KW 20: Gewalt in Nigeria eskaliert-Massenproteste geplant, Corona stoppt Aufschwung afrikanischer Start Ups nicht, Afrikanische und Europäische Staatsoberhäupter kommen für Gipfel zur afrikanischen Ökonomie zusammen

– NEWS –

Gewalt in Nigeria eskaliert-Massenproteste geplant: In Nigeria erfasst Gewalt das ganze Land, nicht mal die Hauptstadt Abuja gilt mehr als sicher. Präsident Muhammadu Buhari, seit 2015 im Amt, steht unter Druck wie nie zuvor. Separatistische Bewegungen, die Terrormiliz Boko Haram und Konflikte zwischen Farmern und Viehirten sorgen im ganzen Land für Unruhen. Bereits Anfang Mai protestierten Eltern in der Hauptstadt Abuja und der Provinzhauptstadt Kaduna nachdem es erneut zu Entführungen von Studierenden gekommen war. Kirchliche und traditionelle Führer warnen vor einer „Desintegration Nigerias im Krieg“ und kritisieren den Präsidenten, der in ihren Augen zu untätig ist. Nun fordert ein Bündnis aus 127 zivilgesellschaftlichen Gruppen seine Amtsenthebung und planen Massenproteste am 28. Mai, der zum Tag der „Trauer und Erinnerung an die Opfer von Massengreueltaten“ ausgerufen wurde. Auch Oppositionelle Politiker und gar Mitglieder der Regierungspartei beschreiben die Lage als noch schlimmer als während dem Biafra-Krieg. Bisher reagierte Buhari nur mmit leeren Phrasen, konkrete Aktionen, um die Sicherheitslage zu verbessern lassen bisher auf sich warten. Auch herrscht Uneinigkeit darüber, wie mit Entführungen umgegangen werden soll. Buhari lehnt Verhandlungen ab; andere Po­li­ti­ke­r*in­nen haben durchaus Sympathien dafür, mit bewaffneten Gruppen zu sprechen.
taz.de

Corona stoppt Aufschwung afrikanischer Start Ups nicht: Corona hat der noch überschaubaren afrikanischen Start-up-Industrie nur einen milden Dämpfer verpasst. Besonders Finanzdienstleistungen boomen. Zwar sind die Investitionszahlen im Vergleich mit Europa oder Silicon Valley noch gering, doch der Aufwärtstrend hat sich auch von der Corona-Pandemie nicht aufhalten lassen. Vor allem der Trend zu innerafrikanischen Investments lässt auf eine produktive Zukunft hoffen, die unabhängig von Hilfe von außen funktioniert. Vor allem Fintech Unternehmen, die digitale Lösungen für Bezhl-, Bank-, Versicherungs- und Vorsorgesysteme anbieten, wuchs in den letzten Jahren. Zwar sind die Start Ups noch konzentriert auf wenige (Haupt)Städte verteilt, doch immer mehr Hubs bilden sich auch außerhalb der bereits existierenden Hubs. Immer wieder stellen Start-ups Dienstleistungen oder Angebote zur Verfügung, die in Europa großteils als Aufgabe des Staates angesehen werden, wie beispielsweise nachhaltige Energiegewinnungsformen oder Überbrückung schwieriger Logistikketten, zur Verfügung.
derstandard.de

Afrikanische und Europäische Staatsoberhäupter kommen für Gipfel zur afrikanischen Ökonomie zusammen: Frankreichs Präsident Macron lädt am Dienstag zu einem Gipfel zum Wiederaufbau der afrikanischen Ökonomie und den Folgen der Pandemie ein. Neben einem Dutzend afrikanischer Staatsoberhäupter und einigen europäischen Führern, werden auch einige internationale Organisationen an der Versammlung teilnehmen. Thema soll vor allem Wirtschaftswachstum und die Verbesserung der Zusammenarbeit sein. Weltbankanleihen und Schuldenschnitte sollen ebenso besprochen werden. Macron hatte bereits Ende April zu einem „Neuen Deal“ aufgerufen, um afrikanischen Ländern zu helfen. Der Gipfel folggt einem Schreiben, in dem 18 Afrikanische und Europäische Führer im April die internationale Gemeinschaft dazu aufgefordert hatten, Afrika bei der Bewältigung der gesundheitlichen und ökonomischen Folgen der Pandemie zu unterstützen.
africanews.com

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Demokratische Republik Kongo ruft in zwei Provinzen Kriegsrecht aus: Im Osten der Demokratischen Republik Kongo schwelt seit über 20 Jahren ein blutiger Konflikt zwischen verschiedenen Rebellengruppen, Regierungstruppen und international finanzierter Söldner. Es ist ein nicht endender Krieg um Macht und um die Kontrolle wertvoller Bodenschätze und wichtiger Rohstoff-Ressourcen. Vor allem die beiden Krisen-Provinzen Nord-Kivu und Ituri sind immer wieder Schauplatz der Auseinandersetzungen. Die kongolesische Regierung hat dort nun für 30 Tage die lokalen Regierungen dem Militär und der Polizei untergeordnet. Präsident Félix Tshisekedi begründet diesen Schritt mit zunehmender Gewalt und Vertreibung und will so offenbar Stärke zeigen. Immer wieder kam es in den letzten Monaten zu größeren Demonstrationen, die Menschen fordern ein effektiveres Vorgehen der Regierung gegen die Gewalt. Aber auch von der UN-Mission MONUSCO fühlen sich die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo nicht ausreichend geschützt und fordern schon seit längerem deren Abzug. Politikwissenschaftlerin Séverine Autesserre kritisiert den Ansatz der UN-Mission, als Außenstehende Frieden herbeiführen zu wollen, ohne lokale Führungskräfte und Aktivisten ausreichend einzubinden.
tagesschau.de

Parlamentswahl in Äthiopien erneut verschoben: Die zuletzt auf den 5. Juni angesetzte Parlamentswahl in Äthiopien wurde erneut vreschoben. Als Begründung nannte die nationale Wahlkommission organisatorische Unklarheiten. Ursprünglich sollte die Wahl bereits im AUgust 2020 stattfinden, doch die Corona-Pandemie war dazwischen gekommen. Damals hatte die in der Nordregion des Landes regierende TPLF (Volksbefreiungsfront Tigray) dennoch eine Wahl abgehalten, was einer der Gründe für die bis heute andauernde Auseinandersetzung in der Region ist. Bisher sind mehr als 50.000 Menschen vor dem Konflikt zwischen der TPLF und der Zentralregierung in Addis Abeba in den Sudan geflohen. Die USA äußerte sich zuletzt besorgt über zunehmende Hindernisse, die humanitärer Hilfe den Zugang in die Konfliktregion verhindern. Einen neuen Termin für den Wahlgang gibt es noch nicht.
nzz.ch

WTO Direktorin wirbt für bessere Impfstoffversorgung in Afrika: Die Generaldirektorin der Welthandelsorganisation, Ngozi Okonjo-Iweala, dringt auf eine bessere Versorgung mit Corona-Impfstoffen in Afrika. In einem Interview mit Euronews forderte sie eine Verbesserung der Herstellung von Impfstoffmengen, da aktuell 99 Prozent der Vakzine importiert würden. Dabei betonte sie, dass allein mit Aufhebung der Patente das Problem nicht gelöst werden könnte, sondern auch Technologien und Wissen bereitgestellt werden müssen. Ihre Rolle sieht sie als Vermittlerin zwischen den Fronten, um die Ungleichverteilung der Impfstoffe zu bekämpfen.
deutschlandfunk.de

30 Menschen in Demokratischer Republik Kongo nach Unruhen zum Tode verurteilt de.nachrichten.yahoo.com
Britische Truppen beschlagnahmen IS-Waffen bei Operation in Mali bbc.com
Verlängerung der Amtszeit des obersten Richters: Oberster Gerichtshof in Zimbabwe blockiert Entscheidung des Präsidenten reuters.com
Uganda: Präsident Yoweri Museveni nach 35 Jahren an der Macht erneut vereidigt srf.ch

– BACKGROUND –

DW Projekt „African Roots“ will afrikanische Geschichte „zugänglicher“ machen: Geschichte für junge Leute erfahrbar machen: Das schaffte die Debatte in Cape Coast, die am 10. Mai zum Finale der zweiten Staffel von African Roots auf dem Facebook-Kanal DW Africa ausgestrahlt wurde. Im Kern des Projekts, einer Zusammenarbeit mit der Gerda Henkel Stiftung und der nigerianischen Animations-Schmiede Comic Republic, steht eine nun abgeschlossene 50-teilige Porträt-Reihe historischer afrikanischer Figuren, die die Geschichte des Kontinents personalisieren und nachvollziehbar machen. Kleine, sorgfältig recherchierte Mosaiksteinchen formen ein größeres Bild: Vom Reichtum der alten Königreiche (Kanku Musa), vom Streben nach Wissen (Fatima al-Fihri), dem Ringen um die Unabhängigkeit (Dedan Kimathi) oder vom frühen Aufbegehren von Frauen wie der Königin Abla Pokou, die in ihrer Gesellschaft Veränderungen anstießen. Dabei wird besonders darauf geachtet, nicht die typische, von „starken“ Männern dominierte Geschichtsschreibung zu reproduzieren, sondern auch starke Frauen und nicht nur die Machthabenden darzustellen. Die fachliche Prüfung aller Inhalte erfolgt durch Forscher*innen in Afrika. Ziel des Projekts sei es, „dem wachsenden Bedürfnis zu begegnen, afrikanische Geschichte als wichtigen Bestandteil der Menschheitsgeschichte zu würdigen”, sagt Mafela, Dekanin der pädagogischen Fakultät an der Universität Botswana. Dies ist nur der Beginn, denn natürlich besteht die afrikanische Geschichte aus mehr als den in den 50 Porträts dargestellten Personen. Die Ergebnisse werden in den DW-Programmen und Social-Media-Plattformen und über rund 300 Radio- und TV-Partner in Afrika verbreitet, in Form von USB-Sticks aber auch direkt Bildungsträgern in Afrika zur Verfügung gestellt.
dw.com

Afrikanische Filmschaffende wehren sich gegen westliche Medienkonzerne: Fast im Wochentakt kündigt etwa Netflix derzeit neue afrikanische Serien an. Geplant und ausgedacht werden diese allerdings in Paris oder Kalifornien. Dagegen regt sich unter afrikanischen Filmschaffenden Widerstand, denn afrikanischer Film ist mehr als von außen finanzierte Produktionen und Nollywood. Im Kongo beispielsweise gibt es nur ein „klassisches“ Kino nach westlichem Verständnis, doch seit drei Jahren organisieren kongolesische Filmprofessionelle im sogenannten „Ciné na biso“ Filmvorführungen in den Schulen Kinshasas und zeigen dabei hauptsächlich kongolesische Filme, während in dem „klassischen“ Kino nur Hollywood Filme gezeigt werden. Jetzt will Ciné na biso ein eigenes Containerkino bauen, ein Pilotprojekt, das noch in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen könnte. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Containerkinos bald in Serie gehen und damit kongolesische, aber auch andere afrikanische Filme einem breiten Publikum zugänglich machen. Initiativen wie Ciné na biso existieren in vielen afrikanischen Ländern. Es gibt ein riesiges Publikumsinteresse und nachhaltige Geschäftsmodelle. Doch im Unterschied zu etwa Canal+, der mal eben die Rechte für 500 existierende äthiopische Filmen gekauft hat, stehen lokale Kinobetreiber vor der entscheidenden Hürde, für ihren regelmäßigen Betrieb geeignete Filmen zu finden. Ein neuer Zusammenschluss von Kinobetreibern aus afrikanischen Ländern, das „Cinema Spaces Network“, will das ändern. Über eine quasi genossenschaftlich organisierte Struktur wird derzeit ein Katalog von afrikanischen Filmen zusammengestellt, der geeignete Filme unkompliziert und zu realistischen Konditionen vor Ort verfügbar machen will.
deutschlandfunkkultur.de

Eisenbahn in Freizeitpark in Memleben reproduziert rassistische Vorurteile: Bereits der Name „Kongo-Bongo-Bimmelbahn“ lässt aufhorchen. Neben den Schienen einer Attraktion im Freizeitpark Memleben in Sachsen-Anhalt stehen halbnackte, schwarze Menschen, die einen weißen Forscher kochen, um ihn zu verspeisen. Diese Darstellung von Afrikanern, die an koloniale Ansichtsweisen des „wilden und unzivilisierten“ Afrikaners erinnert, reproduziert diese rassistischen Ansichten, die mit Knochen im Haar, Zahnlücken und schielenden Augen zutiefst beleidigend auf Menschen afrikanischer Herkunft wirkt. Laut Werbung des Freizeitparks kann mit der Bahn eine „Reise durch das Land der Kannibalen“ unternommen werden. Der Park ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und dass bis letzten Sommer, als ein empörter Besucher dem MDR schrieb, sich niemand daran aufgestoßen hat, zeigt den tief sitzenden Alltagsrassismus, der bis heute in Deutschland weit verbreitet ist. Sicherlich hängt dies mit der kaum vorhandenen Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte zusammen. „Rassismus–ursprünglich im Kolonialismus–funktioniert auf die Weise, dass wir uns als weiße, überlegene, zivilisierte Kultur darstellen“, erklärt Soziologin Katharina Warda. Dabei wird der schwarze Mann als unzivilisiert, tierhaft und unmenschlich dargestellt. Diese Darstellung hat aber nichts mit Afrika zu tun-sie bedient einfach nur bestehende, tiefsitzende Rassismen. Die Bahn wurde erst vor drei Jahren erbaut und Geschäftsführer des Parks, Uwe Gehrmann, findet die Rassismus „Vorwürfe“ „lächerlich“, das Ganze sei lustig gemeint. Seiner Meinung nach sehen „normale Menschen in Deutschland“ die Bahn als nicht problematisch und deshalb sei die Bahn in Ordnung, Debatten um Alltagsrassismus „anstrengend“. Dass er dabei die Stimmen marginalisierter Menschen ignoriert, seine weiße, eurozentrische Sicht in den Vordergrund rückt und damit Afro-Deutschen das „Deutschsein“ abspricht, scheint ihm nicht bewusst zu sein. Genau diese Ignoranz ist mit ein Teil des Problems des Rassismus, der weiterhin nur schleppend aufgearbeitet wird.mdr.de

– ANGEZÄHLT –

1,62 Milliarden US-Dollar wurden laut der African Startups Deals Database im Jahr 2020 in Start Ups in Afrika investiert.
afrika.info

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„In Afrika geht mein Handy besser als hier“
„Entwicklungshilfe“-Minister Gerd Müller (CSU) über die sträflich unterschätzte Dynamik Afrikas.
wiwo.de

– ZULETZT –

US-Rapper unterschreibt Profibasketballvertrag: US Rap-Superstar J. Cole steht wohl vor einem Engagement als Profibasketballer in der Basketball Africa League. Er soll am Donnerstag einen vertraulichen Vertrag unterschrieben haben und wird in der Basketball African League für die Ruanda Patriots spielen. Haydee Ndayishimiye, COO der Patriots, bestätigte, dass Cole nur für die Dauer des Turniers unter Vertrag steht.
france24.com

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