KW3: Unruhe nach Wahlen im Kongo, warum Merkels Migrationspolitik von Wahlen in Afrika abhängt, Chinesisch in kenianischen Grundschulen, empörte Reaktionen auf “Afrika-Soli”

– NEWS –

Unruhe nach Wahlen im Kongo: Zwei Tage nach der Bekanntgabe der vorläufigen Ergebnisse der Präsidentenwahl im Kongo hat der Oppositionskandidat Martin Fayulu die Ergebnisse vor dem Verfassungsgericht angefochten. Das Oppositionsbündnis hatte im Gegensatz zu den Ergebnissen der offiziellen Wahlkommission verkündet, dass Fayulu die Wahl mit gut 60 Prozent der Stimmen gewonnen habe. Félix Tshisekedi sei hingegen nur auf knapp 19 Prozent der Stimmen gekommen. Laut Wahlkommission habe Tshisekedi mehr als 7 Millionen der 18 Millionen abgegebenen Stimmen bekommen. Es hätte sich um den ersten friedlichen Machtwechsel im Kongo seit über 50 Jahren handeln können, nach der Veröffentlichung der Wahlergebnisse brachen jedoch die ersten Unruhen aus. Die katholische Kirche zweifelt die Wahlergebnisse an.
spiegel.de

Warum Merkels Migrationspolitik von Wahlen in Afrika abhängt: In diesem Jahr stehen in rund 20 afrikanischen Ländern Wahlen an. Für die deutsche Politik sind davon insbesondere die Wahlen in Nigeria, Senegal und Algerien ausschlaggebend, da die Länder wichtige Verbündete Deutschlands sind. So kommt den drei Ländern für die Migrationspolitik eine besondere Bedeutung zu. Aus Nigeria fliehen jedes Jahr zehntausende Menschen. Kanzlerin Merkel will sich dafür einsetzen, die “Fluchtursachen vor Ort” zu bekämpfen. Nigeria ist der zweitwichtigste Handelspartner Deutschlands im Subsahara-Afrika. Senegal und Algerien betrachtet die Bundesregierung als Transitstaaten, also jene Länder, durch die Migranten auf ihrem Weg nach Europa ziehen. Die Ergebnisse der kommenden Wahlen werden also entscheidend beeinflussen, welche Machtkonfigurationen dort herrschen und inwiefern dies Merkels Afrikapolitik zugute kommen wird.
tagesspiegel.de

Chinesisch in kenianischen Grundschulen: Das kenianische Institut für Lehrplanentwicklung (KICD) gab kürzlich bekannt, dass Chinesisch in kenianischen Grundschulen ab 2020 unterrichtet werden soll. Dies gab Julias Jwan am Mittwoch bekannt. Jwan berief sich dabei insbesondere auf sich verändernde wirtschaftliche Verhältnisse und mache damit auf den wachsenden Einfluss Chinas in Afrika aufmerksam. Bislang wurden 35 Schulen als Pilotschulen für das Projekt ausgewählt. Dafür sollen insgesamt rund 100 Lehrkräfte ausgebildet werden.
kenyans.co.ke

Empörte Reaktionen auf “Afrika-Soli”: Thomas Karmasin, CSU-Landrat der bayrischen Kreisstadt Fürstenfeldbruck bei München äußerte sich in einem Interview zu seinen Wünschen nach einem “Afrika-Soli”. Die Vorschläge brachten ihm nun viel Empörung und Kritik ein. Karmasin schlägt vor, einen Teil des Solidaritätszuschlags dazu zu verwenden, die Lebensumstände in Afrika zu verbessern. Seine Idee ist, dass Mangelversorgung und mangelnde Zukunftsperspektiven viele in die Flucht nach Europa zwingen würden. Die Reaktionen auf seine Äußerungen zeigten laut Karmasin, wieviele Menschen bereits jetzt der Auffassung sind, dass Deutschland in Deutschland lebenden Afrikanern zu sehr helfe. Er halte eine Abschottung jedoch für absurd und äußerte kein Verständnis für die empörten Reaktionen auf seine Vorschläge.
sueddeutsche.de

Viele Tote bei Explosion in Nigeria dw.com
Madagaskars Polizei bekämpft Opposition mit Tränengas tekk.tv
UN mahnen Kongo zu Nachsicht aljazeera.com

– BACKGROUND –

Neue Allianz gegen Afrikas Superairline: Mit einem jährlichen Passagieraufkommen von rund elf Millionen Passagieren ist die Ethiopian Airlines ein echtes Schwergewicht auf dem afrikanischen Kontinent, die Flotte ist sogar die Größte. Der äthiopische Hauptstadtflughafen Addis Abeba wird immer bedeutender und gilt als das Drehkreuz für Verbindungen auf den gesamten Kontinent. Die afrikanische Konkurrenz will dem Aufstieg der Fluggesellschaft jedoch nicht länger tatenlos zusehen und plant nun, sich gemeinsam stark zu machen. Air Mauritius, South African Airways, RwandAir und Kenya Airways planen eine neue Allianz. Insbesondere über Codesharing will die neue Allianz einen ersten Schritt machen, um den Anschluss zu Ethiopian nicht zu verlieren. Eine besondere Rolle soll der Inselstaat Mauritius einnehmen. Der Aufstieg von Ethiopian ist Teil des 2010 gestarteten 15-jährigen Strategieplans, die Routen von und nach Afrika von Turkish Airlines oder Emirates zurückzuholen.
orf.at

Bolsonaros Außenpolitik und Afrika: Mit der feierlichen Amtseinführung von Brasiliens neuem Präsident Jair Bolsonaro am 1. Januar 2019 könnte sich gleichzeitig auch eine Kehrtwende in den brasilianisch-afrikanischen Beziehungen angekündigt haben. Waren die bilateralen Beziehungen unter den früheren Präsidenten Lula und Rousseff durchweg positiv, so haben die polemischen Äußerungen des ultranationalen Bolsonaro in Afrika für Empörung gesorgt. Bei der Amtseinführung waren kaum afrikanische Vertreter vor Ort, lediglich Bolsonaros eigenes Heimatland Angola war durch Außenminister Manuel Augusto vertreten. Schon im Wahlkampf wurde Bolsonaro und seinen Mitstreitern wiederholt Stimmungsmache gegen Afrika und Brasilianer mit afrikanischen Wurzeln vorgeworfen. Im Wahlkampf hatte Bolsonaro etwa behauptet, die Afrikaner seien selbst schuld am Sklavenhandel.
dw.com

– ANGEZÄHLT –

2160 verurteile Straftäter hat Tunesiens Präsident Beji Seid Essebsi zum 8. Jahrestag der sogenannten Jasmin-Revolution sowie dem Feiertag der Jugend am 14. Januar begnadigt.
maghreb-post.de

– ZITAT –

“Wir helfen uns jetzt selbst und fliegen mit afrikanischen Linien zurück.”

Entwicklungshilfeminister Gerd Müller riss bei erneuten technischen Pannen des Regierungsfliegers in Sambia der Geduldsfaden. Die Maschine konnte nicht die Heimreise in Richtung Deutschland antreten. Müller stieg kurzerhand auf afrikanische Fluglinien um.
dw.com

– ZULETZT –

Amazigh feiern Neujahr: Am 11. und 12. Januar feiern die Amazigh, die Berber-Ureinwohner des nördlichen Afrikas, das Neujahrsfest. Die Ureinwohner begehen ihr Neujahrsfest immer im ersten Drittel des Januars. Mit dem als “Yennayer” bezeichneten Fest wird an die wechselhaften Ereignisse in der Geschichte der diversen Berbervölker erinnert. Auch der Winter soll mit dem Fest vertrieben und das neue Erntejahr eingeleitet werden. Offizieller Feiertag ist das Fest allerdings nur in Algerien.
maghreb-post.de

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