KW 29: Ghanas erste weibliche Kandidatin für die Partei National Democratic Congress, HIV-Infizierte haben es seit Pandemie-Ausbruch deutlich schwerer, Landesweite Proteste in Äthiopien werden immer lauter

– NEWS –

HIV-Infizierte haben es seit Pandemie-Ausbruch deutlich schwerer: Die HIV-Infizierten trifft die Pandemie besonders, da viele es in den Slums von Nairobi nicht zum Arzt schaffen und das Geld fehlt. Die Angst vor Ansteckung wächst, sowie der Hunger. Viele Menschen haben aufgrund des Virus ihre Jobs verloren und hungern. Doch die Menschen helfen sich gegenseitig. Nachbarn helfen einander, warme Mahlzeiten kann man einmal täglich von der deutschen Hilfsorganisation “German Doctors” erhalten. Die Organisation hat auch ein HIV-Programm. Eine Leiterin des HIV-Programms erklärt, dass besonders die HIV Patienten unter den schwerwiegenden Folge der Corona-Pandemie litten, da sie große Schwierigkeiten haben,ins ambulante Krankenhaus zu kommen. Sei es aus Angst vor einer Ansteckung oder aufgrund der Tatsache, dass sich einige nicht mal mehr das Fahrgeld für den Klinikbesuch auch innerhalb von Nairobi leisten können.
tagesschau.de

Landesweite Proteste in Äthiopien werden immer lauter: Die Ermordung des beliebten Sängers Hachalu Hundessa in der vergangenen Woche, hat landesweiten Proteste ausgelöst. Insgesamt seien neun Polizisten, fünf Milizionäre und 215 Zivilisten gestorben, zehn weitere Menschen in der Hauptstadt Addis Abeba. Das Land, das seit April 2018 von Abiy Ahmed geführt wird, ist ein Vielvölkerstaat. Die größten Gruppen bilden die Oromo, die Amharen und die Tigray. Es kommt oft zu Spannungen zwischen den Volksgruppen. Sänger Hachalu gehörte den Oromo an. Seit Jahren fühlen sich diese bevormundet. Andauernde Proteste der Oromo führten 2018 schließlich zum Rücktritt von Ministerpräsident Hailemariam Desalegn und zur Amtsübernahme durch Abiy Ahmed, der selbst den Oromo angehört. Dieser erhielt vergangenes Jahr den Friedensnobelpreis  unter anderem für den Friedensschluss mit Eritrea. Doch seit seiner Amtsübernahme sind die Konflikte zwischen den Ethnien in Äthiopien weiter angestiegen. Ihm wird von Kritikern vorgeworfen, sich zu wenig um die Probleme der Oromo zu kümmern.
dw.com

Bevölkerung in Afrika wächst rasant: 1,3 Milliarden Menschen leben in Afrika. Bis 2050 könnte sich diese Zahl noch einmal verdoppeln. Die Vereinten Nationen schätzen, dass sich der der Anteil von Afrika an der Weltbevölkerung von heute 14 Prozent auf 22 Prozent im Jahr 2050 steigen werde. Die Kombination aus einer vergleichsweise großen Bevölkerung und hoher Fertilität resultieren zu solch einem Anstieg, erklärt Frank Swiaczny, Chef der UN-Abteilung für Bevölkerungsfragen (Population Division). Niger, Somalia, Mali, Tschad, Burundi, die unter Bürgerkriegen litten und gegen das „Erbe eines niedrigen Entwicklungsstands“ kämpften, haben die größte Fertilität in Afrika. Andere Länder wie Kenia, Ruanda, Ghana und die Elfenbeinküste haben heute schon mittlere Werte erreicht. Die Folgen der Pandemie seien noch schwer einzuschätzen. Erst von Herbst an werde sich zeigen, wenn Kinder geboren würden. Doch ähnlich anderer Pandemien in der Vergangenheit, werde Covid-19 nur einen geringen langfristigen Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung haben, meint Swiaczny.
faz.net

Ghana: erste weibliche Kandidatin für die National Democratic Congress (NDC): Der ehemalige Präsident von Ghana, John Mahama, hat Jane Naana Opoku-Agyeman zu seiner Kandidatin für die diesjährige Wahl gewählt. Damit ist sie die erste Frau auf der Präsidentschaftsliste einer großen ghanaischen Partei, wie die der National Democratic Congress (NDC). Opoku-Agyeman ist eine ehemalige Bildungsministerin und Universitätsprofessorin. 2008 wurde sie die erste Vizekanzlerin der Universität von Cape Coast. Zahlreiche Frauen, darunter Gender-Aktivisten, Marktfrauen und einige Männer, bezeichneten ihre Nominierung als einen Schritt zur Vertiefung des demokratischen Ansehens Ghanas. Die Nominierung von Opoku-Agyemang stellt auch einen Schlüssel dar, um den Zyklus der männlichen Kandidatur zu durchbrechen und mehr Frauen in die allgemeine politische Entscheidungsfindung zu bringen.
af.reuters.com, myjoyonline.com

Hungersnot steigt: Durch die Corona-Pandemie hat sich die Hungersnot in Afrika weiter verschärft. Die Ursachen von Hunger und Mangelernährung auf dem afrikanischen Kontinent sind vielfältig: Heuschreckenplage in Ostafrika, Dürren und Überschwemmungen infolge des Klimawandels im Südlichen Afrika, bewaffnete Konflikte im Sahel. Und dies stellt nur eine kleine Auswahl an Probleme dar. Diese Krisen wurden durch das Corona Virus nur noch weiter verschärft. Und anstatt Milliarden an Hilfsgelder in den Kontinent zu pumpten, die langfristig jedoch keine Lösung darstellen, ist es an der Zeit eine Afrika Politik zu fordern, bei der es um das Wohl der Menschen geht, anstatt der Begrenzung der Migration nach Europa.
deutschlandfunk.de

Prostitution im Senegal in Zeiten des Corona Virus nzz.ch
Konflikte in Libyen  tagesschau.de
33.000 Schusswaffen in Südafrika  faz.net
Südafrika hatte den strengsten Lockdown weltweit plus.tagesspiegel.de
Proteste in Mali taz.de

– BACKGROUND –

18 Jahre Afrikanische Union: Mit dem Ziel Frieden, Sicherheit und Stabilität in Afrika zu fördern und zu erhalten, wurde die Afrikanische Union (AU) am 9. Juli 2002 ins Leben gerufen. Die Organisation für Afrikanische Einheit wurde damit ersetzt. Ihr wurde nachgetragen, entscheidende Probleme des Kontinents nachzugehen, vor allem Armut und wirtschaftliche Schwäche. Sie respektierte zwar die Souveränität ihrer Mitgliedstaaten, erwarb sich jedoch den Ruf einer “bloße Quasselbude”. Daher hat man der AU mit einer stärkere Verwaltung ausgestattet und mit größeren Eingriffsrechten und für humanitäre Interventionen. Und obwohl ihre ein wichtiger Meilenstein war, zweifeln die Afrikaner ihrer Zukunft. Gründe hierfür sind nicht nur, dass Beschlüsse der AU nur selten umgesetzt werden, sondern es herrscht noch immer Uneinigkeit und Unfähigkeit: weder der einzige Kandidat für den nächsten Chef der Welthandelsorganisation wurde unterstützt noch sich den kürzlich frei gewordenen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu ergattern. Eine Kommission wurde um solche Probleme zu lösen innerhalb der Organisation erschaffen. Hierfür stellt sie unter anderem Empfehlungen aus. Doch abgesehen vom Afrikanischen Kontinentalen Freihandelsabkommen (AfCTA), das zwar von 49 der 55 Mitgliedstaaten unterzeichnet wurde, werden Empfehlungen nicht wirklich umgesetzt. Weiterhin stellt der Geldmangel für die Aufgaben der AU einen weiteres Problem dar. Viele Länder in der Subsahara haben Kredite von China aufgenommen, deren Rückzahlungen sie sich kaum leisten können. Weiterhin hat China den Bau des neuen AU-Hauptsitzes in Höhe von 180 Millionen Euro bezahlt und sich damit auch eine Art Einfluss in die Organisation erkauft. Es bleibt abzuwarten, wie sich die AU in den nächsten 18 Jahren entwickeln wird.
dw.com

Das südafrikanische Krisenmanagement der Regierung verliert an Akzeptanz: Obwohl täglich die Infektionszahlen in Südafrika rapide steigen und Krankenhäuser zunehmend an ihre Grenzen kommen, nimmt die ursprüngliche Unterstützung für das Krisenmanagement des Staates immer weiter ab. Trotz des harten Lockdowns im April und Mai, hat die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen einen Höchststand erreicht. Südafrika gehört damit weltweit zu den Ländern mit den meisten Neuinfektionen. Der Lockdown wäre nicht effektiv dazu genutzt worden, um diesen Anstieg zu verhindern, erklärt Alex van den Heever von der Johannesburger Wits-Universität. Der Anstieg der Infektionsrate sei größtenteils eine Konsequenz inadäquater Präventionsprogramme der Regierung und nun offenbarten sich diese Mängel. Die Menschen sorgen sich um die hohe Arbeitslosigkeit und den wachsenden Hunger als um die Ansteckungsgefahr des Virus. Auf den Straßen sieht man daher viele Menschen ohne Maske.
tagesschau.de

– ANGEZÄHLT –

In Ruanda liegt der Frauenanteil im nationalen Parlament bei 61,3 Prozent
de.statista.com

– ZITAT –
“Die Zeit ist nicht auf unserer Seite in Libyen. Der Konflikt hat eine neue Phase erreicht: Die ausländische Einmischung ist so groß wie noch nie. Dazu gehören Waffenexporte genauso wie der Einsatz von Söldnern.”
Ein Sprecher des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres.
tagesschau.de

– ZULETZT –

Gesetz gegen sexuelle Belästigung erlassen: Seit Wochen gehen Frauen in Nigeria auf die Straße – mit Erfolg. Die Regierung hat nun ein Gesetz gegen sexuelle Belästigung an den Unis erlassen. Studentinnen werden oft für gute Noten zu sexuellen Handlungen gezwungen. Damit ist nun Schluss. Das Thema sexuelle Gewalt gegen Frauen ist im ganzen Land ein Thema.
wdr.de

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