KW 40: Aufgeladene Stimmung in Kamerun, Regierungskrise in Tunesien, Agrarprojekte in der Sahelzone erhalten Alternativen Nobelpreis

– NEWS –

Aufgeladene Stimmung in Kamerun: Im englischsprachigen Teil Kameruns ist am Sonntag eine Ausgangssperre verhängt worden. Die Maßnahme gilt bis einschließlich Montag. Hintergrund ist die symbolische Ausrufung der Unabhängigkeit des anglophonen Teils vor einem Jahr. Kundgebungen sollen so unterbunden werden. Der anglophone Landesteil fühlt sich durch die frankophone Mehrheit benachteiligt und diskriminiert. Präsident Paul Biya versucht mit aller Härte die Unabhängigkeitsbestrebungen mit Ausgangssperren, Durchsuchungen und Reisebeschränkungen zu unterdrücken. Hinzu kommt, das Kamerun am kommenden Sonntag wählt und der 85-jährige Biya, der seit 1982 herrscht, seine siebte Amtszeit anstrebt.
derstandard.at

Regierungskrise in Tunesien: Der tunesische Präsident Beji Caid Essebsi hat nach Jahren der intensiven Zusammenarbeit die Koalition mit den gemäßigten Islamisten der Ennahda-Partei aufgekündigt. Hintergrund sind Flügelkämpfe innerhalb der Regierungspartei Nidaa Tounes. Dort stehen Parteichef und Sohn des Präsidenten, Hafez Caid Essebsi, und der Premierminister Youssef Chahed unversöhnlich gegenüber. Die Ennahda-Partei stand Chahed nahe, was den Präsidenten zum Aufkündigen der Zusammenarbeit veranlasste. Präsident Essebsi strebt nach eigenem Bekunden keine Neuwahlen an. Eine stabile Regierung scheint es weiterhin zu geben, denn Premierminister Chahed kann auf die Unterstützung von Ennahda und einigen Abgeordneten aus den eigenen Reihen zählen, auch wenn Nidaa Tounes nicht mehr geschlossen hinter ihm steht.
taz.de

Agrarprojekte in der Sahelzone erhalten Alternativen Nobelpreis: Offiziell heißt der Preis „Right Livelihood Award“ und wird seit 1980 jedes Jahr Anfang Dezember verliehen. Neben Preisträgers aus Saudi-Arabien, Guatemala und Kolumbien geht der Preis auch an den Australier Tony Rinaudo und Yacouba Sawadogo aus Burkina Faso für ihr Engagement bei der Bewaldung der Sahelzone. Letzterer begann 1980 damit, ein knapp 40 Hektar großes Stück unwirtlichen Landes in Waldgebiet zu verwandeln. Sein Versuchsfeld gehört heute zu den facettenreichsten Waldgebieten der Sahelzone. Das besondere: die Bäume werden zusammen mit Weizen angebaut. Durch die Wurzeln bleibt Regenwasser länger im Boden – gut für den Weizen.
dw.com

WHO warnt vor Ebola-Ausbreitung: Die WHO warnt vor einer Ausbreitung der Ebola-Seuche auf weitere Landesteile im Kongo und auch auf Nachbarländer. Die an der betroffenen Region Nord-Kivu im Osten des Landes angrenzenden Provinzen und die Nachbarländer Uganda und Ruanda müssten ihre Kontrollmaßnahmen verstärken, um Schlimmeres zu verhindern. Es bestehe ein „sehr großes“ Risiko. Kämpfe um die Stadt Beni in der Provinz Nord-Kivu unweit der ugandischen Grenze zwischen Regierung und Rebellen würden die Lage zusätzlich erschweren.
zdf.de

Südafrika: Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu im Krankenhaus derstandard.at
Marokkos Marine beschießt Flüchtlingsboot taz.de
Britischer Thronfolger Prinz William trifft in Afrika auf den Fußballer Prince William gala.de

– BACKGROUND –

Schädliche Steuerabkommen: Eine Studie von Martin Hearson von der London School of Economics kommt zu dem Ergebnis, dass Entwicklungsländer in Afrika und Asien durch das über die Jahre entstandene internationale System von Steuerabkommen benachteiligt werden. Die Studie wird am Mittwoch im EU-Parlament vorgestellt, denn besonders die Doppelsteuerabkommen der 28 EU-Staaten richten großen Schaden an. So sorgt das durchschnittliche Abkommen mit afrikanischen oder asiatischen Ländern dafür, dass 60 Prozent der Steuern in Europa gezahlt werden. Zwar ist kein Staat verpflichtet, unvorteilhafte Steuerabkommen einzugehen, doch Entwicklungsländer erhoffen sich durch sie den Zugang zu ausländischen Investitionen. „Die bestehenden Abkommen müssen auf ihre Schädlichkeit hin untersucht und gegebenenfalls geändert werden“, fordert Martin Schirdewan von der Partei Die Linke, die zu den Auftraggebern der Studie gehört.
derstandard.at

Maniok als Chance: Die Nutzpflanze Maniok ist in vielen afrikanischen Ländern Hauptbestandteil der Ernährung. Oft ohne große Ergänzung, was zu Mangelerscheinungen führen kann. Doch in der Pflanze steckt auch viel ungenutztes Potential sagen Agrarforscher der Universität Hohenheim. Denn Blätter und Stängel, die nach der Ernte der stärkehaltigen Knolle zumeist auf den Feldern zurückgelassen werden, enthalten hochwertige Proteine, essentielle Aminosäuren und Vitamine. Außerdem kann durch effizientere Schälverfahren die Stärkeausbeute verbessert werden. Eine Verwertung der Schalen in einer Biogasanlage kann zudem klimaschädliches Methangas reduzieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Forschungsprojekt mit 856.000 Euro.
medizin-aspekte.de

– ANGEZÄHLT –

50 Prozent wird im Jahr 2050 nach aktuellen Prognosen der Anteil Afrikas an der Weltbevölkerung sein.
welt.de

– ZITAT –

„Erstens müssen wir dafür sorgen, dass Kinder nicht nur überleben, sondern sich entfalten können: Die meisten afrikanischen Staaten haben an der weltweiten Revolution für höhere Kinderüberlebenschancen teilgenommen. Ruanda hat nur wenige Jahre nach dem Genozid von Grund auf ein effizientes Gesundheitssystem geschaffen und so den bisher stärksten Rückgang der Kindersterblichkeit erzielt. In einem nächsten Schritt müssen wir dafür sorgen, dass Kinder ein selbstbestimmtes Leben führen können.“
US-Milliardär Bill Gates appelliert an Deutschland, in die Zukunft insbesondere der jungen Menschen in Afrika zu investieren.
welt.de

– ZULETZT –

16 Milliarden an Bargeld in Liberia verschwunden: In Liberia sind mehrere Container voller neuer Geldscheine im Wert von 16 Milliarden liberianischen Dollar (88 Millionen Euro) verschwunden. Die im Ausland produzierten Banknoten sind zwischen November 2017 und August 2018 am Hafen und Flughafen der Hauptstadt Monrovia angeliefert worden und waren seitdem nicht mehr gesehen. Der gesamte Bargeldumlauf in Liberia ist nicht viel höher. Seit Ende 2017 ist in dem Land der ehemalige Fußballspieler George Weah an der Macht. Die Scheine wurden angeblich noch von der alten Regierung bestellt. Die neue wusste davon aber nichts. Die Posse zeigt: Liberia, einst Briefkastenheimat der größten Billigschiffsflotte der Welt, bleibt im Zentrum dubioser Geschäfte.
taz.de

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