KW 47: Sidama stimmen für Regionalstaat, Afrika-Konferenz für mehr Investitionen, Extremistenangriffe in Burkina Faso, Wahlen in Guinea-Bissau

– NEWS –

Sidama in Äthiopien stimmen für Regionalstaat: Das Sidama-Volk hat mit einer überwältigenden Mehrheit von 98,5 Prozent für einen autonomen Regionalstaat innerhalb Äthiopiens gestimmt. Die Wahlbeteiligung soll bei 99,8 Prozent gelegen haben. Unter den 109 Millionen Äthiopiern machen die Sidama nur einen kleinen Teil aus – sie sind 4,4 Millionen Menschen. Das Ziel sei es über Steuern, Bildung und Sicherheit selbst entscheiden zu können. Experten beobachteten das Referendum mit Sorge und sehen die Gefahr für eine Zersplitterung des Landes, da es weitere Autonomiebestrebungen im Land gäbe. Ministerpräsident Abiy Ahmed, der im Oktober mit dem Friedensnobelpreis für die Schlichtung des äthiopisch-eritreischen Kriegs ausgezeichnet wurde, bewertet das Referendum als Zeichen für den demokratischen Weg, auf dem sich das Land befinde.
dw.com

Afrika-Konferenz hält Mittelstand zu Investitionen in Afrika an: Die Bundesregierung lud zur zweiten Afrika-Konferenz ein. Dabei betonte Kanzlerin Angela Merkel, dass man den Kontinent viel stärker in den Fokus nehmen müsse: “Ob es um Frieden, Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung, Migration, und andere große Fragen unserer Zeit geht – wir alle sind uns einig, dass Afrika mit seinen über 50 Staaten und einer wachsenden, einer jungen Bevölkerung bei der Lösung globaler Fragen eine wichtige Rolle zukommt”, erklärte die Politikerin. Bei der Konferenz ging es auch darum, Wachstumsimpulse in Afrika zu setzen. Dafür wurde ein Fonds in Höhe von einer Milliarde Euro installiert, von dem gerade kleine und mittelständische Unternehmen schöpfen sollen. Der Ansatz wird von Experten kritisiert – es handle sich um eine paternalistische Herangehensweise, die sicherstellt, dass der Profit bei internationalen Investoren landet und nicht bei lokalen Unternehmen.
tagesschau.de

Neue Extremistenangriffe in Burkina Faso: In Burkina Faso sind 19 Menschen ums Leben gekommen nachdem eine Islamistengruppe einen Militärstützpunkt angriff und von den Truppen zurückgedrängt wurde. Sieben weitere wurden verletzt. Im Land mehren sich die islamistischen Angriffe wieder. Das Land ist im Fokus von al-Kaida und dem Islamischen Staat, die versuchen ihren Präsenz in Afrika stärker auszubauen, nachdem sie im Nahen Osten strategische Rückschläge erlebten. Auch in Niger und Mali verstärkt sich der Einfluss islamistischer Terrororganisationen.
tagesschau.de

Wahlen in Guinea-Bissau finden statt: Lange war unklar, ob die Präsidentschaftswahlen in Guinea-Bissau stattfinden können, doch am gestrigen Sonntag wurden sie trotz der angespannten Lage im Land durchgeführt. Die politischen Akteure im Land blockieren sich gegenseitig und verhindern damit eine Weiterentwicklung. Es wird kein eindeutiges Ergebnis erwartet, denn mehrere Kandidaten kommen aus demselben Lager. Insgesamt treten 12 Personen im ersten Wahlgang an, eine Stichwahl wird erwartet.
dw.com

Unglück mit Propellerflugzeug im Kongo zdf.de
Hunderttausende schadhafte Kondome in Uganda zurückgerufen aerzteblatt.de
Schwere Unwetter in Kenia zdf.de
Tote bei Anschlag auf Patrouille in Mali tagesschau.de

– BACKGROUND –

Politischer Hip-Hop bewegt Ostafrikas Jugend: Sie rappen auf Sheng, einer Mischung aus Swahili und Englisch, und erreichen damit eine große Reichweite: Ostafrikas Hip-Hop-Stars erreichen mit ihren Texten Millionen von jungen Menschen. Es geht in den Texten jedoch um viel mehr als Geld und Autos – Hip-Hop ist zur politischen Stimme der Generation geworden, die die Konflikte ihrer Länder überwinden will und sich gegen die Politik stellt. Zusammenarbeit mit internationalen Stars ist keine Seltenheit – das verschafft den Botschaften weiteren Auftrieb. 60 Prozent der Afrikaner sind jünger als 30 und wollen Veränderung. Sie diskutieren in ihren Liedern die politischen Eliten und fordern auf, sich gegen korrupte Systeme aufzulehnen.
tagesspiegel.de

Chinesischer Arbeiter gestalten den Boom in Afrika: In Afrika arbeiten rund 200.000 Wanderarbeiter an Bau- und Industrieprojekten. Die meisten von ihnen haben die Heimat wegen der attraktiven Gehälter angenommen – sie verdienen zum Teil das doppelte von dem, was ihnen an Bauobjekten in China angeboten worden wäre. Die Chinesen arbeiten mit afrikanischen Subunternehmen, die jedoch nicht zu gleichermaßen attraktiven Gehältern beschäftigt werden. Auch in Äthiopien sind die Chinesen präsent. Der Staatskonzern China State Construction Engineering Company baut im ostafrikanischen Land und in Ägypten gegenwärtig die höchsten Wolkenkratzer des Kontinents. Leben und Arbeiten mit kulturellen Unterschieden gestaltet sich jedoch nicht immer einfach – weder für die Chinesen, noch für ihre Gastgeber.
spiegel.de

Imame und Priester sollen mit Boko Haram reden: Die Terrormiliz Boko Haram lässt Nigeria nicht zur Ruhe kommen. Immer wieder kommt es zu Terroranschlägen und Morden. Die Organisation Kukah Center in der Hauptstadt Abuja fordert daher auf, Priester und Imame als Vermittler zwischen den Fronten zu nutzen. Experten erklären, dass die Religion eine übergeordnete Rolle bei den Konflikten im Land spiele – auch im Alltag würden Gespräche dazu zurückkehren. Diplomatische und politische Akteure würden nicht gleichermaßen anerkannt werden. Der Vorschlag wird allerdings kritisch betrachtet – es sei zu viel von Priestern verlangt, dass sie die Terroristen in großer Anzahl überzeugen.
deutschlandfunk.de

Kinder von DDR-Vertragsarbeitern aus Mosambik suchen ihre Eltern: Rund 20.000 Vertragsarbeiter aus Mosambik arbeiteten in der DDR. 90 Prozent von ihnen mussten das Land mit der Wiedervereinigung verlassen. Viele von ihnen haben Familien gegründet, jedoch ist nach der Ausweisung eines Elternteils der Kontakt oft abgebrochen, es gibt Schwierigkeiten an Informationen zu kommen. Eine neue Organisation – “Solibabys” – möchte die Suche erleichtern. Ehemalige Vertragsarbeiter teilen darin ihre Erfahrungen und Tipps, um Familien zusammenzuführen. Für die Kinder von Vertragsarbeitern soll die Organisation eine große Erleichterung bieten.
rbb24.de

– ANGEZÄHLT –

72,2 Prozent der Direktinvestitionen in Afrika stammen auch China.
wiwo.de

– ZITAT –

“Gehen Sie mal nach Nigeria, dort herrscht ein brummender Unternehmergeist. Die Leute haben viele Geschäftsideen und setzen sie um. Die wundern sich über die langsamen Deutschen.”

Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika-Vereins der Deutschen Wirtschaft.
tagesspiegel.de
– ZULETZT –

Früherer Kolonialpalast in Togo wird zum Kulturzentrum:

Der sogenannte “Palast von Lomé”, frühere Residenz des deutschen Gouverneurs in Togo, wird zum Kulturzentrum umgebaut. Togo gehörte zwischen 1884 und 1916 zu den deutschen Kolonien. Der Palast wurde 1993 zerstört und musste vor dem Umbau erst renoviert werden. Nun sollen dort zeitgenössische und traditionelle Kunstwerke aus der Region ausgestellt werden.
deutschlandfunkkultur.de

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