KW 43: WHO warnt vor Ebola, Algerien verbietet Gesichtsverschleierung am Arbeitsplatz, Neue Gespräche über Westsahara

– NEWS –

WHO warnt vor Ebola: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer Ausbreitung der Ebola-Epedemie gewarnt. Bislang wurden im Nordwesten Kongos 140 Todesfälle gezählt. Uganda, Ruanda, Burundi und Südsudan seien besonders bedroht. Dort sei bereits personelle und materielle Unterstützung geleistet worden. Durch die Kämpfe in der Region würde die Situation erschwert, die kongolesischen Behörden hätten aber die Lage im Griff. Auf weitergehende Maßnahmen habe die WHO daher bislang verzichtet. „Wir sind optimistisch, dass dieser Ausbruch in absehbarer Zeit unter Kontrolle gebracht werden kann“, sagt der Züricher Spezialist Robert Steffen, Vorsitzender des Notfallausschusses, der die WHO berät.
dw.com

Algerien verbietet Gesichtsverschleierung am Arbeitsplatz: Das Tragen von Burkas mit Netz vor den Augen oder Niqabs mit Sehschlitzen ist damit während der Arbeitszeit verboten. Gouverneure und Minister sind angehalten, das Verbot zu überwachen und die Einhaltung durchzusetzen, wies Ministerpräsident Ahmed Ouyahia am Donnerstagabend an. Vor allem im öffentlichen Dienst müssten Angestellte erkennbar sein. Sicherheitsrelevante Bedrohungen könnten so besser ausgeschlossen werden.
derstandard.at

Neue Gespräche über Westsahara: In den seit Jahrzehnten andauernden Konflikt in der Westsahara kommt Bewegung. Die Konfliktparteien Marokko, die nach Unabhängigkeit strebende Polisario-Front, Algerien und Mauretanien haben die Einladung des Uno-Sondergesandten und ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler angenommen. Die Gespräche sollen im Dezember in Genf stattfinden. Seit den 70er Jahren befindet sich der Großteil der ehemaligen spanischen Kolonie unter marokkanischer Kontrolle. Die Polisario-Rebellen fordern unterstützt von Algerien ein Referendum über die Unabhängigkeit. Die letzten Gespräche endeten vor sechs Jahren ohne Ergebnis. Im April hat eine Resolution des UN-Sicherheitsrates die Wiederaufnahme der Gespräche binnen sechs Monate gefordert.
derstandard.at

Migranten stürmen EU-Grenzzaun in Marokko: Bei einem Massenansturm auf die spanische Nordafrika-Exklave Melilla ist ein Migrant ums Leben gekommen. Der Flüchtling sei trotz Behandlung durch die Rettungsdienste an einem Herzstillstand gestorben. Etwa 300 Afrikaner hätten am Sonntag von Marokko aus versucht, die rund sechs Meter hohen Grenzzäune zu überwinden, teilte die Vertretung der spanischen Regierung in Melilla mit. Rund 200 sei es gelungen, EU-Gebiet zu erreichen.
european-circle.de

Kamerun: Paul Biya mit 71 Prozent im Amt bestätigt dw.com
Migrationsforscher Achille Mbembe: EU muss ihre aktuelle Afrikapolitik stoppen deutschlandfunk.de
Mittelstandsallianz Afrika in Berlin gegründet wirtschaft.com

– BACKGROUND –

Kritik am Afrika-Beauftragten: Günter Nooke (CDU), Afrika-Beauftragter der deutschen Bundeskanzlerin, gerät nach problematischen Äußerungen in einem Interview für die B.Z. in die Kritik. „Afrika ist anders. Die Lösungen Europas können nicht die Lösungen Afrikas sein“, erläutert er da. „Das hat mit Clan-Strukturen zu tun, der Rolle von Stammesführern, der Vielzahl an Ethnien und tradierten Verhaltensweisen.“ Außerdem würden die Frauen zu viele Kinder bekommen… Sätze wie diese würden wenig zu einem realistischen Afrika-Bild beitragen kritisiert Dominic Johnson in der taz, sie würden vielmehr dem Deutschlandbild in Afrika schaden. Reaktionen lassen ebenfalls nicht lange auf sich warten: „Er ist verrückt“, twittert ein Nigerianer, „er sollte sich schämen“, ist eine Meinung aus Uganda. „Ist das ein kranker Witz?“, fragt Exminister Gyude Moore aus Liberia. „Rassismus läuft durch sein Blut und Hirn“, meint Kommentator Tom Ndahiro aus Ruanda.
taz.de

Nigeria: Should I stay or should I go?: Die Deutsche Welle hat an der Universität von Benin-City im Rahmen des Projektes „The 77 Percent“ zum Thema „Wo ist deine Zukunft: Hier oder im Ausland?“ geladen und rund 300 Studenten waren dieser Einladung gefolgt. Die rund zweistündige Debatte wurde zudem im nigerianischen Fernsehen und auf Facebook übertragen. Benin City hat über Nigerias Grenzen hinweg den Ruf eines Schlepperstadt. Auf dem Podium und auch im Publikum berichten viele junge Menschen von ihren Migrationserfahrung. Alle sind sich einig: Eine schlimme Erfahrung. Doch der ehemalige Studentenvertreter Divine Oguchi Omale bringt es auf den Punkt: Wenn man in Europa sei, wünsche man sich nichts mehr, als wieder zuhause zu sein. „Aber kaum ist man drei Wochen wieder in Nigeria, will man wieder weg, weil man merkt, dass alles andere noch besser war als hier!“
dw.com

– ANGEZÄHLT –

Bis zu 1.000 neue Geflüchtete erreichen stündlich die kongolesische Grenzstadt Kamako. 200.000 Menschen sind seit Anfang Oktober aus dem Nordosten Angolas vertrieben worden. Man würde gegen illegal hinzugezogene Diamantenschürfer vorgehen, so die offizielle Begründung von Angolas Regierung für die Säuberungen.
taz.de

– ZITAT –

„Afrikanische Staaten möchten, dass Europäer nach Afrika kommen und offen sagen, was sie wollen. Was gut für uns ist, wissen wir selbst, das müssen die Europäer nicht immer sagen. Wenn Österreich nun als Reaktion auf die Krise handelt, dann glaube ich nicht, dass dieses Faktum sehr wichtig ist. Sie sollten das dann eben offen sagen, und das hat Kanzler Kurz ja meines Wissens auch getan. Und wenn man die Migration angehen will, dann braucht es eben Investitionen in Afrika.“
Professor Yenkong Ngangjoh Hodu, der in Manchester internationales Wirtschaftsrecht lehrt, fordert von den EU-Staaten Investitionen statt scheinheilige Moralpredigten.
derstandard.at

– ZULETZT –

Afrikas jüngster Milliardär ist wieder frei: Gut eine Woche nach seiner Entführung ist Afrikas jüngster Milliardär Mohammed Dewji wieder frei. Der 43-jährige Unternehmer aus Tansania war am 11. Oktober aus Fitnessraum eines Hotels in der tansanischen Wirtschaftsmetropole Daressalam von Bewaffneten entführt worden. „Ich danke Gott, dass ich wohlbehalten nach Hause zurückgekehrt bin“, schrieb Dewji auf Twitter. Zuvor hatte seine Familie für Hinweise eine Belohnung von 500.000 Dollar ausgesetzt. Der 43-Jährige ist Chef des MeTL-Konzerns, der in mehreren Ländern in den Branchen Landwirtschaft, Versicherung, Transport, Logistik und Lebensmittel aktiv ist. 2013 war Dewji der erste Tansanier auf der Titelseite des Magazins „Forbes“. Zwei Jahre später erklärte das Magazin ihn zu Afrikas Persönlichkeit des Jahres.
kleinezeitung.at

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