KW 31: Hungerkrise in Tigray spitzt sich zu, Armeewillkür im Kongo fordert erneut Opfer, Hungerkatastrophe in Madagaskar gefährdet hunderttausende Menschen

– NEWS –

Hungerkrise in Tigray spitzt sich zu: In der äthiopischen Konfliktregion droht über 100.000 Kindern in den nächsten zwölf Monaten eine lebensbedrohliche Unterernährung. Das UN-Kinderhilfswerk schlägt Alarm und fordert freien Zugang für Hilfskonvois. Es bestehe hohe Gefahr für den Ausbruch von Seuchen, besonders in überfüllten Flüchtlingslagern ohne zureichende Sanitäreinrichtungen, erklärte das Hilfswerk. Erschwerend hinzu komme ein Wiederaufflammen von Kämpfen in den benachbarten Verwaltungsregionen Afar und Amhara, dort stünden bereits fast 1,5 Millionen Menschen vor akutem Hunger. dw.com

Armeewillkür im Kongo fordert erneut Opfer: In einem Dorf im Osten der Demokratischen Republik Kongo erschießt ein Soldat am Freitag eine Schülerin an einer Straßensperre. Nun ist die Aufregung in Loashi in der Provinz Nordkivu groß, noch am Freitagnachmittag marschierten wütende Klassenkameraden mit ihrer Leiche in die fünf Kilometer entfernte Distrikthauptstadt Masisi, um die Tote vor dem Verwaltungsgebäude abzulegen und Rechenschaft einzufordern. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei wurden vier Demonstranten verletzt, berichten lokale Medien. Am 24. Juli hatte die Polizei an der Universität von Kinshasa bereits einen Studenten erschossen, weil der bei einer Videoaufzeichnung im Rahmen eines Theaterseminars keine Maske trug. taz.de

Hungerkatastrophe in Madagaskar gefährdet hunderttausende Menschen: Die schlimmste Dürre seit 40 Jahren gefährdet in Madagaskar das Leben hunderttausender Menschen, betroffen seien vor allem auch Kinder, warnte die Hilfsorganisation Save the Children am Montag. Von rund 1,1 Millionen Menschen mit akuter Nahrungsmittelknappheit drohe 28.000 bis Jahresende der Hungertod. Als Auslöser hat das Welternährungsprogramm mehrere Dürrejahre in Folge und Sandstürme genannt, die Felder unbestellbar gemacht hätten. nzz.ch

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Tunesischer Präsident Saïed räumt im Staatsapparat auf: Nach der Entmachtung der Regierung hat der tunesische Präsident Kaïs Saïed den Direktor des staatlichen Fernsehens und den Militärstaatsanwalt entlassen. Bei einem Treffen mit dem Arbeitgeberverband Utica warf er am Mittwochabend dann mehreren Hundert Unternehmern vor, sie hätten „öffentliche Gelder geplündert“ und schuldeten dem tunesischen Staat insgesamt rund vier Milliarden Euro. Während Saied betonte, sein Handeln stehe im Einklang mit der Verfassung, warf ihm die islamistisch geprägte Regierungspartei Ennahdha einen „Putsch“ vor. Am Montag lieferten sich Anhänger beider politischer Seiten in Tunis Straßenkämpfe. faz.net

Südafrika schickt Truppen zum Einsatz gegen Jihadisten nach Mosambik: Südafrika schickt militärische Unterstützung in den von jihadistischer Gewalt geplagten Norden des Nachbarlandes Mosambik. Präsident Cyril Ramaphosa habe die Entsendung von 1.495 Soldaten genehmigt, erklärte das südafrikanische Parlament am Mittwoch. Demnach geht es darum, Mosambik in seinem „Kampf gegen terroristische Akte und gewalttätige Extremisten“ zu unterstützen. Im Juni hatten sich die 16 Mitgliedsstaaten der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika auf einen gemeinsamen Militäreinsatz in Mosambik verständigt. Vor Südafrika hatte bereits Botswana angekündigt, sich mit Truppen vor Ort zu beteiligen. derstandard.de

Nashorn-Wilderei in Südafrika nimmt wieder zu: In Südafrika nimmt die Nashorn-Wilderei wieder zu. Von Januar bis Ende Juni wurden laut Umweltministerin Barbara Creecy insgesamt 249 Rhinozerosse gewildert. Das seien mindestens 83 mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im bei Touristinnen und Touristen beliebten Krüger-Nationalpark seien in diesem Jahr bereits 132 Nashörner getötet worden, in Südafrika leben fast 80 Prozent aller Nashörner weltweit. tagesschau.de

Mindestens 15 Soldaten bei Hinterhalt in Niger getötet derstandard.at
Mehrere afrikanische Länder nicht mehr Virusvariantengebiete deutschlandfunk.de
Tunesischer Abgeordneter nach Kritik an Präsident Saïed festgenommen derstandard.de
400 Geflüchtete im Mittelmeer aus Seenot gerettet tagesschau.de
Zahlreiche Tote bei Bootsunglück auf dem Tanganjika-See rnd.de

– BACKGROUND –

70 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention: 70 Jahre nach Unterzeichnung der Genfer Flüchtlingskonvention sind weltweit so viele Menschen wie noch nie auf der Flucht, doch aufgenommen werden sie oft von den ärmsten Ländern, etwa Uganda. Uganda ist das größte Aufnahmeland Afrikas und hat mehrere Krisenländer in der Nachbarschaft: Aus dem Kongo, dem Südsudan, dem Sudan oder Burundi kommen Geflüchtete. Es sind viele Schutzsuchende, um die sich außer der ugandischen Regierung auch das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen kümmert. Den Geflüchteten werden etwa 600 Quadratmeter zugeteilt, worauf sie sich eine Unterkunft schaffen können. Das Land kommt von der Regierung, die Grundausstattung vom UNHCR. Die Flüchtlinge sollen die Chance bekommen, sich in Uganda ein Leben aufzubauen und dürfen Geld verdienen. Sie müssen nicht auf unabsehbare Zeit in einem Lager bleiben. Für viele ist der Neuanfang aber trotzdem schwierig. tagesschau.de

UNESCO-Welterbe: Afrika findet kaum statt: Kaum neun Prozent der UNESCO-Welterbestätten liegen in Afrika. Das geografische Ungleichgewicht bei der Titelvergabe der UNESCO ist nicht neu. Fast die Hälfte der 1154 UNESCO-Welterbestätten liegen in Europa, weniger als 100 in Afrika. Der Archäologe und ehemalige Direktor des kenianischen Nationalmuseums George Abungu hat dafür eine einfache Erklärung: „Das Verfahren ist zu eurozentrisch.“ Christoph Brumann vom Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle sieht das ähnlich: „Anfangs war es so, dass das Welterbe mehr oder weniger stillschweigend um das elitäre und monumentale Erbe Europas konzipiert wurde. Es wurde gedacht an Kathedralen, Paläste, Tempel, historische Altstädte“ „Der Hauptgrund, warum afrikanische Regierung in letzter Zeit nicht auf die Auflistung ihrer Gebiete drängt, ist die Angst, dass sie danach keine Entwicklungsprojekte mehr betreiben können“, sagte Abungu im DW-Interview. Zum Beispiel Nationalparks: Gemeinden seien dort in Kolonialzeiten vertrieben worden, jetzt wollten sie ihr Land zurück, oft gebe es dort aber wertvolle Mineralien oder andere Ressourcen. Im tansanischen Naturschutzgebiet und UNESCO-Weltnaturerbe Selous etwa ist trotz heftiger Kritik der Bau eines Mega-Staudamms geplant. dw.com

– ANGEZÄHLT –

Ivorin Marie-Josée Ta Lou stellt mit 10,78 Sekunden im 100 Meter Vorlauf den Afrika-Rekord ein.
eurosport.de

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Als ich auf der Flucht war, ist mir die Genfer Flüchtlingskonvention nicht bewusst gewesen. Im globalen Süden wird das nicht thematisiert, dort haben Menschen wenig Informationen darüber.“
Hamado Dipama, Menschenrechtsaktivist aus Burkina Faso.
dw.com

– ZULETZT –

Afrikanische Kirchen helfen Hochwasseropfern in Deutschland: Kirchen in Ruanda und einigen afrikanischen Nachbarländern haben Geld für deutsche Hochwasseropfer gesammelt. „Niemand ist zu arm, um zu helfen“, erklärt ein Bischof. Die Berichte von den Wassermassen und den vielen Toten im Westen Deutschlands sind bis nach Afrika vorgedrungen und haben auch dort zu Betroffenheit geführt. stuttgarter-zeitung.de pay

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