KW 36: Mali – gestürzter Präsident frei, Niedrige Corona-Todesrate in Afrika, Stabilisierungsmaßnahmen für die Wirtschaft

– NEWS –

Mali – gestürzter Präsident frei: Nach Angaben der neuen Militärherrscher, sei Ibrahim Boubacar Keita, der während des Putsches vom 18. August inhaftiert war, freigelassen worden. Die Bundesregierung befürwortet die Freilassung des festgenommenen Ex-Präsidenten Keita und hofft auf eine rasche Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung in dem westafrikanischen Land. Keita sei zwar freigelassen und nachhause geschickt worden, wie ein Sprecher des militärischen Übergangskomitees erklärt, er werde aber dennoch weiterhin überwacht. So müssten alle Besuche von der Junta genehmigt werden. Regierungschef Boubou Cissé, der noch immer feststeckt, werde ebenfalls bald entlassen.
zeit.de, dw.com

Niedrige Corona-Todesrate in Afrika: In Afrika ist die Covid-19 Todesrate sehr tief. Obwohl die Zahl der Infizierten monatelang drastisch anstieg, hat sich das Virus – mit Ausnahme von Südafrika – nicht explosionsartig ausgebreitet, wie von Experten erwartet wurde. Während beispielsweise die Prognose des Gesundheitsministeriums in Kenia besagt, dass sich das Land derzeit auf dem Höhepunkt der Covid-19-Infektionen befinden dürfte, sind die Zahlen rückläufig. Auch nach Einschätzungen der WHO könnte Afrika den Höhepunkt der Corona-Pandemie hinter sich haben. Die Präventionsarbeit funktioniert, weil viele Länder bereits Erfahrungen mit übertragbaren Krankheiten haben – zum Beispiel mit Ebola. Die Menschen würden Menschen das Virus sehr ernst nehmen, die Maßnahmen werden befolgt und aufs Händeschütteln verzichte man. Das gesamte Sozialverhalten habe ich verändert.
nzz.ch, srf.ch

Stabilisierungsmaßnahmen für die Wirtschaft: Die afrikanischen Regierungen ergreifen die notwendigen Maßnahmen, um die Wirtschaft der Union zu stabilisieren. Aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie habe Afrika ein Jahrzehnt des Wirtschaftswachstums verloren, erklärt der Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB). Viele Zentralbanken haben aber Stimulierungsmaßnahmen ergriffen, um der Wirtschaft wieder Leben einzuhauchen. Nun gehe es darum, dem qualitativen Wachstum mehr Aufmerksamkeit zu schenken: Gesundheit, Klima und Umwelt, sagte Adesina. Die Bank habe eine Reaktionsfazilität im Umfang von 10 Milliarden USD (COVID-19) eingerichtet, um die afrikanischen Länder zu unterstützen. Zudem wurde eine soziale Anleihe in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar auf dem globalen Markt aufgelegt – die größte in US-Dollar denominierte soziale Anleihe, die jemals in der Weltgeschichte aufgelegt wurde.
etftrends.com

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Zinssenkungen in Südafrika: Je nachdem wie weit die südafrikanische Wirtschaft sinkt, könnte es zu weiteren Zinssenkungen kommen. Seit der Juli-Sitzung des geldpolitischen Ausschusses, bei der für das zweite Quartal ein jährlicher Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 40,1% für das zweite Quartal geschätzt wurde, deuten die nachfolgenden wirtschaftlichen Eckdaten auf einen tiefen Einbruch in diesem Zeitraum hin. Die landesweiten Lockdowns zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus schränken die Produktionen immens ein. Die für die drei Monate bis Juni prognostizierte Kontraktion wäre der tiefste vierteljährliche Rückgang seit mindestens 1990. Am 8 September werde das statistische Amt die BIP-Daten für das zweite Quartal veröffentlichen.
businesstech.co.za

Häusliche Gewalt muss geahndet werden amnesty.de
Schule im TV oder gar nicht az.com.na
Drama in Südafrika: Löwinnen töten Besitzer von Safari-Lodge focus.de
Oppositioneller in Simbabwe festgesetzt dw.com
Absa Bank: Darstellung der wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 in Afrika africaoutlookmag.com

– BACKGROUND –

Kritik aus Afrika: Viele Ex-Regierungschefs aus Afrika finden, Angela Merkel sei viel zu lange im Amt. Dass gerade Deutschland seit 15 Jahren dieselbe Kanzlerin hat, würde nicht zur Demokratieförderung beitragen. Dabei gibt es aktuell neun afrikanische Präsidenten, die selbst seit Jahren an ihren Ämtern kleben. Der feine Unterschied: es sind alles Männer. Botsuanas Ex-Präsident Ian Khama hat sein Amt hingegen rechtzeitig abgegeben. In der südafrikanischen Wochenzeitung “The Continent” kritisierte er, Staats- und Regierungschefs, die eine dritte oder vierte Amtszeit anstreben.  Als Beispiele nennt er Präsidenten Robert Mugabe (Simbabwe), Omar al-Bashir (Sudan) aber auch Paul Biya (Kamerun). Biya ist seit 1982 im Amt und habe sein “Verfallsdatum längst überschritten”. Ian Khama selbst regierte Botsuana von 2008 bis 2018.
dw.com

Drohnenkrieg in Libyen: Kronprinz von Abu Dhabi und stellvertretender Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mohammed bin Zayed, plant das Land als diplomatische Macht aufzubauen. Doch Untersuchungen ergeben, dass die VAE für den Anschlag auf die Militärakademie im Januar entscheidend beteiligt waren. In der Hauptstadt Tripolis, hat Premier Fayez Sarraj die Macht, während Warlord Khalifa Haftar den Osten des Landes kontrolliert. Die VAE haben Haftar geholfen, weite Teile Libyens zu erobern. Experten wie Wolfram Lacher von der Berliner Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP) glauben, dass ohne die Unterstützung der VAE der Krieg in Libyen schon längst beendet würde.
spiegel.de

Afrika ist frei von Polio-Wildtyp: Die unabhängige regionale Zertifizierungskommission für Afrika (ARCC) zur Polioeradikation hat am Dienstag offiziell erklärt, dass die afrikanische Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) frei von Polio-Wildviren ist. Nach jahrzehntelangen Kampf sei in den vergangenen vier Jahren kein Auftreten dieses Typs des Poliovirus gemeldet worden. Dies sei ein historischer Tag für Afrika, sagte die Leiterin der Kommission, Rose Leke. 1996 verpflichteten sich die afrikanischen Staatschefs auf der zweiunddreißigsten ordentlichen Tagung der Organisation für Afrikanische Einheit in Jaunde (Kamerun) zur Ausrottung der Kinderlähmung. Damals lähmte die Kinderlähmung jährlich schätzungsweise 75.000 Kinder auf dem afrikanischen Kontinent. Afrika habe gezeigt, dass trotz schwacher Gesundheitssysteme und erheblicher logistischer und operativer Herausforderungen auf dem ganzen Kontinent die afrikanischen Länder bei der Ausrottung des Polio-Wildvirus sehr effektiv zusammengearbeitet haben, betont Dr. Pascal Mkanda, Koordinator des WHO-Programms zur Ausrottung der Kinderlähmung in der Region Afrika.
zeit.de, faz.net, afro.who.int

Ruandas Start-Up Gesetz: Nachdem Tunesien und Senegal kürzlich eigene Gründungsgesetze erließen, scheint Ruanda den Ball für die Formulierung eines Gründungsgesetzes ins Rollen gebracht zu haben. Hier hat die ruandische Regierung die “Innovation for Policy Foundation” (i4Policy) ins Leben gerufen; dieselbe Organisation, die für das sowohl in Tunesien als auch im Senegal erzielte Kunststück ausschlaggebend war. Die i4Policy wurde damit beauftragt, ein nationales Start-up-Gesetz zu entwerfen, und man hofft, die Entwicklung von Ruandas jungem Ökosystem für technische Neugründungen hierdurch beschleunigen zu können. Ruandas Hauptstadt Kigali liegt zwar im neuesten Global Startup Ecosystem Rankings Report von StartupBlink (einer Analyse von Startup-Ökosystemen in 1.000 Städten und 100 Ländern) unter den Top 6. Allerdings ist das Ökosystem für technische Neugründungen bei weitem nicht so vernetzt, robust und finanziert wie die Top-Startup-Szenen in Kenia, Nigeria und Südafrika. Auch ist es noch nicht so attraktiv wie in Kenia, Nigeria und Südafrika.
weetracker.com

– ANGEZÄHLT –

Die Afrikanische Entwicklungsbank hat einen Covid-Notfall-Reaktionsmechanismus in Höhe von 10 Milliarden Dollar zur Unterstützung afrikanischer Länder eingerichtet.
etftrends.com

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– ZITAT –

“Heute ist ein historischer Tag für Afrika. Die (ARCC) freut sich bekannt zu geben, dass die Region die Zertifizierungskriterien für die Ausrottung der Polio-Wildkörperlähmung erfolgreich erfüllt hat. In der Region wurden seit vier Jahren keine Fälle des Polio-Wildvirus gemeldet wurden”.
Professor Rose Gana Fomban Leke, Vorsitzender der ARCC.
afro.who.int

– ZULETZT –

Congolese dandies: Seit den 1920er Jahren legen die Sapeurs (Pioniere) aus dem Kongo auf den Straßen von Brazzaville und Kinshasa kunstvolle Darbietungen ab. Der britische Fotograf Tariq Zaidi fotografierte die Pioniere von Jung bis Alt in ihren einkommensschwachen Communities: von japanischen Yamamoto-Mänteln bis zu schottischen Schottenröcken. Obwohl die Subkultur traditionell über die männliche Linie weitergegeben wird, begannen viele kongolesische Frauen, Designer-Anzüge zu tragen und “Sapeuses” zu werden. Indem sie die kongolesische patriarchalische Gesellschaft auf diese Weise herausfordern, kehren sie zu den Ursprüngen von La Sape zurück und kehren die Machtdynamik um. Eine Ode in Bildern.
theguardian.com

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