KW25: Sambias erster Präsident Kenneth Kaunda stirbt an Lungenentzündung, EU-Außenminister wollen Ausbildungsmission in Mosambik beschließen, Herero Oberhaupt Chief Rukoro stirbt an Covid-19

– NEWS –

Sambias erster Präsident Kenneth Kaunda stirbt an Lungenentzündung: Mit dem Tod von Sambias erstem Präsidenten, Dr. Kenneth Kaunda, geht der letzte noch lebende Vertreter der Generation der Väter der Unabhängigkeit Afrikas. Kaunda starb in einem Krankenhaus in Sambias Hauptstadt Lusaka im Alter von 97 Jahren nach einer Lungenentzündung. Man wird ihn in Erinnerung behalten als letzten Vertreter der Generation patriotischer Panafrikanisten, die ihre jeweiligen Länder von Guinea bis Simbabwe in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren in die Freiheit führten. “Mit unbeschreiblicher Traurigkeit habe ich erfahren, dass Seine Exzellenz Kenneth Kaunda, erster Präsident der Republik Sambia und einer der Gründerväter der OAU (Organisation of African Unity), von uns gegangen ist“, erklärte der Kommissionspräsident der Afrikanischen Union, Moussa Faki Mahamat.
taz.de

EU-Außenminister wollen Ausbildungsmission in Mosambik beschließen: Die EU will als Reaktion auf den wachsenden Einfluss von islamistischen Terroristen im Norden Mosambiks einen Militäreinsatz starten. Einen entsprechenden Entschluss wollen die EU-Außenminister bei einem Treffen am 12. Juli in Brüssel fassen. Einen Kampfeinsatz wird es dagegen nicht geben, es handelt sich um eine reine Ausbildungsmission. Ziel der Trainingsmission ist, die Lage durch eine bessere Ausbildung der einheimischen Soldaten in Mosambik wieder zu stabilisieren. Seit 2017 verüben islamistische Rebellen im Norden Mosambiks brutale Angriffe. Sie gehören der Terrormiliz Ahlu Sunna wa Jama (ASWJ) an, die Teil eines Netzwerks des sogenannten Islamischen Staats (IS) sein soll. Die Gefahr, dass die Banden auch in Nachbarländern Mosambiks wie Tansania, Malawi oder Sambia zuschlagen, ist zuletzt deutlich gestiegen, so die südafrikanische Sicherheitsexpertin Jasmine Oppermann.
welt.de

Herero Oberhaupt Chief Rukoro stirbt an Covid-19: Der 66 Jahre alte Chief Rukoro, Oberhaupt des Ovaherero Traditionellen Rates, ist in einem Krankenhaus der namibischen Hauptstadt Windhuk gestorben. Er verstarb nach einer COVID-19-Diagnose, wie der Generalsekretär der Ovaherero, Mutjinde Katjiua, mitteilte. Vekuii Rukoro war Anführer der Hererofraktion, die sich gegen das geplante Abkommen zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialzeit stellt. Der Anwalt und oberste Herero hatte unter anderem Proteste gegen den geplanten Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Namibia angekündigt, falls der im Parlament für den Völkermord an den Herero und Nama um Vergebung bitten sollte. Er forderte Reparationen statt freiwilliger finanzieller Leistungen Deutschlands.
dw.com

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Boko Haram bestätigt Tod ihres Anführers: Die nigerianische Islamistengruppe Boko Haram hat den Tod ihres Anführers Abubakar Shekau bestätigt. In einem Video, das der Nachrichtenagentur AFP zugeleitet wurde, sagte der mutmaßliche neue Chef der Terrormiliz, Bakura Modu, Shekau sei als „Märtyrer“ gestorben. Er warf der rivalisierenden Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat Provinz Westafrika“ (Iswap) vor, Shekau getötet zu haben. Iswap-Chef Abu Musab Al-Barnawi hatte Anfang des Monats in einer Audiobotschaft mitgeteilt, dass Shekau tot sei. Nach Darstellung Al-Barnawis beging Shekau auf der Flucht vor Iswap-Kämpfern Suizid. Er habe sich bei Kämpfen in einem Wald im Bundesstaat Borno in die Luft gesprengt. Shekau war in der Vergangenheit mehrfach für tot erklärt worden, nach den ersten Berichten hatten die Kämpfe zwischen den beiden rivalisierenden Dschihadistengruppen zugenommen.
tagesschau.de

Ex-Präsident Gbagbo kehrt in die Elfenbeinküste zurück: Laurent Gbagbo, der ehemalige Präsident und einst größter Widersacher des heutigen Präsidenten Alassane Ouattara, ist nach fast zehn Jahren Haft und Exil aus Belgien in seine Heimat zurückgeflogen. Der Sozialist Gbagbo regierte die Elfenbeinküste von 2000 bis 2010 als gewählter Präsident in einer Zeit des Bürgerkrieges. Nachdem er Neuwahlen verlor, hielt er sich an der Macht fest, bis eine von Frankreich militärisch unterstützte Rebellenoffensive ihn im April 2011 stürzte. Alassane Ouattara wurde Präsident, Gbagbo wurde mit seiner Ehefrau an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ausgeliefert. Doch der Prozess in Den Haag endete mit einem Triumph für Gbagbo. 2019 sprachen ihn die Richter vom Vorwurf frei, für Verbrechen seiner Kämpfer verantwortlich gewesen zu sein. Er wurde aus der Untersuchungshaft nach Belgien entlassen. Nach der Bestätigung des Freispruches in der Berufung im März 2021 stand seiner Heimkehr nichts mehr im Wege.
taz.de

Arbeiter in Botsuana findet Rekord-Diamanten in Abfalltone: Beim Sortieren einer Abfalltonne mit Materialien aus der Jwaneng-Mine in Botsuana stieß ein Debswana-Mitarbeiter auf einen Hühnerei-großen ovalen Glitzerstein. Der Fund entpuppte sich als der größte Diamant, den sein Arbeitgeber je entdeckt hat. Unter den weißen Diamanten gilt er als drittgrößter jemals gefundener Edelstein: 7,3 Zentimeter lang, 5,2 Zentimeter breit, 2,7 Zentimeter dick. Beim Vermessen kam er auf ein Gewicht von 1098 Karat. „Der historische Fund ereignete sich am 1. Juni in der Jwaneng-Mine“, erklärte Debswana-Sprecherin Rachel Mothibatsela in Gaborone.
focus.de

Mehr als 80 Schülerinnen und Lehrkräfte in Nigeria entführt derstandard.at
Kindersklaverei in Mali: US-Supreme-Court gibt Nestlé und Cargill Recht africanews.com
Lebenslange Haft für Paul Rusesabagina, Helden des Films „Hotel Ruanda“, wegen Vorwurfs des Terrorismus beantragt stern.de
WHO erklärt Ebola Ausbruch in Guinea für beendet faz.net
Äthiopiens Regierung ruft trotz Krise zur Wahl auf sueddeutsche.de

– BACKGROUND –

Nach der Wahl in Algerien: Algeriens Militärregime hat ein neues Parlament wählen lassen. Die Abstimmung am letzten Samstag war weder frei noch transparent, die amtlich festgestellte Wahlbeteiligung erreichte mit nur 23 Prozent einen historischen Tiefstand. Einschüchterungen gegen die Opposition und die Protestbewegung „Hirak“ („Bewegung“) im Vorfeld und der Wahlboykott der Opposition zeigen zudem: Al­geriens politische Krise ist alles andere als vorbei. Das Wahlergebnis zeigt, dass das Regime Konzessionen nicht mehr für nötig hält. Angesichts der Polizeigewalt beschränken sich die Proteste derzeit fast ausschließlich auf die traditio­nell aufmüpfige Kabylei. Der Hirak muss nun aber reagieren, um nicht endgültig in die Enge getrieben zu werden.
taz.de

Dritte Corona-Welle droht in einigen Ländern Afrikas: Die Infektionen steigen in vielen Ländern in Afrika aktuell an, es fehlt an Geld und Impfstoffen. Auf seiner Reise nach Togo, Gambia, Sierra Leone und Senegal will Bundesentwicklungsminister Gerd Müller die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie vor Ort, aber auch die Möglichkeiten zur eigenen Impfstoffherstellung in Westafrika diskutieren. Zwar gibt es weltweit einen Rückgang in der Zahl der Corona-Fälle, doch laut Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO, sei „der hohe Anstieg in Afrika besonders problematisch, denn die Region hat am wenigstens Zugang zu Impfstoffen, Diagnostikmitteln und Sauerstoff“. Krisen und Konflikte wie in Äthiopien, Mali oder in der Demokratischen Republik Kongo erschweren die Situation zusätzlich. In den meisten afrikanischen Ländern könnte das Impfziel verfehlt werden. Etwa 90 Prozent der afrikanischen Staaten werden es nach Einschätzung der WHO nicht schaffen, wie geplant bis September mindestens zehn Prozent ihrer Einwohner gegen das Coronavirus zu impfen. Dafür fehlten 225 Millionen Impfdosen. Auch die Ankündigung der G-7 Staaten, bis Ende 2022 1 Milliarde Impfdosen für ärmere Länder bereitzustellen, wird von Entwicklungshilfe-Organisationen als unzureichend kritisiert.
dw.com

Bahlsen benennt „Afrika“-Keks um: Nach einer Rassismus-Debatte in sozialen Netzwerken hat der Kekshersteller Bahlsen ein Waffelprodukt umbenannt. Im Rahmen einer Neuauflage sei der Name des Produkts „Afrika“ in „Perpetum“ geändert worden, teilte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag auf Anfrage mit. Teilweise seien sehr negative Assoziationen hervorgerufen worden. „Aus diesen Gründen haben wir uns für die Umbenennung entschieden“, sagte der Bahlsen-Sprecher. Am Donnerstag wies die Verbraucherzentrale Hamburg darauf hin, dass Bahlsen die Umbennenung zu einer indirekten Preiserhöhung genutzt habe, indem man die Füllmenge verringerte. Bei einem gleichbleibenden Preis von 1,99 Euro pro Packung enthält „Perpetum“ nur noch 97 statt zuvor 130 Gramm. Das entspricht einer Verteuerung um 34 Prozent.
welt.de

– ANGEZÄHLT –

42 Tage soll der neuste Lockdown in Uganda wegen rasant steigenden Fallzahlen andauern
rnd.de

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Da verlieren Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ihre Äcker zugunsten von Investoren, werden vielleicht sogar vertrieben, und dann wird ein Großteil der Fläche landwirtschaftlich nicht genutzt“
Markus Wolter von Misereor über die Ergebnisse einer Studie, die sich mit den Auswirkungen von Investitionen von außerhalb Afrikas im Landwirtschaftssektor befasst.
fr.de

– ZULETZT –

Kenia trauert um Löwen „Scarface“: Die Wildkatze aus dem kenianischen Wildreservat Maasai Mara war der berühmteste Löwe der Welt und vor allem für seine riesige Narbe über dem rechten Auge bekannt. Nun ist der König der Tiere im Alter von 14 Jahren eines natürlichen Todes gestorben. Scarface hatte seine eigene Facebook-Seite und spielte die Hauptrolle in mehreren Dokumentarfilmen, darunter im „Big Cats Diary“ der BBC. Zu Lebzeiten war er zusammen mit seinen Brüdern Morani, Sikio und Hunter das Oberhaupt eines 1000 Quadratkilometer großen Gebietes in dem kenianischen Reservat. rtl.de

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