KW8: Präsidentenwahl in Nigeria kurzfristig verschoben, EU beschließt Fischereiabkommen mit Marokko, Sierra Leone erklärt Notstand wegen sexueller Gewalt

– NEWS –

Präsidentenwahl in Nigeria kurzfristig verschoben: Nur wenige Stunden vor Wahlbeginn ist der Urnengang in Nigeria überraschend verschoben worden. Die Wahlkommission gab bekannt, dass die Wahlen nun eine Woche später stattfinden sollen. Sie begründet ihre Entscheidung mit Logistikproblemen; freie, faire und transparente Wahlen sollen so nicht möglich gewesen sein, wie die Kommission am Sonntag über Twitter mitteilte. Die beiden wichtigsten Parteien verurteilten die Verschiebung und warfen sich gegenseitig vor, damit die Wahl beeinflussen zu wollen. Das Team um Präsident Muhammadu Buhari nannte die Verschiebung des Wahltermins eine „riesige Enttäuschung“, während sein Herausforderer Abubakar Buhari selbst beschuldigte, die Verschiebung verursacht zu haben. Die rund 84 Millionen wahlberechtigten Nigerianer sollen nun am kommenden Samstag wählen gehen.
sueddeutsche.de

Schwarzer Leopard in Kenia gefilmt: Wissenschaftlern in Kenia ist es gelungen, äußerst seltene Aufnahmen eines schwarzen Leoparden zu machen. Es soll sich damit um das erste Mal seit 100 Jahren handeln, dass das seltene Tier auf Film festgehalten werden konnte. Nachdem das Tier in Laikipia im Zentrum Kenias gesichtet wurde, stellten die Wissenschaftler um Nicholas Pilfold vom Institute for Conservation Research am San Diego Zoo im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben acht Kameras in dem Gebiet auf und konnten so bestätigen, dass Schwarze Leoparden in dem Gebiet leben.
tagesspiegel.de

EU beschließt Fischereiabkommen mit Marokko: Das Europäische Parlament hat ein neues Fischereiabkommen mit Marokko verabschiedet. Das Regelwerk macht den europäischen Fischern Vorgaben zu den maximalen Fangmengen und soll die Zusammenarbeit zwischen EU und Marokko erleichtern. Nun müssen noch der Rat der Mitgliedstaaten und das Königreich Marokko den Pakt billigen. Abgeordnete der Grünen, Linken und Sozialdemokraten kritisierten, dass der Vertrag auch für Gewässer vor der Küste der Westsahara gelten solle. Marokko erhebt Anspruch auf die Westsahara und kontrolliert Teile des Territoriums. Im Februar 2018 hatte der Europäische Gerichtshof geurteilt, dass Fischereiabkommen zwischen der EU und Marokko die Gewässer vor der Westsahara nicht einschließen dürfen.
handelsblatt.com

Entwicklungsminister Müller für Investitionen in Afrika: Gerd Müller hat sich im Interview mit dem „Handelsblatt“ dagegen ausgesprochen, Entwicklungshilfe zu eng mit dem Thema Migration zu verknüpfen. Wenn man Entwicklungssprünge schaffen wolle, dann brauche man nachhaltige private Investitionen. Der Minister wirbt auf dem bis Mittwoch dauernden deutsch-afrikanischen Wirtschaftsgipfel in Ghanas Hauptstadt Accra für Investitionen deutscher Unternehmen auf dem Kontinent. Ghana sei ein gutes Einstiegsland, wegen seiner politischen Stabilität, einer aktiven Korruptionsbekämpfung und einer recht hohen Rechtssicherheit. Die Regierung unterhält in Accra ein Rückkehrerzentrum – das Müller nun umwidmen will, denn Ghana sei gar kein Hauptauswandererland. Es werde zu einer landesweiten Arbeitsagentur weiterentwickelt, die sich mit den regionalen Jobcentern vernetzt und Ausbildung organisiert. Deutsche Unternehmen sollen nach dem Willen des Ministers per Gesetz stärker für Menschenrechtsstandards in ausländischen Fabriken einstehen.
handelsblatt.com (Afrika), welt.de (Fabriken)

Sierra Leone erklärt Notstand wegen sexueller Gewalt: Aufgrund der rasant steigenden Zahlen von Vergewaltigungen im westafrikanischen Sierra Leone rief Präsident Julius Maada Bio in der Hauptstadt Freetown den Notstand aus. Mehrere brutale Vergewaltigungsfälle hatten in den vergangenen Wochen Unruhe in dem westafrikanischen Land ausgelöst. Der Notstand erlaubt der Regierung, Änderungen von Gesetzen und Haushaltsausgaben schneller und ohne Zustimmung des Parlaments vorzunehmen. Auch soll eine Spezialeinheit der Polizei sowie ein Sondertribunal eingerichtet werden, um Fälle von sexueller Gewalt schneller verfolgen zu können.
tagesspiegel.de

Simbabwe: 24 Tote aus Mine geborgen dw.com
Münchner Sicherheitskonferenz: Ägyptens Präsident fordert mehr Zusammenarbeit zeit.de
Entwicklungsminister Müller: Marktchancen in Afrika gegen Chinesen durchsetzen augsburger-allgemeine.de
Afrikanisches Kino: Eine Kulturrevolution dw.com

– BACKGROUND –

Afrikabeauftragter Nooke wehrt sich gegen Rassismusvorwürfe: Der Fachverband Afrikanistik e.V. hatte schwere Vorwürfe gegen Günter Nooke, den Afrikabeauftragten der Regierung, erhoben. Mit kolonialen Stereotypen und rassistischen Untertönen in einem Interview in der Berliner Boulevardzeitung „B.Z.“ sei der CDU-Politiker im Oktober rechtspopulistischen und rassistischen Positionen entgegengekommen, so der Vorwurf. Man fordere die Entlassung von Nooke, lautete die Schlussfolgerung eines offenen Briefes, der im November bei Kanzlerin Angela Merkel und Entwicklungsminister Gerd Müller eintraf. Am Mittwoch kam es im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zur Aussprache zwischen Nooke und den Afrikanisten. Zum Auftakt versicherte Nooke, er wolle ganz deutlich sagen, dass ihm jede Form von Rassismus fremd sei. Die umstrittenen Äußerungen nahm er aber nicht zurück. Man könne sicher über einzelne Wörter nachdenken. Wenn aber aus einer Feststellung von Unterschieden ein Rassismusvorwurf abgeleitet werde, dann sei das nicht seine Auffassung.
welt.de, taz.de

Entscheidung zu sicheren Herkunftsstaaten soll vertagt werden: Die Entscheidung des Bundesrates über die Einstufung der drei nordafrikanischen Länder Marokko, Algerien, Tunesien sowie Georgiens als sichere Herkunftsstaaten soll vertagt werden. Einem entsprechenden Antrag der hessischen Landesregierung wird nach Informationen der „Welt“ auch Schleswig-Holstein zustimmen. Damit soll das absehbare Scheitern des Vorhabens vorerst abgewendet werden. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hege weiter die Hoffnung, dass bei dem Thema eine Einigung möglich sei, sagte ein Sprecher der schwarz-grünen Regierung am Dienstag. Am kommenden Freitag wollte der Bundesrat eigentlich darüber entscheiden, ob die vier Länder künftig als sichere Herkunftsstaaten eingestuft werden. Doch aktuell findet dieser Wunsch der Regierung und des Bundestags dort keine Zustimmung, weil die von Grünen und Linkspartei mitregierten Länder – mit Ausnahme Baden-Württembergs – den Vorstoß nicht mittragen.
welt.de, faz.net

– ANGEZÄHLT –

Über 700.000 staatenlose Menschen gibt es in ganz Afrika. Viele von ihnen leben in der Elfenbeinküste. Die Folgen von Staatenlosigkeit für den Alltag der Menschen sind verheerend.
dw.com

– ZITAT –

„Viele Schwule werden erpresst, bestohlen oder erleiden sexuelle Übergriffe, ohne dann aber zur Polizei zu gehen. Sie tun das nicht, weil sie Angst haben, ihrerseits verhaftet zu werden.“

Für Mounir Baatour, Vorsitzenden der tunesischen LGBT-Menschenrechtsorganisation Shams, ist der Fall des in Tunesien aufgrund von Homosexualität inhaftierten Mannes nach einer Anzeige gegen seine Vergewaltiger kein Einzelfall.
dw.com

– ZULETZT –

Südafrika-Experiment von 21Torr geht zu Ende: Das Online-Marketing-Unternehmen 21Torr zieht nach dem Ende seines Südafrika-Experiments Bilanz. Für ein Popup Office verschlug es das Baden-Württembergische Unternehmen in das südafrikanische Kapstadt. 21Torr-Chef Alexander Hafemann freut sich über das positive Ergebnis der Unternehmung, die im Spätsommer 2018 beschlossen wurde. So sollte für acht Mitarbeiter die Möglichkeit entstehen, auch weit weg von zu Hause die Arbeit mit der gewohnten Qualität und Effizienz erledigen zu können. An Bewerbungen für das Projekt mangelte es nicht, die Nachfrage war riesig. Die Erfahrung war für Hafemann und seine Angestellten so positiv, dass schon das nächste Popup Office in der Planung stehen soll.
wuv.de

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