KW 26: Afrika wird noch hart von der Pandemie getroffen werden, Nigeria will Neugründungen und kleine und mittlere Unternehmen retten und eine Million technische Arbeitsplätze schaffen, Inclusive Fintech 50 geht in zweite Runde

– NEWS –

Covid-19: Experten warnen, Afrika könne nun doch besonders hart von der Pandemie getroffen werden: Durch frühzeitig vorgenommene Eindämmungsmaßnahmen wie Grenzschließungen und Lockdowns, konnten viele afrikanische Länder die Ausbreitung des Virus aufhalten. So dauerte es zu Beginn 98 Tage bis die ersten 100.000 Fälle erreichten wurden. Mittlerweile steigen die Infektionszahlen und die WHO teilte vergangene Woche mit, dass sich die Fallzahlen in nur 18 Tagen von 100.000 auf 200.000 verdoppelt hätten. Das läge vor allem daran, dass in ärmeren Ländern Lockdowns immer weniger aufrechterhalten werden könnten. Im Juli werde in Kapstadt mit dem ersten Höhepunkt gerechnet. 38.545 Fälle waren es am Samstag in der Hafenstadt, 87.715 waren es landesweit.
spiegel.de

Nigeria will Neugründungen und kleine und mittlere Unternehmen retten und eine Million technische Arbeitsplätze schaffen: Im Rahmen seines Plans zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit, will Nigeria für die Zeit nach der Pandemie eine Reihe von Maßnahmen umsetzen, die sich auf das technisches Ökosystem auswirken könnten. Gemäß dem Nachhaltigkeitsplan plant die nigerianische Regierung, die Bestimmungen des kürzlich unterzeichneten Finanzgesetzes für Existenzgründer und Kleinst-, Klein- und mittelgroßen Unternehmen zu aktivieren. Darüber hinaus will die Regierung eine Million Arbeitsplätze im Bereich Outsourcing schaffen, indem sie Jugendliche ausbildet, damit sie digitale Initiativen u.a. in den Bereichen Unterhaltung, Finanzdienstleistungen, E-Commerce und Bildung nutzen können.
ventureburn.com

Nigerianisches E-Health-Tech-Startup First Medtrade startet medizinischen Online-Markt: Zur Versorgung wichtiger medizinischer Verbrauchsmaterialien für Krankenhäuser und anderer Gesundheitseinrichtungen hat das Startup eine Plattform ins Leben gerufen, mit der Krankenhäuser Möglichkeit die Möglichkeit haben, lebensrettende medizinische Verbrauchsmaterialien zu erwerben, die für eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten entscheidend sind. Die Gesundheitseinrichtungen sind aufgrund von COVID-19 überlastet und es besteht ein noch größerer Bedarf an spezialisierten medizinischen Verbrauchsmaterialien. Krankenhäuser in Nigeria seien weitgehend von einer langen Vertriebskette von Wiederverkäufern und Agenten für im Ausland hergestellte medizinische Verbrauchsmaterialien abhängig, erklärt Dr. Jonah Asiegbu, Chief Executive Officer (CEO) von First Medtrade. Diesen Herausforderungen stelle sich First Medtrade, indem es eine einzige Online-Plattform bereitstellen, auf der Krankenhäuser eine Reihe von medizinischen Verbrauchsmaterialien von akkreditierten Herstellern und Großhändlern bequem finden und kaufen können.
disrupt-africa.com

Die Bewerbungen für die zweite Ausgabe der Inclusive Fintech 50 sind eröffnet: Die globale Initiative Inclusive Fintech 50 unterstützt Investoren bei der Bestimmung von Unternehmen mit Potenzial und hilft diesen Unternehmen dabei, das Kapital und die Wissensressourcen zu mobilisieren, die für eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung erforderlich sind. Inclusive Fintech 50 wurde im vergangenen Jahr zum ersten Mal gestartet und umfasst schließlich 20 Unternehmen. Inclusive Fintech 50 schafft Sichtbarkeit für die vielversprechendsten integrativen Fintechs mit einer Lösung in den Bereichen Kredit, Versicherung, Zahlungen und Überweisungen, Ersparnisse und persönliches Finanzmanagement sowie Infrastruktur, die die Herausforderungen unterversorgter Segmente angeht. Ausgewählte Fintechs profitieren einerseits von einer erhöhten Sichtbarkeit und andererseits mit der Möglichkeit, mit Mitbewerbern in Kontakt zu treten und sich durch Verbindungen zu Investoren für Investitionen zu positionieren. Zwei der ausgewählten Fintechs erhalten außerdem Geldpreise in Höhe von 25.000 US-Dollar.
disrupt-africa.com

Eiszeit zwischen China und afrikanischen Staaten? China hat sich in Afrika derzeit im Rahmen einer diplomatischen Offensive als guter Freund und Lieferant von Hilfsmaterial in der Coronakrise gezeigt. Zum antikolonialen Kampf Chinas gehöre es seit den 1960er-Jahren Ärzte nach Afrika zu schicken. Auch wurde in den vergangenen zwei Jahren seitens der chinesischen Diplomaten und Botschaften die Präsenz auf Twitter stark erhöht. China versuche sich jetzt in der Krise als starker Führer zu positionieren, erklärt China-Afrika-Experte Cobus van Staden vom South African Institute of International Affairs. Seines Erachtens habe sich die Beziehung in den letzten Jahrzehnten stetig verändert. Und er glaubt, dass sie reifen werde.
srf.ch

Korruptionsprozess im Kongo: Vital Kamerhe, Kabinettsdirektor des kongolesischen Präsidenten Felix Tshisekedi, wurde zu 20 Jahren Arbeitslager verurteilt. Der 61-jährige Politiker hatte zusammen mit einem libanesischstämmigen Unternehmer, Samih Jammal, öffentliche Gelder in Höhe von etwa 45 Millionen Euro veruntreut. Laut Urteil sollen Kamerhe und Jammal Gelder, die für den Bau von 1.500 Sozialwohnungen gedacht waren, unterschlagen haben. Beide wurden schuldig gesprochen und zu Zwangsarbeit verurteilt. Man werde in Berufung gehen, so einer von Kamerhes Anwälten. Auch Kamerhes politische Partei missbilligt das Urteil.
zeit.de, taz.de

Ringförmige Sonnenfinsternis spiegel.de
#StaySafeAfrica Campagne beginnt am 25. Juni africa.com
Die kolonialen Spuren Deutschlands – ein kollektives Vergessen rnd.de
Die Pandemie als „Stresstest“ für Politik- und Handelsbeziehungen zwischen EU und Afrika euractiv.de

– BACKGROUND –

Viele junge Menschen orientieren sich in der Corona-Pandemie um: Die Pandemie zieht vor allem der Jugend einen Strich durch die Rechnung: Schulen und Universitäten sind zu, Jobs brechen weg. Doch das hält viele nicht davon sich mit lokalen, innovativen Lösungen für die durch Corona entstehenden Probleme einzubringen. So auch David Avido Ochieng, der die Ausbreitung des Corona-Virus in seiner Community eindämmen will. Der 24-jährige Designer aus Nairobi hat ein durch Spenden und Hilfsgelder finanziertes Projekt ins Leben gerufen, mit dem er bereits Tausende Masken in seiner Nachbarschaft verteilt hat. 17 Frauen und Teenager hat er angelernt. Eine Maske gegen das Virus sei für viele Menschen Luxus, da sie mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssten. Eine Familie müsse daher überlegen: Maske oder Essen, erklärt Ochieng. Aus diesem Grund verteilt er sie umsonst. Der Kenianer ist ein Beispiel von vielen, die sich von der aktuellen Situation nicht beirren lassen. Lethukuthula Khoza aus Johannesburg, der normalerweise Souvenirs an Touristen verkauft, tut dieses nun über das Internet. Yogalehrerin Tidimalo Sehlako gibt digitalen kostenlosen Yoga-Unterricht. Während der Übungsstunden trägt sie Kleidung ihres eigenen Modellabels- die nun von mehr potenziellen Käufern gesehen wird.
dw.com

Ruanda – eine große grüne Wachstumsinvestition: In diesem Monat fanden zwei Webinare statt, die vom Global Green Growth Institute (GGGI) in Partnerschaft mit der ruandischen Umweltmanagementbehörde (REMA) als Teil einer Vereinbarung zwischen dem italienischen und dem ruandischen Umweltministerium organisiert wurden. Die Onlinediskussion wandte sich an wichtige Interessengruppen wie Institutionen, Unternehmer, Investoren, Entwickler usw., die sowohl in Italien als auch in Ruanda eine Schlüsselrolle für das grüne Wachstum und die nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft ihres Landes spielen. Es sollen Partnerschaften zwischen Unternehmen aus Italien und Ruanda geschaffen werden Ziel und den Transfer grüner Technologien erleichtern. Der ruandische Verband des Privatsektors (PSF) ist an Investitionen interessiert, die grüne Wachstumslösungen vor allem in den Bereichen öffentliche Gesundheit, Luftqualität und Umweltsanierung sowie die Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze in den Bereichen Tourismus, Verkehr, Landwirtschaft und Produktion ermöglichen.
africa.com

Der Bau des Großen Äthiopischen Renaissance-Damm (GERD) geht voran: Im Jahr 2022 soll der Bau des gigantischen Wasserkraftwerks in Äthiopien beendet sein. Es wird das größte Wasserkraftwerk des Kontinents, das die ostafrikanischen Länder mit Strom versorgt. Doch die Verhandlungen zwischen Ägypten und Äthiopien zur Nutzung des kostbaren Nilwassers stehen im Stillstand.  Die festgefahrene Lage wird von Experten als Sicherheitsrisiko für die Region eingeschätzt. Größter Streitpunkt ist die Frage nach dem Umgang mit künftigen Dürreperioden. Weiterhin muss ein Abkommen erlassen werden. Auch hier gibt es Streitpunkte: so möchte Ägypten für die Zukunft so viele Details festlegen, während Äthiopien versucht, das Abkommen so dynamisch wie möglich zu halten. Nun soll mithilfe des UN-Sicherheitsrates der Auseinandersetzung eine “faire und ausgewogene Lösung” gefunden werden.
dw.com

Weitläufige Grassteppen in Madagaskar: Graslandschaften in Madagaskar sind vielfältig und daher schutzwürdig. Sie sind nicht nur durch rücksichtslose Rodung entstanden, sondern hätten im zentralen Hochland bereits existiert, so Wissenschaftler der Royal Botanic Gardens Kew in London und der Université d’Antananarivo. In ihrer Untersuchung kamen sie zu der Schlussfolgerung, dass zwei Biotop-Typen mit jeweils eigenem Arteninventar bestehen. Es stellte sich heraus, dass wie auf dem afrikanischen Festland, die Grassteppen überwiegend von Bränden oder durch Beweidung beschaffen sind. Die Forscher plädieren, die weitläufigen Grassteppen, die vermutlich über Jahrmillionen charakteristisch für Madagaskars zentrales Hochland wären, als schützenswerte Biotope anzusehen und diese nicht mehr leichtsinnig aufzuforsten.
faz.net

– ANGEZÄHLT –

87.715 Coronafälle gibt es derzeit in Südafrika
spiegel.de

– ZITAT –

“Wir hoffen, dass wir keine Massengräber brauchen werden.”
Dr. Zahid Badroodien, Stadtrat von Kapstadt, zum Anstieg der Corona-Neuinfektionen.
702.co.za

– ZULETZT –

Top 10 aktueller Liebesballaden
africa.com

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