KW 41: Präsidentschaftswahlen in Kamerun, Denis Mukwege erhält Friedensnobelpreis, Marokko und Ägypten lehnen Asylzentren ab

– NEWS –

Präsidentschaftswahlen in Kamerun: Am Sonntag fanden in Kamerun Präsidentschaftwahlen statt. Teilweise waren die Wahlen aber von Unruhen, vor allem im englischsprachigen Teil des Landes, überschattet. So fielen in Bamenda Schüsse zwischen Sicherheitskräften und Separatisten. Dabei kam es zu zwei Toten. Der seit fast 36 Jahren amtierende Staatschef Paul Biya strebt eine weitere Amtszeit an. Ein Sieg gilt als sicher, seinen sechs Gegenkandidaten werden wenig Chancen eingeräumt. Dennoch wird es nur ein schwaches Mandat werden. In dem 25 Millionen-Einwohner-Land hatten sich nur knapp 6,6 Millionen Menschen zur Wahl registriert. 538.000 Menschen befinden sich wegen Unruhen zwischen englisch- und französischsprachiger Bevölkerung und wegen Übergriffen der Boko Haram im Norden auf der Flucht. Die Ergebnisse werden binnen 15 Tage nach der Wahl bekannt gegeben.
sn.at, derstandard.at, taz.de

Denis Mukwege erhält Friedensnobelpreis: Der kongolesische Arzt Denis Mukwege wird zusammen mit der Jesidin Nadia Murad mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Beide setzen sich für im Krieg misshandelte Frauen ein. Mukwege hat in der ostkongolesischen Provinzhauptstadt Bukavu zehntausenden Opfern sexueller Kriegsverbrechen das Leben gerettet. Im Jahr 2014 war er für sein Engagement bereits mit dem Sacharow-Preis augezeichnet worden. Der mit umgerechnet etwa 860.000 Euro dotierte Preis wird am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, in Oslo verliehen.
taz.de

Marokko und Ägypten lehnen Asylzentren ab: Marokko und Ägypten wollen keines der von der EU angestrebten Sammelzentren für aus Seenot gerettete Migranten auf ihrem Boden errichten. Marokko sei generell gegen alle Arten von Zentren, sagte Außenminister Nasser Bourita. Das sei Bestandteil der Migrationspolitik des Landes und eine nationale souveräne Position. Zentren seien kontraproduktiv, meinte Bourita, auch Geldzahlungen änderten an dieser Haltung nichts. Die EU versucht, Asylzentren jenseits ihrer Grenzen zu errichten, um dort über Asylbegehren von Migranten zu entscheiden. Die bisherigen Gespräche mit nordafrikanischen Ländern sind jedoch kaum vorangekommen.
spiegel.de

Äthiopiens Premier muss die eigenen Reihen schließen: Im äthiopischen Awassa tagte bis zum Wochenende der einmal jährlich stattfindende Kongress der Staatspartei EPRDF. Der neue Präsident Abiy Ahmed, von vielen als Reformer gefeiert, musste sich von den Delegierten bestätigen lassen und für die Fortsetzung seines Reformkurses werben. Trotz wirtschaftlicher Öffnung und dem frischen Frieden mit Eritrea droht das Land von zahlreichen ethnischen Konflikten zerrissen zu werden. „Wenn wir ein entwickeltes Äthiopien wollen, sollten wir keine Gewalt im Namen der Ethnizität oder der Religion begehen“, rief der bedrängte Regierungschef seine Anhänger am Donnerstag zu Geschlossenheit auf.
derstandard.at

Burkina Faso: Französische Luftangriffe gegen islamistische Kämpfer deutschlandfunk.de
DHL und Entwicklungsministerium testen Arzneimitteldrohne in Afrika deutsche-apotheker-zeitung.de
Keine zwei Drittel der Einwohner Subsahara-Afrikas wollen auswandern correctiv.org

– BACKGROUND –

Mysteriöse Entlassungswelle in Algerien: Algeriens Sicherheitsapparat wird derzeit von einer beispiellosen Entlassungswelle erschüttert. Seinen Anfang nahmen die Ereignisse, als vor knapp drei Monaten der Chef der mächtigen nationalen Polizeibehörde DGSN, Abdelghani Hamel, seinen Platz räumen musste. Auch die Kommandanten der Luftwaffe und der Bodenstreitkräfte sowie der Generalsekretär des Verteidigungsministeriums mussten mittlerweile gehen. Über die Gründe wird spekuliert. Angeblich gibt es eine Verbindung zwischen den Entlassungen und dem spektakulären Fund von 701 Kilogramm Kokain im Hafen der Mittelmeerstadt Oran Ende Mai. So hat ein Militärgericht fünf jüngst entlassenen Generälen die Pässe entzogen und Untersuchungen wegen angeblicher Bereicherung gegen sie eingeleitet.
derstandard.at

Wettlauf der EU mit China: Im Vergleich zum chinesischen Investment und Engagement in Afrika, bleiben die europäischen Bemühungen dürftig. Zwar kündigte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zuletzt in seiner Rede zur Lage der Union einen Plan für Investitionen, Annäherung und Austausch an und vollzog dabei eine Kehrtwende weg von der klassischen Entwicklungshilfe. Doch während Europa noch im Unkonkreten bleibt und vor allem auf Ausbildung und mehr Handel setzt, nimmt China bereits viel Geld in die Hand. Ob Autobahnen, Kraftwerke, neue Brücken – bei Infrastrukturprojekten sind die Chinesen ganz vorne mit dabei. Im Rahmen der chinesischen „Belt and Roads Initiative“ sollen bald weitere 60 Milliarden Dollar Investment nach Afrika fließen.
spiegel.de

– ANGEZÄHLT –

Auf über 140 Milliarden Euro beläuft sich das Handelsvolumen Chinas mit Afrika im Jahr 2017. Europa kommt auf fast 120 Milliarden Euro. Die USA liegen abgeschlagen bei ca. 30 Milliarden Euro.
spiegel.de

– ZITAT –

„Es existierten weder innerhalb Afrikas funktionierende Freihandelszonen, noch panafrikanisch.“
Jann Lay, Leiter des Giga-Instituts in Hamburg, findet die europäische Vorstellung von einem in Handelsfragen geeinten Afrika illusorisch.
spiegel.de

– ZULETZT –

Melania Trump im „Drecksloch“: Die First Lady der USA, Melania Trump, ist auf ihrer ersten großen Auslandsreise ohne ihren Mann nach ihrer Ankunft in Malawi auf Proteste gestoßen. In der Hauptstadt Lilongwe hielten Demonstranten am Straßenrand Poster, unter anderem mit der Aufschrift „#MELANIATOO“ oder „Willkommen in Malawi. #KEINDRECKSLOCH“, hoch. US-Präsident Donald Trump war Anfang des Jahres in die Kritik geraten, als er Berichten zufolge einige afrikanische Staaten als Dreckslöcher bezeichnet haben soll.
spiegel.de

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