KW 45: Algerien schiebt Tausende Menschen in der Wüste ab, Ministerpräsident Sarraj bleibt vorerst noch im Amt, Skepsis über Wahlergebnis in Tansania

– NEWS –

Algerien schiebt Tausende Menschen in der Wüste ab: In den vergangenen Wochen wurde die Abschiebepraxis in Algerien immer rauer. Tausende von Menschen wurden in Lastwagen bis an die Grenze nach Niger gebracht und dort ausgesetzt. Algerische Soldaten hätten den ivorischen Migranten sogar Kleidung weggenommen, wie die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) erklärt. Laut Angaben der NGO seien mehr als 6200 Migranten zwischen Anfang September und Ende Oktober abgeschoben worden. Ende September hatte der algerische Innenminister Kamel Beldjoud eine neue Initiative gegen den Kampf der illegalen Migration angekündigt. Die Aktivisten vom Alarme Phone Sahara bezeichnen die Reform der Migrationspolitik als eine „Kriegserklärung gegen die Migranten.“
faz.net

Ministerpräsident Sarraj bleibt vorerst noch im Amt: Um ein “politisches Vakuum” zu vermeiden, hat der libysche Ministerpräsident Fayez Sarraj seinen bereits angekündigten Rücktritt zurückgenommen. Der Ministerpräsident sei damit Aufforderungen des deutschen Außenministers Heiko Maas, den Rücktritt zu verschieben, gefolgt. Maas bat Sarraj für die Dauer der bevorstehenden politischen Gespräche der Bürgerkriegsparteien noch im Amt zu bleiben, um “in diesen entscheidenden Wochen institutionelle und exekutive Kontinuität an der Spitze der libyschen Regierung zu gewährleisten.” Nach schweren Protesten gegen die Regierung und Konflikten hatte Sarraj seinen Rücktritt angekündigt. Nun sollen politische Gespräche aufgenommen werden, um das Land zu stabilisieren.
spiegel.de

Skepsis über Wahlergebnis in Tansania: Mit überwältigender Mehrheit hat Präsident John Magufuli die Wahl in Tansania. 84 Prozent der Stimmen hat er erhalten, wie die Wahlkommission am Mittwoch bekannt gab. Die Opposition wäre im Parlament nicht mehr vertreten. Zudem sei das Internet zeitweise abgeschaltet worden und Wähler in Oppositionshochburgen sollen ebenfalls bedrängt worden sein. Auch die die Botschaft der USA habe mitgeteilt, dass es “glaubhafte Vorwürfe signifikanten Wahlbetrugs und von Einschüchterung” gebe. Opposition wolle das Ergebnis nicht akzeptieren. CHADEMA-Spitzenkandidat Tundu Lissu ist Magufulis wichtigster Gegner im Wahlkampf gewesen. Dieser sagte bei einer Pressekonferenz, dass es sich um Wahlbetrug in einer Größenordnung handele, wie es sie in der gesamten tansanischen Geschichte noch nicht gegeben habe.
dw.com

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Warum mobiles Datenvolumen in Teilen Afrikas so unterschiedlich teuer ist: Die Preise in Afrika seien viel höher als in anderen Erdteilen, insbesondere im Vergleich zu Industriestaaten, erklärt Martin Schaaper, Senior ICT Analyst von der International Telecom Union (ITU), einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen. In Malawi etwa kostet ein Gigabyte mobile Daten dort im Schnitt 27,41 US-Dollar (23,10 Euro). Datenmengen sollten höchstens zwei Prozent des Bruttonationaleinkommens pro Kopf kosten, empfiehlen die Vereinten Nationen – in Malawi hingegen sind es 87 Prozent. Die Infrastruktur sei bei den Providern ein großer Kostenpunkt, da sie von 2G auf 3G auf 4G und nun 5G umrüsten müssen. Das fordere konstante Investitionen, die refinanziert werden müssen.
dw.com

Genitalverstümmelung nehmen seit Corona zu: Der Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmlung in Afrika wird durch die Corona-Pandemie erheblich erschwert. Da neben dem Mangel von Geld, Schutz und Bildung, die Aufklärungsarbeit kaum noch möglich ist. Die bekannte kenianische Aktivistin Domtila Chesang, die 2017 für ihr Einsatz gegen weibliche Genitalverstümmelung von der britischen Königin einen Preis erhielt, erklärt, dass aufgrund des herrschenden Lockdowns, Kampagnen nicht mehr sehr effektiv seien. Man dürfe sich ja nicht mehr frei bewegen. Infolgedessen blieben mehr Mädchen sich selbst und den schädigenden kulturellen Praktiken in ihren Gemeinden überlassen. Auch Westafrika Expertin, Daniela Gierschmann, erklärt, dass solche Krisenzeiten für Mädchen und Frauen besonders gefährlich seien und sie die bestehenden Ungleichheiten verstärkten.
dw.com

Mann in Tunesien nach Bekenntnis zum Anschlag in Nizza festgenommen faz.net
WHO lobt Afrikas Einfallsreichtum im Kampf gegen Corona aerzteblatt.de
Europa predigt grüne Autos und verschrottet in Afrika welt.de
Schiffsunglück bei Senegal n-tv.de

– BACKGROUND –

Der Boom der Kryptowährungen in Afrika: Die Wirtschaft Afrikas revolutioniert sich. Kryptowährungen wie Bitcoin werden in Afrika immer beliebter. Die Zahl der Überweisungen in Kryptowährungen von und nach Afrika seien dieses Jahr besonders angestiegen – und dürften weiter steigen. Während in anderen Teilen der Welt Kryptowährungen in anderen Teilen der Welt für Finanzspekulationen bevorzugt werden, wird in Afrika das virtuelle Geld hauptsächlich im Handel genutzt. Einzelpersonen und kleine Unternehmen in Nigeria, Südafrika und Kenia sind für den Großteil dieser Aktivitäten verantwortlich. Der Ghanaische Tech-Unternehmer Emmanuel Tokunbo Darko ist von dieser Entwicklung nicht überrascht, da das virtuelle Geld nach einem ähnlichen Prinzip wie mobile Bezahldienste funktioniere. Afrikanern fiele es leichter, Kryptowährungen zu verstehen als den Menschen im Westen, die einen besseren Zugang zu Banksystemen haben, erklärt Darko. Weiterhin führe die hohe Arbeitslosigkeit in vielen Ländern dazu, dass junge Menschen von traditionellen Wirtschaftsbereichen absähen und neue Wege suchten, um Geld zu verdienen. Mittlerweile hat der Kontinent einen wachsenden Pool ausgebildeter Fachleute und potentieller Unternehmer. Chris Becker, Blockchain-Experte der südafrikanischen Bankengruppe Investec, glaubt sogar, dass Kryptowährungen einigen afrikanischen Volkswirtschaften helfen.
dw.com

Simbabwe verabschiedet Gesetz zur Kriminalisierung regierungsfeindlicher Proteste: Simbabwes jüngste Novellierung des bestehenden Strafrechtsgesetzes wird sowohl regierungsfeindliche Proteste als auch internationale politische Kollaborationen jeglicher Art nach dem neuen Gesetz unter Strafe stellen. International stößt dies auf Besorgnis. Vor allem aufgrund der anhaltenden Menschenrechtsverletzungen seit der fragwürdigen Festnahme von Demonstranten im Juli dieses Jahres. Dieses neue Gesetz ist Berichten zufolge eine leichtere Version des “Patriot Bill”. Das regionale Gremium SADC und die AU haben bisher weiter über die eklatanten Menschenrechtsverletzungen geschwiegen. Internationale Menschenrechtsorganisationen und Handelsorganisationen verurteilen das Handeln des Präsidenten Emmerson Mnangagwa scharf.
okayafrica.com

Das Voeltzkow-Chamäleon wurde auf Madagaskar wiederentdeckt: Das Voeltzkow-Chamäleon galt seit mehr als hundert Jahren als ausgestorben. Im Nordwesten Madagaskars haben Forscher die Tiere bei einer Expedition entdeckt. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Tiere nur wenige Monate während der Regenzeit leben. Frank Glaw, Kurator für Reptilien und Amphibien an der ZSM erklärt, dass sie in gewissermaßen die Eintagsfliegen unter den Wirbeltieren seien. Man müsse daher zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, um diese Chamäleons nachweisen zu können. Und während der Regenzeit sei dies gar nicht so einfach, da viele Straßen nicht befahrbar seien. Nach aktuellem Wissensstand sei die Chamäleonart nicht akut vom Aussterben bedroht.
spiegel.de

– ANGEZÄHLT –

Die Zahl der Überweisungen in Kryptowährungen von und nach Afrika um 55 Prozent deutlich gestiegen.
dw.com

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– ZITAT –

“Dank Kryptowährungen sind diese Menschen in der Lage, ihr eigenes Unternehmen zu gründen und sie ermöglichen es ihnen, für große Marken außerhalb ihres eigenen Landes zu arbeiten und so ihren Lebensunterhalt zu verdienen.”
Kryptogeld-Vermarkter Elisha Owusu Akyaw.
dw.com

– ZULETZT –

Drive-In-Kunstausstellung in Südafrika: In der Tiefgarage des Javett-Kunstzentrums in Pretoria haben Künstler die Tiefgarage in eine “Drive-in-Ausstellung” umgewandelt. Bei der befahrbaren Kunstausstellung konnten Besucher ausgestellte Holz-Skulpturen von bisher weitgehend unbekannten heimischen Künstlern bewundern.
monopol-magazin.de

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