KW 51: Sudans Ex-Präsident verurteilt, Anschlag auf Hotel in Mogadischu, Südafrika ohne Strom, Neuer Präsident in Algerien

– NEWS –

Sudans Ex-Präsident Omar al-Bashir zu Hausarrest verurteilt: Im April wurde der langjährige Machthaber Sudans Oman al-Bashir gestürzt, nun wurde er wegen Korruption und Geldwäsche zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt. Konkret drehte sich das Verfahren um 25 Millionen Dollar, die der ehemalige Machthaber aus Saudi-Arabien erhalten haben soll. Da er bereits 75 Jahre alt ist, darf er nach sudanesischem Gesetz für diese Straftaten nicht ins Gefängnis, sondern verbüßt den Hausarrest in einer Pflegeeinrichtung. Omar al-Bashir regierte den Sudan über drei Jahrzehnte. Die Verurteilung war nun die erste – weitere Anklagen wie gegen die Tötung von Demonstranten wurden gegen ihn erhoben.
dw.com

Angriff auf Hotel in Mogadischu: In der somalischen Hauptstadt Mogadischu griffen Anhänger der extremistischen Shebab-Miliz ein Hotel an. Dabei wurden zehn Menschen getötet, fünf davon sollen Angreifer gewesen sein. Während der stundenlangen Gefechte zwischen den Terroristen und den Sicherheitskräften des Hotels konnten 80 Personen evakuiert werden – darunter auch Mitglieder der somalischen Regierung. Die Shebab-Miliz verübt immer wieder neue Attentate – die Terroristen besetzen weiterhin weite ländliche Gebiete des Landes und möchten die Macht an sich reißen.
zeit.de

Weimarer Menschenrechtspreis afrikanische Aktivistinnen verliehen: Für ihren Kampf für Menschenrechte in Westsahara und im Sudan wurden Laila Fakhouri und Ihsan Fagiri mit dem Weimarer Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis der thüringischen Stadt wurde vor 25 Jahren ins Leben gerufen. Beide Frauen setzen sich in ihren Heimatregionen mit friedlichen Mitteln gegen Unterdrückung ein – Fakhouri gegen die Unterdrückung ihres Volksstammes, Fagiri gegen die Unterdrückung von Frauen. Eigenen Angaben zufolge hätten sie allerdings jeweils Repressionen erfahren.
welt.de

Neuer Präsident in Algerien: Unter Demonstrationen fanden die Präsidentschaftswahlen in Algerien statt, denn allen fünf Kandidaten werfen die Protestierenden vor, nicht im Sinne der Bevölkerung zu handeln, sondern teil einer kleptokratischen Polit-Clique zu sein. Der frühere Regierungschef Abdelmadjid Tebboune ging als Gewinner der Präsidentschaftswahl hervor. Ihm wird vorgeworfen, eng mit dem Armeechef Ahmed Gaid Salah verhandelt zu sein. Die Wahl stand unter Kritik – Journalisten erhielten kein Visum, EU-Wahlbeobachter wurden nicht eingeladen, die offizielle Wahlbeteiligung lag bei knapp 40 Prozent.
tagesschau.de

Abiy Ahmed erhält Friedensnobelpreis: Am vergangenen Dienstag wurde der Friedensnobelpreis bei einem Festakt in Oslo offiziell an Äthiopiens Präsidenten Abiy Ahmed übergeben. Der Politiker bedankte sich bei seinem eritreischen Amtskollegen Isayas Afewerki für die Bereitschaft den Friedensprozess zwischen beiden Ländern fortzuführen. Das Nobelpreis-Komitee unterstrich Ahmeds Leistungen in diesem Prozess, der den blutigen Bürgerkrieg zwischen beiden Staaten beendete.
tagesspiegel.de

Kein Strom in Südafrika Der südafrikanische staatliche Stromversorger Eskom kommt mit dem Energiebedarf im Land nicht zurecht und drosselt im wirtschaftsstärksten Land des Kontinents regelmäßig den Strom. Mehrmals am Tag wird dabei die Stromzufuhr für einige Stunden gekappt. Das sogenannte “Loadshedding” erreichte in der vergangenen Woche Stufe 6 – bisher galt Stufe 4 als Maximum. Für die Industrie wird Laodshedding zu einem großen Problem, denn die Wirtschaft strauchelte 2019 sowieso schon – eine Rezession unter schlechten Produktionsbedingungen ist nun kaum abzuwehren.
faz.net

Botswana vergibt doch keine Jagdlizenzen für Elefanten bbc.com
Erdrutsch: Mindestens 30 Tote im Kongo deutschlandfunk.de
17 Menschen bei Milizen-Angriffen in der Demokratischen Republik Kongo getötet https://www.zeit.de/news/2019-12/14/17-menschen-bei-milizen-angriffen-in-der-demokratischen-republik-kongo-getoetet
Ruanda startet freiwilliges Impfprogramm gegen Ebola aerzteblatt.de

– BACKGROUND –

Folgen des Klimawandels in Ostafrika bereits sichtbar: Immer mehr Überschwemmungen, aber auch immer mehr Dürren – das Wetter in Ostafrika verschärft sich und wird damit zur Gefahr für die Bewohner. Sintflutartige Regenströme in Kenia, Erdrutsche im Kongo – dies sind nur einige Indizien auf den Klimawandel. Die heftigen Regenschauer führen dazu, dass die Flüsse verdrecken und Krankheiten sich leichter ausbreiten. Gleichzeitig werden die Dürren ebenfalls heftiger in der Region. Die UNO befürchtet drohende humanitäre Krisen und Millionen von Flüchtlingen.
tagesschau.de

Sudan: Akademiker vorhanden – Arbeitsplätze nicht: Im Sudan arbeiten viele angehende und ausgebildete Akademiker in Berufen, in denen sie überqualifiziert sind. Nachdem Ex-Machthaber Omar al-Bashir das Land wirtschaftlich nicht entwickelte, sondern sich selbst bereicherte gibt es für die junge Bevölkerung wenige Perspektiven im Land. Beachtlich ist, dass im Sudan – wo es 19 Universitäten gibt – die Arbeitslosenquote für Akademiker höher ist, als für den Rest der Bevölkerung. Es gibt schlicht keine passenden Arbeitsplätze für Bauingenieure oder Naturwissenschaftler. Stattdessen gegen viele junge Menschen beispielsweise in Bäckereien schuften, um mit einem Tagelohn von etwa 2,50 Euro über die Runden zu kommen. Die explosive Mischung aus gebildeten Akademikern und der desolaten Wirtschaftslage sorgt für Spannungen im Land.
welt.de

E-Commerce in Afrika noch vor großen Hürden: Das in Nigeria gegründete Unternehmen Jumia sollte den Online-Versand nach Afrika bringen – doch 2019 wirken die Bilanzen ernüchternd. Jumia zog sich aus drei von zehn Ländern zurück – die Infrastruktur sei zu schlecht, es gibt keine oft keine Hausnummern, Online-Bezahlmethoden sind noch nicht etabliert. In diese Lücke versuchen mehrere afrikanische Unternehmen zu greifen und das digitale Bezahlen attraktiver zu machen. Alibaba, Chinas großes Online-Versandhaus, sieht im afrikanischen Kontinent Potenzial und hat sich in Äthiopien niedergelassen. Während aber in Westeuropa über 60 Prozent der Menschen Onlinebestellungen tätigen, sind es in den meisten afrikanischen Ländern unter fünf Prozent. Bis E-Commerce zu einer attraktiven Alternative für die Bevölkerung bspw. in Ruanda wird, muss an den grundlegenden Problem zunächst gearbeitet werden.
dw.com

– ANGEZÄHLT –

Um knapp 11 Jahre ist die Lebenserwartung auf dem afrikanischen Kontinent seit 1990 gestiegen.
deutschlandfunk.de

– ZITAT –

“Wir wünschen uns, dass das Horn von Afrika das Horn des Friedens wird.”

Äthiopiens Präsident Abiy Ahmed bei der Entgegennahme des Friedensnobelpreises.
tagesspiegel.de

– ZULETZT –

Afrikanische Länder bei Klimafragen unterrepräsentiert: Die ugandische Bürgerrechtlerin Nakabuye Hilda Flavia machte auf der zweiwöchigen UN-Klimakonferenz in Madrid darauf aufmerksam, dass zu wenige Stimmen des globalen Südens vertreten seien. Die Klimakrise, die sich in ihrem Heimatland bereits anbahnt, sei in vielen Medien ignoriert worden.
deutschlandfunk.de

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