KW 39: ECOWAS übt Druck auf Mali aus, Nigeria führt Kastration für Vergewaltiger ein, Kenia verklagt Uganda

– NEWS –

ECOWAS übt Druck auf Mali aus: Nach dem Sturz des malischen Präsidenten Ibrahim Boubacar Keita durch Teile des Militärs schaltet sich die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS ein. Sie fordert binnen von zehn Tagen eine von Zivilisten geführte Regierung. Man befürchte, dass die Putschisten die Macht an sich reißen würden. Die Nachbarstaaten Malis haben Wirtschaftsbeziehungen gekappt und Grenzen geschlossen. Die Militärs hatten am Wochenende angekündigt eine Übergangsregierung für 18 Monate zu installieren – allerdings ohne Angaben zum möglichen Führungspersonal.
nzz.ch, dw.com

Nigeria führt Kastration für Vergewaltiger ein: Laut Unicef erfährt jedes vierte Mädchen und jeder zehnte Junge vor dem 18. Geburtstag mindestens einen sexuellen Übergriff. Im Juni hatten 36 afrikanische Bundesstaaten den Notstand wegen steigender sexueller Gewalt ausgerufen. Nun wurden härtere Strafen verhängt. Männern sollen die Hoden entfernt werden, Täterinnen hingegen können ihre Eileiter verlieren. Für Opfer unter 14 Jahren droht zudem die Todesstrafe. Für Opfer über 14 Jahren beträgt die Höchststrafe Lebenslänglich. Im Sommer waren mehrere brutale Vergewaltigungen öffentlich geworden – viele Bürger forderten harte Einschnitte.
welt.de

Kenia verklagt Uganda: Weil Ortschaften nahe des Viktoriasees geflutet sind, verklagt Kenia seinen Nachbarstaat Uganda. Der Pegel des Sees beträgt mittlerweile über 13 Meter über dem Normalstand. Aus Sicht Kenias habe die ugandische Regierung verpasst den Abfluss aus dem See zu regulieren und damit seien internationale Verträge gebrochen worden. Der einzige Abfluss geht nämlich zum Nil – Uganda hat dabei drei Staudämme errichtet. Wassermengen sind vertraglich festgeschrieben. Auch der Betreiber der Staudämme wurde auf Schadensersatz verklagt. Insgesamt haben 200.000 Menschen ihre Häuser verloren, Häfen und Boote wurden beschädigt. Die ugandische Regierung wehrt den Vorwurf ab, unverantwortlich gehandelt zu haben.
taz.de

– Anzeige –
European Circle – Europa im Überblick – Erhalten Sie täglich den kompakten Digest zu den wichtigsten europäischen Themen. european-circle.de

Lufthansa fliegt ab Oktober wieder nach Südafrika: Südafrika hat verkündet im Oktober die Grenzen wieder zu öffnen. Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa möchte die Gelegenheit nutzen, um schnellstmöglich wieder Flüge in das Land anzubieten. Vor der Corona-Krise gab es einen täglichen Flug in das Land. Nun soll Johannesburg wieder angepeilt werden. Flugstrecken, die weiterhin angeboten wurden, beispielsweise nach Namibias Hauptstadt Windhoek, werden gut gebucht. Die Nachfrage nach den angebotenen Kenia-Flügen sei positiv. Man erhoffe sich ähnliche Entwicklungen für Südafrika.
rnd.de

Bakterien sollen für Elefantensterben verantwortlich sein: Forscher haben in Botswana einen möglichen Grund für das Massensterben von Elefanten gefunden. Am Okavango-Delta waren 330 tote Tiere gefunden. Bestimmte Bakterien sollen Giftstoffe bilden, die für die Dickhäuter tödlich seien. Andere Spezies sollen von den Bakterien unberührt bleiben. Wilderei wurde im Fall des Elefantensterbens ausgeschlossen – die Tiere hatten nämlich allesamt ihre Stoßzähne.
science.orf.at

Namibias Wildparks hoffen auf Touristen: Seit dem 1. September sind die Grenzen Namibias wieder offen und erste Flüge erreichen den hauptstädtischen Flughaften in Windhoek. Die Tourismus-Branche hofft auf Gäste im Herbst und Winter. Insbesondere Wildparks benötigen die Einnahmen, um Flora und Fauna zu schützen. Die Gefahr, dass Wilderer in diese Gebiete vorpreschen steigt, wenn die Mittel für den Schutz fehlen. Angesichts der gestiegenen Arbeit sei de Wilderei ein einfaches Mittel, um an Geld zu kommen.
berliner-zeitung.de

WHO unterstützt in Afrika Suche nach pflanzlichem Arzneimittel für COVID-19 aerzteblatt.de
Bitcoin zeigt sein ganzes Potential zunehmend in Afrika kryptoszene.de
Neuer Regierungschef in Somalia ernannt nzz.ch
Arbeitsmigranten in Saudi-Arabien: Ausgenutzt und eingesperrt sueddeutsche.de

– BACKGROUND –

Zukunftsideen für den afrikanischen Kontinent beim “Radical Solidarity Summit”: In Kapstadt kamen Kulturschaffende und Vordenker aus unterschiedlichen afrikanischen Ländern zusammen, um Zukunftsideen für den Kontinent zu formulieren. Dabei berührten sie Postkolonialismus, die Schwierigkeiten an der “Black Lives Matter” Bewegung teilzunehmen und visionäre Ideen für panafrikanische Zusammenarbeit. “Wir leben mit einer Vergangenheit, die noch nicht aufgearbeitet worden ist. Wir stehen dabei noch ganz am Anfang. Unsere Gegenwart ist ebenfalls verwundet und dringend reparaturbedürftig. Und wir wissen bereits, dass das auch in Zukunft so sein wird, aufgrund der zerstörerischen Kraft von Rassismus und Kapitalismus”, erklärte Historiker Françoise Vergès.
deutschlandfunkkultur.de

Afrika bricht auseinander: Zwar sind bisher nur erst Risse sichtbar, doch der Trend ist klar: der afrikanische Kontinent wird irgendwann auseinanderbrechen. Geologen beobachten wie die somalische Erdplatte sich langsam vom Rest des Kontinents wegbewegt. Eine Bruchstelle von Mosambik bis zum Roten Meer wird sich auftun. Erste Indikatoren für diese Entwicklung gibt es bereits heute: Spontan entstehende Erdlöcher, wie zuletzt in Kenia geschehen, deuten auf die Kraft der Verschiebung der tektonischen Platten hin.
rnd.de

Südafrikanische Frauen verlieren Freiheit im Zuge der Corona-Pandemie: Weil die wirtschaftliche Krise infolge der Corona-Pandemie hart trifft, ziehen viele Menschen von der Stadt zurück aufs Land. Dies hat insbesondere für Frauen einschneidende Folgen: viele von ihnen kommen aus Dörfern, in denen es Chiefs gibt, die als Stammeshüter über die Ereignisse der Gemeinde bestimmten. Frauen haben darin wenig zu sagen – Chiefs haben mehrere Frauen und die sind für die Kindererziehung verantwortlich. Eigenes Geld zu verdienen, ist auf dem Land auch schwierig, weil die Arbeitslosigkeit bis zu 50 Prozent beträgt. Frauen müssen zudem um Erlaubnis bitten, wenn sie viele Entscheidungen treffen wollen.
sueddeutsche.de

– ANGEZÄHLT –

Wegen der der Corona-Krise ist die Schuldenlast in Subsahara-Afrika von 57 auf 70 Prozent angestiegen.
faz.net

– Anzeige –
Ihre Botschaft gut hörbar: Podcasts führen Ihren Siegeszug fort und bieten für Unternehmen, Medienhäuser und Privatpersonen eine neue Bandbreite an Möglichkeiten Menschen zu erreichen. In unserem Podcast-Studio in Berlin-Mitte können Sie Ihre eigenen Audio-Formate aufzeichnen. Gerne unterstützen wir Sie von der Konzeption bis zur Postproduktion und dem Vertrieb. Kommen wir in Kontakt: podcastproduktion.berlin

– ZITAT –

“Die Bevölkerung muss Hauptbezugspunkt für die Herrscher dieses Landes sein.”
Donatien Nshole, Generalsekretär der Kongolesischen Bischofskonferenz, kritisiert die Wahlrechtsreform, nach welcher künftig der Präsident vom Parlament gewählt werden soll.
domradio.de

– ZULETZT –

Südafrika verkündet Lockerungen: Die südafrikanische Regierung zeigt sich optimistisch bezüglich der Entwicklung der Corona-Zahlen und verkündet erste Lockerungen der Schutzmaßnahmen. “Wir können eindeutig sagen, dass wir den Höhepunkt der Pandemie erst mal überstanden haben. Gleichsam müssen wir wachsam bleiben”, erklärte Gesundheitsminister Zweli Mkhize.
taz.de

Newsletter abonnieren
Melden Sie sich hier für unseren kostenlosen Newsletter an. Sie erhalten wöchetlich den kompakten Digest mit dem wichtigsten Themen aus Afrika:
Vorherige Ausgaben

Weitere Politbriefings

Unsere Digibriefings