KW 12: Neue Vorwürfe wegen Massakern in Tigray, Tansanias Staatschef stirbt – erstmals Frau zur Präsidentin ernannt, Südafrika verkauft eigene Astra-Zeneca Vorräte an Nachbarn

– NEWS –

Neue Vorwürfe wegen Massakern in Tigray: Äthiopischen Truppen werden im Verbund mit Soldaten des Nachbarlandes Eritrea weiter Massaker an der Zivilbevölkerung im abtrünnigen Bundesstaat Tigray vorgeworfen. Erst Anfang des Monats legte Amnesty International Beweise für gezielte Tötungen von Zivilisten vor. Nun berichtet der Fernsehsender CNN von der Auslöschung mehrerer Dörfer in der Region im Norden Äthiopiens durch Armeeangehörige. Demnach hätten sich die Angreifer als Eritreer zu erkennen gegeben. Doch der äthiopischen Zentralregierung unter Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed wird vorgeworfen, hinter den Gewaltorgien zu stehen und diese zu decken.
fr.de

Tansanias Staatschef stirbt – erstmals Frau zur Präsidentin ernannt: Tansanias umstrittener Staatschef John Magufuli ist an einem Herzleiden gestorben. Das gab die bisherige Vizepräsidentin Samia Suluhu Hassan in einer TV-Ansprache bekannt. Magufuli galt als Leugner der Gefahren der Corona-Pandemie und hatte sein Land wiederholt für Virus-frei erklärt sowie sich gegen Impfungen ausgesprochen, die „Experimente am Menschen“ seien. Stattdessen hatte er das Schicksal Tansanias in die Hände Gottes gelegt. Mit Samir Suluhu Hassan wird nun erstmals eine Frau Präsidentin des ostafrikanischen Landes. Menschenrechtsaktivisten hoffen unter ihrer Führung auf einen demokratischen Aufbruch im Land.
dw.com, spiegel.de

Südafrika verkauft eigene Astra-Zeneca Vorräte an Nachbarn: Südafrika hat seinen Vorrat von einer Million Impfdosen des schwedisch-britischen Herstellers Astra-Zeneca an 14 afrikanische Staaten verkauft. Das Land hatte den Impfstart mit dem Vakzin zuvor immer wieder verschoben, weil Zweifel an seiner Wirksamkeit gegen die im Land vorherrschende südafrikanische Mutation des Virus herrscht. Während das Land zu Beginn des Jahres von einer heftigen zweiten Corona-Welle heimgesucht wurde, sind die Zahlen mittlerweile wieder so gering, dass seit dem 1. März die niedrigste Stufe des fünfgliedrigen Corona-Alarmsystems herrscht.
n-tv.de

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Gastronomie nach Corona: Ob Restaurant oder Hotel, das Gastgewerbe leidet stark unter der Coronakrise. Umso wichtiger ist es, sich heute schon Gedanken über den Neustart nach dem Lockdown zu machen: Wie müssen sich Betriebe neu aufstellen? Wann gilt es, das eigene Portfolio zu überarbeiten – und wie? Wir treffen Erich Nagl, den Leiter der ETL ADHOGA, der Expertin in Sachen Steuern, Recht und Unternehmensführung für Hoteliers und Gastronomie zum Gespräch. youtube.com

Oppositionsführer stirbt wenige Tage nach Wahl in Kongo an Corona: Der als wichtigster Gegenkandidat gegen den seit mehr als 35 Jahren amtierenden Präsidenten geltende Oppositionspolitiker Guy Brice Parfait Kolélas ist an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Er habe auf dem Flug aus der Hauptstadt Brazzaville zu einer Behandlung nach Frankreich Atemwegsprobleme bekommen, die dann tödlich für den 61-Jährigen endeten. Kolélas galt als Hauptherausforderer des seit 1979 regierenden Präsidenten Sassou-Nguesso. Wirkliche Siegchance wurden ihm jedoch nicht eingeräumt.
spiegel.de

Strafgerichtshof entscheidet im Streit zwischen Somalia und Kenia: Nach tagelangen Verhandlungen hat der Internationale Strafgerichtshof der Vereinten Nationen ein Urteil im Grenzstreit zwischen Somalia und Kenia gesprochen. Dabei geht es um eine Zone im Indischen Ozean, die nicht nur reich an Fischen ist, sondern Vermutungen zufolge große Ölreserven enthalten könnte. Das Urteil erlaubt Somalia, im Gebiet weiter Fischfang zu betreiben. Kenia kündigte jedoch an, die Entscheidung nicht zu akzeptieren.
de.euronews.com

UNO-Bericht hält Waffenembargo gegen Libyen weiter für „völlig ineffektiv“: Ein Expertengremium der Vereinten Nationen hat in einem Bericht am Dienstag das seit 2011 geltende Waffenembargo über Libyen für „völlig ineffektiv“ erklärt. Laut der Untersuchung, die den Zeitraum zwischen Oktober 2019 bis Ende Januar 2020 abdeckt, werde das Embargo regelmäßig von den internationalen Verbündeten beider Seiten im libyschen Bürgerkrieg verletzt. Bis zur jüngst erfolgten Einigung auf eine Übergangsregierung, die das ganze Land vertreten soll, hatten sich im nordafrikanischen Land der abtrünnige General Khalifa Haftar mit den Verbündeten der Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, Jordanien und Russland und eine von Katar und der Türkei unterstützte Regierung in Tripolis gegenübergestanden.
mena-watch.com

EU setzt Irini-Mission zur Überwachung des Waffenembargos gegen Libyen fort euractiv.de
Mohamed Bazoum zum Präsidenten des Niger gewählt spiegel.de
Mindestens 40 Tote bei Anschlag im Niger derstandard.de
Ägyptische Frauenrechtlerin Nawal al-Saadawi mit 89 Jahren verstorben dw.com

– BACKGROUND –

Corona-Impfungen in Afrika weiter schleppend: Welch ein Luxus es ist, in Deutschland von einem Desaster in der Impfkampagne zu sprechen, wird klar, wenn man sich die Zahlen aus dem südlichen Afrika vor Augen hält. Auch aufgrund der nach wie vor ungleichen globalen Verteilung der vorhandenen Impfreserven konnten in Südafrika bislang mehr als 183.000 Ärz­te und Pfleger geimpft werden. Bis Ende März rechnet die Regierung mit rund 500.000 Geimpften. Insgesamt haben erst rund die Hälfte aller afrikanischen Staaten Impfdosen über die Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhalten. 7 Millionen Menschen des Kontinents sind bislang geimpft wurden, 90 Prozent von ihnen mit Astra-Zeneca. Bei einer Gesamtbevölkerung von rund 1,36 Milliarden Einwohnern eine zu niedrige Zahl.
taz.de

Streaming wird immer populärer in Afrika: Der Audiogigant Spotify entdeckt den afrikanischen Kontinent für sich. Ist das schwedische Unternehmen bislang nur in fünf Ländern des Kontinents verfügbar, sollen es Ende des Jahres bereits 39 sein. Mittlerweile gibt es über 25 Streaming-Plattformen in Afrika, darunter auch kleinere lokale Anbieter. Dennoch zeigt sich der nigerianische Technik-Analyst Victor Ekwelaor skeptisch gegenüber den Jubelmeldungen der Streaming-Konzerne, wonach der Markt boome. Dagegen spreche vor allem die geringe Verbreitung des Internets. Nur 29 Prozent der Menschen auf dem Kontinent nutzen es.
dw.com

Digitale Startups als neue Kolonialherren? Westliche digitale Startups entdecken den afrikanischen Markt für sich. Oft werden die Digitalisierungskampagnen als Vorbild für den Versuch herangezogen, mit wenig Mitteln der Armut durch die Segnungen moderner Technik zu entkommen. Dabei reproduzieren die Firmen und ihre Produkte in ihrem Auftreten allzu oft das kolonialistische Bild vom „edlen weißen Retter“. „Obwohl diese Kreditmechanismen verkauft wurden als ein Weg aus der Armut, als ein Weg, Frauen ohne Konto den Zugang zu Banken zu ermöglichen, leiden diese Leute unter den Auswirkungen. Während die Startups, die fast ausschließlich von Menschen aus westlichen Ländern gegründet und geführt werden, viel Geld machen“, kritisiert Abeba Birhane, Doktorandin am University College Dublin, den Technologie-Export. Viele Menschen in Ostafrika hätten teure Kredite für westliche Fintechs aufgenommen, die nicht zurückgezahlt werden könnten. Sie spricht von einer „algorithmischen Kolonialisierung“.
deutschlandfunkkultur.de

– ANGEZÄHLT –

Die Mannschaft der „Ocean Viking“ rettete am Montag 106 Schiffbrüchige, die rund 60 Kilometer vor der libyschen Küste im Mittelmeer in Seenot geraten waren.
dw.com

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Dieses Jahrhundert ist das Jahrhundert Afrikas. Togo ist dabei auf dem Weg nach vorn. […] Diesen Kurs wollen wir mit unserer Reformpartnerschaft unterstützen und so unsere Zusammenarbeit auf eine qualitativ neue Ebene bringen.“
Entwicklungsminister Gerd Müller beim Treffen mit dem togoischen Außenminister Robert Dussey zur Unterzeichnung einer Absichtserklärung über eine Reformpartnerschaft beider Länder.
bmz.de

– ZULETZT –

Chinesischer Heilmittelbedarf löst Esel-Engpass in Afrika aus: Das angebliche Wundermittel „Ejiao“ erfreut sich in der chinesischen Mittelklasse zunehmender Beliebtheit. Die Gelatine aus Esel-Haut soll als Potenzmittel wirken, eine schöne Haut machen und den gesunden Schlaf fördern. In Ostafrika allerdings, von wo die Tiere importiert werden, hat die zunehmende Nachfrage zu einer handfesten „Esel-Krise“ geführt, wie es die Bild-Zeitung ausdrückt. Demnach drohe nun sogar die vollständige Vernichtung der Esel-Population auf dem Kontinent. Seit den neunziger Jahren sei der Esel-Bestand von elf Millionen auf weniger als zweieinhalb Millionen zurückgegangen, schreibt die Zeitung und beruft sich dabei auf Informationen des österreichischen „Kurier“.
bild.de

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