KW 33: Viele Länder haben Schuldenerleichterungen nicht angenommen, Die Zahlen der Infektionen steigen, Der Nilstaudamm sorgt weiterhin für Konflikt

– NEWS –

Viele Länder haben Schuldenerleichterungen nicht angenommen: Im April hatten die Finanzminister der 20 größten Industrienationen (G20) 68 Ländern die Möglichkeit gegeben, ihre im Jahr 2020 auf bilaterale Kredite fälligen Zinszahlungen in die Jahre 2022 bis 2024 zu verschieben. Für kurzfristige Konjunkturhilfen und den Kamp gegen die Pandemie wurden insgesamt mehr als 17 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Doch viele afrikanische Länder haben dieses Angebot nicht angenommen, obwohl die Pandemie mit ihren Wirtschaftseinbrüchen und hohen Gesundheitskosten ein finanzieller Zusammenbruch droht. Das liegt daran, dass die Hilfen ausschließlich bilaterale Schulden abdecken- nicht aber Kredite von multilateralen Gebern wie der Weltbank oder Schulden, die über Staatsanleihen auf den Finanzmärkten. Um den hohen Verwaltungsaufwand und den Bedingungen zu erfüllen, würden sich die kurzfristigen Vorteile nicht auszahlen, erklärt Iolanda Fresnillo vom Europäischen Netzwerk für Staatsschulden und Entwicklung (eurodad).
dw.com

Die Zahlen der Infektionen steigen: Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen verdoppeln sich in Afrika rapide. Mehr als eine Million Corona-Fälle wurden mittlerweile verzeichnet. Für die Bekämpfung von Malaria hat dies Konsequenzen: die von den Ländern ergriffenen Corona-Maßnahmen ergriffen beeinträchtigen die Aktivitäten zur Prävention von Malaria immens. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte im April vor einem drastischen Anstieg der Malaria-Toten. Britische Forscher des Flachblattes “Nature Medicine” kamen zu dem Ergebnis, dass mehr als doppelt so viele Menschen südlich der Sahara an Malaria sterben werden.
rnd.de

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Der Nilstaudamm sorgt weiterhin für Konflikt: Der Bau des gigantischen Wasserkraftwerks in Äthiopien wird das größte Wasserkraftwerk des Kontinents, das die ostafrikanischen Länder mit Strom versorgt soll. Seit Jahren sorgt er jedoch für Spannungen zwischen Äthiopien, Ägypten und dem Sudan. Die Konflikte drehen sich darum, wie lange der Damm gefüllt werden soll. Die unteren Anrainerstaaten des Flusses, Sudan und Ägypten, fürchten deshalb um ihre Wasserversorgung – so hängt die ägyptische Wasserversorgung zu 97 Prozent vom Nil ab. Auch die Vermittlungsversuche der Afrikanischen Union (AU) blieben bisher fruchtlos. Seit letzter Woche Montag sind die Staaten in Gesprächen. Der Sudan hat diese ausgesetzt und berät sich derzeit intern.
deutschlandfunk.de, faz.net

Mauritius hat den Umweltnotstand ausgerufen: Am 25. Juli lief der japanische Frachter „Wakashio“ vor dem Inselstaat auf einem Korallenriff. Dieser liegt nun seit knapp zwei Wochen auf Grund. Inzwischen hat dieser jedoch begonnen, Tonnen von Treibstoff in die umliegenden Gewässer auslaufen zu lassen. Der Premierminister, Pravind Jugnauth, rief daher am vergangenen Freitag den Ausnahmezustand aus und bittet die internationale Staatengemeinschaft um Hilfe. Das Land habe “nicht die Fähigkeiten und das Fachwissen, gestrandete Schiffe wieder zum Einsatz zu bringen”, erklärte Jugnauth als er Frankreich um Hilfe bat. Knapp 1.000 Tonnen Öl sind allein bis Sonntag ausgelaufen. Greenpeace Africa warnt, dass tausende von Arten in den unberührten Lagunen von Blue Bay, Pointe d’Esny und Mahébourg gefährdet seien und in einem Meer der Verschmutzung ertrinken.
bbc.com, taz.de, handelsblatt.com

Proteste und Verhaftungswellen in Simbabwe: Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen verhaften das Militär und die Polizei Simbabwes Oppositionelle, Aktivisten und Journalisten nach einem regierungsfeindlichen Protest, der für den 30. Juli organisiert wurde. Bisher wurden bei der Niederschlagung über 60 Personen verhaftet. Die Proteste wurden wegen einer Wirtschaftskrise aufgerufen, die zu einem Währungskollaps und einer dreistelligen Inflationsrate geführt hat, sowie wegen Beweisen für grassierende Korruption. Amnesty International berichtet, dass es seitens der Regierung und Polizei zu etlichen Menschenrechtsverletzungen gekommen sei. Sowohl die simbabwische Polizei als auch Regierungsvertreter dementieren die Behauptungen. Es seien nur diejenigen festgenommen worden, die Menschen zum Aufstand gegen die Regierung Mnangagwa angestiftet hätten.
ft.com, capetownetc.com

Mali: Tote bei Anschlägen: Seit den Parlamentswahlen ist Chaos in Mali ausgebrochen. Die Regierung schießt auf eine unbewaffnete Opposition, inhaftiert ihre Sprecher. Es gibt Dutzend Tote und viele Verletzte. Die Bevölkerung fühlt sich von der internationalen Staatengemeinschaft im Stich gelassen, da ausländischen Akteure über Jahre für einen gerechten Staat vorbei hantiert hätten. Europa unterstützt dabei die antidemokratische Regierung und trägt damit zum Teil zu den Unruhen bei.
taz.de

Südafrika: kein Kohleausstieg in Sicht nzz.ch
Neuinfektionen steigen drastisch t-online.de
EU: Marokko weiterhin Risikogebiet stern.de
Flüchtlinge im Kamerun von Boko Haram angegriffen taz.de

– BACKGROUND –

Afrikanische Lokalnachrichten brauchen Innovation – und Geld: Ntibinyane Ntibinyane hat 2015 das INK-Zentrum für investigativen Journalismus gegründet. Es ist Botswanas erste gemeinnützige, überparteiliche Nachrichtenorganisation. Bereits vor Ausbruch der Pandemie kämpften Zeitungen in Afrika, aufgrund des Aufkommens des Internets und des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds ums Überleben. Das Virus habe nun unvorbereitete Medienorganisationen zu einem eiligen Übergang zu digitalen Plattformen gezwungen, erklärt Ntibinyane. Obwohl sich viele Nachrichtenorganisationen in den vergangenen fünf Monaten auf digitale Plattformen umgestellt haben, liegt das Problem darin, dass sie noch nicht herausgefunden hätten, wie man online Geld verdienen könne. Doch in der Krise gehe den Nachrichtenagenturen das Geld aus und werde zum Tod vieler Zeitungen auf dem Kontinent führen. Die Herausforderung für afrikanische Nachrichtenorganisationen bestehe daher jetzt darin, Wege zu finden, online Geld zu verdienen. Dies erfordert Innovation nicht nur auf technologischer Ebene, sondern auch auf politischer, strategischer und operativer Ebene. Der Journalist fordert zu mehr Zusammenarbeit zwischen den Nachrichtenorganisationen der Branche auf, um ihre Ressourcen zu bündeln und gemeinsam zu handeln. Nur so könnten Lösungen für die Probleme gefunden werden.
dw.com

Sieg für Bewohner von Owino Uhuru gegen jahrelanges Bleivergiften: Das kenianische Umweltgericht schaffte vor wenigen Wochen Hoffnung für den Kampf für Gerechtigkeit. Es verurteilte den Staat und die Eigentümer einer Batterie-Recycling-Firma zu Schadenersatz für die jahrelange Bleivergiftung der rund 3500 Einwohner von Owino Uhuru. Die Bewohner der Siedlung erhalten umgerechnet mehr als zehn Millionen Euro. Das Urteil gilt als Meilenstein und könnte weiteren betroffenen Gemeinden helfen. 2016 reichte Phyllis Omido, eine 42-jährige Mutter, im Namen der Bewohner von Owino Uhuru eine Sammelklage gegen die Fabrikbetreiber ein. Durch die permanente Bleibelastung sind viele Einwohner sind gestorben und andere seit Jahren schwer krank. Die Regierung wird mit dem Urteil verpflichtet, das verseuchte Fabrikgelände und die angrenzende Siedlung zu reinigen.
dw.com

Deutsch im Trend: In vielen afrikanischen Staaten liegt Deutsch als Fremdsprache im Trend. Dies bestätigt eine aktuelle vom Auswärtigen Amt im Auftrag gegebene Studie “Deutsch als
Fremdsprache weltweit.” So gibt es in Kenia und der Elfenbeinküste doppelt so viele Deutschlernende wie vor fünf Jahren. In Bongouanou kann man bereits in der fünften Klasse das Fach Deutsch belegen. Die Stadt hat die höchste Zahl an Deutschlernenden. Im ostafrikanischen Kenia wird Deutschland als Studienort auch immer attraktiver. Für ein Auslandsstudium liegt Deutschland auf Platz 11. Das läge vor allem daran, dass es in Kenia ein positives Deutschland-Bild gebe und es für viele interessant als Forschungsstandort sei, erklärt Jenny Stark, DAAD-Lektorin an der Kenyatta-Universität in Nairobi. Aber auch, um die Job-Chancen in Kenia zu steigern. Da Kenia Deutschlands wichtigster Handelspartner sei und daher auch viele Touristen aus Deutschland kämen, böten sich viele Möglichkeiten auf dem einheimischen Arbeitsmarkt.
dw.com

– ANGEZÄHLT –

Seit dem 25. Juni sind 1000 Tonnen Öl aus dem Frachter „Wakashio“ vor Mauritius ausgelaufen.
handelsblatt.com

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Ihre Botschaft gut hörbar: Podcasts führen Ihren Siegeszug fort und bieten für Unternehmen, Medienhäuser und Privatpersonen eine neue Bandbreite an Möglichkeiten Menschen zu erreichen. In unserem Podcast-Studio in Berlin-Mitte können Sie Ihre eigenen Audio-Formate aufzeichnen. Gerne unterstützen wir Sie von der Konzeption bis zur Postproduktion und dem Vertrieb.
Kommen wir in Kontakt: podcastproduktion.berlin

– ZITAT –

“Die Herausforderung für afrikanische Nachrichtenorganisationen besteht gerade jetzt darin, Wege zu finden, online Geld zu verdienen und die Pandemie zu überleben. Dies erfordert Innovation nicht nur auf technologischer Ebene, sondern auch auf politischer, strategischer und operativer Ebene.”

Ntibinyane Ntibinyane, Gründer des INK-Zentrums für investigativen Journalismus, will, dass sich afrikanische Medienorganisationen von traditionellen Monetarisierungsmodellen lösen.
dw.com

– ZULETZT –

12 afrikanische Technologie-Startups wurden für das Programm “The Future is Female” ausgewählt: Das Mentorenprogramm für PR und Kommunikation, das sich den Bedürfnissen afrikanischer Gründerinnen im Bereich der Geschäftsentwicklung widmet, hat zwölf StartUps für den “The Future is Female” ausgewählt. Mit dem Projekt soll afrikanischen Gründerinnen von Start-Up-Unternehmen in der Frühphase das Wissen und die Fähigkeiten vermittelt werden, die sie benötigen, um Sichtbarkeit zu erlangen und ihr Geschäft auszubauen.
disrupt-africa.com

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