KW 50: UN-Soldaten im Kongo getötet, In Kamerun eskaliert die Gewalt, Patrice Nganang verschwunden

– NEWS –

UN-Soldaten im Kongo getötet: Es waren die schlimmsten Angriffe auf UN-Blauhelme sei 1993. Eine ugandische Miliz der Allied Democratic Forces (ADF) hatte im Ostkongo 15 tunesische Blauhelmsoldaten getötet. Der genaue Hintergrund des Angriffs auf die UN-Basis blieb zunächst unklar. Die Regierung Ugandas ordnet die ADF islamistischen Terroristen zu. Nach anderen Beobachtern geht es der ADF aber vor allem um den Profit und hat es auf die Bodenschätze der Region abgesehen.
derstandard.at, taz.de

In Kamerun eskaliert die Gewalt: In Kamerun stehen die Zeichen auf Bürgerkrieg. Präsident Paul Biya erklärte am Donnerstag, „alle Mittel“ einzusetzen, um „diese Verbrecherbande unschädlich zu machen“. Gemeint sind die Anhänger einer Abspaltung des anglofonen Westteils von Kamerun, dessen symbolische Unabhängigkeit unter dem Namen „Ambazonien“ am 1. Oktober radikale Sezessionisten verkündet hatten. In Bamenda, der größten Stadt im Westen, wurde Anfang November eine Ausgangssperre verhängt, zehn Sicherheitskräfte wurden seitdem getötet.
taz.de

Patrice Nganang verschwunden: Der kamerunische Schriftsteller Patrice Nganang ist nach einem Besuch in seiner Heimat verschwunden. Der in den USA lebende Schriftsteller hielt sich in Kamerun auf, um dort von dem drohenden Bürgerkrieg zu berichten. In einem Beitrag kritisierte er den autoritären Herrscher Paul Biya scharf. Nur ein Regimewechsel könne die Krise beenden forderte er und warf Biya vor, durch Ausgrenzung einer Sprache die Sprachlosigkeit als Herrschaftsmittel einzusetzen. Mit einem Flug von Kenya Airways wollte er nun das Land verlassen, er checkte ein, kam aber nie im Flugzeug an.
taz.de

Ghanas Präsident überrascht Macron mit Absage an Entwicklungshilfe: Im Anschluss an den AU-EU-Gipfel in Abidjan besuchte der französische Präsident Emmanuel Macron eine Reihe afrikanischer Staaten, darunter Ghana. Anders als andere afrikanische Staatsoberhäupter fand der Präsident, Nana Addo Dankwa Akufo-Addo, deutliche Worte, wie er sein Land zukünftig von Mitteln der Entwicklungshilfe unabhängig machen will.
euractiv.de

Enteigneter Farmer erhält Land zurück: Ein weißer Farmer bekommt in Simbabwe sein Land zurück. Der Farmer Robert Smart war im Juni enteignet worden. Sein Land fiel mit dem geistlichen Trevor Manhanga an einen Unterstützer Mugabes. Chris Mutsvangwa, Berater des neuen Präsidenten Emmerson Mnangagwa erklärte, Smart und andere weiße Farmbesitzer seien „Opfer von Rassendiskriminierung, Gier und Machtmissbrauch geworden“. Die Regierung untersuche auch andere Fälle möglicher widerrechtlicher Enteignungen.
derstandard.at

EU und Afrikanische Union uneins: Gipfel-Ergebnisse noch immer nicht veröffentlicht euractiv.de
Bundespräsident Steinmeier reist diese Woche nach Ghana und Gambia tagesspiegel.de
Dürre-resistente Bohnenzüchtung im Kampf gegen den Hunger zdf.de

– BACKGROUND –

Südsudan wie Österreich: Der Südsudan hat seit seiner Gründung 2011 nur zwei Friedensjahre erlebt. Handelsminister Moses Hassan hält das nicht davon ab eine positive Vision für das Land zu zeichnen. Das Land soll ein zentraler Verkehrsknotenpunkt in der Region werden. Teile der Zentralafrikanischen Republik, des östlichen Kongo und des nördlichen Uganda sollen via Südsudan an den Welthandel angebunden werden. „Der Südsudan ist ein bisschen wie Österreich. Ein Binnenstaat zu sein kann auch von Vorteil sein. Länder wie Österreich haben bewiesen, dass man auch ohne Meereszugang einer der mächtigsten Märkte Europas werden kann,“ so Hassan.
derstandard.at

Sklavenhandel mit Flüchtlingen: Nicht erst seit wenigen Wochen gibt es in Libyen Sklavenhandel. Alle Migranten sind nach dem Gesetz illegal im Land. Ghanaer, Nigerianer und neuerdings auch Kenianer mit festen Jobs wurden aus ihren Wohnungen geholt und inhaftiert, an rund 20 Orten im Land werden nach Schätzungen von Menschenrechtlern Arbeiter als Ware verkauft. 80 bis 300 Dollar werden für einen Bauarbeiter oder Elektriker gezahlt. „Wer kein Geld hat und illegal im Land ist, muss für die Weiterreise arbeiten, dass ist doch ganz normal“, kommentiert ein junger Milizionär das Geschehen.
taz.de

– ANGEZÄHLT –

Auf sechs Prozent der Weltwirtschaftsleistung könnte der Anteil Afrikas in den nächsten 15 bis 20 Jahre steigen. Keine Region der Welt kann mit einem so großen Wachstumsschub rechnen.
tagesspiegel.de

– ZITATE –

„Es ist noch sehr, sehr viel zu tun in Libyen insgesamt, um die humanitäre Situation dort zu verbessern.“
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel pocht auf einen besseren Schutz von Flüchtlingen in Libyen.
kurier.at

„Wir stören sie, und das mögen sie nicht.“
Jean-Pierre Lacroix, UN-Untergeneralsekretär für Friedensmissionen, nach dem Angriff auf UN-Truppen im Ostkongo.
derstandard.at

Viva con Aqua: Um auf den Mangel an sauberen Wasser aufmerksam zu machen sind rund 35 Läufer gerade 550 Kilometer durch Uganda und Ruanda gelaufen. Unterwegs haben die Aktivisten aus Europa und Afrika Schulen oder Universitäten besucht und Workshops zum Thema Wasser angeboten. Mit der Aktion konnten auch 30.000 Euro an Spenden akquiriert werden, mit denen Trinkwasser- und Sanitärprojekte gefördert werden können.
spiegel.de

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