliche Angebote im Gepäck. Dafür konnte er sich den Zugang zu Rohstoffen sichern. Russland hat seine Afrika-Politik seit den Sanktionen rund um die Krim-Annexion intensiviert.
spiegel.de

Eskalation in Guinea-Bissau: In Guinea-Bissau eskaliert der Präsidentschaftswahlkampf. Eigentlich sollte die Wahl am 24. November stattfinden, doch ob der Termin eingehalten werden kann, ist mehr als fraglich. Die zwölf Kandidaten fahren eine gegenseitige Schmutzkampagne. Das Wahlsystem in dem Land ist komplett veraltet und auch die Wählerlisten sind nicht auf dem neuesten Stand.
dw.com

Gewalt in Äthiopien: Gerade erst ist Ministerpräsident Abiy Ahmed der Friedensnobelpreis zuerkannt worden. Die Lage in seinem Land ist dagegen alles andere als friedlich. Bei Protesten gegen ihn sind bereits knapp 70 Menschen gestorben. Auslöser waren Gerüchte über die angebliche Misshandlung des Abiy-Kritikers und Internetaktivisten Jawar Mohammed. Daraus entwickelten sich schließlich ethnische Konflikte.
dw.com

Poliozentrum kooperiert mit Klinik in Nigeria rhein-zeitung.de
Remarque-Preis für Ngugi wa Thiongo sueddeutsche.de
Russland weitet Aktivitäten in Afrika im Atomsektor aus orf.at

– BACKGROUND –

Digitales Afrika: Die Kenianerin Juliana Rotich hat den Deutschen Afrika Preis erhalten. Die Unternehmerin hat ein System entwickelt, mit dem eine Internetverbindung auch in entlegenen Gebiet ermöglicht werden soll. Der IT-Markt entwickelt sich in ganz Afrika rasant. In Kenia hatten 2008 nur acht Prozent der Bevölkerung Zugang zum Internet, heute sind es 88 Prozent. Google und Facebook haben nicht zuletzt darum angekündigt, ein eigenes Unterseekabel nach Afrika verlegen zu wollen. Studien belegen, dass Internet-basierte Dienste und Breitband noch mehr als der Mobilfunk wirtschaftliches Wachstum und menschliche Entwicklung vorantreiben. So rechnete die Weltbank aus, dass ein Breitbandausbau um zehn Prozent das Wirtschaftswachstum in China um 2,5 Prozent gesteigert hat.
capital.de

Gespräche über Nilstaudamm: Lange Zeit schien der Streit um den Nilstaudamm zwischen Äthiopien und Ägypten festgefahren zu sein. Äthiopien baut seit 2010 an den Staudamm, der Ägypten um seine Süßwasserzufuhr bangen lässt. Nun trafen sich Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi und Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed zu Gesprächen. Ein Ausschuss aus technischen Experten solle jetzt seine Arbeit umgehend auf “offenere und positivere Weise” als bisher fortsetzen, teilte das ägyptische Präsidialamt mit. Ziel sei eine “abschließende Vision” zur Befüllung und zum Betrieb des Grand Ethiopian Renaissance Dam.
dw.com

Literaturfestival in Lagos: In der nigerianischen Hauptstadt Lagos fand das Literaturfestival Aké statt. In den letzten Jahren ist die literarische Szene dort stark gewachsen. Gerade viele junge Autoren fangen an politische Themen literarisch zu behandeln. Dabei reicht das Spektrum von den Nachwirkungen des historischen Kolonialismus bis zur Sexualität. Dabei werden auch queere Themen behandelt, was nicht ohne Risiko ist. Homosexualität ist Nigeria immer noch illegal und kann mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft werden.
dw.com

– ANGEZÄHLT –

In 160 Ländern wird die Plattform Ushahidi der kenianischen Unternehmerin Juliana Rotich genutzt. Auf der Plattform können Nutzer Informationen aus und über Krisengebiete hochladen.
dw.com

– ZITAT –

“Ich bin zwar eine afrikanische Schriftstellerin. Aber das ist sehr ermüdend. Das ist meine Perspektive, aus der ich schreibe.”

Die Schriftstellerin Chika Unigwe darüber, dass sie regelmäßig als afrikanische Autorin präsentiert wird, bei Kollegen aus den USA oder Europa die Herkunft aber nicht erwähnt wird.
dw.com
– ZULETZT –

Kamerunische DW-Journalistin darf nicht nach Australien: Der Journalistin Mimi Mefo aus Kamerun, die für die Deutsche Welle arbeitet, wurde das australische Visum verweigert. Mefo sollte auf einer Konferenz über den Konflikt zwischen der englischsprachigen und französischsprachigen Bevölkerung in Kamerun sprechen. Einen objektiven Grund für die Verweigerung des Visums gab es nicht. Offensichtlich hatten die Behörden Angst, Mefo könnte in Australien bleiben und einen Antrag auf Asyl stellen. Dabei lebt die Journalistin seit kurzem in Deutschland als freie Mitarbeiterin der Welle.
dw.com

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