KW 5: Angola schafft Bestrafung von Homosexualität ab, Steinmeier reist nach Äthiopien, EU und AU wollen Partner Kongos bleiben

– NEWS –

Angola schafft Bestrafung von Homosexualität ab: Das angolanische Parlament stimmte am Mittwoch mit 155 Stimmen gegen eine bei sieben Enthaltungen für ein komplett überarbeitetes Strafrecht. Das aus der Kolonialzeit stammende Strafgesetzbuch aus dem Jahr 1886 hatte “Unmoral” und Handlungen “gegen die Natur” verboten. Durch die Reform fällt dieser Paragraph nun weg. Homosexuelle genießen nun in Angola den selben rechtlichen Schutz wie Heterosexuelle, allerdings sind gleichgeschlechtliche Beziehungen weiterhin nicht rechtlich anerkannt. Schon 2015 verabschiedete das angolanische Parlament ein Gesetz, welches die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verbietet. Angolas Gesellschaft ist relativ tolerant – laut einer Umfrage der ILGA denken 61 Prozent der Angolaner, dass Homosexuelle die gleichen Rechte wie Heterosexuelle genießen sollten.
queer.de

Steinmeier reist nach Äthiopien: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird vom 27. bis zum 30. Januar Äthiopien besuchen. Steinmeier wird das Land, welches Sitz der Afrikanischen Union ist, in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation besuchen. Auf dem Programm stehen unter anderem Treffen mit Vertretern der Zivilgesellschaft und Persönlichkeiten des politischen Wandels. Äthiopien macht derzeit einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel durch und sieht sich mit zunehmenden ethnischen Spannungen konfrontiert. Steinmeier will diese Reformen unterstützen. In Addis Abeba wird sich Steinmeier auch mit dem Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union, Moussa Faki Mahamat, treffen. Äthiopien ist ein wichtiger Partner Deutschlands in Ostafrika.
bundespraesident.de dw.com

EU und AU wollen Partner Kongos bleiben: Nachdem die EU und die Afrikanische Union Zweifel an den Ergebnissen der Präsidentschaftswahlen im Kongo geäußert hatten, versicherten nun beide Seiten bei einem Treffen, weiterhin mit dem Kongo zusammenarbeiten zu wollen. Kongos Verfassungsgericht bestätigte entgegen zahlreicher Einsprüche gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahl vom 30.12. den Sieg des Oppositionskandidaten Félix Tshisekedi. Bei einem Treffen mit Vertretern der AU bestätigte EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, dass die EU weiterhin ein wichtiger Partner für die Demokratische Republik Kongo sein wolle. Bei ihrem nächsten Treffen wollen EU und AU ihre Position zur Lage im Kongo erneut diskutieren.
dw.com

Präsident Nigerias suspendiert obersten Richter: Muhammadu Buhari, der Präsident Nigerias, hat den Vorsitzenden Richter des Obersten Gerichts, Walter Samuel Nkanu Onnoghen, suspendiert. Als Nachfolger nominierte Buhari Ibrahim Tanko Muhammad. Kritiker werfen Buhari vor, Muslime aus seiner Heimatregion auf Schlüsselposten zu setzen und gegen seine politischen Gegner vorzugehen – Der Interimskandidat stammt wie Buhari selbst aus dem muslimischen Norden Nigerias. Es ist das erste Mal, dass ein oberster Richter in Nigeria suspendiert wird. Das Oberste Gericht ist zuständig, sollte es bei der anstehenden Wahl Streit um das Ergebnis geben – Beobachter befürchten, dass Buhari so die Machtverhältnisse zu seinen Gunsten umgestalten will.
zeit.de

Museum der schwarzen Zivilisationen in Dakar eingeweiht: In Senegals Hauptstadt Dakar wurde am 7. Januar in einer feierlichen Zeremonie durch Staatschef Macky Sall das Museum für schwarze Zivilisation eingeweiht. Die Idee dafür stammt ursprünglich aus den 1950er Jahren, als Intellektuelle eine panafrikanische Einheit schaffen wollten. Das Museum beherbergt insgesamt rund 18.000 Objekte. Thematisiert wird im Museum ein breites Spektrum: Von der Evolutionsgeschichte über Afrikas Beitrag zur Kulturgeschichte bis hin zu Gemälden und Videoinstallationen. Laut Direktor Hamady Bocoum soll das Museum explizit kein ethnografisches sein – dies sei eine westliche Idee. Das Museum will einen Spiegel hochhalten und eine breite Palette an Kunsterzeugnissen der Menschheit präsentieren.
deutschlandfunkkultur.de

Mehr als 50 Massengräber im Kongo entdeckt focus.de
Fünf Tote bei Überschwemmungen in Algerien zeit.de
Neues Terminal am Flughafen Casablanca eingeweiht maghreb-post.de
Neue Brücke im Senegal spart 400 Kilometer Umweg deutschlandfunknova.de

– BACKGROUND –

Afrotopoia fordert Wege aus dem Neokolonialismus: Der senegalesische Wirtschaftswissenschaftler und Essayist Felwine Sarr untersucht in seinem Essay “Afrotopia” die Gründe für die Dauerkrise, in der sich viele afrikanische Länder befinden, nachdem sie vor rund 50 Jahren in die Freiheit nach dem Kolonialismus entlassen wurden. Sarrs Buch ist eines der meist beachteten Werke in der Postkolonialismusdebatte der letzten Jahre. Sarr kommt zu der Einsicht, dass die Dauerkrise afrikanischer Länder die negativen Vorurteile des finsteren, katastrophalen Afrikas, das sich selbst nicht zu helfen weiß, zementiert. Allerdings sind es weniger die Europäer, die Sarr aufklären will, als die Afrikaner, die das dystopische Bild von ihrem Kontinent oft unhinterfragt vom Westen übernehmen.
sueddeutsche.de

Afrikas männliche Machtstrukturen: Afrika steht mit seinem Kulturerbe im Zentrum des Interesses der Lessingtage in Hamburg. Dort stellt man sich insbesondere die Frage, wie es um die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Afrika bestellt ist. Als vor rund 40 Jahren das Berliner Publikum den bis heute als Ikone der schwarzen Emanzipation gefeierten Nigerianer Fela Anikulapo Kuti kennenlernen durfte, sorgte sein Umgang mit seiner weiblichen Begleitung für Furore. Kritik daran wies er allerdings ab – schließlich sei dies Teil seiner Kultur, bei der ihm kein Weißer reinzureden habe. Michael Laages kommt zu der Erkenntnis, dass sich bei den Lessingtagen in Hamburg nicht viel verändert hat an diesem Frauenbild.
deutschlandfunk.de

Afrikas Angst vor doppelten Staatsbürgerschaften: In Afrika geht die Angst vor den Doppelstaatlern um. So ist es zum Beispiel in Tansania, in der Demokratischen Republik Kongo oder Äthiopien nicht möglich, zwei Staatsbürgerschaften zu besitzen. Experten schätzen, dass Bürger mit einer zweiten Nationalität das Potenzial hätten, autoritären Staatschefs gefährlich zu werden – diese Gefahren wollen sie natürlich unterbinden. Gwandumi Mwakatobe, politischer Analyst aus Tansania, denkt, dass die afrikanischen Staatschefs bewusst von Ignoranz und Fehlinformationen der Bürger profitieren. Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft, die im Ausland lebten, könnten dort möglicherweise eine andere Sicht auf viele politische Fragen bekommen und seien daher in der Lage, die Präsidenten ihrer Länder herauszufordern, beispielsweise im Bereich der Menschenrechte.
dw.com

– ANGEZÄHLT –

37 Prozent mehr Touristen konnte die staatlichen Tourismusbehörde Kenias im vergangenen Jahr verzeichnen. Insgesamt wurden 2018 über zwei Millionen Besucher aus dem Ausland registriert.
abouttravel.ch

– ZITAT –

Der Weg, den Äthiopien jetzt geht, verdient unsere Unterstützung. Ob das nun eine Unterstützung ist, die wir zum Beispiel auch in der Nachbarschaft Äthiopiens leisten können, zur Befriedung am Horn von Afrika und im Verhältnis zu  Eritrea, das muss die äthiopische Führung selbst einschätzen.”

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußert sich zum Appell des Bundestages, sich stärker in den Friedensprozess zwischen Äthiopien und Eritrea zu involvieren.
dw.com

– ZULETZT –

Segeln auf Flip-Flops: Eine Gruppe von kenianischen Umweltschützern stach am Sonntag von der kenianischen Küstenstadt Watamu mit dem aus recyceltem Plastik und Kunststoffsandalen gefertigten Segelschiff “Flipflopi” in See. Ihr Ziel ist Sansibar. Laut Projektleiter und Initiator Dipesh Pabari will die Gruppe damit auf die Möglichkeiten des Recyclings und der langen Haltbarkeit von Plastik aufmerksam machen. In ihrer Bauart ist die “Flipflopi” einer traditionellen Dau nachempfunden. Für den Rumpf des Bootes waren zehn Tonnen Plastik an Kenias Stränden und in Städten eingesammelt und geschreddert worden. Allein die Verzierung des Rumpfes besteht aus 30.000 bunten Flip-Flops. Die Expedition wird finanziert vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep).
spiegel.de

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