KW 48: Nicholas Opiyo mit Deutschen Afrika-Preis ausgezeichnet, Mnangagwa neuer Präsident, Ägyptens Kampf gegen den IS

– NEWS –

Nicholas Opiyo mit Deutschen Afrika-Preis ausgezeichnet: In Berlin hat Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier den Deutschen Afrika-Preis 2017 verliehen. Geehrt wurde vor 250 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Menschenrechtsanwalt Nicholas Opiyo aus Uganda. In seiner Laudatio würdigte Steinmeier Opiyo als „Vorbild und Mutmacher für ein Afrika des Aufbruchs“. Mit seiner Organisation Chapter Four Uganda engagiert Nicholas Opiyo sich vor Gericht für die Einhaltung von Bürgerrechten. Internationale Bekanntheit erreichte er durch seine erfolgreiche Klage gegen das Anti-Homosexualitätsgesetz 2014, das daraufhin vom ugandischen Verfassungsgericht für unwirksam erklärt wurde.
deutsche-afrika-stiftung.de

Mnangagwa neuer Präsident: Emmerson Mnangagwa ist am Freitag als neuer Präsident von Simbabwe vereidigt worden. Für 2018 kündigte er freie Wahlen an. Seinen Vorgänger Robert Mugabe würdigte er für seinen „immensen Beitrag“ zum Aufbau des Landes. Mangagwa war am 06. November nach Südafrika geflohen, nachdem er von Mugabe auf Betreiben seiner Frau als Vizepräsident abgesetzt wurde. Die Armee hatte daraufhin Mugabe unter Hausarrest gestellt. Mugabe hatte dann nach 37 Jahren an der Macht seinen Rücktritt erklärt. Mnangagwa will nun auf der Basis einer erneuerten Landwirtschaft das Wirtschaftswachstum ankurbeln, Arbeitsplätze schaffen und ausländische Investoren anlocken.
taz.de

Ägyptens Kampf gegen den IS: Nach dem blutigen Moschee-Massaker im Nordsinai, bei dem am Freitag 305 Menschen umgekommen waren, stellen sich in Ägypten die wichtigsten Gruppen und Verbände hinter die Regierung. Im Parlament gibt es eine Initiative, die vorsieht, das mit dem von den Muslim-Brüdern konfiszierten Vermögen Terroropfer unterstützt werden sollen. Die rund 30 mit Maschinengewehren und Bomben bewaffneten Angreifer sollen Mitglieder des „IS“ gewesen sein. Die Union der Stämme des Sinai hat in der Nähe von Rafah ein Treffen der wichtigsten Beduinen-Familien einberufen. „Unsere Männer werden nicht ruhen, bis unser gesamtes Land von ihnen befreit ist“, heißt es später in einer Mitteilung. Bei Militäroperationen gegen den IS im Nordsinai soll eng mit der Bevölkerung zusammengearbeitet werden.
derstandard.at, taz.de, nzz.ch

EU-Afrika-Gipfel: Beim fünften EU-Afrika-Gipfel am Mittwoch in der Elfenbeinküste wollen der französische Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel die Weichen für eine viel engere Zusammenarbeit mit dem südlichen Kontinent stellen. Europa droht in Afrika an Einfluss zu verlieren, weil Player wie China beim Erschließen neuer Märkte und bei Rohstoffen den Europäern den Rang ablaufen. Auch weil die EU die Migration nach Europa in geregelte Bahnen lenken will, wird an einer Vielzahl von Migrations- und Partnerschaftsabkommen mit afrikanischen Ländern gearbeitet.
finanzen.net

Paris fordert Uno-Sitzung zu Sklavenhandel in Libyen: Frankreich fordert ein Treffen des Uno-Sicherheitsrats zu Berichten über Menschenhandel mit Flüchtlingen in Libyen. Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian erklärte, die Vereinten Nationen müssten ein internationales Sanktionsverfahren einleiten, falls die libyschen Behörden dem nicht ein Ende setzten. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini zeigte sich über den Medienbericht über Menschenhandel mit Migranten in Libyen besorgt. Das an der afrikanischen Mittelmeerküste gelegene Libyen ist derzeit das Haupttransitland für Migranten, die auf dem Seeweg nach Europa gelangen wollen.
orf.at, dw.com

Mindestens 20 Tote nach ethnischen Auseinandersetzungen in Äthiopien derstandard.at
Jugendlicher töten mindestens 50 Menschen bei Anschlag in Nigeria nzz.ch
UN-Experten erwarten 2,5 Milliarden Menschen in Afrika bis zum Jahr 2050 pharmazeutische-zeitung.de

– BACKGROUND –

Dschibuti: Drehkreuz im Kampf gegen Terror: Der ostafrikanische Staat Dschibuti dient den USA und mehreren EU-Staaten, Japan und China als Militärbasis und Drehkreuz zur Durchsetzung ihrer globalen Interessen in Afrika. Besonders der Kampf gegen Terror und Piraterie lässt sich von hier aus koordinieren. Von der Küste kann man eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt kontrollieren. Vom Flughafen ist man in wenigen Stunden in zahlreichen afrikanischen Krisen-Regionen. Der seit 18 Jahren herrschende Präsident Ismail Omar sorgt für die nötige politische Stabilität.
derstandard.at

Sexuelle Gewalt in Nigeria: In Nigeria ist nach einer Erhebung des Kinderhilfswerk Unicef jedes vierte Mädchen und jeder zehnte Junge bis zur Volljährigkeit Opfer von sexueller Gewalt. Im Bundesstaat Lagos hat sich die Zahl der angezeigten Fälle von sexueller und häuslicher Gewalt in den ersten neun Monaten 2017 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. 950 Fälle bei einer Bevölkerung von 18 Millionen erscheinen auf dem ersten Blick gering. Nur muss man wissen, dass sexuelle Gewalt ein Tabu ist und die wenigsten Vorfälle angezeigt, geschweige denn ausgesprochen werden. Mittlerweile ist die #MeToo-Debatte auch in Nigeria angekommen. Einige Nollywood-Schauspielerinnen haben im Internet beschrieben, wie sie sexuell belästigt wurden. „Epidemisch“ nennen sie die Häufigkeit. Doch Aufschrei und Debatte bleiben aus – besonders in ländlichen Regionen.
taz.de

– ANGEZÄHLT –

14 homosexuelle Männer sind in Kairo zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Seit September sind 70 Menschen inhaftiert worden. Ein neues Gesetz soll Homosexualität weiter kriminalisieren.
taz.de

– ZITATE –

„Mugabes Rücktrittsbeschluss eröffnet den Weg zu einem Übergangsprozess unter Führung des souveränen simbabwischen Volkes. Simbabwe hat das Potenzial zu einem wirtschaftlichen Schwergewicht. Mugabe brauchte 37 Jahre, um es ins Chaos zu stürzen, aber es wird nicht so lange dauern, es wieder zu errichten.“
Moussa Faki Mahamat, Kommissionschef der Afrikanischen Union, begrüßt den Machtwechsel in Simbabwe.
taz.de

Trumps Trophäenhandel: Nach weltweiten Protesten ruderte US-Präsident Donald Trump in Sachen Trophäenhandel noch einmal zurück. Nachdem Trump zunächst die Einfuhr von Trophäen von Großwildjägern aus Sambia und Simbabwe erlaubt hatte, wolle er sich in der Sache noch mal auf den neuesten Stand bringen lassen. Doch die USA folgen eigentlich nur den Europäern. Dort ist die Einfuhr etwa von Elefanten-Stoßzähnen aus Simbabwe und Sambia unter vergleichbaren Bedingungen längst erlaubt. In vielen afrikanischen Ländern wurde die Jagd von Elefanten zuletzt in Maßen erlaubt. Es müssen Zertifikate erworben werden, die dem Naturschutz zugute kommen. Auch muss eine Schussquote eingehalten werden. Weil die Zahl afrikanischer Elefanten in den vergangenen sieben Jahren um etwa ein Drittel geschrumpft ist, darf aber der Erfolg dieser Politik angezweifelt werden.
sueddeutsche.de

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