KW 32: Simbabwe beschließt Entschädigungen für enteignete Landwirte, Rückkehr von Oppositionspolitiker weckt Hoffnung in Tansania, Goldsucher in der Sahara

– NEWS –

Simbabwe beschließt Entschädigungen für enteignete Landwirte: Die rund 3500 weißen Landwirte, die vor knapp 20 Jahren in Simbabwe enteignet wurden, sollen mit jeweils etwa 850.000 Euro entschädigt werden.  Insgesamt wird Simbabwe so fast drei Milliarden Euro für die Wiedergutmachung ausgeben. Die Enteignungen wurden zwischen 2000 und 2003 im Zuge der Landreformen in Simbabwe durchgeführt. Zahlreiche Länder verhängten als Reaktion Sanktionen gegen das Land, die teilweise immer noch gelten und dem Land einen schweren wirtschaftlichen Schlag versetzten. Die Entschädigungen, die von der Commercial Farmers’ Union” (CFU) und der Regierung ausgehandelt wurden, sollen das Blatt für das Land wenden. Ich glaube, dass die Entschädigungen eine klare und unmissverständliche Botschaft an lokale und ausländische Investoren senden, dass Simbabwe wirklich offen für Geschäfte ist”, sagt CFU-Chef Pascoe.
dw.com

ECOWAS fordert Einheitsregierung in Mali: Vergangene Woche fand der außerordentliche Krisengipfel der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS statt, auf dem die politischen Turbulenzen in Mali diskutiert wurden. Die 15 Staatsoberhäupter fordern ein neues malisches Verfassungsgericht, das die Frage nach den umstrittenen Parlamentswahlen klären soll. Außerdem sieht der Plan die Bildung einer Einheitsregierung vor, die auch die Opposition und die Protestbewegung beinhaltet. Ibrahim Boiny Adjawiakoye einer der Vertreter der Protestbewegung kritisierte den Beschluss: “Für uns sind die Forderungen der ECOWAS ein Witz. Für uns war das ein Nicht-Ereignis. Wir warten darauf, dass die ECOWAS den Mut dazu hat, auf der Seite des Volkes zu stehen und nicht auf der Seite der Unterdrücker.” Thomas Schiller von der Konrad Adenauer Stiftung in Mali kritisierte die malische Regierung sowie die Opposition. Die politische Krise überschatte die bedrohliche Sicherheitskrise in der Region.
deutschlandfunk.de

Bericht zeigt Gefahren der Fluchtrouten an Land: Ein neuer Bericht des Flüchtlingshilfswerks UNHCR und dem Mixed Migration Center (MMC) verdeutlicht die Gefahren, die Flüchtenden in Afrika auf dem Weg zum Mittelmeer drohen. Behandelt werden in dem Bericht insbesondere die Routen nach Libyen und Ägypten. Uno-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi sagte, die Missbräuche auf den Überlandrouten seien bisher “weitgehend unsichtbar geblieben”. Das MMC schätzt, dass zwischen 2018 und 2019 mindestens 1750 Menschen bei der Flucht zum Mittelmeer gestorben seien sollen. Damit handele es sich um “eine der tödlichsten Routen der Welt” für Flüchtende. Im Bericht wird gefordert, den Schutz der sich auf Flucht befindlichen Menschen deutlich zu verbessern. Dafür brauche es legale Alternativen zu den gefährlichen Routen sowie eine engere Zusammenarbeit der Staaten, um Schlepper und andere Täter zur Rechenschaft zu ziehen.
spiegel.de

Kongo fürchtet erneute Angriffe von M23: In der Demokratischen Republik Kongo geht die Angst vor einer Wiederkehr der Rebellengruppe M23 um. Gerüchten zufolge seien Teile des Bezirks Rutshuru eingenommen worden. Tatsächlich kam es dort laut der kongolesischen Armee zu Gefechten, bei denen drei Soldaten getötet worden sein sollen. Ob es sich bei den Angreifern um Mitglieder der M23 handelte, wollte die Armee bislang nicht bestätigen. Der Präsident der M23, Bertrand Bisimwa, der in Uganda lebt, stritt eine Verwicklung in die Kämpfe in Rutshuru ab: “Was gestern in Rutshuru passiert ist, ist die Folge der Angst in sozialen Netzwerken, die die Armee dazu veranlasste, Warnschüsse durchzuführen, um ihre Anwesenheit zu markieren und einen möglichen Feind abzuschrecken.”
taz.de

Rückkehr von Oppositionspolitiker weckt Hoffnung in Tansania: Seit der beliebte Oppositionspolitiker Tundu Lissu vergangene Woche nach Tansania zurückgekehrt ist, scheint die Wiederwahl des derzeitigen Präsidenten John Magufuli einigen nicht mehr in Stein gemeißelt. Der tansanische Journalist Jenerali Ulimwengu sagt, es gebe in Teilen der Bevölkerung nun eine “neue Hoffnung auf Wandel”. Lissu wurde 2017 Opfer eines Attentats und verbrachte die folgenden drei Jahre im Ausland. Derzeit trauert das Land um den kürzlich verstorbenen ehemaligen Präsidenten Benjamin Mkapa. Zwar gilt Lissu als aussichtsreichster Gegenkandidat für Magufuli, Experten gehen trotzdem von einem Wahlsieg des amtierenden Präsidenten aus. Immerhin habe Lissu mit seiner Partei CHADEMA die Chance, die Opposition im Parlament zu vergrößern, sagt Daniel El-Noshokaty von der Konrad Adenauer Stiftung.
dw.com

Neuer Corona-Krisenherd: Mehr als eine halbe Million Infizierte in Südafrika faz.net
Sudan: Regen und Fluten zerstören Häuser und Staudamm – fünf Tote welt.de
Mehrfacher Mord im Kongo: Soldat tötet 14 Menschen taz.de
Antike Stätte Abydos: Rätselhafte Felskammern in Ägypten entdeckt spiegel.de

– BACKGROUND –

Deutsche Sprache in Afrika immer beliebter: Immer mehr Menschen aus Kenia und der Elfenbeinküste lernen Deutsch. Insgesamt 430.000 Schülerinnen und Schüler sowie Studierende lernen in Kenia die Sprache im Unterricht; doppelt so viele wie vor fünf Jahren. Das zeigt eine aktuelle Studie des Auswärtigen Amts. Als Zentrum der deutschen Sprache gilt in Kenia die Stadt Bongouanou. Hier können die Schüler schon ab der fünften Klasse mit dem Sprachunterricht beginnen. Der Lehrer Franck Adam Kacou erklärt das Interesse für Deutsch: “Das liegt daran, dass die Deutschlehrer hier sehr dynamisch unterrichten. In jeder Schule haben wir Deutsch-AGs, die sehr tüchtig sind und eigenständig Aktivitäten organisieren.” Weitere Motivation findet sich laut dem Lehrer Sigurd Jennerjah im positiven Bild von Deutschland, zu dem Pünktlichkeit sowie eine starke Wirtschaft gehöre. Auch die Begeisterung für Fußball spiele eine bedeutende Rolle. Viele Kenianer würden sich wünschen, “auszuwandern und Europa zu besuchen. Das trägt dazu bei, die Zahl der Deutschlernenden zu erhöhen.” Auf der anderen Seite ist Kenia als Handelspartner von großer Bedeutung für Deutschland. Die deutsche Sprache gewinnt deshalb auf dem kenianischen Arbeitsmarkt an Bedeutung.
dw.com

Goldsucher in der Sahara: In der Sahara ist ein Goldrausch ausgebrochen. 2012 begann die Suche nach dem wertvollen Metall in der sudanesischen Darfur-Region. Inzwischen wird auch in Niger, Tschad, Mali und Mauretanien nach Gold geschürft. Allein in Mauretanien befinden sich Schätzungen zufolge rund 250.000 Goldsucher. Darunter befinden sich nicht nur Einheimische, sondern zunehmend auch Menschen aus den umliegenden Ländern, die sich meist illegal am Goldrausch beteiligen und dafür teils harte Strafen in Kauf nehmen. Daneben drohen den Schürfern, die meist mit Detektoren nach Gold suchen, Krankheiten, Unfälle und Überfälle. Viele Goldwäscher leiden unter Vergiftungen durch Quecksilber. Hinzu kommt die derzeitige Bedrohung durch das Coronavirus. Am meisten profitieren von dem Hype die Investoren, Ausrüster und Wasserverkäufer. Das illegal geschürfte Gold wird in Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate, die Schweiz, die Türkei oder Indien geliefert. Die Staaten, in denen das Gold liegt, sehen wenig von den Erlösen, da sie meist nicht über die nötige Infrastruktur verfügen, um die illegalen Schürfer aufzuhalten. Trotzdem hat der Goldrausch auch seine positiven Seiten. Viele Arbeitslose profitieren von dem kleinen Wirtschaftsaufschwung, der sich vielerorts einstellt. Arbeitslose Jugendliche werden so davon abgehalten, sich Milizen oder Terroreinheiten anzuschließen.
faz.net

Abschiebungen aus Deutschland führen zu politischem Druck in afrikanischen Staaten: Deutschland möchte ein neues Afrika-Institut etablieren, das “nicht nur der Bundesregierung, sondern allen Afrika-Interessenten zur Verfügung steht”, wie Joachim Rogall, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung betont. Dessen Finanzierung soll sowohl durch private Träger als auch mehrere Ministerien erfolgen. Wie wichtig ein solches Institut ist, dass das gegenseitige Verständnis der Staaten auf beiden Seiten steigert und die Vernetzung fördert, zeigt das Beispiel Gambia. Das Land, das 2017 den Diktator Yahya Jammeh stürzte und seitdem von einer demokratischen Regierung geführt wird, streitet derzeit über Abschiebungen von Gambiern aus Deutschland. Rund ein Drittel der in Deutschland lebenden Gambier sind ausreisepflichtig. Nur wenige erhalten hierzulande Asyl. Die Abschiebungen sind in Gambia und anderen afrikanischen Staaten hochumstritten. Regierungen, die mit Deutschland kooperieren, werden häufig kritisiert. Die Gambier, die im Ausland leben, stemmen mit ihren Rücküberweisungen rund 20 Prozent des Bruttosozialprodukts und gelten damit als bedeutender Wirtschaftsfaktor. “Sich gegen diese Wirtschaftsmacht zu stellen, wäre für jeden Präsidenten politischer Selbstmord”, so ein senegalesischer Experte. Inzwischen kommt es regelmäßig zu Protesten gegen die Abschiebeflüge, die in Gambia landen. Im Zuge der Proteste und dem wachsenden politischen Druck sperrte die gambische Regierung für einige Zeit den Flugraum des Landes für Abschiebeflüge.
zeit.de

– ANGEZÄHLT –

Nur noch rund 150.000 Schimpansen leben derzeit in den Wäldern Afrikas.
faz.net

– ZITAT –

“Ich habe schon das Gefühl, dass da auch in den letzten Jahrzehnten das Bild vielfältiger geworden ist – abhängig von den Medien natürlich. Im Mainstream gibt es noch immer dieses Bild, wo Afrika dann vor allem mit Konflikten oder Hunger eine Schlagzeile wert ist. Aber wir haben eine immer noch – trotz der Medienkrise – große Vielfalt.”
Die Journalistin Bettina Rühl, die als Afrika-Korrespondentin tätig ist und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wird.
deutschlandfunk.de

– ZULETZT –

Elefantensterben in Botswana weiterhin unklar: Die Ursache des Elefantensterbens in Botswana ist weiterhin unklar. Erste Untersuchungen lassen jedoch auf ein natürliches Gift schließen, dass für den Tod der Tiere verantwortlich sein soll. Zwar wurden in der letzten Zeit keine neuen toten Tiere gefunden, bislang starben jedoch bereits hunderte Elefanten.
rnd.de

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