KW 44: Zerreißprobe für Äthiopiens Regierungschef, Kenia und Somalia streiten über Seegrenze, Russland-Afrika-Gipfel in Sotschi, Angriff auf Soldaten in Mali

– NEWS –

Zerreißprobe für Äthiopiens Regierungschef: Ahmed Abiy, der erst kürzlich mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, muss sich zum großen innenpolitischen Druck rechtfertigen. Der Regierungschef Äthiopiens muss sich mit den Aufständen und Verhaftungen im eigenen Land befassen – besonders brisant: es sind Aktivisten aus seiner eigenen Volksgruppe, die sich gegen ihn richten und Unruhen im Land befeuern. Erst vor wenigen Tagen wurde 400 Personen in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba und anderen Städten verhaftet, 78 Menschen wurden bei den Unruhen getötet. Machtkämpfe zwischen den Religions- und Volksgruppen bedrohen die Stabilität in Äthiopien, die Angst vor einem Auseinanderfallen des Staates besteht. Abiy muss seine Strategie überdenken – seit der Amnestie, die er aussprach, hat sich die Lage im Land nicht entspannt, sondern verschärft.
nzz.ch

Streit um Seegrenze zwischen Kenia und Somalia geht weiter: Eigentlich hätte der Internationale Gerichtshof in Den Haag am 4. November eine Anhörung zum Grenzstreit zwischen Kenia und Somalia führen müssen, diese wurde jedoch auf Anfang 2020 verschoben. Beide Staaten beanspruchen Ressourcen wie Öl und Gas, die vor der Küste liegen – die Frage um die Seegrenze ist jedoch weiterhin ungeklärt. Das Klima zwischen Kenia und Somalia wird dabei immer aggressiver. 2009 hatten sich die Staaten in einem Abkommen auf eine Seegrenze einlang eines Breitengrads entschieden, jedoch stellte Somalia diesen Beschluss 2014 in Frage.
dw.com

Russland-Afrika-Gipfel knüpft an alte Beziehungen an: Zwei Tage lang tagten Regierungschefs aus Afrika mit Russlands Präsident Wladimir Putin in der südrussischen Stadt Sotschi. Beim Russland-Afrika-Gipfel konstatierte Putin das wirtschaftliche Potenzial für vertiefte Wirtschaftsbeziehungen: “In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Handel zwischen Russland und den afrikanischen Ländern auf mehr als 20 Milliarden Dollar fast verdoppelt, das ist zu wenig.” Er formulierte ein ehrgeizig Ziel an alte Beziehungen zu knüpfen, die während der Zeit des Sozialismus zwischen der früheren UdSSR und Staaten in Afrika aufgebaut wurde. Neben der Versorgung mit Waffen, wurde bei der Konferenz deutlich, dass für die afrikanischen Regierungsvertreter der Wissensaustausch mit Russland von wesentlichem Interesse ist. Für Russland sind Verträge für die heimischen Großkonzerne wie Rosneft und Gazprom relevant. Dabei hat Russland niedrigere Standards für Kooperationen – es geht um das Geschäft. Ethische Bedenken werden ausgeklammert.
de.euronews.com

Anschlag auf Soldaten in Mali: 53 malische Soldaten sind bei einem Angriff auf einen Militärstützpunkt in Indelimane im Gebiet Ménaka ums Leben gekommen. Das Militär bezeichnete den Vorfall nahe der Grenze zu Niger als Terroranschlag – der Islamische Staat veröffentlichte ein Bekennerschreiben online. Erst vor einem Monat waren 40 Soldaten bei einem Anschlag nahe der Grenze zu Burkina Faso getötet worden. Seitdem 2012 islamistische Gruppierungen versuchen Kontrolle über das Land zu gewinnen, ist der einstige Hoffnungsträger Mali zu einem Sorgenkind der Region geworden.
dw.com

Erzkonservative Familienkonferenz tagt in Accra: In der ghanaeschen Hauptstadt Accra tagt der “World Congress of Families” (WCF) – einer Ableger-Organisation der amerikanischen “Internationalen Organisation für die Familie”. Die erzkonservative Konferenz besorgt vor allem die LGBTQ-Communities in den afrikanischen Ländern, da sie sich als Ziel gesetzt hat, das klassische Familienbild zu stärken. Dazu gehört auch die Bekämpfung der Homosexualität, die Organisatoren sehen diese als kulturimperialistischen Import aus dem Westen. In 35 afrikanischen Ländern ist Homosexualität illegal. Der WCF setzt sich ferner gegen Verhütungsmittel und den Zugang zu Abtreibungen ein.
dw.com

Südafrika gewinnt Rugby-WM tagesschau.de
Johannesburg: Afrikas größtes Hochhaus faz.net
Proteste in Algier dw.com
Apartheid: Warten auf Wiedergutmachung zeit.de

– BACKGROUND –

Klimawandel in Südafrika treibt Bauern in die Verzweiflung: Seit sechs Jahren herrscht in Südafrika eine starke Dürre – das Wasser wird zum Teil auch in Städten wie Johannesburg gelegentlich abgestellt, wenn die Wasservorräte sich dem Ende neigen. Besonders hart trifft die Dürre jedoch die Landwirte, die ihre Existenzgrundlage wegen der Dürre verlieren: sie können ihr Land nicht mehr richtig kultivieren und ihre Tiere verdursten zum Teil. Herzinfarkte, Depressionen und Angstzustände mehren sich unter den Bauern, auch erste Selbstmordfälle sind zu verzeichnen. Einer Umfrage zufolge leidet die Hälfte der Landwirte an psychischen Erkrankungen. Kritiker sehen auch die Regierung in der Verantwortung für die Misere – die Infrastruktur wurde vollkommen ungeachtet von der Wasserknappheit geplant, sodass die Wasserspeicher noch stärker beansprucht wurden.
focus.de

Volkswagen bring eGolf nach Ruanda: Erst vier, später 50 Elektroautos werden in Ruandas Hauptstadt Kigali fahren – Volkswagen testet wie die Fahrzeuge auf dem afrikanischen Markt ankommen. Ruanda gilt dabei als Test für andere Staaten wie Äthiopien und Ghana. Am Dienstag war Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann nach Kigali gereist, um den Start der neuen eGolf zu begleiten. “Ruanda ist ein aufstrebender, dynamischer Staat, der wirtschaftliches Wachstum und Ressourcenschonung konsequent verbindet”, erklärte der CDU-Politiker. Für die Automobilbranche und die Verbraucher könnten Elektroautos eine neue Chance sein um ein Hauptproblem zu umschiffen: die schlechte Qualität des Treibstoffs. Thomas Schäfer, Chef von Volkswagen Südafrika, erklärt, dass das schlechte Benzin für neue Motoren nicht geeignet ist – mit Elektromobilität könnte man jedoch auch neue Modelle auf dem Markt anbieten.
dw.com

Migranten protestieren in Südafrika – Polizei löst Demonstration auf: Mit Wasserwerfern und Schlagstöcken ging die Polizei in Kapstadt gegen eine demonstrierende Migration vor. Es kam zu 100 Verhaftungen, Menschen suchten Zuflucht in einer Kirche. Hintergrund der Proteste waren wiederholte Ausschreitungen, Anfeindungen und Angriffe gegen Asylbewerber und Flüchtlinge im Land. Diese behaupten sie fühlen sich im Land nicht mehr sicher und fordern mehr Unterstützung. Die Flüchtlinge kommen mehrheitlich aus Kongo, Äthiopien, Nigeria und Bangladesch und wollen nicht zurück in ihre Heimat. Die Spannungen nehmen in Südafrika zu – viele Südafrikaner sehen sich fälschlicherweise beschuldigt. Es ginge den Protestierenden nicht um Fremdenfeindlichkeit, sondern das Eingreifen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR und der Hoffnung auf eine Umsiedlung nach Kanada, Europa oder Dubai.
welt.de, dw.com

– ANGEZÄHLT –

97,5 Prozent beträgt die Schutzquote der Impfung gegen Ebola – die medizinischen Fortschritte im Kongo verdrängen die heimtückische Krankheit.
neuepresse.de

– ZITAT –

“Wir hätten doch nie gedacht, dass ein schwarzer Kapitän vor den Augen der Welt den Pokal in die Höhe heben würde.”

Siya Kolisi, Kapitän der südafrikanischen Rugby-Nationalmannschaft nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft.
tagesschau.de
– ZULETZT –

Botsuana hebt Jagdverbot für Elefanten auf – Wissenschaftler unterstützen dies:

Tierschützer sind schockiert – Botsuana hebt einen Teil des Elefanten-Jagdverbots auf. Wissenschaftler sehen in der umstrittenen Entscheidung jedoch auch Vorteile, denn die Ausbreitung der Elefanten bedroht die Lebensgrundlage von vielen Landwirten – die Schäden, die die Dickhäuter hinterlassen, zerstören die Ernte. Auch in Wohngebiete dringen die Elefanten zum Teil ein – eine quotierte Jagd sei eine Chance laut der Unterstützer. Ab sofort sollen 400 Tiere geschossen werden dürfen – in Botsuana gibt 150.000 Elefanten.

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