KW 14: Guinea beschließt Verfassungsänderung, Parlamentswahl in Mali, Südafrika verhängt Ausgangssperre

– NEWS –

Guinea beschließt Verfassungsänderung: Mit großer Mehrheit stimmten die Bürger Guineas für eine Verfassungsänderung, die dem Präsidenten Alpha Condé eine dritte Amtszeit ermöglicht. 91,6 Prozent der Wählerinnen und Wähler hatten bei einer Wahlbeteiligung von 61 Prozent für die Reform gestimmt. Die Verfassungsänderung wird von der Opposition und verschiedenen Nichtregierungsorganisationen stark kritisiert. Sie riefen zu einem Boykott der Wahl auf. Bei Protesten gegen das Referendum sei es zu Polizeigewalt gekommen.
zeit.de

Parlamentswahl in Mali: Trotz gegenteiliger Erwartungen fand am Sonntag die Parlamentswahl in Mali statt. Es wurde spekuliert, dass die Wahl wegen der Corona-Krise verschoben werden könnte. Mali selbst hat bisher zwar nur elf nachgewiesene Fälle, trotzdem wurde in dem Land der Gesundheitsnotstand und eine nächtliche Ausgangssperre ausgerufen. Die Nachbarländer Senegal und Burkina Faso verzeichnen deutlich mehr Infektionen. Eigentlich hätte die Wahl bereits im Jahr 2018 stattfinden sollen, wurde jedoch mehrfach verschoben. Die Sicherheitslage in Mali ist nicht stabil; während des Wahlkampfs kam es trotz ausländischer Militärpräsenz zu Gewalt. Am vergangenen Mittwoch wurde der Kandidat der Opposition, Soumaïla Cissé von Bewaffneten entführt, sein Leibwächter ermordet. Zum Zeitpunkt der Wahl ist Cissé noch nicht freigekommen.
dw.com

Terrorattacke von Boko Haram in Nigeria und Tschad: Bei Angriffen der islamistischen Terrororganisation Boko Haram in Nigeria und Tschad sind mindestens 162 Soldaten ermordet worden. Idriss Déby, der Präsident von Tschad sprach vom schwersten Angriff auf die Armee des Landes seit 30 Jahren. In der dortigen Militärbasis Bohoma wurden die Soldaten stundenlang in schwere Feuergefechte mit der Terrormiliz verwickelt. In Nigeria wurde eine Militärkolonne von Boko Haram überfallen.
taz.de

Europäische Sondereinheit in Mali: Elf europäische Staaten haben eine Sondereinheit für den Kampf gegen islamistische Terrorgruppen in Mali gebildet. Auch Deutschland beteiligt sich, wenn auch nur politisch. Die Sondereinheit wird unter dem Namen Tabuka operieren und soll mehrere hundert Einsatzkräfte umfassen. Tabuka wird unter französischer Leitung Einsätze in der Region Liptako, dem Grenzgebiet zwischen Mali und Niger, durchführen.
zeit.de

EU startet neue Mission im Mittelmeer: Um das Waffenembargo in Libyen zu überwachen, werden die EU-Mitgliedstaaten eine neue Marinemission mit dem Namen “Irini” im Mittelmeer durchführen. Damit wird die auslaufende Mission “Sophia” abgelöst. Zuvor gab es Vorbehalte von Seiten Griechenlands, von der Mission gerettete Flüchtlinge an Land zu lassen. Griechenland erklärte sich nun jedoch dazu bereit. Die so Geretteten sollen auf verschiedene Mitgliedstaaten verteilt wurden, darunter Deutschland. Wegen eines Kompromisses mit Österreich und Ungarn muss die Mission alle vier Monat einstimmig von den Staaten im Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee der EU verlängert werden.
faz.net

Wie sich Afrika für das Coronavirus rüstet deutschlandfunk.de
Afrika: Alkohol auf dem Vormarsch dw.com
Corona: Welthungerhilfe warnt vor drastischen Folgen in Afrika topagrar.com
Westsahara: Neue Konsulate sorgen für Ärger dw.com

– BACKGROUND –

Viele Fake News zu Corona in Afrika: Wegen der Angst vor dem Coronavirus kursieren in Afrika derzeit viele teilweise gefährliche Gerüchte über eine mögliche Heilung der Krankheit oder über deren Herkunft. So gab es in Nigeria bereits Überdosierungen mit dem Medikament Chloroquin, nachdem US-Präsident Donald Trump behauptet hatte, dieses sei anerkannt, um die Krankheit zu behandeln. Die Webseite Afrika Check will gegen solche Fake News vorgehen. Schuld an der Verbreitung solcher Falschmeldungen in Afrika seien besonders die schlechten Gesundheitssysteme. “Wenn die Information dir Hoffnung oder Angst macht, ist sie normalerweise sehr überzeugend. In Ländern, in denen das Gesundheitssystem sehr viel stärker ist und die Menschen gut versorgt sind, gibt es weniger Bereitschaft, dieser Art von Fake News zu glauben”, so Vincent Ng’ethe, einer der Faktenchecker der Webseite. Afrika Check unterhält vier Büros in Afrika, darunter Standorte in Kenia und Südafrika.
tagesschau.de

E-Learning in Afrika auf dem Vormarsch: E-Learning erfreut sich in vielen afrikanischen Ländern großer Beliebtheit. Immer mehr junge afrikanische Unternehmer steigen in das Geschäft ein und gründen Plattformen, auf denen sich Menschen vernetzen und online lernen können. Die beiden Senegalesen Massamba Thiam und Arona Gueye gründeten die Plattform “Afriboard Education”, die von Schulen, Universitäten und Unternehmen angewandt wird. Viele Schüler und Studenten im Senegal hätten “Probleme mit überfüllten Klassenräumen und dem Austausch von Lerninhalten. Wir sahen großen Bedarf für alternative Lernformen”, so Thiam. Die Plattform der beiden Unternehmer wurde in ihrer Entwicklung von der Regierung Senegals unterstützt. Rund 230 afrikanische E-Learning-Start-ups soll es in Afrika einem Experten zufolge geben.
dw.com

Südafrika verhängt Ausgangssperre: Südafrika ist der Staat mit den meisten Fällen von Corona-Infektionen in Afrika. Bis vor kurzem war das Land jedoch kaum auf den drohenden Ausbruch des Virus vorbereitet. Erst zwei Wochen nach dem ersten Corona-Fall verhängte das Land Einreisesperren für Besucher aus Risikoländern. Seit Donnerstag gilt in Südafrika nun eine dreiwöchige Ausgangssperre. Bürger dürfen in dieser Zeit nur noch für den Gang zum Supermarkt, zum Arzt oder zur Apotheke das Haus verlassen. Auch das südafrikanische Militär beteiligt sich an der Durchsetzung der Ausgangssperre. Gesundheitsexperten weisen darauf hin, dass die Bevölkerung des Landes zwar im Vergleich zu anderen Ländern jünger sei, dafür würden jedoch mehr Menschen an chronischen Lungenkrankheiten leiden. Problematisch ist auch die hohe Arbeitslosenquote des Landes und die Zahl derer, die in prekären Verhältnissen arbeitet. Die Ausgangssperre und die damit verbundene Niederlegung der Arbeit stellen ein großes wirtschaftliches Problem für viele Menschen dar.
zeit.de

– ANGEZÄHLT –

Etwa 4000 Menschen haben sich in Afrika mit dem Coronavirus infiziert. Gesundheitsexperten fürchten einen starken Anstieg der Erkrankungen in der nächsten Zeit.
m.tagesspiegel.de

– ZITAT –

Unsere Fähigkeiten sind ziemlich begrenzt. Viele afrikanische Länder haben Probleme. Wir haben nicht die Ressourcen, die Konjunkturprogramme aufzulegen, die wir anderswo auf der Welt sehen.
Der südafrikanische Analyst Jakkie Cilliers über die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus in Afrika.
dw.com

– ZULETZT –

Sechs Millionen Atemschutzmasken in Kenia verschwunden: Auf einem kenianischen Flughafen sind sechs Millionen Atemschutzmasken, die eigentlich für Deutschland bestimmt waren, verschwunden. Ein finanzieller Schaden liegt nicht vor, da die Masken noch nicht bezahlt waren. Insider gehen davon aus, dass die Atemschutzmasken entweder gestohlen wurden oder vom Hersteller für einen besseren Preis an einen anderen Kunden verkauft wurden.
welt.de

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