KW 41: Nobelpreis für Abiy Ahmed, Jacob Zuma vor Gericht, Anschlag in Burkina Faso, Mosambik vor den Wahlen

– NEWS –

Friedensnobelpreis für Äthiopiens Premierminister: Abiy Ahmed hat den Friedensnobelpreis gewonnen. Der 42-jährige Premierminister Äthiopiens ist für seine erfolgreichen Friedensbemühungen mit dem Nachbarland Eritrea ausgezeichnet worden. Seit seinem Amtsantritt im April 2018 hat er maßgeblich zur Verbesserung der Lage zwischen beiden Staaten beigetragen, die sich seit 20 Jahren in einem Grenzkonflikt befinden. Zudem befreite er politische Gefangene, setzte ein neues Kabinett ein, das zur Hälfte aus Frauen besteht und erlaubte verbotene Parteien wieder. In Äthiopien ist die Lage dennoch noch nicht stabil – Gewalt und Vertreibung herrschen weiterhin und der Friedensprozess ist noch nicht konsolidiert.
tagesschau.de, zeit.de

Südafrikas Ex-Präsident vor Gericht: Jacob Zuma, der zwischen 2009 und 2018 Präsident von Südafrika war, muss wegen schwerer Korruptionsvorwürfe vor Gericht. Ihm wird unter anderem vorgeworfen Bestechungsgelder von der französischen Rüstungsfirma Thales im Rahmen eines Deals in den 1990-ern in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar angenommen zu haben. Der 77-Jährige hatte um Einstellung des Verfahrens gebeten und sieht sich als Opfer einer “Hexenjagd”. Die Anschuldigungen wurden bereits vor über zehn Jahren gegen Zuma erhoben, allerdings ab seinem Amtsantritt nicht mehr verfolgt. Bei den insgesamt 16 Anklagepunkten geht es neben der Bestechung auch um Betrug, Geldwäsche und organisierte Kriminalität.
derstandard.de, tagesspiegel.de

Mindestens 16 Tote bei Anschlag auf Moschee in Burkina Faso: In Burkina Faso sind mindestens 16 Menschen verletzt worden, weitere sind verletzt. Der Vorfall ereignete sich am Freitagabend im Norden des Landes in der Stadt Salmossi. Hinter dem Attentat auf die Moschee werden islamistische Terroristen der Gruppe JNIM vermutet. In den vergangenen Monaten kam es wiederholt zu Angriffen – seit 2015 sollen 600 Menschen islamistischen Extremisten zum Opfer gefallen sein. Wegen der schlechten Sicherheitslage sind Hunderttausende Menschen auf der Flucht. 486.000 Binnenflüchtlinge befinden sich in Mali, über die Hälfte sind in den vergangenen drei Monaten aufgebrochen – 16.000 sind ins Ausland geflohen. Das UN-Flüchtlingswerk UNHCR vermutet, dass 1,5 Millionen Menschen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.
dw.de, zeit.de

Gewalt in Mosambik vor den Wahlen: Heute wählt Mosambik einen neuen Präsidenten, ein neues Parlament sowie Regionalparlamente – in den vergangenen Wochen gab es jedoch in diesem Zusammenhang immer wieder neue Gewaltakte. Ein Wahlbeobachter wurde erschossen. Auch in Cabo Delgado, der Heimat des amtierenden Präsidenten Filipe Nyusi, mehrten sich wiederholt Angriffe auf die Zivilbevölkerung.
süddeutsche.de, deutschlandfunk.de

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer in Mali und Niger: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer besuchte Anfang der Woche die westafrikanischen Staaten Mali und Niger. Die CDU-Politikerin hielt sich mit Aussagen zur Zukunft des Bundeswehr-Mandats in Mali zurückhaltend und vage. Das Mandat muss im Frühjahr im Bundestag verlängert werden, die Unterstützung dafür ist jedoch ungewiss. Die Sicherheitslage ist in Mali fragil. Für Kramp-Karrenbauer tragen Mali und Niger jedoch eine Schlüsselrolle bei der Migration von Afrika nach Europa. Die Stabilität der Region läge in Europas Interesse.
spiegel.de, sueddeutsche.de, n-tv.de

Neuer Impfstoff gegen Ebola-Epidemie im Kongo: Ein neuer Impfstoff wird in den Kongo geliefert – die gegenwärtige Ebla-Welle soll damit entscheidend eingedämmt werden. Bis zu 500.000 Menschen sollen mit der Ration geimpft werden können. In den vergangenen 14 Monaten sind 2144 Personen an Ebola gestorben. Bereits jetzt sollen die Mediziner vor Ort zurückgehende Infektionszahlen verbuchen können, die neue Impfung soll diese Entwicklung weiter unterstützen.
dw.com

Klimaschutz in Afrika dw.com
Kampf gegen Kinderehe in Nigeria dw.com
Mode aus Afrika nach Europa zdf.de
Kenianischer Ziegenhirte verklagt EU tagesschau.de

– BACKGROUND –

Kinderlosigkeit belastet nigerianische Paare: Junge Paare sind nach der Hochzeit dazu angehalten, schnell Kinder in die Welt zu setzen – der familiäre Druck ist besonders groß. Sollten gesundheitliche Komplikationen jedoch zu Kinderlosigkeit führen, sehen sich viele vor großen Herausforderungen: Religiosität und Aberglaube senken die Akzeptanz für medizinische Unterstützung, die Behandlung ist zudem eine schwere finanzielle Belastung.
deutschlandfunk.de

Uganda möchte Todesstrafe für Homosexuelle: Die Regierung Ugandas möchte das Anti-Homosexuellen-Gesetz erneut verschärfen. Gegen gleichgeschlechtliche Handlungen können gegenwärtig 14 Jahre Haft verhängt werden – ein Versuch dies auf eine lebenslängliche Gefängnisstrafe zu erhöhen scheiterte an einem Formfehler. Simon Lokodo, der Ethikminister des Landes, möchte zudem Handlungen derjenigen bestrafen, die Homosexualität “verbreiten”. Er wird von evangelikalen Gruppen unterstützt. Der erzkonservative Politiker hatte zuvor auch das Verbot von Miniröcken und Musikkonzerten gefordert und gründete eine Einheit gegen Pornografie. Am 28. Oktober möchte Lokodo das Gesetz vor dem Parlament einbringen.
tagesspiegel.de

Ruanda baut Smartphone: Ruandas Präsident Paul Kagame eröffnete die erste Smartphone-Fabrik Afrikas, bei dem Mobiltelefone vollständig vor Ort gebaut wird. Das Mara Phone soll knapp 200 Dollar kosten und mit zwei Kameras und einem aktuellen Betriebssystem genauso gut wie die Konkurrenz ausgestattet sein. Für Ruanda ist dieser Schritt jedoch vor allem von symbolischer Bedeutung – das frühere Bürgerkriegsland entwickelt sich ökonomisch und sozial, wenn auch viele Freiheiten weiterhin eingeschränkt sind. Das Wachstum von 12,2 Prozent für das zweite Quartal 2019 ist für das Land wichtig, um den Lebensstandard zu erhöhen.
sueddeutsche.de

– ANGEZÄHLT –

67 Millionen Touristen haben im vergangenen Jahr den afrikanischen Kontinent besucht – das Interesse boomt.
dw.com

– ZITAT –

“Das ist ein Preis, der Afrika verliehen wird.”

Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed über den Friedensnobelpreis.
sueddeutsche.de
– ZULETZT –

Kenia feiert Marathon-Start: In Kenia tanzen Menschen auf den Straßen, denn sie feiern ihren Sporthelden Eliud Kipchoge. Dieser schaffte es in Wien einen Marathon in unter zwei Stunden zu beenden – neuer Rekord. Die 42 Kilometer lief der 34-Jährige in der Bestzeit von 1:59:40. Der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta zeigte sich beeindruckt und drückte seine Wertschätzung via Twitter aus: “Sie haben Geschichte geschrieben und Kenia stolz gemacht. Ihr Sieg heute wird Dutzende künftiger Generationen dazu inspirieren, groß zu träumen und nach Größe zu streben.”
n-tv.de

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