KW 42: Asbest-Skandal in Südafrika, Feuer auf dem Kilimandscharo, WHO-Missbrauchsskandal

– NEWS –

In Südafrikas Asbest-Skandal beginnen bald erste Prozesse: Letzte Woche wurden mehr als zehn Personen verhaftet, gegen die Vorwürfe wegen Betrugs, Geldwäsche und Korruption im Raum stehen. Im Zentrum geht es um einen Korruptionsskandal: Die Dächer tausender Häuser sollten vor Jahren auf Staatskosten vom Asbest befreit werden, Kostpunkt: Umgerechnet rund 20 Millionen Euro. Der Geschäftsmann Edwin Sodi gab einen Teil der Summe an mehrere African National Congress-Mitglieder weite und kaufte sich selbst mehrere Luxusautos. Saniert wurde hingegen nicht ein einziges Dach.
Zweieinhalb Jahre nach dem Ende Jacob Zumas Regierungszeit werden die Verhaftungen als erstes Zeichen gewertet, dass sich die südafrikanische Staatsanwaltschaft und Justiz allmählich neu aufgestellt und von der Korruption befreit hat.
derstandard.at

Feuer auf dem Kilimandscharo: Seit Sonntagnachmittag brennt es auf dem rund 6.000 Meter hohen Berg in Tansania. Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig. Momentan versuchen Rettungsdienste und Anwohner aus angrenzenden Gemeinden, dem Feuer auf dem zum Weltnaturerbe zählenden Bergmassiv einzudämmen. Bisher gibt es noch keine Details zu Brandschäden.
spiegel.de

Missbrauchs-Skandal der WHO in Kongo-Kinshasa: Während der Ebole-Epidemie in den vergangenen zwei Jahren sollen Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation und anderer internationaler Organisationen Frauen sexuell missbraucht und ausgebeutet haben. Laut eines Berichts der Nachrichtenagentur “The New Humanitarian” und der Thomson Reuters Foundation werfen mehr als fünfzig Frauen Mitarbeitern der WHO und anderer Organisationen vor, sexuelle Übergriffe und Ausbeutung im Zeitraum zwischen August 2018 und März 2020 verübt zu haben.
Der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, versprach eine rigorose Untersuchung der Vorwürfe gegen beschuldigte Ärzte und andere Mitarbeiter.
nzz.ch

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Geiselnahmen in Mali: Nach Monaten in Gefangenschaft wurde Malis Oppositionsführer Soumaïla Cissé befreit. Zudem wurde eine vor rund vier Jahren entführte, eine französische Entwicklungshelferin, befreit. Offenbar waren beide Geiseln Gegenstand eines Gefangenenaustauschs mit den Geiselnehmern. Seit 2012 islamistische Gruppen die Kontrolle über Malis Norden erlangten, ist die Lage dort instabil.
Eine erst kürzlich befreite Geisel soll die französischen Behörden zudem darüber informiert haben, dass eine ebenfalls seit vier Jahren entführte Schweizer Missionarin von den Islamisten getötet wurde.
spiegel.de, tagesschau.de

Nigerianische Sonder-Polizeieinheit vor Auflösung: Nach tagelangen Protesten gegen die Brutalität der Polizei soll die nigerianische Regierung die sogenannte “Sars-“Polizeieinheit auflösen. Die “Special Anti-Robbery Squad”, eine Raub-Sonderkommission, wird beschuldigt, überbordende Gewalt und sogar Morde verübt zu haben. Als in der vergangenen Woche Videos von fragwürdigen Polizeieinsätzen online publik wurden, folgte ein Sturm der Entrüstung und nationale Proteste.
theguardian.com

Gründe für die bisher glimpfliche Ausbreitung von Corona in Afrika: Noch im Frühjahr waren die Sorgen groß, dass der afrikanische Kontinent vom damals neuen Corona-Virus besonders betroffen sein könnte. Doch im bisherigen Verlauf zeigt sich, dass es in Afrika vergleichsweise wenig Virustote gibt. Rund 1,48 Millionen registrierte Covid-19-Fälle gibt es bisher auf dem Kontinent, doch mit 36.200 Covid-Toten ist die Sterberate im Vergleich zu Europa eher gering. Warum? Ein wesentlicher Faktor dürfte das Alter der Menschen in Afrika sein, so Forscher. “In den meisten afrikanischen Ländern sind nur rund drei Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt”, erklärt Matshidiso Moeti, die Afrika-Chefin der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Zum Vergleich: In Deutschland sind es etwa 18 Prozent. Die Rate könnte aber auch durch Lebenssituation und Immunsystem der afrikanischen Bevölkerung bedingt sein, meinen Experten.
t-online.de

Chinas Afrika-Investment: “Die Pandemie könnte viele Jahre des Fortschritts zunichtemachen” spiegel.de
Unicef warnt vor Schulschließungen in West- und Zentralafrika theguardian.com
Illegale Grenzübertritte an der Grenze zwischen Südafrika und Zimbabwe africanews.com
Selbstmordrate in Malawi verzeichnet dramatischen Anstieg theguardian.com

– BACKGROUND –

Das Welternährungsprogramm der UN erhält den Friedensnobelpreis: Das 1961 gegründete World Food Programm (WFP) der Vereinten Nationen wird in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Die Arbeit der UN-Organisation ist seit fast 60 Jahren nicht nur lebensrettend, sondern auch friedensstiftend. “Die Mitarbeiter des in Rom ansässigen WFP setzten oft ihr eigenes Leben aufs Spiel, um das Leben anderer zu retten”, lobte UN-Generalsekretär Antonio Guterres.
Gerade die Pandemie verschärft die weltweite Hungersituation nochmals, Hungersnöte nehmen global zu. Bereits im April 2020 sprachen WFP-Vertreter von “Hungersnöten biblischen Ausmaßes”. In etwa 25 Ländern seien die Menschen in den kommenden Monaten verheerendem Hunger ausgesetzt. Zugleich sinken die Einnahmen von und Spenden an die UN-Organisation. Mit der Vergabe des mit umgerechnet rund 870.000 Euro dotierten Friedensnobelpreis unterstreicht das Nobel-Preis-Komitee die immense Bedeutung, die das WFP für die gesamte Welt hat.
sueddeutsche.de, dw.com

Kolonialistisches Gedankengut in afrikanischen Schulbüchern: In vielen afrikanischen Schulbüchern werden auch sechzig Jahre nach dem offiziellen Ende der Kolonialherrschaft historische Ereignisse noch immer aus Sicht der ehemaligen Kolonialherren vermittelt. Um das zu ändern, haben sich einige Initiativen gebildet. Es sei an der Zeit, Afrikas Geschichte aus Afrikas Perspektive zu erzählen. So setzen sich beispielsweise die Regierungen Kenias und Südafrikas dafür ein, eine Geschichtsvermittlung abseits des eurozentristischen Blickwinkels im heutigen Schulwesen zu vermitteln.
dw.com

Fragwürdige Wasserstoff-Gewinnung im Kongo: Um die Energiewende voranzutreiben, setzt Deutschland auf “grünen” Wasserstoff aus Wasserkraftwerken – beispielsweise aus solchen am Kongo-Fluss. Kritiker werfen der Bundesrepublik eine Energiewende auf Kosten Afrikas vor. Denn der Kontinent benötigt den dort produzierten Strom eigentlich selbst. Der – noch nicht spruchreife – Plan, in der bitterarmen Demokratischen Republik Kongo Milliarden zu investieren, um dort Wasserstoff zu gewinnen, erscheint moralisch wie entwicklungspolitisch fragwürdig.
taz.de

– ANGEZÄHLT –

Hinter jeder vierten Unternehmensgründung in Afrika steckt laut einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger eine Frau.
dw.com

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Ihre Botschaft gut hörbar: Podcasts führen Ihren Siegeszug fort und bieten für Unternehmen, Medienhäuser und Privatpersonen eine neue Bandbreite an Möglichkeiten Menschen zu erreichen. In unserem Podcast-Studio in Berlin-Mitte können Sie Ihre eigenen Audio-Formate aufzeichnen. Gerne unterstützen wir Sie von der Konzeption bis zur Postproduktion und dem Vertrieb. Kommen wir in Kontakt: podcastproduktion.berlin

– ZITAT –

“Diese Akteure prägen seit Jahrzehnten das politische Geschäft, und darin liegt vielleicht das Problem.”
Florian Karner, Vertreter der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Abidjan, zur am 31. Oktober stattfindenden, mit Spannung erwarteten Wahl in der Elfenbeinküste.
dw.com
– ZULETZT –

Cannabis-Produkte beflügeln Wirtschaft im südlichen Afrika: Viele Unternehmen und Regierungen haben das milliardenschwere Potential der Produktion von medizinischem Cannabis entdeckt. Doch es gilt, ein waches Auge bezüglich der rechtlichen Rahmenbedingungen der Handprodukt-Herstellung zu haben – oder diese entsprechend anzupassen.
deutschlandfunk.de

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