KW 49: Europäer wollen Migranten aus Libyen ausfliegen, Ex-Regierungschef Shafik nach Ägypten abgeschoben, Neues Kabinett verspricht keinen Neuanfang

– NEWS –

Europäer wollen Migranten aus Libyen ausfliegen: Zum Abschluss des zweitägigen EU-Afrika-Gipfels in der Elfenbeinküste haben die Staats- und Regierungschefs einen Beschluss zu den in Libyen festsitzenden Flüchtlingen gefasst. Demnach sollen die Menschen mit Hilfe der UNO in ihre Heimatländer zurückkehren. Frankreich plant nach Angaben von Präsident Emmanuel Macron derzeit keinen Einsatz von Soldaten oder Polizisten gegen Schleuserbanden in Libyen. EU-Ratspräsident Donald Tusk sprach von einem erfolgreichen Gipfel, die Hilfsorganisation „One“ sprach dagegen von einer bitteren Enttäuschung für Afrikas Jugend.
tagesspiegel.de, faz.net, spiegel.de, nzz.ch

Ex-Regierungschef Shafik nach Ägypten abgeschoben: Die Vereinigten Arabischen Emirate haben den ägyptischen Oppositionspolitiker und ehemaligen ägyptischen Regierungschef Ahmed Shafik wieder nach Ägypten abgeschoben. Shafik wurde des Landes verwiesen, nachdem er erklärt hatte, die Emirate würden ihn an der Ausreise hindern. Außerdem hatte Shafik letzte Woche seine Kandidatur für die Präsidentschaft in Ägypten erklärt. Ursprünglich hatte sich der letzte Regierungschef Husni Mubaraks in die Emirate abgesetzt, weil gegen ihn wegen Korruption ermittelt worden war. Das Verfahren wurde allerdings 2013 eingestellt.
derstandard.at

Neues Kabinett verspricht keinen Neuanfang: Simbabwes neuer Präsident Emmerson Mnangagwa hat mit seiner neuen Regierung viele Beobachter entsetzt. Von Neuanfang ist wenig zu spüren. Viele Posten gehen an das Militär. So wird zum Beispiel Generalmajor Sibusiso Moyo, der bei dem Putsch gegen Mugabe eine Schlüsselrolle gespielt hatte, Außenminister. Der langjährige Luftwaffenchef Marschall Perence Shiri wird Agrarminister, in dem von Landwirtschaft abhängigen Land ein Schlüsselressort. „Die Leute, die diese Krise verursachten, sind recycelt worden“, schrieb auf Twitter der respektierte Kommentator Trevor Ncube.
taz.de

Ehemaliger Vize-Präsident zurück in Simbabwe: Der frühere simbabwesische Vizepräsident Phelekezela Mphoko ist zurück in seiner Heimat. Er gilt als enger Vertrauter von der ehemaligen Präsidentengattin Grace Mugabe und war während des Militärputsches nicht von einem Auslandsaufenthalt in Japan zurückgekehrt. Seine Rückkehr erfolgte, nachdem ihm die Gewährleistung seiner Sicherheit zugesichert worden ist. Mehrere Verbündete von Grace Mugabe wurden in der vergangenen Woche festgenommen und müssen sich nun vor Gericht verantworten.
derstandard.at

Folter in Burundi: Der Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag ermittelt gegen Folterkammern in Burundi. Im Hauptquartier des Geheimdienstes (SNR), in einem Polizeigefängnis im Hauptquartier der Bereitschaftspolizei, in der Parteizentrale der CNDD-FDD, in der Villa des berüchtigten Sicherheitsministers General Guillaume Bunyoni und sogar im Privathaus von Präsident Pierre Nkurunziza soll gefoltert worden sein. Ein berüchtigter Ort ist auch der Keller einer Kneipe des ehemaligen Geheimdienstchefs General Adolph Nshiririmana. Zwischen April 2015 und April 2016 hat der Strafgerichtshof rund 600 Fälle von Folter dokumentiert, mehr als die Hälfte in den ersten Monaten des Jahres 2016.
taz.de

Herbst-Heerwurm bedroht in 38 Ländern die Maisernten transgend.de
Geld und Waffen gegen Rücknahme von Flüchtlingen: Israel baut sein Afrika-Engagement massiv aus spiegel.de
Internationale Musikmesse “Visa for Music” promotet in Marokko Musik aus Afrika und dem Mittleren Osten de.euronews.com

– BACKGROUND –

Shell spielte Schlüsselrolle bei Niederschlagung von Protesten: Ein neuer Bericht von Amnesty International (AI) beschuldigt den Ölkonzern Shell in den 90ern im Nigerdelta an schweren Menschenrechtsverletzungen beteiligt gewesen zu sein. Proteste im der Region waren damals brutal vom Militär niedergeschlagen worden. Dies habe Shell befürwortet und unterstützt. Für den Bericht hat AI Tausende interne Dokumente, Zeugenaussagen und Archivmaterial ausgewertet.
nzz.ch

Fotografieren gegen das Afrika-Klischee: Fotos aus Afrika zeigen immer nur einen Teil der Wahrheit und bestätigen gängige Afrika-Klischees. Sie zeigen Armut, Krieg und Hunger auf der einen und Safari-Romantik auf der anderen Seite. Doch afrikanische Fotografen wollen das nicht länger hinnehmen. Das Projekt „Everyday Africa“ gibt es nun sei fünf Jahren. 30 afrikanische Fotografen zeigen darin alltägliche Situationen. Der Schwerpunkt liegt dabei mal auf dem dokumentarischen, mal auf dem künstlerischen Aspekt.
sueddeutsche.de

– ANGEZÄHLT –

Mit 19,1 Milliarden Dollar erhielt Nigeria im Jahr 2016 in Afrika am meisten Geld durch Rücküberweisungen. Ägypten liegt mit 16,2 Milliarden an Rücküberweisungen auf Platz zwei.
derstandard.at

– ZITATE –

„Die Europäische Union und die Mitgliedstaaten müssen zusätzliche Mittel zur Finanzierung von Bildungsprogrammen bereitstellen, insbesondere durch die Global Partnership for Education.“
Friederike Röder, Sprecherin der NGO „One“, sagte beim EU-Afrika-Gipfel in Abidjan, es sollten mehr Möglichkeiten für junge Afrikaner geschaffen werden, die in Europa studieren möchten.
euractiv.de

„Es gibt viele Chancen in Afrika, die aber nicht wahrgenommen werden, weil viele Unternehmer ein völlig falsches Bild von Afrika haben, als Kontinent, auf dem nur Krieg und Hunger herrschen. Dabei gibt es Chancen, die Märkte sind vorhanden, die Rohstoffe auch – und die Motivation ist hoch bei der Bevölkerung.“
Der Unternehmer Jean-Louis Warnholz investiert in Afrika und begrüßt den EU-Afrika-Gipfel.
sueddeutsche.de

Wassermelonen graben Flußoase das Wasser ab: Im südmarokkanischen Draa-Tal, der bedeutensten Flußoase des Maghreb, herrscht seit Monaten Wassermangel. Viele Haushalte können nicht mehr mit Wasser aus der Leitung beliefert werden. Der Draa-Fluss ist teilweise fast vollständig ausgetrocknet. Ihren Unmut tun die Betroffenen mittlerweile auf der Straße kund. Die Ursache liegt in einem heißen und trockenem Sommer und nach Einschätzung von Aktivisten in den großen Wassermelonen-Plantagen in der Region, für die in den vergangenen Jahren rund tausend neue Brunnen gegraben worden sind.
nzz.ch

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