KW 44: Amtsinhaber Kenyatta gewinnt Kenia-Wahl, Burundi aus Weltstrafgericht ausgetreten, Umstrittenes Amnestiegesetz in Tunesien

– NEWS –

Amtsinhaber Kenyatta gewinnt Kenia-Wahl: Amtsinhaber Uhuru Kenyatta hat die Wiederholung der Präsidentschaftswahl in Kenia gewonnen. Er hat 98,26 Prozent der Stimmen erhalten, wie die Wahlkommission mitteilte. Allerdings hatte Oppositionsführer Raila Odinga seine Kandidatur aus Protest zurückgezogen und zum Boykott der Wahl aufgerufen. Mit Erfolg, denn weniger als 35 Prozent der 19,6 Millionen registrierten Wähler gingen zur Wahl. Im ersten Durchgang waren es noch 80 Prozent.
zeit.de

Burundi aus Weltstrafgericht ausgetreten: Burundi ist als erstes Land aus dem Weltstrafgericht ausgetreten. Seit Freitag sei Burundi kein Mitglied mehr, bestätigte ein Sprecher des Gerichts in Den Haag. Hintergrund ist, dass die Regierungen Burundis und anderer afrikanischer Länder dem Gericht vorwerfen, einseitig gegen Länder aus Afrika vorzugehen. „Der Internationale Strafgerichtshof bestraft diejenigen, die der Westen nicht an der Macht sehen will“, sagte der Vizepräsident des Landes, Gaston Sindimwo.
derstandard.at

Umstrittenes Amnestiegesetz in Tunesien: Präsident Beji Caid Essebsi hat letzten Dienstag ein umstrittenes Amnestiegesetz unterzeichnet. Korruptionsvergehen unter der Amtszeit seines Vorgängers Zine el-Abidine Ben Ali bleiben jetzt straffrei, wenn die Beschuldigten Einkünfte zurückerstatten und eine Geldstrafe entrichten. Nach massiven Protesten und Demonstrationen war der Entwurf überarbeitet worden. Kritiker befürchten eine „Ermutigung zur Straffreiheit“ in einem von Korruption zerfressenem Land.
derstandard.at

Anschläge in Somalia: Bei einem Anschlag mit Autobomben in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind am Wochenende nach Polizeiangaben mindestens 25 Menschen getötet worden. Mehr als 30 weitere wurden verletzt. Nach Angaben der Polizei hatten sich die Extremisten im obersten Stockwerk des Hotels nahe dem Präsidentenpalast verschanzt. Nach zehn Stunden war die Belagerung zu Ende, wie die örtliche Polizei sagte. Lokalen Medienberichten zufolge wurden einige der Angreifer erschossen, andere wurden lebend gefasst. Erst vor zwei Wochen waren mehr als 350 Menschen bei einem heftigen Bombenanschlag auf einer belebten Straße in der somalischen Hauptstadt getötet worden. Es war der bislang schwerste Anschlag in Somalia. Die Regierung des ostafrikanischen Landes machte auch für diese Tat Al-Shabaab verantwortlich.
zeit.de, tagesspiegel.de

Mugabe wird nicht WHO-Botschafter: Die WHO macht einen Rückzieher. Der simbabwische Langzeitpräsident Robert Mugabe wird nicht „Botschafter des guten Willens“ für nicht übertragbare Krankheiten. Zahlreiche internationale Politiker und Gesundheitsexperten hatten Unverständnis für die Entscheidung der WHO geäußert und teilweise heftig gegen die Ernennung des Diktators protestiert. Am Ende knickte die WHO ein. Organisationen wie die WHO ernennen häufig Prominente zu Sonderbotschaftern, um mehr Aufmerksamkeit auf bestimmte Probleme zu lenken.
handelsblatt.com

Vier britische Missionare in Nigeria verschleppt bild.de
EU will Botschaft in Libyen wieder eröffnen reuters.com
USA geben Verhaftung eines Beteiligten des Benghazi-Attentats von 2012 bekannt derstandard.at

– BACKGROUND –

Klimawandel und Kriege bringen mehr Hunger in die Welt: Der Welthunger-Index (WHI) 2017 verzeichnet Erfolge im Kampf gegen Unterernährung. Allerdings ist die Lage an vielen Stellen der Welt weiter schlimm oder schlimmer geworden. Die Welternährungsorganisation FAO verzeichnete 2016 sogar wieder einen Anstieg der Zahl Hungernder – auf 815 Mio. Der WHI warnt in diesem Jahr besonders vor Ungleichheit als Treiberin von Hunger. Ohnehin diskriminierte ethnische Minderheiten, Frauen und Landbewohner treffe er überall in der Welt am härtesten. Kriege und die Folgen des Klimawandels haben die Fortschritte der vergangenen Jahre im Kampf gegen den Hunger teilweise wieder zunichte gemacht.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de

Macht Kobalt den Kongo reich?: Kobalt ist begehrt. In den vergangenen zwei Jahren hat sich der Preis mehr als verdreifacht, Finanzinvestoren und Länder horten das Metall mittlerweile. Zwei Drittel der Weltproduktion kommen aus dem Kongo, kein Hort für politische Stabilität. Der Grund für den Boom: Kobalt wird in den in Elektroautos eingesetzten Batterien verwendet. Einige Investoren haben sogar das „Jahr der Kobalts“ ausgerufen.
sueddeutsche.de

Unreiner Wein: Nach einer Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam müssen vor allem Frauen in Südafrikas Weinbau-Gebieten unter katastrophalen Bedingungen arbeiten. So sind sie ohne Schutzkleidung giftigen Pestiziden ausgesetzt, erhalten nur geringe Löhne und haben keine gewerkschaftliche Vertretung. Mitverantwortlich für die Zustände sind nach Oxfam auch deutsche Supermärkte, die Wein aus Südafrika möglichst billig verkaufen wollen.
deutschlandfunk.de , oxfam.de

– ANGEZÄHLT –

90 Prozent der Plastikmülls in den Weltmeeren werden von nur 10 Flüssen dorthin gebracht. Acht davon liegen in Asien, aber die afrikanischen Ströme Nil und Niger sind auch dabei.
sueddeutsche.de

– ZITATE –

„Auf einer Skala der wiedererkennbaren Namen schlägt dieser Name alle, aber es ist unser Geschäft, seinen Markenwert vor unnötigem Beschmutzen zu schützen.“

Simbabwes Außenminister Walter Mzembi akzeptiert den Rückzieher der WHO, Robert Mugabe nicht zum Sonderbotschafter der WHO zu machen.
handelsblatt.com

Keine Happy Hippos: Wilderer haben es zunehmend auf Flusspferde abgesehen, um deren Zähne, die wie die Stoßzähne von Elefanten aus Elfenbein bestehen, nach Asien zu verschachern. Naturschützer befürchten, dass die hohe Nachfrage die Hippos schon bald an den Rand des Aussterbens bringen könnte. Denn anders als Elefanten sind die Flußpferde nicht durch die höchste Stufe im Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt.
facebook.com , theguardian.com

Kommentar verfassen