KW 14: Putschversuch im Niger gescheitert, Neue Corona-Variante aus Afrika besorgt Forscher, Islamisten verüben Anschläge in Somalia

– NEWS –

Putschversuch im Niger gescheitert: Nur zwei Tage vor dem Amtsantritt des im Februar neu gewollten Präsidenten Mohamed Bazoum kam es am vergangenen Mittwoch zu einem Putschversuch durch eine Militäreinheit, die versuchte, den Präsidentenpalast anzugreifen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sollen drei Lastwagen mit schwer bewaffneten Soldaten vor dem Palast vorgefahren seien. Es folgte ein etwa halbstündiges Gefecht mit der Präsidentengarde. Schließlich hätten die Angreifer jedoch aufgegeben. Als treibende Kraft hinter dem Putschversuch gilt der Luftwaffenoffizier Sank Saley Gourouza. Die Lage im Lande sei inzwischen aber wieder unter Kontrolle, erklärte Regierungssprecher Abdourahamane Zakaria. Am Freitag konnte der neue Präsident des Niger, Mohammed Bazoum, den erfahrenen Politiker Ouhoumoudou Mahamadou zum Ministerpräsidenten ernennen.
dw.com, dw.com

Neue Corona-Variante aus Afrika besorgt Forscher: Laut der panafrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC wurde bei Reisenden aus Tansania in Angola eine neu Corona-Variante entdeckt, die „Anlass zur Sorge“ gibt, da sie bis zu 40 Mutationen aufweise und man noch nicht wisse, wie diese Variante auf die bisher vorhandenen Impfstoffe reagiere. Tansania hatte seit Mitte 2020 keine Daten über Covid mehr herausgegeben. Auch zu den momentanen Zahlen gibt es keine gesicherten Informationen, so die CDC. Der vor kurzem verstorbene tansanische Präsident John Magufuli hatte lange Zeit keine Corona-Maßnahmen verhängt, später dann vergleichsweise lasche eingeführt. Ob dies die Herausbildung der neuen Variante begünstigt hat, ist noch nicht gesichert.
rtl.de

Islamisten verüben Anschläge in Somalia: Somalia wird abermals von Angriffen erschüttert. Nachdem sich in der somalischen Hauptstadt Mogadischu ein Selbstmordattentäter vor einem Teegeschäft in die Luft gesprengt hat, versuchten bewaffnete Angreifer zudem, Kontrolle über zwei Stützpunkte zu erlangen. Es folgten stundenlange Gefechte. Bei dem Selbstmordattentat starben fünf Menschen, darunter ein Kind, mehrere Menschen sind laut Polizei verletzt worden. Die islamistische Terrormiliz Al-Shabaab reklamierte die Tat für sich. Zuvor hatte sich die Gruppe mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida zu zwei Anschlägen auf Militärstützpunkte im Süden Somalias bekannt. Zeitgleich waren die Armeebasen in den rund 30 Kilometer voneinander entfernten Orten Awdheegle und Bariire in der Provinz Lower Shabelle angegriffen worden, wie ein Regierungssprecher erklärte. Bei den Soldaten der beiden Stützpunkte handelt es sich um von der Türkei trainierte Einheiten.
dw.com

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade, wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Europäische Union unterstützt libysche Übergangsregierung: EU-Ratspräsident Charles Michel hat der libyschen Übergangsregierung seine Unterstützung zugesichert, zudem sollen ein EU-Botschafter und 50.000 Corona-Impfdosen nach Tripolis entsandt werden. Das ist das Ergebnis des Treffens zwischen Michel und dem libyschen Interimsregierungschef Abdul Hamid Dbeibah am vergangenen Sonntag. Erst Ende März waren die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Italien nach Libyen gereist, um der Übergangsregierung ihre Unterstützung zu erklären. Nachdem das Land fast zehn Jahre unter Bürgerkrieg und gewaltsamen Konflikten gelitten hat, gelang im Oktober 2020 die Einigung auf eine Waffenruhe. Doch diese ist noch sehr fragil. Teil des Waffenstillstandsabkommens war auch der Abzug ausländischer Truppen und Söldner binnen dreier Monate. Diese ist bis heute nicht erfolgt, weshalb Michel am Sonntag nochmals den schnellen Abzug „aller Söldner und ausländischer Soldaten“ verlangte.
derstandard.at

30 Jahre Haft für Bosco Ntag­an­da: Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat am Dienstag das bereits 2019 gegen den ehe­ma­li­gen kon­go­le­si­schen Re­bel­len­chef Bosco Ntag­an­da alias „Ter­mi­na­tor“ gesprochene Urteil bekräftigt. Demnach hat sich Ntaganda Kriegs­ver­bre­chen und Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit in 18 Punk­ten – dar­un­ter Morde, se­xu­el­le Ver­skla­vung und der Ein­satz von Kin­der­sol­da­ten – schuldig gemacht und muss für 30 Jahre in Haft. „An­ge­sichts der Schwe­re der Ver­bre­chen und des Aus­ma­ßes“ konnten die Rich­ter keine straf­mil­dern­den Um­stän­de anerkennen. In welchem Land Ntaganda die Strafe verbüßen werden muss, ist noch nicht bekannt.
rsw.beck.de

Boko Haram reklamiert den Absturz eines nigerianischen Militärjets, Luftwaffe geht von Unfall aus: In einem am Freitag veröffentlichten Bekennervideo reklamiert die islamistische Terrormiliz Boko Haram den Absturz eines nigerianischen Jets für sich. Nigerias Luftwaffe bestätigt den Abschuss nicht, gab wohl aber den Verlust eines zweisitzigen Alpha-Jets während eines Einsatzes am Mittwoch bekannt und schließt inzwischen auch einen Absturz der mit zwei Personen besetzten Maschine nicht aus. Ein von Boko Haram veröffentlichtes Bekennervideo, in dem der angebliche Abschuss des Jets zu sehen sein soll, wird von der Luftwaffe aber mit Skepsis beobachtet: „Es ist fast unmöglich, dass ein Flugzeug wie im Video gezeigt in der Luft explodiert und dann noch ein Teil seines Rumpfes – inklusive des Leitwerks – intakt ist“, so der Luftwaffensprecher Edward Gabket. Es sei viel wahrscheinlicher, dass Boko Haram in diesem Falle einen Unfall für sich reklamiere.
nzz.ch

Eine Hochzeit, ein Luftangriff und der Nebel des Krieges in Mali nzz.ch
Genitalverstümmelung: „Männer gehen anders mit Frauen um, die auf eigenen Beinen stehen“ spiegel.de
Covid 19: Großbritannien stoppt Einreise aus Kenia africanews.com
Isabel dos Santos beschuldigt angolanische Regierung der „Verschwörung zur Beschlagnahme ihres Vermögens“ africanews.com

– BACKGROUND –

Coronabedingte Schulschließungen könnten verheerende Folgen für Afrikas Bildungssystem haben: Aus Angst vor der Ausbreitung des Coronavirus wurden vor einem Jahr viele Schulen auf dem afrikanischen Kontinent geschlossen – einige bis heute. Die WHO fürchtete die unkontrollierte und unkontrollierbare Ausbreitung des vor einem Jahr noch neuartigen Coronavirus in den afrikanischen Megacitys, viele Tote und den Zusammenbruch der Gesundheitssysteme. Diese Befürchtungen bewahrheiteten sich nicht, vielmehr kommen viele der 55 afrikanischen Länder fast besser durch die Pandemie die europäischen Staaten. Doch die Schulschließungen werden noch lange nachwirken, schätzen Experten. Im Interview mit der ZEIT spricht Forscherin Dr. Benta A. Abuya vom African Population and Health Research Center (APHRC) in Nairobi über die dramatischen Folgen, die die Pandemie auf das Bildungssystem haben könnte – stellt aber auch klar: Bei Klassenstärken um die 50 Kinder waren Schulschließungen ein wichtiger und richtiger Schritt.
zeit.de

Nigers neuer Präsident steht vor einer großen Aufgabe: Mohamed Bazoum steht vor einer großen Herausforderung: Nur zwei Tage vor seinem Amtsantritt am Freitag, kam es zu einem bewaffneten Angriff einer Militäreinheit auf den Präsidentenpalast. Während Niger international viel Lob für die demokratische Machtübergabe bekommt, sind die inländischen Herausforderungen umso größer, das stellt der gescheiterte Putschversuch noch einmal deutlich unter Beweis. Seit der Wahl Mitte Februar hat es mehrere schwere Anschläge auf die Zivilbevölkerung gegeben, mehr als 300 Menschen starben. Einer der unterlegenen Kandidaten, Mahamane Ousmane, erkennt zudem seine Niederlage nicht an und stachelt seine Anhänger zu weiteren Protestaktionen an, welche wiederum gewaltsam niedergeschlagen wurden. „Bazoum wird einen Dialog mit den Oppositionellen führen müssen und sollte sich auf die Verbesserung der demokratischen Institutionen konzentrieren, die Niger jetzt braucht“, sagt David Zounmenou, Mitarbeiter des Instituts für Sicherheitsstudien (ISS) in Senegal der DEUTSCHEN WELLE. Der Schlüssel sei, die Demokratie zu festigen und politische Stabilität herzustellen.
dw.com

Lang ersehnte Einigung im Streit um Nil-Staudamm möglich: Seit Jahren schwelt der Streit zwischen Ägypten, Äthiopien und Sudan. Der Nil-Staudamm, bzw. die Grand-Ethiopian-Renaissance-Talsperre, soll Afrikas größtes Wasserkraftwerk werden. 2011 begann der Bau der knapp zwei Kilometer langen Staumauer, mittlerweile hat Äthiopien mit der Flutung des riesigen Staubeckens begonnen, 2023 soll die Talsperre vollständig in Betrieb gehen. In Kinshasa kamen nun die Außenminister der seit Jahren über das Projekt streitenden Anrainerstaaten zusammen. Während Ägypten und der Sudan um ihre Wasserversorgung fürchten, möchte Äthiopien keine bindenden Verpflichtungen zum Betrieb und zum Stauvolumen der Talsperre eingehen und argumentiert, der Wasserzufluss nach Ägypten und in den Sudan werde durch die Talsperre nicht beeinträchtigt. Nun soll die Demokratischen Republik Kongo, deren Präsident Félix Tshisekedi momentan den Vorsitz der Afrikanischen Union (AU) innehat als Vermittler fungieren. Experten sehen das Treffen als „letzte Chance“ für die zerstrittenen Parteien.
dw.com

– ANGEZÄHLT –

19 Jahre Frieden feiert Angola am vergangenen Sonntag, 4. April 2021.
africanews.com

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Regierungen müssen einen Wechsel hin zu den Erneuerbaren vollziehen, und zwar durch bessere Umsetzung relevanter Politik und Gesetzgebung. Nur so kann eine Klimakrise verhindert werden.“
Nhlanhla Sibisi, Klima- und Energieexperte, kritisiert, dass viele Länder im Hinblick auf Afrikas wachsenden Energiebedarf weiterhin auf neue Kohlekraftwerke statt erneuerbare Energien setzen.
dw.com

– ZULETZT –

Mumienparade zieht durch Kairo: Vergangenen Samstag wurden 22 Mumien einmal quer durch Kairo transportiert: Vom Ägyptischen Museum am Tahrir-Platz zum neuen Nationalmuseum für ägyptische Zivilisation. Für den „Umzug“, der auch live im Internet übertragen wurde, wurden mehrere Hauptverkehrsstraßen sowie eine Metrostation gesperrt.
de.euronews.com

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