KW 13: Mindestens sieben Tote nach Angriff in Mosambik, EU-Sanktionen gegen Eritrea, Suezkanal wieder frei

– NEWS –

Mindestens sieben Tote nach Angriff in Mosambik: In der nordöstlichen Küstenstadt Palma starben mindestens sieben Menschen beim Versuch, vor den islamistischen Milizen, die die Stadt seit Tagen belagern, zu fliehen. Rund 200 Menschen sollen im „Amarula Palma Hotel“ Zuflucht vor den Milizen gesucht haben, darunter sowohl Mosambikanerinnen und Mosambikaner als auch ausländische Gesandte. Wie die FAZ unter Berufung auf Medien- und Sicherheitskreise berichtete, hatten sich die mosambikanischen Sicherheitskräfte am Freitag dazu entschieden, das Hotel aufzugeben, woraufhin sich die im Hotel befindlichen Personen entschieden hatten, auf eigene Faust ihre Flucht zu organisieren. Nur sieben der 17 Wagen des Flucht-Konvois schafften es aus der Kampfzone, als dieser in einen Hinterhalt geriet, mindestens sieben Menschen starben. Die Milizionäre hatten Palma von mehreren Seiten angegriffen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) erklärte unter Berufung auf Augenzeugen, dass die Angreifer „wahllos auf Menschen und Wohngebäude geschossen“ hätten.
faz.net, dw.com

Augenzeugen berichten von steigender Zahl der Vergewaltigungen in Tigray: Im Rahmen der noch immer andauernden Konflikte in der äthiopischen Region Tigray berichten Augenzeugen von steigenden Zahlen der Vergewaltigung durch eritreische und äthiopische Soldaten und Milizionäre. Im Interview mit dem „Spiegel“ berichtete Exiläthiopierin Fanita Solomon, die seit rund zwei Jahren mit der Uno, der äthiopischen Regierung und Frauenvereinigungen vor Ort zusammenarbeitet, um Opfern sexueller Gewalt zu helfen, von Vergewaltigung und sexueller Gewalt als Kriegsmittel. – Eine Praktik, die sowohl gegen Kriegs- als auch Menschenrechte verstößt und international geächtet wird. Solomon steht im täglichen Austausch mit den Organisationen – und hört laut eigenen Angaben jeden Tag ungefähr von einem Dutzend Vergewaltigungen.
spiegel.de

EU-Sanktionen gegen Eritrea: Die Europäische Union hat Sanktionen gegen Eritrea verhängt, da das Land willkürliche Festnahmen, außergerichtliche Tötungen und Folter betreiben soll. Das dortige Außenministerium sprach im Zuge dessen von einer „böswilligen Handlung“ und betonte, dass die EU kein rechtliches oder moralisches Vorrecht für diese Entscheidung habe. Tatsächlich greift an dieser Stelle die erst 2020 geschaffene Möglichkeit, ausländische Verantwortliche für schweres Unrecht und Verstöße gegen Menschenrechte zu bestrafen. Seit Jahren ist Eritrea weitgehend von der internationalen Gemeinschaft abgeschottet. Eritreas Präsident Isaias Afewerki gilt als Autokrat.
spiegel.de

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Gastronomie nach Corona: Ob Restaurant oder Hotel, das Gastgewerbe leidet stark unter der Coronakrise. Umso wichtiger ist es, sich heute schon Gedanken über den Neustart nach dem Lockdown zu machen: Wie müssen sich Betriebe neu aufstellen? Wann gilt es, das eigene Portfolio zu überarbeiten – und wie? Wir treffen Erich Nagl, den Leiter der ETL ADHOGA, der Expertin in Sachen Steuern, Recht und Unternehmensführung für Hoteliers und Gastronomie zum Gespräch. youtube.com

Libyscher Milizenführer Mahmud al-Werfalli auf offener Straße erschossen: Seit fast vier Jahren fahndete der Internationale Strafgerichtshof (ICC) gegen Al-Werfalli, nun wurde der libysche Kommandant in Bengasi auf offener Straße ermordet. Er galt als berüchtigt, richtete wehrlose Gefangene vor laufenden Kameras hin. Der ICC war ihm in acht Fällen Mord als Kriegsverbrechen vor, insgesamt soll al-Werfalli mindestens 43 Personen getötet gaben und galt laut Tarek Megerisi vom European Council on Foreign Relations als „überlebensgroße Figur“. Auch stand er sinnbildlich für die Straflosigkeit mit welcher der Osten des Landes nach 2014 erobert wurde. Am Mittwoch wurden er und sein Cousin nahe des Universitätskrankenhauses von Benghasi in ihrem Wagen erschossen. Noch ist unklar, wer dafür verantwortlich ist, doch Experten warnen vor einer möglicherweise erneut beginnenden Spirale der Gewalt.
nzz.ch

Suezkanal wieder frei: Nach fast einer Woche ist die im Suezkanal auf Grund gelaufene „Ever Given“ wieder manövrierfähig. Nach und nach kann nun der internationale Handelsverkehr durch die wichtige Handelsstraße wieder beginnen. Zuvor muss das havarierte Containerschiff zurück in die Fahrrinne geschoben werden, sodass die dahinter wartenden Schiffe den Kanal passieren können, während die „Ever Given“ repariert wird. Laut Schätzungen der Allianz Versicherung hat die Blockade des Suezkanals den Welthandel in den vergangenen Tagen zwischen sechs und zehn Milliarden Dollar gekostet.
africanews.com, dw.com

„Fridays for Future“ in Afrika läuft Sturm gegen Ölsuche in Naturparadies am Okavango deutschlandfunk.de
Barack Obamas „Stiefoma“ stirbt mit 99 Jahren in Kenia africanews.com
Warnungen vor „Impfstoffkrieg“ deutschlandfunk.de
New Tanzania President fires port authority boss over graft allegation africanews.com

– BACKGROUND –

Deutschland stellt eine Rückgabe der Benin-Bronzen in Aussicht: Seit vielen Jahren fordern Expertinnen und Experten die Rückgabe der in zahlreichen europäischen Museen zu bestaunenden Benin-Bronzen. Die Artefakte seien Raubkunst, an denen nachweislich Blut klebt: 1897 kamen die Briten nach Benin, verbannten den König, zündeten Benin City an und raubten tausende Kunstgegenstände, darunter mindestens 3.500 Bronzen. In Berlin gibt es noch heute die weltweit zweitgrößte Sammlung dieser Bronzen: Rund 440 Stück. Einige von ihnen sollen das Herzstück des 2021 eröffnenden Humboldt Forums werden. Deutschlands Besitz dieser Bronzen ist „legal, aber nicht legitim“. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts kämpfte das Königreich Benin um die Rückgabe der geraubten Kunstgegenstände, jedoch erfolglos. Anfang 2021 sprach sich der deutsche Außenminister Heiko Maas für die korrekte Restitution und einen ehrlicheren Umgang mit Deutschlands Kolonialgeschichte aus. Kulturstaatsministerin Monika Grütters wies den Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, an, eine geeignete Strategie für die Museen zu entwickeln, die Raubkunst besitzen. Sollte nun tatsächlich die Rückgabe der geraubten Kunstgegenstände erfolgen, wäre das ein Paradigmenwechsel. Über ein Jahrhundert lang versteckten sich die Verantwortlichen hinter Ausflüchten, verwiesen auf legale Kaufverträge und verschlossen dabei die Augen vor dem Unrecht der Kolonialgeschichte.
dw.com

Immer mehr Portugiesen mit afrikanischen Wurzeln fordern eine Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit ihres Landes: Noch immer hat sich Portugal nicht seiner Verantwortung im Umgang mit seiner Kolonialvergangenheit gestellt. Das Land gilt als erste europäische Kolonialmacht, war wegbereitend für den transatlantischen Sklavenhandel. Aus diesem Grund fordern immer mehr Portugiesen mit afrikanischen Wurzeln, dass das Land Verantwortung übernimmt. Durch den transatlantischen Sklavenhandel wurden Millionen afrikanische Menschen entmenschlicht, als Ware in die verschiedensten Teile der Welt deportiert. „Über einen Zeitraum von mehr als 400 Jahren wurden über 15 Millionen Männer, Frauen und Kinder zum Opfer des transatlantischen Sklavenhandels“, so Dr. Gilbert Ndi Shang von der Forschungsgemeinschaft Africa Multiple an der Universität Bayreuth gegenüber der DW. Immer wieder würde darauf verwiesen, dass Portugal auch als erstes europäisches Land die Sklaverei abschaffte, eine ungenügende Relativierung und keineswegs ein Schuldeingeständnis oder die Übernahme von Verantwortung. In Lissabon entsteht in diesem Jahr ein Denkmal für die Opfer der Versklavung. Ein erster, aber nur ein kleiner Schritt in Richtung Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
dw.com

Blutige Schokolade: Greenpeace kritisiert Mondelez für Menschenrechtsverletzungen entlang der Lieferkette: „Milka und die allgemein bekannte lila Kuh wirken für die meisten Österreicherinnen und Österreicher wie eine sympathische, saubere und heimische Schokoladenmarke“, kritisiert der Biodiversitätsexperte von Greenpeace in Österreich, Lukas Meus, den Konzern. Die Nutzung von Kakaobohnen aus Ghana oder der Elfenbeinküste, aber auch die Verarbeitung von indonesischem oder malayischen Palmöl seien kritikwürdig. Um aktiv gegen Kinderarbeit und Umweltzerstörung vorgehen zu können, fordert die Umweltschutzorganisation den Konzern auf, seine Lieferketten transparent zu machen. Greenpeace ist mit seiner Kritik nicht alleine: Schon im Februar hatte sich die Menschenrechtsorganisation International Rights Advocates (IRA) in den USA mit einer Sammelklage gegen Mondelez und sechs weiteren Schokolade-Großkonzerne gewandt.
derstandard.de

Afrikanischer Waldelefant nun auf roter Liste: Weil sich die Zahl der Tiere in den letzten 50 Jahren um mehr als zwei Drittel verringert hat, hat die Weltnaturschutzunion (IUCN) den afrikanischen Waldelefanten auf der neuen Roten Liste der bedrohten Arten in die Kategorie „vom Aussterben bedroht“ gesetzt. Es gibt noch circa 400.000 Tiere, die Art gilt durch Wilderei und Lebensraumverluste als akut vom Aussterben bedroht. Erstere habe in den letzten dreizehn Jahren stark zugenommen, während den Waldelefanten durch die Abholzung der Regenwälder ihr Lebensraum genommen wird. Experten zufolge hat sich dieser in den vergangenen Jahren um drei Viertel verringert.
zeit.de

– ANGEZÄHLT –

40 Prozent der Weltbevölkerung haben noch immer keinen Anschluss ans Internet. Die meisten davon leben in Afrika. Wenn dem nicht entgegengewirkt wird, läuft der afrikanische Kontinent Gefahr, abgehängt zu werden. Das könnte nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) viele Jobs kosten.
dw.com

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Krieg ist eine üble Sache.“
Der äthiopische Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed gibt nun zu, dass in Tigray womöglich Kriegsverbrechen geschehen.
nzz.ch

– ZULETZT –

Mann aus Tansania sucht seit 1978 den Schädel des Volkshelden Mangi Meli: Mnyaka Sururu Mboro sucht seit mehr als vierzig Jahren den Kopf von Mangi Meli, der von deutschen Kolonialisten ermordet und geköpft wurde. Denn: Er hat es seiner Großmutter versprochen.
spiegel.de

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