KW 35: Einer Million Mädchen droht Schulausschluss wegen Schwangerschaft, Ehemaliger afrikanischer Staatschef kritisiert Merkel wegen Regierungsdauer, Tansanias Präsident macht Kritiker mundtot

– NEWS –

Einer Million Mädchen droht Schulausschluss wegen Schwangerschaft: Da wegen der Corona-Pandemie viele Schulen in afrikanischen Staaten geschlossen waren, sind Mädchen und junge Frauen häufiger schwanger geworden. Ihnen fehlt die Ausflucht vor sexueller Gewalt sowie vor Kinderheirat. Insgesamt seien laut der Hilfsorganisation World Vision eine Million Mädchen vom Schulausschluss bedroht, da Schwangeren der Schulbesuch in vielen Staaten untersagt wird. Insbesondere in Subsahara-Afrika sind Teenager-Schwangerschaften häufig. World Vision fordert ein Umdenken: “Wenn es den Ländern nicht gelingt, die Weiterbildung heranwachsender Mütter sicherzustellen, könnte die afrikanische Region südlich der Sahara einen weiteren Verlust des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar erleiden, nachdem sie bereits durch Covid-19 gelähmt wurde”, erklärt die Direktorin für Humanitäre Hilfe der Organisation, Isabel Gomes.
rnd.de

Ehemaliger afrikanischer Staatschef kritisiert Merkel wegen Regierungsdauer: Der frühere Präsident Botswanas, Ian Khama, kritisiert in einem Zeitungsinterview Kanzlerin Angela Merkel. Sie sei viel zu lang im Amt, meint Khama. Für demokratische Prozesses sei es notwendig, dass Staatsoberhäupter nicht zu lang im Dienst bleiben, meint der frühere Politiker. “Ich hatte immer viel Respekt vor Angela Merkel. Doch als sie zuletzt zur Wahl antrat, dachte ich mir, ob es nicht allmählich genug sei”, erklärt er. Er kritisiert dabei auch andere afrikanische Staatschefs wie Robert Mugabe (Simbabwe), Omar al-Bashir (Sudan) und Paul Biya (Kamerun). Sie seien allesamt zu lang im Amt gewesen und hätten das Gefühl für das Leben als normaler Bürger verloren. Khama selbst war von 2008 bis 2018 Präsident.
dw.com

Tansanias Präsident macht Kritiker mundtot: Tansanias Präsident John Magufuli nutzt die Corona-Pandemie für aggressive politische Zwecke – auf Kosten der Bevölkerung. Er erklärte die Corona-Pandemie für beendet und erklärte, dass Gebete gegen das Virus helfen. Bei Symptomen solle man lokale Kräuter inhalieren. Kritiker werden indes mundtot gemacht. Journalisten dürften nur noch unter Aufsicht mit ausländischen Korrespondenten zusammenarbeiten. Der insbesondere in der ländlichen Region beliebt Politiker lässt zudem Kritiker inhaftieren. Zwar bleiben die befürchteten Folgen des Corona-Virus aus, allerdings glauben Experten, dass Kranke sich nicht trauen zum Arzt zu gehen.
welt.de

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Westafrikanische Politiker besorgt wegen Putsch in Mali: Nachdem der Präsident Malis, Ibrahim Boubacar Keïta, gestürzt wurde, zeigen sich westafrikanische Politiker besorgt. Das Bündnis ECOWAS fordert, dass der Politiker wieder eingesetzt wird. Sie sorgen sich um ein erneutes Chaos in Mali, das auf andere Staaten übergehen könnte. Zudem befürchten sie, dass der Putsch Bürger anderer Länder zu einem ähnlichen Vorgehen inspirieren würde. In drei westafrikanischen finden noch in diesem Jahr Wahlkämpfe statt – die Machthaber befürchten ähnliche Unruhen wie in Mali.
derstandard.de

Oppositioneller in Simbabwe in Haft: Der Regierungskritiker Job Sikhala war untergetaucht, nachdem sein Name auf einer Fahndungsliste auftauchte. Die Polizei schritt ein und fand den Oppositionellen – und verhaftete ihn. Sikhala hatte im Juli zu Demonstrationen gegen Korruption in der Regierung aufgerufen. Ihm wird Aufruf zur Gewalt zulasten gelegt. Simbabwes Regierung geht indes immer entschiedener gegen Kritiker vor. Selbst die simbabwische Bischofskonferenz kritisierte die Gangart in der vergangenen Woche.
dw.com

Resistente Malariaparasiten gefunden: Nachdem bereits in Südostasien Malariaparasiten gefunden wurden, die gegen das Standardmittel Artemisinin resistent sind, haben Mediziner erstmals auch Mutationen in Afrika entdeckt, gegen die das Mittel nicht wirkt. Eine Studie in Ruanda erhärtete den Verdacht, dass die Erreger der Krankheit nicht mehr so leicht abzutöten sind. Artemisinin wirkt in der Regel zuverlässig und schnell gegen die Parasiten. Die Sorge besteht, dass sich diese resistenten Mutationen verbreiten und zu höheren Todesraten führen.
aerzteblatt.de

Kinderlähmung: Etappensieg über ein Virus sueddeutsche.de
Welche Probleme die Corona-Pandemie Afrika bereitet tagesspiegel.de
Woher Amerika seine Sklaven aus Afrika importierte welt.de
Trotz Verbot: Noch immer Sklaverei im Sahel dw.com

– BACKGROUND –

Afrika befürchtet Sekundärfolgen des Corona-Virus: Die Infektions- und Todeszahlen sind während der Corona-Pandemie niedrig in Afrika. Dies läge zum einen daran, dass die Bevölkerung sehr jung ist, andererseits mutmaßen Experten, dass schlicht zu wenig getestet wird, um sich ein klares Bild über die Lage zu verschaffen. Allerdings befürchten viele afrikanische Länder die Sekundärfolgen der Pandemie. Impfkampagnen und die Versorgung gegen bestehende Ausbrüche von Infektionen mit Malaria wurden zurückgefahren. Die wirtschaftlichen Folgen durch die globale Rezession könnten diesen Umstand verschärfen und Millionen von Menschen in die Armut drängen.
tagesschau.de

Afrikanische Staaten erreichen Agrarziele nicht: Die Mehrheit der afrikanischen Staaten hinkt bei den sogenannten Malabo-Zielen hinterher. Diese sollten sicherstellen, dass die Landwirtschaft, von der fast zwei Drittel leben, aufgewertet wird. Die Verringerung der Armut sowie die Resistenz gegen den Klimawandel standen unter anderem im Fokus. Fortschrittet wurden bis 2017 beobachtet, seitdem stagniert der Prozess vielerorts. Damals waren 20 Staaten auf dem richtigen Weg bei der Transformation ihrer Landwirtschaft, mittlerweile sind es lediglich Ghana, Mali, Marokko und Ruanda.
welthungerhilfe.de

Huawei investiert massiv in Afrika: Der chinesische Tech-Gigant investiert weiterhin massiv in den afrikanischen Kontinent. Schätzungen zufolge kommen 70 Prozent der afrikanischen Breitband-Infrastruktur vom asiatischen Netzbetreiber. China liefert für den Ausbau die passenden günstigen Kredite. Die Konditionen sind attraktiver als von westlichen Anbietern. Bisher hat Huawei keinen Auftrag in Afrika verloren, während im Westen zunehmend Kritik und Sorge vor Spionage gegen das Unternehmen geäußert wird. Allerdings gibt es erste Fälle, die Sorgen schüren: Huawei soll der ugandischen Regierung dabei geholfen haben, Nachrichten von Oppositionellen auszuspionieren.
focus.de

Juliana Rotich begeistert junge Menschen für die IT-Branche: Die kenianische IT-Pionierin Juliana Rotich erzählt im Interview über die Entwicklungen im Bereich der Telekommunikation in Afrika. Sie sieht das Mobiltelefon als essenzielle Plattform für die Organisation des Alltags. Rotich selbst hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Kenia zu den führenden Staaten Afrikas im Bereich IT gehört. Sie ermutigt junge Menschen und insbesondere Frauen, die sich für IT interessieren, den Weg zu beschreiten. Allerdings mahnt sie, dass Versagen in afrikanischen Kulturen oftmals noch weniger akzeptiert wird als in Europa.
nzz.ch

– ANGEZÄHLT –

2019 bekam eine Frau in Niger im Schnitt 7,1 Kinder.
fr.de

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– ZITAT –

“Heute stehen die europäisch-afrikanischen Beziehungen vor gravierenden Herausforderungen. Die politische Führung der EU sollte erkennen, dass ein Weiter-so den gegenwärtigen Herausforderungen nicht mehr angemessen ist. Die afrikanischen Interessen unterscheiden sich fundamental von denen der EU. Sie durch Hilfsansätze à la „Afrika hat Probleme – wir haben die Lösungen“ zu überkleistern, ist realitätsfremder denn je. Stattdessen sollte die europäische Seite die Agrarpolitik, Investitionen, Umwelt, die technologische Kooperation und Bildung in den Blick nehmen.”
Prof. Dr. em. Robert Kappel forscht und publiziert zur Wirtschaft in Afrika.
ipg-journal.de

– ZULETZT –

Elefantenspitzmaus-Art wiederentdeckt: Sie galt als ausgestorben, doch Forscher fanden nun eine lebende Elefantenspitzmaus, die zuletzt vor knapp einem halben Jahrhundert gesichtet worden war. Die ostafrikanische Maus hat einen markanten Rüssel und wurde in Dschibuti gefunden. Forscher gingen davon aus, dass sie lediglich in einem begrenzten Gebiet in Somalia leben würde. Sie hoffen nun, dass auch andere Arten, die als ausgestorben galten, wiederentdeckt werden.
krone.at

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