KW 41: Gewalt gegen Frauen wächst, Afrikas Superreiche, Saiko – die ökologische Katastrophe vor der Küste Ghanas

– NEWS –

Milliardenverluste: Nach Angaben des UN-Berichts zur wirtschaftlichen Entwicklung in Afrika 2020 gehen afrikanischen Staaten jährlich 88,6 Milliarden US-Dollar, oder 3,7 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Kontinents verloren. Grund hierfür seien illegale Finanzströme. UNCTAD-Generalsekretär Mukhisa Kituyi erklärte, dass hierdurch Afrika und seinen Menschen ihrer Perspektiven beraubt würden. Illegale Kapitalflucht höhle die Transparenz und Rechenschaftspflicht aus und schwäche zudem das Vertrauen in afrikanische Institutionen.
euractiv.de

Gewalt gegen Frauen wächst: Die Zahl von Fällen sexualisierter Gewalt und von Frauenmorden in Afrika ist seit Ausbruch der Pandemie weiter gestiegen. Geschlechtsspezifische Gewalt ist vielen afrikanischen Frauen nicht fremd. Die UN bezeichnen es als eine “Schattenpandemie”: Nicht nur in Afrika, sondern weltweit haben Gewalt, sexueller Missbrauch und der Mord an Frauen alarmierend zugenommen. Die Gründe lassen sich auch auf die Corona-Pandemie zurückführen.  In Südafrika wird nach den neuesten Statistiken der südafrikanischen Polizei alle drei Stunden eine Frau ermordet. Die Regierung hat auch während des Lockdowns vom 27. März bis 16. April einen Anstieg von Gewalt gegen Frauen verzeichnet.
dw.com

Afrikas Superreiche: Das Wirtschaftsmagazin ‘Forbes’ hat im Januar die reichsten Menschen Afrikas erstellt. In acht von den 54 afrikanischen Ländern leben Milliardäre. Das sind doppelt so viele Staaten wie noch 2011. Drei Milliardäre Nigerias gehören zu den zehn reichsten Afrikanern. Der reichste Mensch Afrikas stammt aus Nigeria: Aliko Dangote. In Ägypten gehört der ehemalige Verkehrsministers Mohamed Mansour und Naguib Sawiris zu den Superreichen. Das Vermögen des Gründers und CEO, Issad Rebrab, von Algeriens größter Firma in Privatbesitz, Cevital, stieg während der Krise ebenfalls an. Der fünftreichste Mensch in Afrika ist der Südafrikaner Johann Rupert. Algerien, Angola, Tansania, Zimbabwe weisen je ein Milliardär vor.
capital.de

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Die Vereinten Nationen fordern Aufhebung des Todesurteils von Sänger Yahaya Sharif-Aminu: Im August wurde der nigerianische Sänger Yahaya Sharif-Aminu von einem Scharia-Gericht zum Tode verurteilt worden. Man wirft ihm Gotteslästerung vor. In einem Lied habe er sich abfällig über den Propheten Mohammed geäußert. Mehrere UNO-Menschenrechtsexperten fordern, das Todesurteil aufzuheben. Völkerrechtlich sei der künstlerische Ausdruck von Meinung und Überzeugungen geschützt, wie es in einer Erklärung des Hochkommissariats für Menschenrechte heißt.
deutschlandfunk.de

Der Zentralplatz in der ehemaligen Kolonialhauptstadt Saint-Louis wird umbenannt: Saint-Louis, 1659 gegründet, ist die älteste Kolonialstadt an der westafrikanischen Küste und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Senegal hat in seiner ehemaligen Hauptstadt einen zentralen Platz neu getauft: Sein zentraler Platz wurde nach Louis Leon Cesar Faidherbe benannt, der Nordfrankreich 1870-1871 vor einer preußischen Invasion schützte.
africa.cgtn.com

African-European Youth Forum geo.de
Afrika trifft die Pandemie nicht so schwer wie erwartet focus.de
Nigerias Jugend und ihre Widerstandskraft. dw.com
Afrikanische Startups bilden Kooperationen mit Finanzinstitutionen iafrica.com

– BACKGROUND –

Saiko – die ökologische Katastrophe vor der Küste Ghanas: Saiko ist ein Begriff, der in der ghanaischen Fischereiindustrie verwendet wird, um den Fisch zu bezeichnen, der von industriellen Trawlern als unerwünscht angesehen wird und der an Kanufahrer auf See weitergegeben (umgeladen) wird. Als die kommerziell genutzten Arten durch Überfischung schrumpften, begannen die Trawler absichtlich auf die kleineren Fische zu fischen, von denen die örtlichen Kanufischer traditionell abhängig waren. Schließlich, als kleine Fischpopulationen vernichtet wurden, brachten einige der lokalen Fischer überhaupt keine Netze mehr ins Meer, sondern trafen sich einfach mit den Trawlern, füllten ihre Kanus mit gefrorenem Fisch und kehrten in den Hafen zurück. Knapp 90% der Trawler werden von chinesischen Unternehmen betrieben, obwohl der ausländische Besitz von Schiffen verboten ist.
oceanographicmagazine.com

Mali ernennt neuen Premierminister: Malis neuer Premierminister heißt Moctar Ouané und wurde vom Übergangspräsident N’Daw ernannt. Ouané war früher Außenminister und Diplomat. Seine Nominierung wird von Beobachtern als Signal an die Nachbarstaaten gewertet, wieder Vertrauen in die politische Stabilität Malis zu gewinnen. Nach einer 18-monatigen Übergangszeit werden Wahlen stattfinden. Der ehemalige Präsident Malis Keita wurde Mitte August gestürzt, weil Putschisten ihm vorwarfen unzureichendes gegen Terroristen vorzugehen.
deutschlandfunk.de

2. Oktober 1520 – Der Beginn der Sklaverei: Unter der spanischen Flagge segelte ein Schiff 1520 von der afrikanischen Westküste zur spanischen Kolonie Hispaniola. Vollgepackt mit wertvollen Rohstoffen: Gold, Elfenbein und Sklaven. 50 Männer, die an Händen und Füßen mit Eisenketten zusammengeschlossen wurden. Mit den Kolonialmächten, Spanien und Portugal, begann der transatlantische Menschenhandel. Die Folgen der Ungleichbehandlung und Rassismus gegenüber Schwarzen sind noch heute spürbar.
deutschlandfunknova.de

– ANGEZÄHLT –

Illegale Kapitalflucht verursacht einen jährlichen Verlust von 88,6 Milliarden US-Dollar, das entspricht 3,7 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung.
euractiv.de

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– ZITAT –

“Die sozialen Normen und Standards sind so schwach, dass Frauen einfach getötet, vergewaltigt, verprügelt und entsorgt werden. Das Land befasst sich nicht gut genug damit und übt nicht genug Druck aus, um auf die Gleichstellung der Geschlechter in diesem Land hinzuwirken.”
Lesley Ann Foster, Vorsitzende der Frauenrechtsorganisation Masimanyane Women’s Rights International in Südafrika.
dw.com

– ZULETZT –

Der Musikdienst Mdundo startet an der Dänischen Börse: Der in 2013 in Kenia gegründete Musikdienst Mdundo hat mittlerweile über fünf Millionen aktive Nutzer und mehr als 20 Millionen Downloads und Streams pro Monat. Da Mdundo seinen Hauptsitz in Dänemark hat, startet er auch an der dortigen Börse durch. Mdundo steht Benutzern weltweit zur Verfügung, konzentriert sich jedoch auf 15 afrikanische Länder, darunter Kenia, Tansania, Uganda, Nigeria, Ghana, Sambia, Simbabwe, Mosambik, Angola, Ruanda, Kamerun, Kongo, Malawi, Südafrika und Namibia.
musicbusinessworldwide.com

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