KW 3: Ugandas Langzeitpräsident Museveni erneut gewählt, Gewalt im Sudan eskaliert, Krieg zwischen Äthiopien und Sudan droht

– NEWS –

Ugandas Langzeitpräsident Museveni erneut gewählt: Der seit 34 Jahren regierende Staatschef Ugandas, Yoweri Museveni, hat die Präsidentschaftswahlen mit 59 Prozent für sich entschieden. Damit geht das umstrittene Staatsoberhaupt bereits in seine sechste Amtszeit. Die Wahl war im Vorfeld von erheblichen Spannungen und innengesellschaftlichen Konflikten begleitet worden. Dabei kamen mindestens 54 Menschen zu Tode. Auch über Repressionen gegen Oppositionelle und Journalisten wurde berichtet.
tagesspiegel.de

Gewalt im Sudan eskaliert: In der Konfliktregion Darfur im Westen des Sudan sind bei bewaffneten Auseinandersetzungen mindestens 83 Menschen getötet worden. Seit 2003 gibt es Kämpfe zwischen arabischen Bevölkerungsgruppen und dem Volk der Masalit. Mehr als 50.000 Menschen sind deshalb bereits auf der Flucht. UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich zutiefst besorgt und rief die sudanesischen Behörden zu Deeskalation auf.
watson.ch

Krieg zwischen Äthiopien und Sudan droht: Die anhaltenden Kämpfe in der Konfliktregion Tigray im Nordwesten Äthiopiens drohen endgültig auf das Nachbarland Sudan überzuschwappen. Die Regierung des Sudan rief nun eine Flugverbotszone entlang der 744 Kilometer langen Grenze zu Äthiopien aus. Die Reaktion erfolgte nach wiederholten Verletzungen des sudanischen Luftraums durch äthiopische Kampfflugzeuge. Bereits im November waren sudanesische Truppen in das umstrittene Grenzgebiet beider Staaten vorgedrungen. Dabei nutzt die sudanesische Armee aus, dass Äthiopien seine Streitkräfte für die Niederschlagung des bewaffneten Konflikts in der abtrünnigen Region Tigray im eigenen Land benötigt. Auch Eritrea hatte zuletzt vermehrt Truppen in die Grenzregion zwischen Tigray und dem Sudan verlagert. Die Region am Horn von Afrika könnte durchaus in einer Gewaltspirale versinken.
heise.de

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Drei Tote bei Angriff auf Blauhelm-Soldaten in Mali: Wie die Vereinten Nationen mitteilten, sind drei Blauhelm-Soldaten aus der Elfenbeinküste gestorben, nachdem ihr Fahrzeug über eine Sprengfalle gefahren ist. Sechs weitere Soldaten seien verletzt worden. Der Angriff auf den Konvoi ereignete sich etwa 20 Kilometer nördlich der Stadt Bambara-Maoudé in der Region Timbuktu. Wer für den Sprengsatz verantwortlich ist, ist derzeit unbekannt. In der Gegend operieren mehrere islamistische Terrormilizen. Seit dem Beginn des Blauhelm-Einsatzes 2013 seien bereits über 230 Solddaten der UN Angriffen zum Opfer gefallen und verstorben.
dw.com

Verstoß gegen Vergaberecht bei KSK-Geheimübungen in Namibia? Seit Jahren soll die Bundeswehr-Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) in der Wüste Namibias geheime Übungsoperationen ausführen. Ort des Geschehens soll nach übereinstimmenden Medienberichten die Ranch eines ehemaligen KSK-Soldaten gewesen sein. Dieser soll seit Jahren enge Kontakte ins rechtsextreme Milieu pflegen, wie Recherchen von NDR, WDR und SZ ergeben hätten. Nun ermittelt das Verteidigungsministerium wegen Verstößen gegen das Vergaberecht. Es gebe konkrete Hinweise darauf, dass der Ex-Soldat die Zuschläge für die offiziellen KSK-Trainings nur aufgrund seiner persönlichen Kontakte zu den ehemaligen Kollegen erhalten habe.
tagesschau.de

Corona-Lage in Südafrika gerät außer Kontrolle: Die erstmals in Südafrika nachgewiesene Corona-Mutation 501.V2 wütet in Südafrika. Dies schlägt sich zunehmend in den Statistiken zur Übersterblichkeit nieder. So wurden in der ersten Woche 2021 fast 11.000 Überschusstode registriert – 3.500 von ihnen starben offiziell an einer Covid-19-Infektion. Den Statistiken zufolge sterben in „normalen“ Zeiten rund 9.000 Einwohner des Landes pro Woche an natürlichen Ursachen. Die schon jetzt verheerende zweite Welle ist Einschätzungen von Experten zufolge noch nicht einmal am Höhepunkt – dieser wird frühestens Ende Januar erwartet. Allerdings fehlt es den Krankenhäusern des Landes schon jetzt an Betten, Sauerstoff, vor allem aber Pflegekräften.
derstandard.de

Unruhen zum Jahrestag der Revolution in Tunesien taz.de
Nigerias Botschafter kritisiert Deutschland für Umgang mit kolonialer Raubkunst scharf tagesspiegel.de
Siemens vor milliardenschwerem Auftrag in Ägypten manager-magazin.de
Ehemaliger slowakischer Außenminister wird UN-Sondergesandter in Libyen deutschlandfunk.de

– BACKGROUND –

Gewalt gegen Schulen in Kamerun nimmt zu: Im seit vier Jahren tobenden Bürgerkrieg im Westen Kameruns kommt es vermehrt zu Gewalt gegen Schülerinnen und Schüler. In der Region kämpfen englischsprachige separatistische Milizen gegen die französischsprachige Mehrheit in der Regierung des Landes und für einen unabhängigen Staat Ambazonien. Um Druck aufzubauen, zwingen diese Gruppen die Schulen der Region, zu schließen. Bei Zuwiderhandlung kommt es zu Angriffen, bei denen erst im Oktober sieben Kinder in Kumba ermordet wurden. In der Regionalhauptstadt Bamenda läuft der Unterricht deshalb unter Militärschutz. Die Schüler legen ihre Schuluniformen aus Sicherheitsgründen erst bei Betreten der Bildungseinrichtungen an und beim Verlassen wieder ab.
deutschlandfunk.de

60 Jahre Mord an Patrice Lumumba: Vor 60 Jahren, am 17. Januar 1961, wurde der erste kongolesische Regierungschef und Ikone des Unabhängigkeitskampfes Patrice Lumumba an einen Baum gebunden und erschossen. Bis heute ist die Verantwortung der einstigen Kolonialmacht Belgiens weitgehend folgenlos geblieben. Zwar waren es belgische Polizisten, die die Leichen Lumumbas und seiner Gefährten erst verscharrten, dann wieder ausgruben, um sie mit Sägen zu zerteilen und in Säurefässer zu werfen, konkrete juristische Folgen hatte diese Tat allerdings nie. Jahrelang hat der belgische Staat den Mord am „Kommunisten“ Lumumba vertuscht, bis die Recherchen des Soziologen und Historikers Ludo de Witte Ende der 1990er-Jahre Licht ins Dunkel brachten. 2001 kam eine Untersuchungskommission des belgischen Parlaments zum Schluss, das Land trage eine „moralische Verantwortung“ – ein schwacher Trost für die Hinterbliebenen. Im Herbst 2020 aber nahm die belgische Staatsanwaltschaft zumindest erneut Ermittlungen auf.
tagesschau.de

Internationale Gemeinschaft will „Grüne Mauer“ in Sahelzone retten: Mit rund 12 Milliarden Euro soll die Wüstenausbreitung in der Sahelzone eingedämmt werden. Darauf einigten sich die Staaten auf dem Umweltgipfel „One Planet Summit“ in Paris. Das Geld fließt ins Projekt „Große Grüne Mauer“. Dabei sollen über Tausende Kilometer Bäume, von Dakar bis Dschibuti, in der Sahelzone gepflanzt werden. Die Initiative besteht seit 15 Jahren und hat neben der Bekämpfung der Wüstenausbreitung auch das Eindämmen von Dürren und Hungersnöten zum Ziel. Bislang sind für das ehrgeizige Vorhaben allerdings deutlich zu wenig Bäume gepflanzt wurden.
dw.com

Impfprogramm gegen Corona in Afrika weiter schleppend: Die weltweite Verteilung der bisher vorhandenen Impfdosen gegen Corona ist weiter von einem deutlichen Missverhältnis zwischen dem globalen Norden und Süden gekennzeichnet. Während die USA, Australien und viele europäische Staaten den Großteil aller Impfdosen für sich gesichert haben und durch Exklusivverträge mit den Herstellern auch den Vorgriff auf noch zu produzierende Dosen besitzen, könnten nach Einschätzung von Experten flächendeckende Impfungen in Afrika erst 2024 erreicht sein. Zwar kämpft das von der WHO initiierte globale Impfprogramm Covax dagegen an, allerdings zieht es schon jetzt herbe Kritik auf sich. Arme Länder fordern vor allem Unterstützung beim Vorhaben, die für sie geeigneten Impfstoffe selbst zu produzieren – eine Auflösung des Patentrechtes scheitert bislang allerdings am Veto der reichen westlichen Staaten. Für einen Aktivisten der Kampagne „Impfstoffe für Süd­afrika jetzt!“ ist Covax demzufolge nur „ein Feigenblatt der Reichen, um nationale Geschäftemacherei mit Pharmakonzernen zu verschleiern“.
taz.de, n-tv.de

– ANGEZÄHLT –

Bei Ausgrabungen im ägyptischen Sakkara sind rund fünfzig Sarkophage und ein mehr als 2500 Jahre alter Totentempel entdeckt worden.
n-tv.de

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– ZITAT –

„Live vom One Planet Summit in Paris: Blabla Natur, Blabla wichtig, Blabla ehrgeizig, Blabla grüne Investitionen, Blabla grüne Möglichkeiten, Blabla grünes Wachstum.“
Die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg zeigte sich auf Twitter wenig euphorisiert vom Klimagipfel „One Planet Summit“ in Paris, auf dem unter anderem eine starke Initiative zur Umsetzung des Projektes „Große Grüne Mauer“ in der Sahelzone verkündet wurde.
zeit.de

– ZULETZT –

Schauspielerin Rebel Wilson erzählt von Entführung in Mosambik: Die australische Schauspielerin Rebel Wilson hat in einem Interview mit dem Fernsehsender Sky One von einer Entführung im ländlichen Mosambik erzählt. Demnach sei die 40-Jährige von bewaffneten Männern vom Transporter gezwungen und in ein „Haus mitten im Nirgendwo“ gebracht worden. Dort habe man sie über Nacht festgehalten. Am nächsten Morgen seien sie und die anderen Gefangenen dann ohne weitere Informationen freigelassen worden. Bis heute kenne Wilson keine Hintergründe der Tat.
vip.de

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