KW 19: Afrikas Impfziele kommen ins Wanken, Marokko ruft Botschafterin aus Berlin zurück, Nach jahrelangem Prozess-Dominic Ongwen zu 25 Jahren Haft verurteilt

– NEWS –

Afrikas Impfziele kommen ins Wanken: Jeder fünfte Bewohner Afrikas sollte bis Jahresende geimpft sein. Doch selbst dieses bescheidene Ziel ist kaum noch zu erreichen – zu wenig Impfstoff erreicht den Kontinent. In Kenia ist die Lage bescheiden, auch wenn die Zahl der Corona-Infizierten gerade wieder etwas heruntergegangen ist. An den Impfstoff kommen hier nur wenige heran und selbst wenn, ist die Sorge, ob es überhaupt einen Termin zur Nachfolge-Impfung geben wird, groß. Seit die zweite Lieferung der Covax-initiative aus Indien nicht kam, sitzt Kenia auf dem Trockenen. In anderen afrikanischen Ländern sieht es ähnlich aus. Weniger als zwei Prozent der weltweiten Corona-Impfungen wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bisher auf dem Kontinent durchgeführt. Die Bemühungen, an Impfstoff zu kommen ist groß. „Wir verhandeln mit allen, die einen Impfstoff herstellen“, sagt der Leiter der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (AU), John Nkengasong. Doch nur beim US-Hersteller Johnson and Johnson hatte die AU bisher Erfolg. Da die Internationale Solidarität nicht vorhanden zu sien scheint, bleibt es Afrika nur, sich selbst zu helfen, meint auch Nsenga Ngoy von der Weltgesundheitsorganisation.
tagesschau.de

Marokko ruft Botschafterin aus Berlin zurück: Aus Verärgerung über Deutschland beordert das nordafrikanische Land seine Botschafterin zu Konsultationen nach Hause. Es geht unter anderem um die Westsahara und den marokkanischen Anspruch auf das Gebiet. Das marokkanische Außenministerium begründete den Schritt mit „feindlichen“ Aktionen. Konkret will die Regierung in Rabat nach eigener Auskunft gegen das deutsche Vorgehen im Westsahara-Konflikt protestieren. Sie wirft der Bundesregierung in der Angelegenheit eine „destruktive Haltung“ vor. Das Auswärtige Amt in Berlin reagierte überrascht auf den Schritt. Der Gebietsanspruch Marokkos auf die südlich der Landesgrenze gelegene Westsahara wird international nicht anerkannt. Allerdings bestätigte der damals bereits abgewählte, aber noch amtierende US-Präsident Donald Trump im Dezember einseitig Marokkos Souveränität über die Region. Deutschland kritisierte diese Entscheidung und berief eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats dazu ein. Zudem wurden jetzt in Rabat weitere Vorwürfe laut. So beschuldigte die Regierung Deutschland, vertrauliche Informationen marokkanischer Sicherheitsbehörden an einen verurteilten Dschihadisten preisgegeben zu haben.
dw.com

Nach jahrelangem Prozess-Dominic Ongwen zu 25 Jahren Haft verurteilt: Der Internationale Strafgerichtshof hat Dominic Ongwen, einen ehemaligen Kindersoldaten und Kommandeur der Rebellenorganisation Lord’s Resistance Army (LRA) in Uganda, am Donnerstag wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 25 Jahren Haft verurteilt. Bereits im Februar war der 46 Jahre alte Ugander in 61 von 70 Anklagepunkten für schuldig befunden worden. Dazu gehörten Morde, Vergewaltigungen, sexuelle Versklavung und Rekrutierung von Kindersoldaten in den Jahren 2002 bis 2005. Die LRA war zunächst im Norden Ugandas, später auch in Sudan, in Kongo und in der Zentralafrikanischen Republik aktiv. Ongwen war im Alter von etwa neun Jahren von der LRA entführt worden und stieg später zu einem ihrer Anführer auf. Der Internationale Strafgerichtshof hatte bereits 2005 einen Haftbefehl gegen ihn erlassen. Im gleichen Jahr gab es Berichte, Ongwen sei getötet worden. Zehn Jahre später ergab er sich den amerikanischen Streitkräften in der Zentralafrikanischen Republik. Der Prozess war im Dezember 2016 eröffnet worden. Er gilt als das bisher umfangreichste Verfahren am ICC. Mehr als 4000 Opfer nahmen daran teil. Ongwen hat bereits Berufung gegen seine Verurteilung eingelegt.
faz.net

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Streit um Arbeitsbedingungen eskaliert zu STreik: Ärzte und Pfleger in staatlichen Kliniken in Tunesien haben am Montag einen Streik begonnen, nachdem die Regierung nicht auf die Forderung nach mehr Betten und besserer Schutzkleidung eingegangen war. Seit eine dritte Welle das Land erreicht hat, sind die Krankenhäuser in Tunesien zu fast 100 Prozent gefüllt. Bereits letztes Jahr waren die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte und Ärzte immer schlechter geworden. Mit der schnellen und konsequenten Schließung des öffentlichen Lebens hatte sich Tunesien im letzten Jahr zu einem Vorbild bei Anticoronamaßnahmen gemausert. Die geschlossenen Grenzen und an den Eingängen von Restaurants und Läden üblichen Temperaturmessungen führten zu extrem niedrigen Infektionszahlen. Die Wiedereröffnung der Hotels lockte zahlreiche Exiltunesier an, die zusammen mit den lokalen Touristen durch den Anfangserfolg sich immer weniger an die offiziellen Hygienemaßnahmen hielten. Bereits im November hatten 26 führende Ärzte das Gesundheitsministerium vor der Eskalation gewarnt. Auf den Intensivstationen wissen sich Ärzte und Pfleger mit selbst gekauften Masken oder Schutzanzügen zu helfen. Dennoch hat Tunesien mit insgesamt über 10.000 Toten die mit Abstand höchste STerberate Nordafrikas.
taz.de

Missbrauchsfälle in SOS-Kinderdörfern: In SOS-Kinderdörfern in 20 afrikanischen und asiatischen Ländern ist es zu Gewalt und sexuellem Missbrauch gekommen. Das zeigen Untersuchungen, die bereits seit über drei Jahren in mehr als zwanzig Ländern Vorfälle zu Tage gebracht hat. Die internationale Dachorganisation nannte in einer Stellungnahme keine Details zur Zahl der Opfer, den betroffenen Ländern und den Übergriffen. Acuh Fälle der Korruption, zweckentfremdeter Gelder und anderer Regelverstöße kamen bei der Untersuchung ans Licht. Vorsitzende des Dachverbandes SOS Childrens Villages International, Ingrid Maria Johnson, entschuldigte sich im Namen des Verbandes und zeigte sich erschüttert über die Vorfälle. Nun soll eine unabhängige Kommission untersuchen, wie es zu den Vorfällen gekommen sei. Schon jetzt sei klar, dass internationale und nationale Vertreter von SOS-Kinderdorf den betroffenen Kindern und Mitarbeitern nicht zugehört hätten, sagte Johansen. Dies soll sich nun ändern. Ein Unterstützungsfonds für Opfer wurde eingerichtet.
rnd.de

Ende für Südafrikas Löwenfarmen: Rund 350 Löwenfarmen soll es derzeit in Südafrika geben. Dort werden über 8000 Löwen in Gehegen gehalten, Besucher können gegen Geld die Babys streicheln. SInd die Tiere ausgewachsen, werden sie von sogenannten „Großwildjägern“ geschossen und ihre Knochen verkauft. Lange konnte die reiche Lobby der Löwenverwerter dieses Geschäft durchsetzen, doch nun kündigte Barbara Creecy, Südafrikas Ministerin für Umwelt, Anfang der Woche eine „neue Ära“ an. Sie legt, nach zwei Jahren Forschung, einen Bericht vor, der den Umgang mit südafrikanischen Wildtieren regeln soll. So soll die Aufzucht von Löwen in Gefangenschaft, deren Jagd und die Verwertung der Löwenkadaver verboten werden. Dennoch bleibt der Bericht nur ein Teilerfolg. „Legale, regulierte und verantwortliche Großwildjagd“ soll weiterhin erhalten und gefördert werden. Privatfarmen werden also weiterhin existieren. Eine Frage bleibt indes noch offen: was mit den 8.000 Löwen geschieht, die jetzt ihr beengtes Zuhause verlieren. Die jagdunfähigen Löwen in der Wildnis auszusetzen kommt nicht infrage.Für die gefangenen Löwen droht die Befreiung mit dem Tod zu enden – es sei denn, es tut sich noch irgendwo ein Asyl für die missbrauchten Könige der Tiere auf.
derstandard.at

Nach zwei Todesfällen: Heftiger Streit um Zulu-Thronfolge: faz.net
Eritreischer Präsident msicht sich in Tigray-Konflikt ein rnd.de
Afrikanischer Fußballveband CAF möchte Stationinfrastruktur verbessern und schließt vorerst fast Hälfte aller Stadien stadionwelt.de
Frau aus Mali bringt Neunlinge zur Welt tagesspiegel.de

– BACKGROUND –

Ältestes Grab auf dem Kontinent entdeckt: Eine Grabstätte in Kenia bringt der Forschung neue Erkenntnisse. Hier wurde vor rund 78.000 Jahren ein Kleinkind der Erde übergeben. Ab wann der Mensch damit begann, seine Toten zu beerdigen und Riten entwickelte, ist im archäologischen Kontext oft schwer zu sagen – besonders alte Funde, bei denen nicht mehr viel übrig ist, bleiben vage. Umso interessanter ist, was Forscher in Afrika entdeckt haben. Dort wurde die bisher älteste bekannte Bestattung eines Menschen auf dem Kontinent in einer Höhle in Kenia gefunden. Das Kinderskelett in dem Grab sei ungefähr 78.000 Jahre alt, berichtete das an den Grabungen beteiligte Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena. Vor allem aus der Lage der Knochen wurde demnach auf eine gezielte Bestattung des etwa zweieinhalb- bis dreijährigen Kindes geschlossen. Mit angezogenen Knien und einem nach vorn gebeugten Oberkörper sei das auf der Seite liegende Kind in einer flachen Grube bestattet worden, beschreiben die Forscher um María Martinón-Torres vom Nationalen Forschungszentrum für Menschheitsgeschichte. Möglicherweise habe es sogar auf einer Art Kopfkissen gelegen. Die Grube direkt unter dem schützenden Felsüberhang im Höhlensystem Panga ya Saidi im Südosten Kenias sei eigens ausgehoben und der Leichnam sofort mit Erde bedeckt worden. Dass der Tod eines Kindes auch für frühe Menschen der mittleren Steinzeit ein besonders trauriges Ereignis war, darauf deute unter anderem auch ein Fund in Südafrika hin, erläutern die Forscher. Vor allem symbolische Handlungen und der eingesetzte Aufwand trennten die einfache Bestattung vom Totenkult, erläutert Louise Humphrey vom Natural History Museum in London in einem Kommentar zur Studie. Die Fundstätte in Kenia nördlich der Hafenstadt Mombasa ist nicht die weltweit früheste Bestattung der Menschheit. Sowohl in Europa als auch in Asien wurden Grabstätten von Homo sapiens, Neandertalern und anderen Menschenformen entdeckt, die wohl mehr als 100.000 Jahre alt sind. Vergleichbar alte Funde gab es in Afrika bislang nicht, und das sei rätselhaft, hieß es vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte. Möglicher Grund könnte der Mangel an entsprechender Feldforschung in großen Teilen Afrikas sein.
spiegel.de

Streit um neues Abkommen Cotonou-2.0: Das neue Grundsatzabkommen zwischen der EU und den Staaten Subsahara-Afrikas, der Karibik und des Pazifiks ist erst wenige Wochen alt, da fordern viele in Afrika schon ein Update. Es verwundert daher kaum, dass sich die Verhandlungen über ein neues Grundsatzabkommen zwischen den 27 EU-Staaten und den 79 Mitgliedsländern der Organisation afrikanischer, karibischer und pazifischer Staaten (OACPS, ehemals AKP) über mehr als drei Jahre hingezogen haben, bevor Mitte April endlich ein Durchbruch vermeldet werden konnte. Und ebenso wenig überrascht, dass nicht alle, die von dem in Anlehnung an das Vorgängerabkommen als „Cotonou 2.0“ oder „post-Cotonou“ bezeichneten Deal betroffen sein werden, mit den Ergebnissen zufrieden sind. Ausgerechnet in Subsahara-Afrika, der für die EU wichtigsten der drei OACPS-Regionen, scheint der Unmut groß. Wirtschaftsvertreter und Beobachter in Afrika sehen ein grundsätzliches Problem: Obwohl das Abkommen noch gar nicht ratifiziert ist, halten sie Teile der Einigung mit der EU schon jetzt für überholt. Schon das Format des Abkommens sei nicht mehr zeitgemäß, sagt John Maré, früherer stellvertretender südafrikanischer Botschafter bei der EU und Spezialist für EU-Afrika-Beziehungen. Doch bei aller Vorfreude über mögliche neue Investitionen aus Europa treibt afrikanische Unternehmer und Politiker vor allem eine Frage um: Was bedeutet das Post-Cotonou-Abkommen für das innerafrikanische Freihandelsabkommen AfCFTA, das derzeit auf dem Kontinent implementiert wird? Denn während das AfCFTA einmal analog zum europäischen Binnenmarkt den freien Handel auf dem gesamten Kontinent inklusive Nordafrikas ermöglichen soll, regelt Cotonou 2.0 lediglich die Rahmenbedingungen für den Handel zwischen der EU und den Ländern südlich der Sahara. Dadurch entstehe ein potenzielles „Minenfeld voller Probleme“, konstatiert der südafrikanische Ex-Diplomat John Maré-etwa durch mögliche Handelshemmnisse zwischen Staaten in Nord- und Subsahara-Afrika, die gleichzeitig Handel mit der EU treiben wollen. Ob die Verantwortlichen in Brüssel, allen voran die EU-Kommissarin für Internationale Partnerschaften Jutta Urpilainen, die Kritik aus der Wirtschaft ernst nehmen, wird sich wohl spätestens auf dem kommenden EU-AU-Gipfel zeigen.
dw.com

– ANGEZÄHLT –

2,5 Milliarden Menschen sollen laut Verienten nationen bis 2050 auf dem afrikanischen Kontinent leben.
derstandard.de

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Eine wirkliche Partnerschaft mit Afrika muss auf Augenhöhe sein“
Die Schauspielerin, Menschenrechtsaktivistin und Buchautorin („Die Wassergöttin“) Joana Adesuwa Reiterer über Handelsbeziehungen zwischen Europa und Afrika.
wienerzeitung.at

– ZULETZT –

Bienenfresser in Horb-Besondere Gäste aus Afrika: Mehrere Vogel-Besucher aus Afrika, waren kürzlich für Volkmar Rieber, dem Horber Nabu-Urgestein, eine kleine Sensation. Die Bienenfresser waren laut dem Naturfreund wohl auf dem Flug frisch aus ihrem Winterquartier aus Südafrika zu den wärmeren Gebieten bei uns – wie beispielsweise dem Kaiserstuhl – und ließen sich die Leckerbissen im Natur- und Landschaftsgebiet Kugler Hang schmecken. schwarzwaelder-bote.de

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