KW11: Flugzeug der Ethiopian Airlines in Äthiopien abgestürzt, Proteste gegen erneute Amtszeit von Bouteflika, Start-ups und Agrar-Innovationen in Afrika gefragt

– NEWS –

Flugzeug der Ethiopian Airlines in Äthiopien abgestürzt: Eine Passagiermaschine der Ethiopian Airlines ist am Sonntagmorgen auf dem Weg von Addis Abeba nach Nairobi wenige Minuten nach dem Start abgestürzt. Alle 157 Passagiere des Fluges ET302 sind dabei ums Leben gekommen. Die Insassen hatten laut Airline 35 verschiedene Nationalitäten, unter ihnen waren fünf Deutsche. Die Maschine hob um 8.38 Uhr vom Flughafen Bole International in Addis Abeba ab und stürzte etwa 50 Kilometer südlich der Hauptstadt ab. Nach Angaben von Airline-Chef Tewolde Gebremariam meldete der Pilot Probleme und bat um Erlaubnis, nach Addis Abeba zurückzukehren. Es sollen keine technischen Probleme bekannt gewesen sein, auch der Pilot soll eine ausgezeichnete Flugbilanz gehabt haben. Ethiopian Airlines gilt als zuverlässige Fluggesellschaft, die Flugverbindungen in alle Welt anbietet. Bei der Maschine handelte es sich um eine Boeing des Typs 737-8 MAX, welche erst am 15. November 2018 in Dienst ging. Ende Oktober vergangenen Jahres stürzte eine Boeing des selben Typs nach dem Start im indonesischen Jakarta ins Meer.
tagesschau.de

Proteste gegen erneute Amtszeit von Bouteflika: Seitdem Algeriens amtierender Präsident Abdelaziz Bouteflika seinen Willen zu einer erneuten Kandidatur bekanntgegeben hatte, protestieren in dem nordafrikanischen Land zehntausende Menschen gegen eine weitere Amtszeit des 82-jährigen Präsidenten. Die Proteste werden vor allem von jungen Menschen und Studenten angeführt. Als Reaktion darauf hat die algerische Regierung nun den Start der Semesterferien um 11 Tage nach vorne gezogen – diese sollen nun bereits am Sonntag beginnen, wie das Hochschulministerium am Samstag in Algier mitteilte. Da Studentenwohnheime in Algerien während der Semesterferien in der Regel geschlossen bleiben und Studenten so zur Rückkehr in ihre Heimat gezwungen werden, dürfte sich die Regierung dadurch eine Entspannung der Proteste erhoffen. Am Rande der Massenproteste kam es am Freitag auch zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei, mehr als 100 Verletzte Zivilisten mussten in einem Krankenhaus in Algier behandelt werden. Bouteflika befindet sich derzeit zur Behandlung in einer Genfer Klinik.
faz.net

Start-ups und Agrar-Innovationen in Afrika gefragt: Beim Innovationsdialog im Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit standen innovative Ideen für die Landwirtschaft in Afrika im Fokus der Gespräche. Durch die Mechanisierung der Landwirtschaft können landwirtschaftliche Erträge gesteigert und die Wertschöpfung vor Ort gehalten werden. So hat zum Beispiel Jehiel Oliver, Gründer des Start-Ups „hello tractor“ ein Konzept für das Teilen von Landmaschinen entwickelt. Landwirte müssen somit nicht an den hohen finanziellen Hürden der Anschaffung von Traktoren scheitern. Der Landwirtschaft kommt insbesondere in Afrika durch die wachsende Bevölkerung eine zentrale Rolle zu, wenn es um die Sicherung unserer Zukunft geht. Die afrikanische Landwirtschaft gehört zu der am wenigsten mechanisierten.
f3.net

Amnesty beklagt Cyberangriffe auf Menschenrechtsaktivisten: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft der ägyptischen Regierung vor, Kritiker mit Cyberattacken zum Schweigen bringen zu wollen. Amnesty befürchtet, dass es sich bei den Attacken um Teil einer Kampagne der Regierung von Staatschef Abdel Fattah al-Sisi handelt. So habe es jeweils in den Tagen um wichtige politische Ereignisse herum eine hohe Zunahme von Cyberangriffen und Phishing-Mails gegeben. Menschenrechtsgruppen werfen der arabischen Republik immer wieder vor, gegen Kritiker und Oppositionelle vorzugehen.
tagesspiegel.de

Erneuerbare Energien Juwi plant in Südafrika Wind- und Solar-Hybridkraftwerk iwr.de
Lebensmittel Wie das importierte EU-Hühnerbein Ghana erobert deutschlandfunkkultur.de
Transitioning from Migration Afrikanisches Buch-Festival in Berlin orbanism.com
EU-Kommission Grenzschutz zu Marokko soll besser werden deutschlandfunk.de
Westsahara-Konflikt Neues Treffen in der Schweiz geplant nzz.ch

– BACKGROUND –

Das Revival der Archäologie in Afrika: Der afrikanische Kontinent stand bisher selten im Rampenlicht von Archäologen. Das scheint absurd, gilt Afrika doch als die Wiege der Menschheit. Eurozentrische Weltbilder führten dazu, das höchstens der Norden Afrikas auf Interesse stieß, was sich jedoch im Inneren des Kontinents abgespielt hat, ist archäologisch kaum erforscht. Mit einem neuen Schwerpunktprogramm des Deutschen Archäologischen Instituts  soll nun das Projekt „Entangled Africa. Innenafrikanische Beziehungen zwischen Regenwald und Mittelmeer“ den Zeitraum zwischen 4000 vor unserer Zeitrechnung bis ins 15. Jahrhundert neu beleuchten, auf Augenhöhe mit afrikanischen Partnern. So sollen neue Einsichten in die Verflechtungen Afrikas entstehen. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für sechs Jahre finanziert, in den ersten drei Jahren stehen 3,2 Millionen Euro zur Verfügung.
tagesspiegel.de

Schaden Ratingagenturen Afrikas Wirtschaft? US-amerikanische Ratingagenturen obliegt die Aufgabe, das Kreditrisiko von Unternehmen oder auch gleich ganzen Ländern zu beurteilen. Die Qualität des Rankings hat großen Einfluss darauf, ob ein Land günstige Kredite bekommen und somit einfach Handel treiben kann, oder nicht. In Afrika steht es um die Rankings jedoch schlecht – 14 von 21 bewerteten afrikanischen Staaten bescheinigt die Ratingagentur Moody’s derzeit „mangelhafte“ oder „ungenügende“ Bonität. Bei der Bewertung kommt eine ganze Reihe politischer Faktoren zum Tragen. 20 Prozent seien jedoch auf subjektive Faktoren zurückzuführen. Dagegen regt sich nun Widerstand. Afrikanische Ökonomen fordern eine stärkere Regulierung der Agenturen. Auch könnte es helfen, den afrikanischen Kontext besser kennenzulernen.
dw.com

WWF untersucht Vorwürfe über Unterstützung brutaler Wildhüter: Die Umweltstiftung WWF sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert: Sie unterstütze seit vielen Jahren Wildhüter, die verdächtigte Wilderer systematisch gefoltert und teils ermordet hätten. Das Online-Magazin hat nach eigenen Angaben in Afrika und Asien Opfer brutaler paramilitärischer Wildhüter getroffen, mit denen der WWF zusammenarbeite. Der World Wide Fund For Nature zeigte sich schockiert und kündigte eine unabhängige Untersuchung an. Die Zentrale von WWF International habe für die Aufklärung eine Londoner Kanzlei engagiert. Auch der WWF Deutschland gab seiner Bestürzung Ausdruck. Der deutsche Verband habe den ehemaligen Menschenrechtsbeauftragten der Regierung, Markus Löning, mit einer umfassenden Aufarbeitung betraut. Grünen-Politikerin Sylvia Kotting-Uhl sagte, sollten sich die Vorwürfe bestätigen, hätte der WWF damit nicht nur sich selbst immensen Schaden zugefügt. Der Schutz von Wildtieren rechtfertige keine Gewalt gegen Menschen.
tagesspiegel.de

– ANGEZÄHLT –

42 Ethnien gibt es in Kenia nach offizieller Zählung. Jede der Ethnien spricht neben Englisch und Kisuaheli auch seine eigene, lokale Sprache. Der Tribalismus spaltet das ostafrikanische Land jedoch, da jede Gruppe auch für ihre eigenen Interessen kämpft. Junge Kenianer versuchen zunehmend, diese Gräben zu überwinden und Brücken zu bauen.
tagesspiegel.de

– ZITAT –

„Ich denke, wir bleiben ein koloniales Konstrukt.“

Peter Kimani, der kenianische Autor des Romans „Dance of the Jakaranda“ hat sich mit seiner Entscheidung, das Buch in einer Mischung aus Englisch und zahlreichen kenianischen Sprachen zu verfassen, gegen das Literaturetablissement in seiner Heimat gestellt. Kimani wertet das Wiederaufkommen lokaler Sprachen als ein Zeichen postkolonialen Selbstbewusstseins.
deutschlandfunkkultur.de

– ZULETZT –

Wal verschluckt fast deutschen Tauchlehrer: Seit 1999 bietet der 51-jährige Deutsche Rainer Schimpf Tauchtouren in Südafrika an. Daher kennt er die Meeresbewohner mittlerweile recht gut, doch was ihm jetzt widerfahren ist, stellt alles in den Schatten. Bei einer Walbeobachtungstour östlich von Kapstadt wurde Schimpf kurzerhand von einem Wal verschluckt. Da der Furchenwal jedoch Vegetarier ist, spuckte er Schimpf kurz darauf wieder aus. Böse ist der Walbeobachter dem Tier nicht: „Wale sind keine Menschenfresser, sie sind sanfte Giganten“, so Schimpf.
waz.de

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