KW13: Zyklon Idai sorgt für Verwüstung in Mosambik und Madagaskar, Hunderttausende protestieren in Algerien, Südafrika bei Kryptowährungen weltweit führend

– NEWS –

Zyklon Idai sorgt für Verwüstung in Mosambik und Madagaskar: Über nach eine Woche nach dem Ende des Zyklons Idai, welcher weite Teile von Mosambik und Madagaskar verwüstet hatte, ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 615 gestiegen, wie ein Sprecher des UN-Nothilfebüros Ocha mitteilte. Die Behörden fürchten jedoch, dass allein in Mosambik über 1000 Menschen ihr Leben verloren haben könnten. Laut Celso Correia, Umweltminister Mosambiks, ist die Lage noch immer als kritisch anzusehen. In Folge der zusammengebrochenen Infrastruktur und Gesundheitsversorgung wird nun ein Ausbruch von Cholera und Malaria gefürchtet, die ersten Fälle wurden bereits gemeldet, wie das Rote Kreuz und der Rote Halbmond mitteilten. Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen hat die Katastrophe unter den derzeit größten Noteinsätzen neben den Hilfsaktionen im Jemen, Syrien und Südsudan eingereiht. Der Zyklon der Stärke vier von fünf war vergangene Woche mit Windböen von bis zu 160 Kilometern pro Stunde vom Indischen Ozean bei Beira auf Land getroffen. Sturmfluten und massive Überschwemmungen waren die Folge. UN-Generalsekretär António Guterres erklärte, „wir alle müssen unsere Solidarität mit Mosambik, Malawi und Simbabwe bekunden“.
zeit.de, welt.de

Hunderttausende protestieren in Algerien: Seit über einem Monat protestieren in Algerien zahlreiche Menschen für einen Rücktritt des amtierenden Präsidenten Abdelaziz Bouteflika, der sein Amt seit über 20 Jahren inne hält. Die Proteste zeigten erste Wirkung, nachdem Bouteflika angekündigt hatte, nicht erneut für das Amt kandidieren zu wollen. Doch die Proteste reißen nicht ab, denn die im April anstehenden Präsidentschaftswahlen hat Bouteflika nun auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben. Gleichzeitig fordern die Demonstranten einen Rücktritt von Bouteflikas Regierung. Dazu fanden sich am Freitag in der “Grande Poste”, im Herzen der Innenstadt Algiers, Hunderttausende Menschen zusammen. Auch aus anderen algerischen Ortschaften wie Oran, Bouira, Constantine und Bejai wurden die Bevölkerung zur Teilnahme an Demonstrationen gegen Bouteflikas Regierung und für einen Systemwechsel mobilisiert. In der Hauptstadt soll die Polizei laut Medienberichten mit Tränengas gegen Demonstranten vorgegangen sein. Die Proteste formieren sich vorrangig über soziale Medien.
de.euronews.com

Milizen töten über 130 Menschen in Mali: Im zentralafrikanischen Mali sind nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 134 Menschen bei einem bewaffneten Überfall auf ein Dorf ums Leben gekommen. Wie ein Sprecher von Uno-Generalsekretär António Guterres mitteilte, hatten bewaffnete Männer das Dorf Ogossagou im Zentrum des Landes angegriffen.  Hintergrund für den Angriff, der vom Uno-Generalsekretär und dem Auswärtigen Amt verurteilt wurde, könnten ethnische Konflikte zwischen den Volksgruppen der Fulbe und der Dogon sein. Schon im Januar hatte es einen ähnlichen Vorfall in dem Land gegeben. Im Zentrum waren mehr als 35 Zivilisten bei einem bewaffneten Überfall getötet worden. Damals hatte sich der Angriff gegen ein Dorf der Fulbe gerichtet. An der Uno-Friedensmission in Mali beteiligt sich auch die Bundeswehr mit 1000 Soldaten.
spiegel.de

Afrika-Offensive von TAP geht weiter: Die portugiesische Fluggesellschaft TAP Air Portugal baut ihr Afrikanetz weiter aus. Ab Juli 2019 wird die Airline dreimal wöchentlich von ihrem Drehkreuz Lissabon Guineas Hauptstadt Conakry anfliegen und somit die 17. afrikanische Destination in ihr Portfolio aufnehmen. Die Airline teilte mit, so auf die gestiegene Nachfrage nach Flügen in afrikanische Länder zu reagieren. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 11,2% mehr Passagiere dorthin befördert. Die guineische Hauptstadt Conakry liegt an der Küste des Atlantiks und verzeichnet eine aufstrebende Tourismusbranche.
abouttravel.ch

Marokkos Polizei geht gegen Lehrer-Protest vor: Für bessere Arbeitsbedingungen gingen in der marokkanischen Hauptstadt Rabat in der Nacht zu Sonntag zwischen 10.000 und 15.000 Lehrer auf die Straße, um gegen die seit 2016 geltenden Arbeitsverträge zu demonstrieren und soziale Absicherungen zu fordern. Die Lehrer zogen vom Gebäude des Bildungsministeriums vor das marokkanische Parlament. In Sprechchören riefen sie “Freiheit, Würde, soziale Gerechtigkeit”. Als einige der Demonstranten in der Nacht vor dem Parlament ein improvisiertes Lager aufschlugen und dieses nicht räumen wollten, gingen die Beamten gewaltsam gegen die Demonstranten vor. Dabei kamen Wasserwerfer und Schlagstöcke zum Einsatz. Laut Al-Dschasira sind 55.000 der insgesamt 240.000 marokkanischen Lehrer nach dem neuen Vertragssystem angestellt, welches den Betroffenen bei Rente und sozialer Absicherung weniger Rechte zuspricht.
dw.com

Südafrika bei Kryptowährungen weltweit führend: Laut einer aktuellen Hootsuite-Studie ist Südafrika mit einer Anzahl von 10,7 Prozent der Internetnutzer weltweit führend, was den Besitz von Krypto-Währungen betrifft. Damit ist die Anzahl der Krypto-Währungsbesitzer in Südafrika fast doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt, welcher laut Bericht 5,5 Prozent beträgt. Die Umfrageergebnisse können für viele, die dachten, dass Kryptos den “entwickelten” Nationen vorbehalten seien, ein Schock sein. Und doch war dies für diejenigen, die auf dem südafrikanischen Krypto-Markt tätig waren, nur eine Bestätigung dessen, was sie bereits wussten. In Südafrika kommen Bitcoins primär als spekulativer Vermögenswert und nicht als Währung zum Einsatz. Damit spiegelt das Land einen globalen Trend wider.
cryptobriefing.com

Phuti Lekoloane, Afrikas erster öffentlich geouteter Fußballprofi nzzas.nzz.ch
Ruandas Geschichte als Musiktheater in Berlin dw.com
“Wir Herrenmenschen” als Porträt deutscher Kolonialgeschichte deutschlandfunkkultur.de
“Afrotopia” von Felwine Sarrs als Manifest für Afrika tagesspiegel.de

– BACKGROUND –

Das Amazon von Afrika: Auf der Global Solutions Konferenz in Berlin erzählt Fatoumata Ba von der Gründung ihres Unternehmens Jumia, eine Art Amazon für Afrika. Die 32-jährige weiß, dass sich die afrikanische Wirtschaft wesentlich agiler entwickeln muss, wenn sie der wachsenden Bevölkerung Arbeit bieten will. Dafür will sie mit ihrem Unternehmen einen Beitrag leisten, das bereits in 14 afrikanischen Ländern aktiv ist und zwei Millionen Kunden zählt. Doch die Hürden, die sie auf dem Weg dorthin überwinden musste, sind hoch. Das Vertrauen in elektronische Geschäfte in Afrika ist gering, technisches Verständnis fehlt teils. Da bislang die kleinen und mittleren Unternehmen mit 90 Prozent der Jobs das Rückgrat der afrikanischen Wirtschaft bilden, setzte Fatoumata Ba genau hier an und bat Händlern Online eine Plattform, auf der sie ihre Waren verkaufen konnten. So wurde teilweise Elektronik in Dörfern verkauft, in denen es sonst keine Läden gibt. In ihrer Zeit in Paris wollte sie möglichst wenig auffallen, heute zeigt sich Fatoumata selbstbewusst – unterwegs ist sie ständig, spricht auf wichtigen internationalen Konferenzen und hat große Pläne für ihre Zukunft und die Zukunft Afrikas.
tagesspiegel.de

Die Folgen von Simbabwes Landreform: Im Jahr 2000 begann Simbabwes damaliger Staatschef Robert Mugabe seine umstrittene Landreform, welche weiße Großbauern ohne Entschädigung enteignete. Rund 4000 weiße Farmer verloren daraufhin ihr Land, in vielen Fällen standen sie und ihre Arbeiter anschließend vor dem Nichts. Einige weiße Bauern haben sich danach im Nachbarland Sambia eine neuen Existenz aufgebaut, doch wird auch dort nun eine solche Landreform diskutiert. Sambia hat sein landwirtschaftliches Potenzial nie ausgenutzt, 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gehen auf Kupferexporte zurück. Die 400 aus dem Nachbarland Simbabwe hinzugekommen Bauern machen noch immer 40 Prozent aller Landwirte vor Ort aus. Im Zuge der diskutierten Landreform soll nun in Sambia die Pachtzeit von 99 auf 25 Jahre verkürzt werden. Experten warnen, dass ein solcher Schritt das Land für ausländische Investoren weniger attraktiv machen würde.
dw.com

Solarstrom für Afrikas Dörfer: Der Großteil der Energie auf dem afrikanischen Kontinent wird mithilfe fossiler Energieträger gewonnen, die bekanntermaßen schwerwiegende Folgen für Umwelt und Mensch haben. Erneuerbare Energien haben sich bisher nicht durchgesetzt. Seit Neuestem jedoch wird das gewaltige Sonnenenergie-Potenzial Afrikas erschlossen. Dieser Erfolg ist auch auf das deutsch-malische Startup Africa Greentec von Aida und Torsten Schreiber zurückzuführen. Das malisch-deutsche Ehepaar hat in Dörfern Nigers und Malis bereits zwei Dutzend mobile Kraftwerke ohne öffentliche Förderung gebaut. Das Leben vor Ort hat sich dadurch radikal verändert. 22 Solar-Container hat das Unternehmen bis März 2019 gebaut, wovon 15 bereits aufgestellt wurden. Ursprünglich sollte das Dorf nach einem Programm der Weltbank mithilfe von Dieselgeneratoren mit Strom versorgt werden. Als die dafür nötige Infrastruktur stand, war der Dieselpreis um das doppelte angestiegen – in Folge konnte sich diese Art der Energiegewinnung keiner mehr leisten. Die Gewinnung von Sonnenenergie ist jedoch wesentlich beständiger, nicht von Preisschwankungen abhängig und auch umweltfreundlicher.
swr.de

– ANGEZÄHLT –

Über sieben Milliarden Dollar könnte der afrikanische Markt für Cannabis bis zum Jahr 2023 einbringen, wie eine Studie des Marktforschungsunternehmens Prohibition Partners aufzeigt. 38.000 Tonnen Cannabis werden jährlich in Afrika produziert. Der psychoinaktive Nutzhanf könnte vor allem für die Industrie ein Segen sein.
businesslive.co.za

– ZITAT –

“Afrika muss niemanden einholen. Es muss nicht mehr auf vorgegebenen Pfaden wandeln, sondern flink den Weg gehen, den es sich gewählt haben wird.”

Der senegalesische Ökonom Felwine Sarr plädiert in seinem 176 Seiten starken Essay “Afrotopia” für den Beginn eines neuen Bewusstseins von Afrikas Rolle in der Welt und seiner Entwicklung. Dafür muss der Kontinent die Abkehr von europäisch definierten Werten und Zielen schaffen.
ipg-journal.de

– ZULETZT –

Wohltätigkeit für Afrika aufs Korn genommen: In dem Stück “Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner” der Autorin Ingrid Lausund wird dem Publikum der Spiegel vorgehalten. Mit der Frage, wie man einen Afrikaner rettet, wollen die fünf Schauspieler des Stückes eine Wohltätigkeitsveranstaltung für einen Schulbau in Afrika auf die Beine stellen. Dabei bewegt sich das Stück auf einem Balanceakt zwischen Political Correctness und Alltagsrassismus. Negative Stereotypen und die freudige Ignoranz der weißen Männer über den schwarzen Kontinent werden in dem Theaterstück gekonnt eingesetzt und halten dem Zuschauer so den Spiegel vor. Sich darin wieder zu erkennen mag manchmal weh tun, kann aber auch eine willkommene Einladung sein, die eigenen Einstellungen und Ansichten zu reflektieren.
merkur.de

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