KW 41: Äthiopiens Truppen starten neue Offensive, Digitalexperten kritisieren die Monopolstellung Facebooks, Google will Digitalisierung Afrikas fördern

– NEWS –

Äthiopiens Truppen starten neue Offensive: Truppen der äthiopischen Regierung und deren Verbündete haben offenbar in der Region Amhara im Norden des Landes eine neue Offensive gegen Kämpfer der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) gestartet. In mehreren Gebieten habe es Luft- und Bodenangriffe gegeben, sagten Mitarbeiter humanitärer Organisationen der Nachrichtenagentur AFP. In der vergangenen Woche hatte das Außenministerium in Addis Abeba sieben UN-Mitarbeiter wegen des Vorwurfs der Parteilichkeit ausgewiesen – ein beispielloser Vorgang. UN-Generalsekretär António Guterres reagierte scharf und erklärte bei einer Sondersitzung des Sicherheitsrats am Mittwoch: „Wir sind der Auffassung, dass Äthiopien gegen das Völkerrecht verstößt.“
dw.com

Digitalexperten kritisieren die Monopolstellung Facebooks: Der Facebook-Crash zeigt, dass der Konzern zu viel Marktmacht besitzt und mit seinem zentralen System extrem störanfällig ist, sagen Digitalexperten. Der Crash habe zudem gezeigt, welche Monopolstellung der Konzern in vielen Ländern einnimmt, erklärte etwa die Berliner FDP-Digitalexpertin Ann Cathrin Riedel. Gerade in Ländern Afrikas und Südamerikas seien zahlreiche Menschen geradezu abhängig vom Facebook-Konzern, da dieser mit zahlreichen Mobilfunkanbietern vor Ort kooperiere. Denn bei der Verwendung der Facebook-Dienste fällt dort kein Datenvolumen an – im Gegensatz zum restlichen Internet. Der Ausfall sei für die Menschen dort also gleichbedeutend mit einem kompletten Internetausfall. Diese Monopolstellung ist laut Experten gefährlich. Grundsätzlich müsse die Politik das Internet betreffend viel mehr auf Cybersicherheit setzen – das Risiko für kritische Ausfälle könne so reduziert werden.
berliner-zeitung.de, tagesspiegel.de

Google will Digitalisierung Afrikas fördern: Google will über die nächsten fünf Jahre eine Milliarde Dollar – also 862 Millionen Euro – in die Digitalisierung Afrikas investieren. Unter anderem mit einer neuen Untersee-Kabelverbindung, die schnellere Internetgeschwindigkeiten und niedrigere Verbindungskosten ermöglichen soll. Das „Equiano“ genannte Glasfaserkabel soll durch die Länder Südafrika, Namibia, Nigeria und die abgelegene Insel St. Helena verlaufen und den Kontinent mit Europa verbinden. In Afrika haben gerissene Unterseekabel wiederholt zu massiven Internet-Problemen geführt. Anfang 2020 waren zwei Kabel im Atlantik ausgefallen, die etliche Länder Afrikas mit Europa verbinden. Dadurch wurden auch internationale Anrufe sowie mobiles Roaming beeinträchtigt.
svz.deonvista.de

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Steuern sind und bleiben ein heikles Thema: Gibt es künftig mehr oder weniger Einkommenssteuer? Und was passiert mit der Unternehmenssteuer, der sogenannten „Reichensteuer“ und der Erbschaftssteuer? Der Steuerpolitische-Check gibt einen Einblick in die Steuerpolitik der Parteien und einen Aufschluss für Selbstständige sowie Unternehmen. Die Journalistin Jessica Schwarzer spricht mit dem Geschäftsführer der ETL SteuerRecht GmbH, Dietrich Loll über Einkommenssteuern, Steuern im Bereich Klima und auch soziale Themen wie die Grunderwerbssteuer. Das Experten-Interview von Deutschlands führender Steuerberatungsgruppe nimmt das Thema Steuerpolitik unter die Lupe und gewährt einen interessanten Einblick und Überblick über Steuern in Bezug auf mögliche Koalitionen. youtube.com

Nonne nach vier Jahren Gefangenschaft in Mali frei: Die kolumbianische Nonne Gloria Cecilia Narváez ist nicht mehr in der Gefangenschaft von Islamisten in Mali. Mehrere Geheimdienste sollen in die Verhandlungen über ihre Freilassung involviert gewesen sein. Auf einer im Staatsfernsehen gezeigten Aufnahme sagte die 59-Jährige, dass sie sehr glücklich sei, die fünf Jahre lang gesund geblieben zu sein. Sie wurde im Frühjar 2017 im Osten des Landes entführt, als sie sich, laut Aussagen einer Mitschwester, den Entführern anbot, die gerade zwei jüngere Nonnen entführen wollten.
spiegel.de

Neue Regierung in Marokko: Marokkos König Mohammed VI. hat eine neue Regierung unter Führung des Geschäftsmanns und Milliardärs Aziz Akhannouch eingesetzt. Zu den 24 Mitgliedern des neuen Kabinetts zählen sieben Frauen – drei mehr als bisher. Zu den Herausforderungen für die neue Regierung zählen unter anderem eine Reihe wirtschaftlicher Probleme sowie zunehmende Spannungen mit dem Nachbarland Algerien. Bei der Parlamentswahl in Marokko am 8. September war Akhannouchs RNI mit 102 von 395 Sitzen stärkste Kraft geworden.
n-tv.de

Fast 200 Menschen in Nigeria befreit: In Nigeria haben Sicherheitskräfte eine umfassende Rettungsoperation durchgeführt, um Dutzende entführte Menschen zu befreien. Der Polizeisprecher Mohammed Shehu verkündete die Rettung von 187 Menschen. Die Entführten waren bereits vor mehreren Wochen von bewaffneten Banden aus vier Regierungsbezirken des Bundesstaates Zamfara gewaltsam verschleppt worden. Seit Dezember vergangenen Jahres steht Zamfara immer wieder im Mittelpunkt von gewalttätigen Entführungen durch schwer bewaffnete Banden.
spiegel.de

Parlamentswahl in Libyen verschoben taz.de
Bundeswehr muss Trinkwasser für Soldaten nach Mali fliegen faz.net
Ehemaliger UN-Beamter wird nach Umsturz Ministerpräsident in Guinea derstandard.de
Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed für fünf weitere Jahre im Amt vereidigt zeit.de

– BACKGROUND –

Gerechtigkeit für Thomas Sankara: In Burkina Faso beginnt am Montag ein historischer Prozess: Es geht um das Attentat auf den damaligen Präsidenten Thomas Sankara. Der Hauptangeklagte und spätere Präsident Blaise Compaoré wird nicht vor Ort sein. Sankara und zwölf weitere Militärs waren am 15. Oktober 1987 ums Leben gekommen, als nach einer Versammlung das Feuer auf sie eröffnet wurde. Die Zivilgesellschaft hat großen Anteil daran, dass der Prozess überhaupt möglich ist, findet der in Kanada lebende Politikwissenschaftler Aziz Salmone Fall, der die internationale Kampagne „Gerechtigkeit für Thomas Sankara“ koordiniert. „Die junge Generation, die Sankara gar nicht gekannt hat, hat das Regime Compaoré umgeworfen.“ Ihre wochenlangen Proteste zwangen Compaoré schließlich zum Rücktritt. Unter der Übergangsregierung von Michel Kafando wurde Sankaras Leichnam exhumiert. Aufgeklärt werden muss aus seiner Sicht aber auch die Rolle Frankreichs, der einstigen Kolonialmacht. Erst im Jahr 2017 hatte Präsident Emmanuel Macron in Ouagadougou die Freigabe aller französischen Dokumente zur Ermordung von Sankara angekündigt. Sankara, der sich für lokale Produktion einsetzte und von seinen Anhängern und Anhängerinnen bis heute für seine Bescheidenheit verehrt wird, war vielen ein Dorn im Auge.
dw.com

Neue Droge verbreitet sich im Kongo: In Kinshasa, Hauptstadt der demokratischen Republik Kongo, breitet sich eine neue Droge aus: „Bombé“ besteht aus Auto-Katalysatoren und lässt die Konsumenten wie Zombies wirken. Nun häufen sich Fahrzeugteil-Diebstähle und Berichte über Todesfälle. „Bombé“ heißt „gewaltig“ auf Lingala – und so lässt sich der Effekt wohl am ehesten beschreiben: ein Zustand nahe am Koma. Damit die Konsumenten zumindest das Essen nicht völlig vergessen, mischen sie Appetitanreger mit in die Droge. Es gibt Berichte über erste Todesfälle, aber keine offiziellen Statistiken. Kongos Präsident Felix Tshisekedi rief dazu auf, gegen den Verkauf der Drogen vorzugehen. Die Polizei präsentierte kurz darauf festgenommene Dealer und sichergestellte Tütchen mit dem Pulver. Doch geholfen haben die Polizeiaktionen bisher kaum.
tagesschau.de

– ANGEZÄHLT –

90 Jahre alt wurde der südafrikanische Erzbischof und Menschenrchtskämpfer Desmond Tutu am Donnerstag.
derstandard.de

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Wir müssen ehrlich zu uns selbst sein. Es gab eine koloniale Plünderung, das ist absolut wahr“
sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron über vom afrikanischen Kontinent geraubte Kunstwerke.
deutschlandfunk.de

– ZULETZT –

Frankreich gibt Kunstwerke an Benin zurück: Frankreich will 26 afrikanische Kunstobjekte Ende Oktober an ihr Herkunftsland Benin zurückgeben. Der französische Präsident Macron erklärte anlässlich eines Afrika-Frankreich-Gipfels in Montpellier, die Stücke aus der Zeit des westafrikanischen Königreichs Dahomey sollten noch in diesem Monat in Benin eintreffen. Macron hatte etwa 3.000 Vertreter der afrikanischen Zivilgesellschaft, vor allem junge Unternehmer und Künstler, eingeladen, um über die Beziehungen zwischen Frankreich und dem Kontinent zu diskutieren. Es ist das erste Mal, dass zu dem traditionellen Afrika-Frankreich-Gipfel keine anderen Staatsoberhäupter geladen waren.
derstandard.de

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