KW 39: Putschversuch im Sudan vereitelt, Malische Regierungskontakte zu russischen Söldnergruppen bestätigt, Namibia vertagt Abstimmung über deutsche Entschädigungen erneut

– NEWS –

Putschversuch im Sudan vereitelt: Die Übergangsregierung im Sudan hat offenbar einen Militärputsch vereitelt. Abtrünnige Militäreinheiten hatten versucht, Regierungsbehörden und einen staatlichen Radiosender zu besetzen, um die Macht an sich zu reißen, so die staatliche Nachrichtenagentur Suna in der sudanesischen Hauptstadt Khartoum. Es habe Kämpfe gegeben, hieß es, dutzende Offiziere, die sich an dem Putschversuch beteiligt hätten, seien verhaftet worden.
tagesschau.de

Malische Regierungskontakte zu russischen Söldnergruppen bestätigt: Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat am Rande der UN-Vollversammlung in New York bestätigt, dass die malische Regierung Kontakt zu einer russischen Söldnerfirma aufgenommen hat. Berichte über einen möglichen Einsatz der Söldnerfirma Wagner hatten in Deutschland die Debatte über einen möglichen Rückzug der Bundeswehr aus dem Sahel-Land belebt und in Frankreich Besorgnis ausgelöst. Mali wird wie andere Länder der Sahel-Zone von bewaffneten Gruppen und Islamistenmilizen bedroht, die zum Teil dem Islamischen Staat oder Al-Qaida die Treue geschworen haben.
faz.net

Namibia vertagt Abstimmung über deutsche Entschädigungen erneut: Das Parlament von Namibia hat die Ratifizierung des sogenannten Genozidabkommens mit Deutschland vertagt. Bei der Debatte im namibischen Parlament kam es zu tumultartigen Szenen. Am frühen Abend wurden die weitere Aussprache und die Abstimmung darüber vertagt. Die Parlamentsdebatten waren bereits im Juni ausgesetzt worden, da Namibia mit einer verheerenden COVID-19-Infektionswelle zu kämpfen hatte. Dies verzögerte die Entscheidung der Nationalversammlung zu Berlins Angebot einer formellen Entschuldigung für den zwischen 1904 und 1908 begangenen Völkermord an den Nama und Herero auf dem Gebiet des heutigen Namibia.
dw.com

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Steuern sind und bleiben ein heikles Thema: Im Bundestagswahlkampf werden sie wieder hitzig debattiert! Kommt die große Steuerreform? Gibt es künftig mehr oder weniger Einkommenssteuer? Und was passiert mit der Unternehmenssteuer, der sogenannten „Reichensteuer“ und der Erbschaftssteuer? Der Steuerpolitische-Check gibt einen Einblick in die Steuerpolitik der Parteien und einen Aufschluss für Selbstständige sowie Unternehmen. Die Journalistin Jessica Schwarzer spricht mit dem Geschäftsführer der ETL SteuerRecht GmbH, Dietrich Loll über Einkommenssteuern, Steuern im Bereich Klima und auch soziale Themen wie die Grunderwerbssteuer. Das Experten-Interview von Deutschlands führender Steuerberatungsgruppe nimmt das Thema Steuerpolitik unter die Lupe und gewährt einen interessanten Einblick und Überblick über Steuern in Bezug auf mögliche Koalitionen. youtube.com

Paul Rusesabagina in Ruanda verurteilt: Paul Rusesabagina wurde gefeiert, weil er während des Genozids in Ruanda mehr als 1000 Menschen das Leben rettete, Hollywood verfilmte sein Leben. Am Montag wurde er für schuldig befunden, wegen Unterstützung einer terroristischen Organisation und muss für 25 Jahre ins Gefängnis. Das Gericht in Ruandas Hauptstadt Kigali sah es als erwiesen an, dass Rusesabagina die von ihm mitgegründete bewaffnete Gruppe Nationale Befreiungsfront finanziell unterstützte und bei Anwerbung von Kämpfern und der Planung von Anschlägen beteiligt war.
sueddeutsche.de

Algerien setzt Flugverkehr mit Marokko aus: Algerien hat seinen Luftraum für alle Flugzeuge aus dem Nachbarland Marokko gesperrt. Die algerische Präsidentschaft teilte in einer Erklärung mit, die Schließung gelte ab sofort. Als Grund für den Schritt wurden Provokationen und feindliche Aktionen von marokkanischer Seite genannt. Ende August hatte Algerien die diplomatischen Beziehungen zu Marokko abgebrochen. Das Verhältnis beider Länder ist seit Jahrzehnten wegen eines Streits um die Westsahara angespannt.
deutschlandfunk.de

Tunesischer Präsident Saied weitet Machtbefugnisse aus: Fast zwei Monate nach der Entmachtung der Regierung und des Parlaments hat Präsident Kais Saied seine eigenen Machtbefugnisse ausgeweitet. Saied ließ verkünden, dass er zukünftig per Dekret regieren werde-praktisch ohne weitere Kontrolle oder Einflussnahme eines Parlaments oder einer Regierung. Mit dem Schritt setzte Präsident Saied nun quasi Teile der neuen Verfassung aus, die nach der Revolution und dem Sturz von Langzeit-Machthaber Ben Ali 2011 erarbeitet worden war. Zuvor hatte Saied in einer Rede noch die Ernennung eines neuen Ministerpräsidenten versprochen.
tagesschau.de

Mosambiks Präsident Filipe Nyusi lobt Ruandas Eingreifen taz.de
Kenianische Jugend protestiert gegen den Klimawandel africanews.com
Libysche Übergangsregierung verliert Vertrauensabstimmung dw.com
Weitere zehn entführte Schulkinder in Nigeria freigelassen deutschlandfunk.de

– BACKGROUND –

Wie Hassrede den Tigray-Konflikt verschlimmert: Ein Statement von Daniel Kibret, Vertrauter des äthiopischen Premierministers Abiy, in dem er die TPLF mit Satan verglich und ihre Auslöschung forderte, sorgt international für Unruhe. „Hasserfüllte Rhetorik wie diese ist gefährlich und inakzeptabel“, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums der Nachrichtenagentur AFP. „Solche Äußerungen können das Risiko von Massentötungen von Zivilisten und von gezielten Angriffen auf Menschen erhöhen, nur weil sie so sind, wie sie sind, wo sie leben oder wo sie geboren wurden“, sagte Nicole Widdersheim vom Simon-Skjodt Center for the Prevention of Genocide in der US-Hauptstadt Washington. Eine Sprecherin von Premier Abiy Ahmed verteidigte die Rede. „Es kommt zu starken Fehlinterpretationen von Stellungnahmen verschiedener Stellen, weil die Nuancen der äthiopischen Sprachen nicht bekannt sind“, sagte sie. „Hetzerische Hassreden von Aktivisten und prominenten Amtsträgern, die oft durch ihre große Gefolgschaft in den sozialen Medien verstärkt werden, haben die Spannungen zwischen ethnischen Gruppen verschärft.“, so der äthiopische Journalist Zecharias Zelalem.
dw.com

„Das Sexleben afrikanischer Frauen“: Autorin Nana Sekyiamah beleuchtet in „Das Sexleben afrikanischer Frauen“ mit ungetrübtem Blick aus afrikanischer Perspektive das Sexleben auf dem Kontinent. Seit Jahren betreibt sie mit einer Kollegin zusammen den Blog „Abenteuer aus den Schlafzimmern afrikanischer Frauen“, darin veröffentlicht sie Kurzgeschichten über Sex. Nun hat die Autorin ihr erstes Buch herausgebracht, für das Sekyiamah über eine Zeitspanne von mehr als sechs Jahren mit Frauen aus und in Afrika intime Interviews geführt hat. Nicht-heteronormative Beziehungen finden darin ebenso statt wie traditionell konservative Lebensentwürfe. „Am überraschendsten für mich war, wie viele Frauen eine Art sexuelles Trauma erlebt haben und Missbrauchserfahrungen machen mussten, auch als Kinder.“ sagt sie im Interview über ihre Gespräche.
spiegel.de

– ANGEZÄHLT –

Nur 4 Prozent der afrikanischen Bevölkerung sind vollständig gegen Covid-19 geimpft.
bild.de

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Denn obwohl es in Mali in puncto Sicherheit und Stabilität in den vergangenen Jahren stetig bergab ging, gab es nie eine substanzielle Anpassung des Einsatzes.“
Denis Tull, Mali-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin über europäische Militäreinsätze in der Sahelzone.
nzz.ch

– ZULETZT –

Erstmals in Afrika-Straßenrad-WM 2025 findet in Ruanda statt: Die Straßenrad-Weltmeisterschaften 2025 finden in Ruandas Hauptstadt Kigali statt. Es sind die ersten WM-Titelkämpfe der Radprofis, die in Afrika stattfinden. Auch Marokkko hatte sich um die Austragung beworben.
deutschlandfunk.de

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